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Atlanta, 1948: Auf Druck von oben sieht sich das Police Department gezwungen, die erste Einheit farbiger Polizisten in seiner Geschichte aufzustellen. Acht Männer, die in "Darktown", dem streng abgegrenzten Viertel der farbigen Einwohner, für Recht und Ordnung sorgen sollen. Die Situation ist alles andere als einfach: Ihre weißen Kollegen begegnen den Beamten mit tiefer Feindseligkeit. Sie dürfen nicht vom Polizeipräsidium aus arbeiten, haben keine Erlaubnis, weiße Verdächtige zu verhaften. Und selbst die farbige Bevölkerung begegnet ihnen mit Misstrauen. Als eine junge farbige Frau tot…mehr

Produktbeschreibung
Atlanta, 1948: Auf Druck von oben sieht sich das Police Department gezwungen, die erste Einheit farbiger Polizisten in seiner Geschichte aufzustellen. Acht Männer, die in "Darktown", dem streng abgegrenzten Viertel der farbigen Einwohner, für Recht und Ordnung sorgen sollen. Die Situation ist alles andere als einfach: Ihre weißen Kollegen begegnen den Beamten mit tiefer Feindseligkeit. Sie dürfen nicht vom Polizeipräsidium aus arbeiten, haben keine Erlaubnis, weiße Verdächtige zu verhaften. Und selbst die farbige Bevölkerung begegnet ihnen mit Misstrauen. Als eine junge farbige Frau tot aufgefunden wird, scheint das niemanden zu interessieren - bis auf Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Cops der neuen Einheit, die sich gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit machen. Zwischen zwielichtigen Alkoholschmugglern, scheinheiligen Puffmüttern, korrupten Gesetzeshütern und unter permanenter rassistischer Unterdrückung riskieren Boggs und Smith ihre neuen Jobs - und ihr Leben -, um den Fall zu lösen.

'Darktown' ist ein hochatmosphärisches, komplex erzähltes und mitreißendes Krimi-Epos, eine kluge literarische Erkundung der Themen Rassismus, Korruption und Gerechtigkeit.

"Eine brillante Mischung aus Krimi und historischem Roman. Großartige Unterhaltung." Stephen King
  • Produktdetails
  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • Seitenzahl: 479
  • Erscheinungstermin: 12. November 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 146mm x 40mm
  • Gewicht: 644g
  • ISBN-13: 9783832183530
  • ISBN-10: 3832183531
  • Artikelnr.: 52437702
Autorenporträt
Thomas Mullen wurde 1974 in Rhode Island geboren. Er ist der Autor mehrerer Romane, darunter 'The Last Town on Earth' (2006), für den er den James Fenimore Cooper Prize erhielt. 'Darktown' stand auf der Shortlist für den Los Angeles Times Book Prize, den Southern Book Prize und den Indies Choice Book Award, außerdem war der Roman für zwei CWA Dagger Awards nominiert. Thomas Mullen lebt mit seiner Familie in Atlanta. Berni Mayer, geboren 1974 in Mallersdorf, Bayern, hat Germanistik und Anglistik studiert, war Redaktionsleiter bei MTV und VIVA Online und hat für das Label Mute Records gearbeitet. Berni Mayer lebt mit seiner Familie in Berlin. Er ist Autor und Journalist und arbeitet für diverse Podcasts.
Rezensionen
Besprechung von 05.11.2018
Ein Stück bittere Wahrheit
Thomas Mullen blickt ins Herz der Südstaatenfinsternis

Ein Roman, der Ende der vierziger Jahre in Georgia spielt und lückenlos um Rassenprobleme kreist, braucht einen versierten Autor. Groß ist hier nämlich die Gefahr, aus einem literarischen Text ein Gesinnungstraktat zu machen, das den Leser nicht bloß unterhalten, sondern verbessern und erziehen will. Handelt es sich bei dem Roman um einen Krimi, potenziert sich dieses Risiko um ein Vielfaches. Denn das Genre widmet sich Verbrechen und deren Aufklärung, was manchen Autor schon dazu verführt hat, am Ende die Moral von der Geschicht' auszubreiten. Und die ist fast immer eine Sache der Realität, nicht der erzählten Welt.

Thomas Mullen zeigt sich bestens informiert über die historische Wirklichkeit, ohne die sein Roman "Darktown" gar nicht funktionieren würde. Auf jeder Seite ist sie der Strukturgeber des Plots. Dabei verkommt sie nie zu bloßem Unterrichtsstoff, der den künstlerischen Gehalt des Buchs erstickt. Der Autor ist sich des schwierigen Verhältnisses von Dichtung und Realität durchaus bewusst, was eine Passage illustriert, in der sich zwei Figuren über Raymond Chandler und Dashiell Hammett unterhalten: "Brillante Leute. Sie schreiben über Detektive und Polizisten, vielleicht findest du da ein Stück Wahrheit. Ihre Helden sind gute Männer, die erkennen, dass ihr Umfeld viel finsterer ist, als ihnen bewusst war." Eine literarische Figur lobt also echte Autoren und andere literarische Figuren. Das erwähnte "Stück Wahrheit" ist dabei weit mehr als einfach nur ein Haufen von aus Lexika zusammengetragenen Fakten.

"Darktown" spielt im Atlanta des Jahres 1948. Der Busboykott von Montgomery, Sammelklagen gegen die Rassentrennung an öffentlichen Schulen, die ganze Bürgerrechtsbewegung - alles Zukunftsmusik. Gleichwohl stellt die Stadt die erste Einheit farbiger Polizisten zusammen. Von den Kollegen werden sie wie Aussätzige behandelt, von der schwarzen Bevölkerung mit Misstrauen beäugt. Als eine junge Afroamerikanerin Opfer eines Gewaltverbrechens wird, findet die Polizei schnell einen Sündenbock und legt den Fall zu den Akten: "Weißen Detectives war eine farbige Tote egal, vor allem wenn sie auf einer Müllhalde lag." Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Beamte der neuen Einheit, gehen der Sache indes nach und sind entschlossen, den Mörder zu fassen.

Eine Mission, die hoffnungslos erscheint. Mullen hat nämlich ein Buch über begrenzte Möglichkeiten geschrieben. Die schwarzen Beamten dürfen weiße Verdächtige nicht festnehmen, ihnen stehen keine Streifenwagen zur Verfügung, es ist ihnen untersagt, Nachforschungen anzustellen oder die Polizeizentrale durch den Haupteingang zu betreten. Jene aus vielen Krimis hinlänglich bekannte Ermittlungsroutine, bei der Figuren erst befragt und dann auf ihr Täterpotential hin abgeklopft werden, ist in "Darktown" ein einziger Spießrutenlauf. Sobald Boggs und Smith recherchieren, setzen sie sich der Gefahr aus, dass man sie erwischt und entlässt. Ihr mangelnder Bewegungsspielraum, der Umstand, dass sie permanent überwacht werden, und die durchweg klaustrophobische Stimmung machen die Lektüre zu einer beklemmenden Erfahrung.

Sogar handfeste Übel gehen nicht zuerst von korrupten Behörden, den Gestalten des Rotlichtmilieus oder Alkoholschmugglern aus, sondern von annähernd jeder weißen Figur. Und das heißt vor allem: von Polizisten. Die Guten, die das Gesetz vertreten, sind hier zugleich die Bösen, die das Gesetz brechen. Sehen sie einen Schwarzen, imitieren sie Affenlaute oder schlagen ihn zusammen; untereinander schließen sie Wetten darüber ab, welchen farbigen Kollegen sie zuerst töten werden. Thomas Mullen führt den Leser ins Herz der Südstaatenfinsternis, dorthin, wo Unmenschliches und allzu Unmenschliches einen fruchtbaren Nährboden finden.

KAI SPANKE

Thomas Mullen: "Dark Town". Roman.

Aus dem Englischen von

Berni Mayer.

DuMont Buchverlag, Köln 2018. 480 S., geb. 24,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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»Thomas Mullen führt den Leser ins Herz der Südstaatenfinsternis, dorthin, wo Unmenschliches und allzu Unmenschliches einen fruchtbaren Nährboden finden.« Kai Spanke, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG »[Mullen] zeigt eindrücklich, dass die Vergangenheit nicht wirklich vergangen ist, sondern nur verwandelt.« Marcus Müntefering, SPIEGEL ONLINE »Ein faszinierendender historischer Roman über eine Bruchepoche der US-Geschichte. Wenn man es filmmäßig sagen will: näher bei Scorsese als bei Tarantino.« Günther Grosser, BERLINER ZEITUNG »[…] grandioses und düsteres Gesellschaftsportrait.« Jürgen Christen, BUCHMARKT »Was eine beeindruckende Story ausmacht: neben einem gut recherchierten Plot die psychologische Auslotung der Figuren […].« Sylvia Treudl, BUCHKULTUR »Schonungslos […] fulminant […] knallhart« Hartmut Wilmes, KÖLNISCHE RUNDSCHAU »Der Krimi als historischer Gesellschaftsroman – das überzeugt!« Mario Scalla, HR 2 »›Darktown‹ ist ein durchdachter Roman über Hass und Rassismus und ein beeindruckendes Gesellschaftsporträt.« Kirsten Reimers, DLF Büchermarkt »Ein Roman der Spitzenklasse, da er intelligent, unterhaltsam und historisch authentisch geschrieben wurde. Hier stimmt einfach alles, was gute, spannende Literatur benötigt.« Horst Tress, MAGAZIN KÖLLEFORNIA »Ein fantastischer Cop-Krimi, ein außerordentlicher Südstaaten-Roman, ein starkes historisches Gesellschaftsportrait mit aktueller Relevanz.« Christian Endres, DOPPELPUNKT