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Selbst die größten Helden haben klein angefangen
Rumo, der junge Wolpertinger aus "Die 13 Leben des Käpt'n Blaubär", macht sich selbstständig und geht seinen eignen Weg durch den gefährlichen Kontinent Zamonien.
Er folgt dem Silbernen Faden, einer Geruchsspur, die nur er wittern kann und an deren Ende Rumo das Glück vermutet. Auf seiner abenteuerlichen Reise durch zwei höchst unterschiedliche Welten begegnet er Teufelszyklopen und Mondlichtschatten, den Kupfernen Kerlen und den Toten Yetis.
Rumo lernt das Kämpfen, die Liebe, die Freundschaft und das Böse kennen, es verschlägt ihn in
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Produktbeschreibung
Selbst die größten Helden haben klein angefangen

Rumo, der junge Wolpertinger aus "Die 13 Leben des Käpt'n Blaubär", macht sich selbstständig und geht seinen eignen Weg durch den gefährlichen Kontinent Zamonien.

Er folgt dem Silbernen Faden, einer Geruchsspur, die nur er wittern kann und an deren Ende Rumo das Glück vermutet. Auf seiner abenteuerlichen Reise durch zwei höchst unterschiedliche Welten begegnet er Teufelszyklopen und Mondlichtschatten, den Kupfernen Kerlen und den Toten Yetis.

Rumo lernt das Kämpfen, die Liebe, die Freundschaft und das Böse kennen, es verschlägt ihn in den geheimnisvollen Nurnenwald, in die legendären Untenwelt und in das Theater der Schönen Tode; er erfährt von den Unvorhandenen Winzlingen, von den Belagerungen der Lindwurmfeste, von Professor Dr. Abdul Nachtigaller und seinem Schubladenorakel - und Rumo findet endlich zu Rala, die ihm die Wunder im Dunkeln zeigt.

  • Produktdetails
  • Zamonien Bd.3
  • Verlag: Knaus
  • Seitenzahl: 693
  • Erscheinungstermin: September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 246mm x 184mm x 50mm
  • Gewicht: 1320g
  • ISBN-13: 9783813507959
  • ISBN-10: 3813507955
  • Artikelnr.: 48478094
Autorenporträt
Walter Moers, Jahrgang 1957, Comiczeichner und Drehbuchautor, lebt in Hamburg. Fotografieren läßt er sich nicht mehr, denn seit er seinen Comic-»Adolf« in die Welt setzte, ist er persona non grata für die rechte Szene. Und in Kirchenkreisen gilt er seit seinem »Kleinen Arschloch« als Abgesandter der Hölle. Walter Moers ist zusammen mit Professor Doktor Nachtigaller Begründer der Zamonischen Nachtschule, einer Akademie, die ausschließlich im Internet existiert und von jedermann besucht werden kann.
Rezensionen
Besprechung von 07.06.2003
Hundlinge des Krieges
Shock and awe: Walter Moers’ Roman „Rumo & Die Wunder im Dunkeln”
Die Lindwürmer hatten alle Attacken abgewehrt, den Steinernen Riesen standgehalten, der Bluttrinkerarmee, sogar den Kupfernen Kerlen. Hatten einfach ein paar Kübel siedendes Pech über die Brüstung gekippt und sich wieder ihrer Leidenschaft gewidmet: der Poesie.
Eines Tages aber wurde alles anders. Eines Tages kamen die Huldlinge. „Karten auf den Tisch, meine Herrschaften – ich bin Verleger! Ich verlege Bücher, und ich mache Geld damit”, lockte der Anführer der Schmeichler. Was sei schon der Smaragdsee gegen Saurierlyrik? Die Echsen zögerten, dann öffneten sie das Tor. Merke: „Die Hölle: das war die künstlerische Anonymität. Die Musik der Sterne: Das war der Applaus des Publikums.” Aber wehe, auch die Huldlinge hatten nur schnöde Schätze im Sinn! Ein furchtbarer Kampf brach aus. Am Ende gewannen die dezimierten Saurier, und das Gemetzel ging als „Schlacht um die Lindwurmfeste” in die Annalen des wundersamen Kontinents Zamonien ein.
Es gibt verrücktere Geschichten in Walter Moers’ Roman „Rumo & Die Wunder im Dunkeln” und subtilere Anspielungen auf den Literaturbetrieb. Aber keine beschreibt die Verlockungen leibhaftiger Bewunderung schöner als die Ballade der betrogenen Saurier. Moers ist der Verführung nie erlegen. Deutschlands bekanntester Comiczeichner, der Erfinder vom „Kleinen Arschloch” und Käptn Blaubär, lässt sich nicht fotografieren, tritt nicht im Fernsehen auf und führt Interviews per e-mail. Seine Fans veröffentlichen im Internet Studien über die „Philophysikalischen Phänomene und ihre Auswirkungen auf Zamonien”. Sie haben konkretere Vorstellungen von einer Berghutze als von Walter Moers.
Dem Erfolg ist diese Geheimnistuerei erwartungsgemäß zuträglich. Moers’ jüngstes Werk eroberte die Bestsellerlisten mit der Geschwindigkeit eines Wolpertingers im Blutrausch. Rumo, der Titelheld, ist ein solcher Wolpertinger, ein aufrecht gehendes, sprechendes hundeartiges Wesen mit Hörnern, ein Hundling. Wolpertinger sind Krieger – und Synästhetiker: Sie hören Bilder und sehen Klänge. Rumo verlebt eine unbeschwerte Kindheit unter Fhernhachenzwergen, als er von Zyklopen auf den schwimmenden Teufelsfelsen verschleppt wird. Dort verzehren die Unholde ihren Proviant bei lebendigem Leibe. Rumo wächst rasch heran, und bevor es ihn erwischt, verrät ihm die dekadente Haifischmade Smeik den schwachen Punkt der Zyklopen: Rumo bricht ihnen die Zunge.
Nach „Die 13 ½ Leben des Käptn Blaubär” und „Ensel und Krete” ist auch das jüngste Werk vor allem ein Buch über Zamonien. Man trifft alte Bekannte wie Professor Abdul Nachtigaller, und auch Rumo hatte als Welpe in den „13 ½ Leben” schon einen Cameoauftritt.
Das verquatschte Käsemesser
Doch in den Ebenen zwischen Florinth und dem Nurnenwald gähnt nun ein Abgrund, in dem Folter, Mord und Wahnsinn regieren, genauer: Der irre Herrscher Gaunab der Neunundneunzigste. Das ist „Untenwelt”, ein Hades, der drauf und dran ist, ganz Zamonien zu übernehmen. Schon raubt in Nebelheim eine Dunstqualle Fremden den Verstand. Selbst Wolperting, eine quasi-sozialistische Subsistenzwirtschaft, wo die Hundlinge des Krieges domestiziert werden und Rumo sich in die schöne Rala verliebt, selbst Wolperting ist eine „Fallenstadt”. Eines Tages entführen Gaunabs Schergen alle Bewohner. Rumo muss die Angebetete retten – und Zamonien.
Dieser Kosmos ist nicht mehr das Reich aufregender, aber harmloser Abenteuer, sondern Schauplatz eines knallharten und für Moers ganz untypischen manichäischen Ringens. Dass er die Verworfenheit des Schurkenstaates als evolutionäre Strategie verkauft, ändert daran wenig. Wenn der grausame General Tick-Tack Rala als Liebesbeweis zu Tode quält, ist das keine befreiende Entgleisung wie im „Kleinen Arschloch”, sondern ein verkniffener Amoralismus, der fast schon wieder moralisch wirkt.
Dabei sind die Bösewichter wie immer spannender als die biederen Wolpertinger. Ohnehin ist die Entwicklung von Figuren nicht Moers’ Stärke: Der maulfaule, verklemmte Weltenretter Rumo hat eine Persönlichkeitsstruktur von der Komplexität eines James Bond. Ungleich zerrissener ist dagegen seine Waffe. Eigentlich ist das Schwert ja nur ein Käsemesser, doch wurde sein Stahl mit dem Gehirn des Stollentrolls Löwenzahn und des Dämonen Grinzold amalgamiert, und nun liefert sich das „odd couple” endlose Wortgefechte – Löwenzahn in flatternder Kursivschrift, Grinzold in Fraktur. Zusammen mit den aufwendigen Zeichnungen rechtfertigen solche typographischen Spielereien Moers’ Ruf als Ausnahme-Illustrator. Und man spürt den Comiczeichner auch in den Pointen. Eine Szene spielt im Inneren der toten Rala, die Smeik mit Hilfe der „Unvorhandenen Winzlinge” wieder beleben soll. Doch die Mikrowesen geben sich als abgebrühte Rationalisten. Winzling 1: „Jetzt werd bloß nicht sentimental! Das haben wir hinter uns. Wir haben die Sentimentalität überwunden.” Winzling 2: „Ich frag’ doch nur! Ich sammele Fakten. Nackte, kalte Fakten.” Smeik: „Es handelt sich um eine Liebe, die über den Tod hinausgeht.” Winzling2: „Tatsächlich? Wie roman-, äh, ich meine: Erzähl mehr! Mehr nackte, kalte Fakten.”
Auf dem Weg in die Unterwelt überquert Rumo den Ölsee (sein Charon ist ein Toter Yeti), und Moers zitiert nicht nur das Orpheus-Motiv. Er plündert Weltliteratur, Kino und Wissenschaften, mischt Shakespeare, germanische Sagen und Nanorobotik. Seine Bücher sind reine Beutekunst, aber im Vergleich zu Tolkiens akademischem Pflaster Mittelerde wirken die versponnenen Weiten Zamoniens wie frisch erfunden. Ein Glanzstück dieses barocken Weltschöpfungsapparates sind die Eydeeten mit ihren maximal sieben Gehirnen. Sie übertragen ihr Wissen durch Bakterien oder einen Finger im Ohr und opererieren mit „aneroiden Barographen”, gegen die jede Zeitmaschine wie ein Toaster aussieht.
Indes: Das Buch ist kein reines Vergnügen, vor allem nicht im zweiten Teil. Nicht, dass es an Action fehlte. Vrahoks und Blutschinken fallen in Batallionsstärke. Doch nach der Dialektik der Selbstüberbietung werden zwar die Monster immer vielbeiniger und die Gefahren immer tödlicher, aber die gefühlte Lesedauer nicht kürzer. Die Freunde Zamoniens wird das nicht schrecken. Moers ist ein Virtuose des Ritardando, der Geschichten ineinanderschiebt wie ein Fernrohr. Er weiß, was er seinen Lesern schuldig ist. Am Ende liegt kein Handlungsfaden unverknüpft herum, ist jedes Talent geprüft, jedes Geheimnis gelüftet. Sein nächstes Werk, so Moers, soll ein zamonischer Horrorroman werden. Aber den kann er ja nun einfach überspringen.
SONJA ZEKRI
WALTER MOERS: Rumo & Die Wunder im Dunkeln. Mit Illustrationen des Autors. Piper Verlag, München 2003. 704Seiten, 26,90 Euro.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Bild: Walter Moers /
Piper Verlag
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Willkommen in Zamonien!
Wo gibt es denkenden Treibsand und dichtende Lindwürmer? Natürlich nur in Zamonien! Walter Moers entführt seine Leser nach dem Erfolgsroman Die 13 1/2 Leben des Käpt`n Blaubär und dem Märchen Ensel und Krete zum dritten Mal auf den abenteuerlichen Kontinent. Der Held der Geschichte ist diesmal der Wolpertinger Rumo, Zamonien-Fans bereits als Nebenfigur aus dem Blaubär bekannt.
Rumos Reise durch Obenwelt
Als verhätschelter Wolpertingerwelpe auf einem Fhernhachen-Hof verlebt Rumo eine glückliche Kindheit - bis eines Tages eine Horde Zyklopen die Fhernhachen überfällt und auf die wandernden Teufelsfelsen verschleppt. Dort wird die Beute in die große Speisekammer gesperrt, aus der sich die Zyklopen regelmäßig bedienen, um ihre Opfer bei lebendigem Leibe zu fressen. Kein schöner Ort für einen kleinen Wolpertinger, doch Rumo freundet sich mit der Haifischmade Volzotan Smeik an, der ihm das Sprechen beibringt und ihn mit abenteuerlichen Geschichten von seinem Schicksal ablenkt. Rumo kommt schließlich in die Wachstumsphase, die bei Wolpertingern äußerst rasant verläuft, und als ausgewachsenes Muskelpaket gelingt es dem geborenen Kämpfer tatsächlich, die Teufelsfelszyklopen zu überwältigen und zu fliehen. Auf dem Festland macht er sich zusammen mit Smeik auf die Suche nach dem silbernen Faden, einer Geruchsspur, die nur er wittern kann und die ihm keine Ruhe lässt. Nach einigen gefährlichen Zwischenfällen und wunderlichen Begegnungen trennen sich die Freunde, und Rumo folgt dem silbernen Faden bis zu einer Stadt voller Artgenossen: Wolperting.
Der Weg in die Dunkelheit
In Wolperting geht Rumo zur Schule, er verfeinert seine Kampftechnik, entdeckt sein Talent fürs Schreinern, gelangt in den Besitz eines sprechenden Schwertes - und trifft seinen silbernen Faden, die schöne Wolpertingerin Rala. Rumo ist aber zu schüchtern, Rala seine Gefühle zu gestehen. Als Liebesbeweis will er eine Schatulle aus dem Holz der Nurnenwaldeiche schnitzen. Doch als er aus dem gefährlichen Wald nach Wolperting zurückkommt ist die Stadt verlassen, in ihrer Mitte klafft ein gewaltiger Abgrund. Alle Bewohner wurden nach Untenwelt entführt. Rumo macht sich mutig an die Verfolgung. Durch Grotten voller Ölseen, gefährlicher Frostfratten und noch gefährlicheren Vrahoks findet er seinen Weg nach Hel, der düsteren Hauptstadt von Untenwelt. Dort sollen die Wolpertinger im Theater der Schönen Tode ihr Leben lassen. Kann Rumo seine Freunde befreien? Und wie kann er Rala retten, die von dem verrückten General Ticktack langsam zu Tode gefoltert wird?
Ein Feuerwerk der Fantasie
Walter Moers hat sich mit Rumo selbst übertroffen: Die Geschichte ist zwar etwas düsterer als der Blaubär-Roman, doch der Ideenreichtum des Autors bei der Gestaltung Zamoniens und seiner Bewohner, die vielen liebevollen Details und nicht zuletzt Moers` unverwechselbare Zeichnungen machen Rumo trotzdem zu einem äußerst unterhaltsamen und witzigen Lesevergnügen. Zamonien-Fans werden in Nebenepisoden zahlreiche Charaktere wie Professor Doktor Abdul Nachtigaller, die Berghutze Fredda und das wahnsinnige Zamomin wiedererkennen. Und Neulinge wird Moers` wunderbare Fantasiewelt so begeistern, dass sie sich fragen werden, warum sie nicht schon früher einen Zamonien-Roman gelesen haben.
(Gisela Blank)
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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Sebastian Domsch ist in seiner Begeisterung für Walter Moers dritten Rumo-Band schlichtweg nicht zu bremsen. "Wer wirklich einmal wissen will, wie das Fantastische in der Literatur aussehen kann, wenn man nur genug Fantasie hat und sich selbst nicht allzu ernst nimmt", schreibt Domsch mit Blick Joanne Rowlings "Harry Potter", "der sollte Walter Moers nach Zamonien folgen". Denn in der Welt dieses "überwältigenden Fabulierers und spannenden Erzählers" wirbeln zu Domschs Freude nicht nur Wolpertinger, Teufelszyklopen und Haifischmaden wild durcheinander, sondern auch Stollentrolle, Dämonenkrieger, untote Yetis, Vrahoks, Frostfratten und Schrecksen. Besonders beeindruckt hat den Rezensenten allerdings das telepathisch begabte, leider schizophrene Kurzschwert des Helden Rumo. Diese ganze Fantasiewelt müssen man sich ungefähr so vorstellen, feixt Domsch schließlich, als würde sie ein Tolkien beschreiben, "dem man zuerst zwanzig Jahre lang verboten hat, auch nur einen fantastischen Satz zu äußern, und den man dann auf LSD setzt".

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