Age Of Wonders 3

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    CD-ROM

Vor zwei Jahren war die Schwarmfinanzierung von Spielen noch ein sensationelles Novum. Heute ist sie so etabliert, da wundert man sich, dass es noch Spiele gibt, die nicht auf diese Weise finanziert wurden. "Age of Wonders III" ist solch ein Fall: Runden- und Globalstrategie gepaart ist heute ein Nischengenre, aber dank zweier bekannter Vorgänger aus den Jahren 2000 und 2002 hat die Serie bis heute viele Fans. Trotzdem haben sich die Triumph Studios, die zwischenzeitlich zwei "Overlord"-Spiele ablieferten, ein gutes Jahrzehent später dazu entschieden, wieder auf eine klassische…mehr

Produktbeschreibung
Vor zwei Jahren war die Schwarmfinanzierung von Spielen noch ein sensationelles Novum. Heute ist sie so etabliert, da wundert man sich, dass es noch Spiele gibt, die nicht auf diese Weise finanziert wurden. "Age of Wonders III" ist solch ein Fall: Runden- und Globalstrategie gepaart ist heute ein Nischengenre, aber dank zweier bekannter Vorgänger aus den Jahren 2000 und 2002 hat die Serie bis heute viele Fans. Trotzdem haben sich die Triumph Studios, die zwischenzeitlich zwei "Overlord"-Spiele ablieferten, ein gutes Jahrzehent später dazu entschieden, wieder auf eine klassische Publisherfinanzierung zu setzen. Aber in den letzten zehn Jahren ist die Welt der Computerspiele nicht stehen geblieben, daher mussten die Macher "Age of Wonders" modernisieren, um auch dieser Tage noch Spieler ansprechen zu können. Erstmals wagt die Fantasyserie den Sprung in die dritte Dimension; der dritte Teil ist vollständig in 3D-Grafik programmiert. Grundsätzlich gliedert sich das Gameplay in zwei Parts: Auf einer Globalstrategiekarte baut man sein Reich aus, indem man Armeen führt und Städte erobert.

Das erinnert optisch und spielerisch an "Civilization", auch wenn dem freilich die Fantasyelemente fehlen. Bis zu acht Parteien können auf einer Karte um die Vorherrschaft kämpfen, ob menschliche oder computergesteuerte Gegner ist dabei egal. Kommt es zum Kampf, erlebt man den zweiten Gameplaypart: In einer Hexfeld-Kampfarena wird in Rundenstrategiemanier ein Sieger ermittelt, dem dann anschließend auf der Globalkarte die Herrschaft über das entsprechende Gebiet zugesprochen wird. Gefochten wird mit allem, was zu einer Fantasyschlacht gehört: Ritter zu Ross, Bogenschützen, Belagerungswaffen, aber auch Zauberer. Welche Einheiten zur Verfügung stehen, hängt davon an, welchen der 48 Heerführer man zu Anfang für sein Volk wählt. "Age of Wonders III" ist komplex. Das fordert vor allem Neulingen einiges an Einarbeitungszeit ab. Wer aber bereit ist, diese Hürde zu meistern, bekommt ein großes und gelungenes Strategiepaket. Dank der drei Spielmodi Kampagne, Szenario und Zufallskarte ist man unzählige Stunden unterhalten.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
  • Produktdetails
  • Hersteller: EuroVideo
  • Erscheinungstermin: 1. April 2014
  • USK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • EAN: 4009750503065
  • Artikelnr.: 39479719
Systemvoraussetzungen
  • Dual Core 2 GHz
  • 2 GB RAM
  • 10 GB Festplattenspeicher
  • 512 MB Grafikkarte
  • Win XP/Vista/7/8;
Rezensionen
AoW3 steht in einer Reihe mit Heroes of Might & Magic oder Fallen Enchantress. Es handelt sich um ein rundenbasiertes Fantasy-Strategiespiel mit Rollenspielelementen und ebenfalls rundenbasierten Schlachten. Der Spieler muss Städte gründen, Armeen ausheben, Zauber erforschen, mit Gegner diplomatisch verhandeln, seine Helden aufleveln und diese mit gefundenen Gegenständen ausstatten.

Das zentrale Szenario ist der Konflikt zwischen dem Elfenhof, einer Nation aus Wald- und Dunkelelfen, und dem Staatenbund, einer Gemeinschaft verschiedener Völker unter der Führung der Menschen. Während die Elfen die naturverbundenen Zauberer mimen, sind die Menschen eher auf Maschinen fixiert und möchten am liebsten die Welt für sich alleine haben. Dabei unterdrücken sie auch gerne mal ihre verbündeten Völker wie Zwerge, Orks und Drakonier. Die himmelschreiende Ungerechtigkeit zu beseitigen ist die Aufgabe des Spielers. In zwei Kampagnen kann der Spieler beide Seiten beleuchten und mit der Elfin Sundren und dem Menschen Portschmied das Gesamtbild zusammenstecken. Die Geschichte läuft dabei nach dem Muster "Böse Menschen verraten Elfen, Königstochter wird zur Heldin" ab, wobei die Wendungen nicht ganz so überraschend sind, wie sich das der Story-Designer wohl gedacht hat. Allerdings wurden die Zwischensequenzen professionell vertont. In die einzelnen Missionen werden dann immer wieder kleinere Aufträge verpackt, die aber meist nach dem gleichen Schema ablaufen und i.d.R. in einem Gefecht mit einer kleinen, feindlichen Armee enden.

In den Kampagnenmissionen müssen immer wieder Städte gegründet und die gleichen Gebäude gebaut und Forschungen getätigt werden. Etwas ermüdend, wenn man bedenkt, dass man für ein Szenario locker mehrere Stunden investiert. Für die Helden gibt es entsprechend der Vorerfahrung noch Punkte im Folgeszenario, sodass diese völlig neu ausgerichtet werden können.

Neben den beiden Kampagnen gibt es auch eine Auswahl an vorgefertigten Szenarien. Ein Editor für eigene Szenarien ist auch beigefügt, sodass man hier einiges an Spielzeit herausholen kann, vorausgesetzt die Community erstellt fleißig neue Karten. Die Szenarien können dann im Mehrspielermodus online oder im lokalen Netzwerk gespielt werden. Da die Partien recht zeitintensiv sind, können diese auch gespeichert und später wieder aufgenommen werden.

Eine veränderbare Welt mit kleinen Problemen

Was gleich beim Start auffällt, sind die kurzen Ladezeiten und die übersichtliche und aufgeräumte Oberfläche. Die ist so gut, dass die kurze Einführung am Anfang der Elfen-Kampagne völlig ausreichend ist, um das Bedienkonzept zu verstehen. Eine kleine Enzyklopädie hilft dann beim Rest. Im Allgemeinen hat man eine freie Sicht auf die Spielwelt, unterstützt durch eine intuitive Bedienung der Kamera. Zoomt man weiter heraus, erscheint eine Übersichtskarte nach altem Papierrollen-Vorbild. Ein paar Störungen gibt es nur, wenn man das gleichzeitige Ziehen aktiviert hat und der Computergegner seine Einheiten bewegt. Allerdings ist dadurch die Wartezeit stark reduziert , sodass man kaum merkt, dass es sich um ein rundenbasiertes Spiel handelt.

Die Fantasy-Welt ist recht schick in Szene gesetzt, die Anleihen des 2D-Vorgängers sind aber gut zu erkennen. Die Zaubereffekte und Animationen sind allerdings recht unspektakulär. Erst später wird es interessant, wenn man mit entsprechenden Zaubern das Gebiet terraformen und damit wahlweise in blühende, trockene oder feurige Landschaften verwandeln kann. Mit anderen Zaubern kann man gegnerischen Städten das Leben zur Hölle machen, in dem man Gold abzweigt, die Produktion vermindert oder Banditen an der Stadtgrenze herbeiruft. Dem Spieler steht aber nur eine gewisse Anzahl von Zauberpunkten zur Verfügung, die er jede Runde einsetzen kann. Nichtsdestotrotz reicht das, um ordentlich zu nerven, wenn man in jeder Runde immer und immer wieder den gleichen Zauber des Gegners auflösen muss.

Durch fünf Schwierigkeitsgrade bietet das Spiel aber auch erfahrenen Strategen eine Herausforderung. Schwupps ist unbemerkt eine feindliche Armee an einer schwach bewachten Stadt und nimmt diese ein. An anderer Stelle wirkt die KI auf der Strategiekarte wieder zu passiv und wagt kaum großangelegte Offensiven. Im Allgemeinen bleibt das Gefühl, dass man nicht genug Gold einnehmen kann, um genügend Armeen für den Schutz aufzubauen. Hinzukommt, dass man den Feind nur blockieren kann, wenn bspw. alle Felder in einem Tal durch Armeen besetzt sind, in denen jeweils nur maximal 6 Einheiten Platz haben. Die Initiative zu behalten bzw. diplomatisch vorzugehen, ist die wichtigste Aufgabe.

In einer drohenden Schlacht werden Armeen auf angrenzenden Feldern gleich mit einbezogen. In der Schlacht selbst können dann bis zu 42 Einheiten zum Einsatz kommen, sodass sich recht ausgedehnte Kämpfe schlagen lassen. Wem das zu viel ist, der kann die Schlacht automatisch durchführen lassen, wobei die Ausgangsprognose nicht immer hält, was sie verspricht. Die Schlachtkarten werden je nach Ort unterschiedlich generiert. Von grünen Wiesen über Ödland, Wüsten und Schneelandschaften, bis hin zur Belagerung von Städten, die mit einfachen Barrikaden, Holzwällen oder Steinmauern ausgestattet sein können, kann man überall kämpfen. Auch hier setzt sich der gute Eindruck vom Bedienkonzept fort und mit den schier unzähligen Einheitentypen von Elfen, Orks, Menschen, Schurken, Goblins, Drakoniern, Wildtieren und magischen Wesen, sollte fast jeder seinen Spaß haben.

Fazit

Age of Wonders III setzt gegenüber seinem Vorgänger noch einmal einen drauf. Es bietet eine schön erzählte, wenn auch durchschaubare Geschichte, eine riesige Masse unterschiedliche Einheiten und Zauber, ein intuitives Bedienkonzept mit guter Online-Hilfe und natürlich wurde es standesgemäß in 3D überführt. Zudem spielt es sich für ein Rundenstrategiespiel sehr flüssig, was nicht nur an kurzen Ladezeiten liegt.

Nur bei den Effekten und Animationen sowie der nicht durchgängig agierenden KI auf der Strategiekarte muss man Abstriche machen. Für Fans von Fantasy-Strategiespielen ist Age of Wonders III dennoch ein Pflichtkauf.

Pro
- hoher Wiederspielwert
- viele Rassen, unzählige Einheitentypen und Zauber
- übersichtliche und aufgeräumte Oberfläche
- einfache Bedienung

Contra
- Effekte und Animationen eher schwach
- nicht durchgängig agierende KI
- für Anfänger anspruchsvoll

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Christian Häusler/Captain-Fantastic.de)
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Quelle/Copyright: Captain-Fantastic-Besprechung