Empty Planet - Bricker, Darrell; Ibbitson, John
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A radical, provocative argument that the global population will soon begin to decline, dramatically reshaping the social, political and economic landscape. For half a century, statisticians, pundits and politicians have warned that a burgeoning planetary population will soon overwhelm the earth's resources. But a growing number of experts are sounding a different kind of alarm. Rather than growing exponentially, they argue, the global population is headed for a steep decline. Throughout history, depopulation was the product of catastrophe: ice ages, plagues, the collapse of civilizations. This…mehr

Produktbeschreibung
A radical, provocative argument that the global population will soon begin to decline, dramatically reshaping the social, political and economic landscape. For half a century, statisticians, pundits and politicians have warned that a burgeoning planetary population will soon overwhelm the earth's resources. But a growing number of experts are sounding a different kind of alarm. Rather than growing exponentially, they argue, the global population is headed for a steep decline. Throughout history, depopulation was the product of catastrophe: ice ages, plagues, the collapse of civilizations. This time, however, we're thinning ourselves deliberately, by choosing to have fewer babies than we need to replace ourselves. In much of the developed and developing world, that decline is already underway, as urbanisation, women's empowerment, and waning religiosity lead to smaller and smaller families. In Empty Planet, Ibbitson and Bricker travel from South Florida to Sao Paulo, Seoul to Nairobi, Brussels to Delhi to Beijing, drawing on a wealth of research and firsthand reporting to illustrate the dramatic consequences of this population decline - and to show us why the rest of the developing world will soon join in. They find that a smaller global population will bring with it a number of benefits: fewer workers will command higher wages; good jobs will prompt innovation; the environment will improve; the risk of famine will wane; and falling birthrates in the developing world will bring greater affluence and autonomy for women. But enormous disruption lies ahead, too. We can already see the effects in Europe and parts of Asia, as aging populations and worker shortages weaken the economy and impose crippling demands on healthcare and vital social services. There may be earth-shaking implications on a geopolitical scale as well. Empty Planet is a hugely important book for our times. Captivating and persuasive, it is a story about urbanisation, access to education and the empowerment of women to choose their own destinies. It is about the secularisation of societies and the vital role that immigration has to play in our futures. Rigorously researched and deeply compelling, Empty Planet offers a vision of a future that we can no longer prevent - but one that we can shape, if we choose to.
  • Produktdetails
  • Verlag: Little, Brown Book Group; Robinson
  • Artikelnr. des Verlages: 684600
  • Seitenzahl: 288
  • Erscheinungstermin: 5. Februar 2019
  • Englisch
  • Abmessung: 231mm x 153mm x 25mm
  • Gewicht: 395g
  • ISBN-13: 9781472142962
  • ISBN-10: 1472142969
  • Artikelnr.: 54262213
Autorenporträt
Darrell Bricker (Author) Darrell Bricker is CEO of Ipsos Global Public Affairs. He is the author of five books, most recently The Big Shift. While too many believe that numbers are boring, Bricker believes they are incredibly useful and interesting. The problem lies in that people who are good with numbers tend not to be great storytellers. His writing has always focused on telling stories that break down the barrier between numbers and broader public understanding. There's always a story or tragedy and romance in the data. Bricker sees it as his job to find the story and tell it. John Ibbitson (Author) In a career spanning three decades, John Ibbitson has worked as a reporter and columnist for the Ottawa Citizen, Southam News, the National Post and, since 1999, the Globe and Mail, where he became Chief Political Writer in 2012 and Writer at Large in 2015. He has written eighteen books, including The Landing which won the 2008 Governer General's Award for Children's Literature. His non-fiction books have been nominated for the National Newspaper Award, the Donnier Prize, the Twillium Book Award and the City of Toronto Book Award.
Rezensionen
A fascinating study David Goodhart Sunday Times

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.08.2019

Leerer Planet
Die Bevölkerung wird nicht so schnell wachsen

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der amerikanische Biologe Paul R. Ehrlich mit seinem Buch "The Population Bomb" die seither akzeptierte Grundannahme einer katastrophalen Überbevölkerung etablierte. Anders als Malthus, der lange vorher von einer zyklischen gegenseitigen Korrektur des Bevölkerungswachstums und der Lebensmittelpreise ausging, sagte 1968 Paul R. Ehrlich ein unaufhaltsames Wachstum der Bevölkerung voraus, dessentwegen in den beiden folgenden Jahrzehnten Hunderte von Millionen Menschen verhungern sollten. Bücher mit ähnlichen Hiobsbotschaften folgten, doch bekanntlich kam es völlig anders, weil Innovationen nicht vorherzusehen waren. Die Weltbevölkerung hat sich verdoppelt, die Nahrungsmittelproduktion aber verdreifacht und dass dabei die genutzte Fläche nur um etwa 30 Prozent zunahm, erscheint den einen als ein grünes Wunder und löst bei anderen die Kritik an Gentechnik und Pflanzenschutz aus.

Der These von der Überbevölkerung, die den Planeten letztlich aus dem Gleichgewicht bringen werde, schien all dies nichts anzuhaben, zumal die Bevölkerung bis auf etwa 7 Milliarden wuchs und das Demographie-Institut der Vereinten Nationen mit einem weiteren Zuwachs auf über 11 Milliarden bis zum Ende dieses Jahrhunderts rechnet. Freilich provozieren derart dominante Überzeugungen schließlich Widerspruch, und der publizistische Erfolg zugespitzter Buchtitel reizt dazu, es mit der entgegengesetzten Übertreibung zu versuchen. So haben zwei Kanadier, ein erfolgreicher Sachbuchautor der eine und ein bekannter Sozialforscher der andere, sich unter dem Titel "The Empty Planet" zusammengefunden. Sie haben bemerkenswerten Aufwand betrieben, indem sie in Belgien, Österreich, Korea, China, Indien, Brasilien, Kenia, den Vereinigten Staaten und in Kanada nicht nur Statistiker und Demographen besuchten, sondern Gruppen von Frauen interviewten.

Ihr wesentlicher Einwand gegen die Projektionen der UN besteht in dem Vorwurf, diese litten an der Annahme, die Dinge entwickelten sich weiterhin so wie zuletzt. Die Forscher der UN unterstellen für die absehbare Zukunft eine fortbestehende Zweiteilung der Welt. Während in entwickelten Ländern die Lebenserwartung weiterhin steige und die Geburtenrate allmählich unter die bestandssichernde Quote von 2,1 sinke, bleibe der Rest der Welt im Stadium hoher Geburten- und Sterblichkeitsraten. Ein Gipfelpunkt, von dem ab das Wachstum enden könne, liege jenseits dieses Jahrhunderts.

Darrell Bricker und John Ibbitson, die beiden kanadischen Autoren, halten dagegen, die Welt werde "viel schneller kleiner, als die meisten denken", weil der Unterschied zwischen den beiden Teilen der Welt schon weiter geschrumpft sei, als wir wahrnehmen, und diese Veränderung sich beschleunige. Wir seien bereits in dem Stadium, in dem eine unter die Bestandserhaltung sinkende Geburtenrate bei langsam weiter steigender Lebenserwartung in der ganzen Welt zu beobachten sei. Ganz Lateinamerika habe in nur zwei Generationen den Weg von einer archaischen Geburtenrate um 8 Prozent zu einem Anteil um oder unter der Bestandsrate zurückgelegt. Das Gleiche gelte für China und Indien, und selbst in Teilen Afrikas zeige sich dieser Trend, wobei die Unterschiede innerhalb Afrikas besonders aufschlussreich sind. Während in kleinen Staaten wie Niger oder Benin die Rate noch bei 8 Prozent liege, habe sie sich in Kenia mit den Großstädten Nairobi und Mombasa bereits auf weniger als 4 halbiert, und sie bewege sich überall in die gleiche Richtung. Einprägsam ist die Auskunft, die unsere Autoren von einer jungen Sekretärin in Nairobi erhielten. Während zu Hause im Dorf die Tanten unentwegt wissen wollten, wann sie endlich heirate, interessiere das hier in der Stadt keinen ihrer Kollegen und Bekannten.

Alle Demographen sind sich wohl darin einig, dass eine Trendumkehr zwei sich gegenseitig verstärkende Entwicklungen voraussetzt: Verstädterung und eine veränderte Rolle der Frau. Bricker und Ibbitson ziehen allerdings den Schluss, dass wir diesem Punkt schon recht nahe sind und deshalb sowohl unsere geopolitischen Erwartungen wie auch unsere wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Prioritäten überdenken sollten. Während 1950 ein Drittel der Menschen in Städten lebte, werden es in der nicht mehr so fernen Mitte dieses Jahrhunderts zwei Drittel sein - und Japan, wo dies bereits heute für mehr als 90 Prozent der Bevölkerung zutrifft, leidet auch unter der damit einhergehenden Überalterung, die umso mehr ins Gewicht fällt,wenn man Zuwanderung abwehrt. Ebenso wie Japan ist China in dieser Hinsicht dem Rest der Welt weit voraus, was zunächst an der inzwischen aufgegebenen Ein- Kind-Politik lag, sich aber als Folge der nicht revidierbaren massenhaften Sterilisierungen und des Wohlstandsideals der Kleinfamilie in einer Schrumpfung von unerhörter Größenordnung fortsetzt. Wenn Chinas eigene Statistiker die Geburtenrate mittlerweile mit 1,05 angeben, dann bedeutet das, dass seine Bevölkerung bis zum Ende dieses Jahrhunderts von 1,2 bis 1,3 Milliarden auf 560 bis 600 Millionen abnimmt und auf eine Größenordnung in Richtung der Vereinigten Staaten schrumpft, die trotz allem mit Wachstum rechnen können. Ob die Schrumpfung Chinas und Russlands zu der "geriatrischen Friedfertigkeit" führt, die manche erhoffen, bleibt abzuwarten.

Ein heute geborenes Kind wird sich jedenfalls in der Mitte seines Lebens nicht auf einem unter der Last der Überbevölkerung ächzenden Planeten befinden, sondern in noch urbaneren Gesellschaften, was zu nachfrageorientierten Formen des Massenverkehrs und anderer Dienste führen sollte und der Umwelt guttun dürfte, erst recht, wenn man in manchen Regionen den Wald zurückkehren ließe. Zugleich wird es keinen Mangel an Arbeit, wohl aber an Arbeitskräften geben, deren Entlohnung aber bei zunehmender Überalterung umso stärker durch Umlagen belastet sein wird, je weniger das sonst gepriesene Prinzip der Nachhaltigkeit sich in der Finanzierung von Alterssicherung und Gesundheit durchsetzt.

MICHAEL ZÖLLER

Darrell Bricker /John Ibbitson: Empty Planet. The Shock of Global Population Decline, Little, Brown, London 2019, 288 Seiten, 23 Euro

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