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Neben Anna Karenina, Emmy Bovary und Effi Briest gehört die "Präsidentin" Ana Ozores zu den großen Frauengestalten der Literatur: "Der beste spanische Roman des 19. Jahrhunderts." (Mario Vargas Llosa) Die schöne junge Ana Ozores droht in der Enge einer spanischen Provinzhauptstadt als Gattin eines schon betagten Gerichtspräsidenten zu ersticken. Das Leben hier wird beherrscht einerseits von der Kirche, andererseits von den Gesetzen der adeligen Gesellschaft, die Ana allenfalls etwa Koketterie und Liebelei zubilligen würde. Die Verführung naht in Gestalt des Don Álvaro Mesía, einem Mann von…mehr

Produktbeschreibung
Neben Anna Karenina, Emmy Bovary und Effi Briest gehört die "Präsidentin" Ana Ozores zu den großen Frauengestalten der Literatur: "Der beste spanische Roman des 19. Jahrhunderts." (Mario Vargas Llosa)
Die schöne junge Ana Ozores droht in der Enge einer spanischen Provinzhauptstadt als Gattin eines schon betagten Gerichtspräsidenten zu ersticken. Das Leben hier wird beherrscht einerseits von der Kirche, andererseits von den Gesetzen der adeligen Gesellschaft, die Ana allenfalls etwa Koketterie und Liebelei zubilligen würde. Die Verführung naht in Gestalt des Don Álvaro Mesía, einem Mann von sinnlicher Ausstrahlungskraft. Die Ereignisse überschlagen sich - es kommt zu einem dramatischen Duell.
  • Produktdetails
  • insel taschenbuch 3390
  • Verlag: Insel Verlag
  • Originaltitel: La Regenta
  • Artikelnr. des Verlages: 35090
  • Seitenzahl: 956
  • Erscheinungstermin: 20. Oktober 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 118mm x 35mm
  • Gewicht: 550g
  • ISBN-13: 9783458350903
  • ISBN-10: 345835090X
  • Artikelnr.: 23845924
Autorenporträt
Clarín
Leopoldo Alas, genannt Clarín, wurde 1852 in Zamora, Spanien geboren. Er wuchs in León und Guadalajara auf, wo sein Vater Zivilgouverneur war. 1856 zog die Familie in das nordspanische Oviedo, die Stadt, in der Clarín - nur unterbrochen durch seine Studienzeit -bis zu seinem Tod lebte. Er studierte von 1871-1878 Jura in Madrid und schloß mit einer Doktorarbeit über Das Recht und die Moral ab. In der spanischen Hauptstadt begann er seine journalistische Laufbahn mit Literaturkritiken und Artikeln zu politischen und philosophischen Themen; mit 23 Jahren unterschrieb er zum ersten Mal einen Artikel mit "Clarín". Er sollte der berühmteste Kritiker seiner Zeit werden, gefürchtet wegen seiner scharfen Intelligenz und seiner bissigen Kommentare. Über seinen Doktorvater, den berühmten Pädagogen Francisco Giner de los Ríos, der das spanische Bildungssystem reformierte, wurde er vom Krausismus beeinflußt, einer philosophischen Richtung, die das spanische Geistesleben der zweiten Jahrhunderthälfte bestimmte. Dies verstärkte Claríns Suche nach einem metaphysischen, höheren Sinn der Existenz. 1883 erhielt Clarín den Lehrstuhl für Römisches Recht an der Universität von Oviedo. Sein berühmtestes Werk, La Regenta (dt. Die Präsidentin, 1991), erschien 1885. Heute als der beste spanische Roman des 19. Jahrhunderts anerkannt und auf einer Stufe mit Flauberts Madame Bovary gestellt, erntete der komplexe psychologische Roman, in seiner Zeit aus konservativen Kreisen vor allem Mißachtung und Ablehnung. Clarín schrieb nur noch einen weiteren Roman, Su único hijo von 1890 (dt. Sein einziger Sohn, 2002). Daneben hat er an die 60 Kurzgeschichten verfaßt. Clarín starb 1901 im Alter von nur 49 Jahren.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 15.04.1996

1884
Clarín "Die Präsidentin"

"Die heldenhafte Stadt hielt Mittagsruhe. Der warme, träge Südwind blies die weißlichen Wolken vor sich her, die auf ihrer Fahrt nach Norden zerflatterten. In den Straßen war es totenstill, bis auf das Rascheln der Wirbel aus Staub, Lumpen, Strohhalmen . . ." So beginnt einer der hinreißendsten Romane dieses doch im ganzen schon so hinreißenden neunzehnten Jahrhunderts, geschrieben hat ihn Clarín, der eigentlich Leopold Alas hieß, 1852 geboren wurde (er starb 1901) und Juraprofessor in Oviedo war. Und dieses Oviedo ist die Stadt, die er da beschreibt. (Als er's tat, lebte hier, knapp vierzigjährig aber erst, Ramón Pérez de Ayala, einer der ganz großen Romanciers unseres Jahrhunderts.) Die Titelheldin ist eine junge Frau, die in einer bigotten und von entweder gewissenlosen oder vergreisten Männern und einem herrschsüchtigen Klerus regierten Gesellschaft zwischen großen Gefühlen und ihren immer halb auch hysterischen Entladungen in Liebe und Glaubenswahnsinn am Ende zugrunde geht. Überall in diesen Jahren, bei Tolstoi, bei Flaubert, bei Fontane, stehen im Mittelpunkt der schönsten Romane Frauen, die verloren sind, weil sie leben und lieben wollten, aber es war zu früh für sie, wir waren noch nicht da. Clarín, ein sarkastischer Beobachter seiner Gesellschaft, lebt, dort in seiner spanischen Provinz, so weit weg von uns, daß wir gar nicht gleich erkennen, wie nah auch seine Heldin uns eigentlich ist in ihrer uns zuerst nicht ganz geheuren Verlorenheit. Aber nach einer Weile, wenn unsere Erfahrung weit genug geworden ist auch für diese fremde Welt, zittern wir um so mehr für die Alleingelassene, aber dann ist es zu spät, es ist ja für den Lesenden immer zu spät. Es ist auch wirklich bloß ein Roman, es ist alles nicht weiter schlimm, könnten wir denken; aber das Buch ist dick, es hält uns wenigstens zwanzig Stunden in Oviedo. Der Roman hat eine andere Art der Zeit als die anderen Künste, und unsere Seele verwickelt sich tiefer, als wir denken, in diese fremden Geschicke. (Clarín: "Die Präsidentin". Roman. Aus dem Spanischen übersetzt von Egon Hartmann. Mit einem Nachwort von Fritz Rudolf Fries. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1987. 863 S., geb., 26,- DM.) R.V.

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