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"Wie viele haben geantwortet?" "Beinah zwanzig." "Willst du jeder von ihnen zurückschreiben?" "Sie ist die Richtige", antwortete Miklós. "Und woher weißt du das?" "Ich weiß es einfach." Im Juli 1945 wird Miklós, ein junger Ungar, nach Schweden gebracht. Er hat das KZ Bergen-Belsen überlebt, besteht nur noch aus Haut und Knochen, Zähne hat er auch keine mehr. Sein Arzt gibt ihm sechs Monate. Doch er hat andere Pläne. 117 junge Frauen aus Miklós' Heimatstadt haben wie er die Vernichtungslager überlebt und es nach Schweden in Erholungsheime geschafft. Jeder einzelnen von ihnen schreibt er einen…mehr

Produktbeschreibung
"Wie viele haben geantwortet?" "Beinah zwanzig." "Willst du jeder von ihnen zurückschreiben?" "Sie ist die Richtige", antwortete Miklós. "Und woher weißt du das?" "Ich weiß es einfach."
Im Juli 1945 wird Miklós, ein junger Ungar, nach Schweden gebracht. Er hat das KZ Bergen-Belsen überlebt, besteht nur noch aus Haut und Knochen, Zähne hat er auch keine mehr. Sein Arzt gibt ihm sechs Monate. Doch er hat andere Pläne. 117 junge Frauen aus Miklós' Heimatstadt haben wie er die Vernichtungslager überlebt und es nach Schweden in Erholungsheime geschafft. Jeder einzelnen von ihnen schreibt er einen Brief. Eine dieser Frauen wird er heiraten, das hat er sich fest vorgenommen. Hunderte Kilometer entfernt liest Lili seinen Brief und beschließt, ihm zu antworten. Brief um Brief verlieben sich die beiden ineinander. Im Dezember 1945 treffen sich Miklós und Lili zum ersten Mal. Sie haben nur drei Tage. Und lieben sich vom ersten Augenblick. Nun müssen sie nur noch einen Weg finden, wie sie heiraten können. Und Miklós darf nicht sterben.
  • Produktdetails
  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • Seitenzahl: 253
  • 2015
  • Ausstattung/Bilder: 2015. 256 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 128mm x 27mm
  • Gewicht: 376g
  • ISBN-13: 9783455405576
  • ISBN-10: 3455405576
  • Best.Nr.: 42884665
Autorenporträt
Timea Tankó wurde 1978 in Leipzig geboren und verbrachte ihre Kindheit in Ungarn und Deutschland. Sie studierte in Leipzig Kulturwissenschaften und Übersetzung (Französisch, Spanisch). Seit 2003 übersetzt sie ungarische Literatur ins Deutsche, u. a. Antal Szerb, Krisztián Grecsó, Miklós Vajda und István Kemény.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Das Romandebüt des ungarischen Theater- und Filmregisseurs Péter Gárdos könnte durchaus zum Welterfolg werden, glaubt Rezensent Stephan Speicher, auch weil es so leicht zu lesen sei. Das Buch ist kurz, arbeitet mit simplen Mitteln und überzieht dabei nicht seine sprachliche Form, lobt der Rezensent. Zugleich sei es ein sonderbarer Fall, nämlich ein Buch über den Holocaust mit einem glücklichen Ausgang. In der Liebesgeschichte zwischen den beiden KZ-Überlebenden Miklós und Lili liegt für Speicher etwas "rührend Unbeholfenes", auch im Drumherum erscheint ihm manches süßlich. Doch er will dem Roman all das verzeihen, wegen seiner sympathischen Figuren und "einer Art moralischen Freude", mit der der Leser das letztlich glückliche Schicksal zweier geschundener Seelen begleite.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 10.10.2015
Keine erhöhte Temperatur
Stilblütenstrauß: "Fieber am Morgen" von Péter Gárdos

Das Leben mag die besten Geschichten bieten, schreiben aber sollte sie am besten die Literatur. Zum Beispiel diese: Ein junger Ungar, der das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebt hat, gelangt im Sommer 1945 an Bord eines Lazarettschiffs nach Schweden. Er kommt in ein Krankenhaus in einem Dorf auf Gotland. Der Mann, der bei seiner Ankunft weniger als dreißig Kilo wiegt, keinen Zahn mehr im Mund und Wasser in der Lunge hat, wird auf siebenundvierzig Kilo hochgepäppelt und bekommt ein Gebiss aus Wipla, doch der Arzt glaubt, dass er höchstens noch sechs Monate lang leben wird. Aber sein Patient, der behauptet, vor der Deportation Journalist und Dichter gewesen zu sein, ignoriert die Prognose und schreibt an hundertsiebzehn Frauen aus Debrecen, seiner Heimatstadt, die wie er überlebt haben und ebenfalls in Schweden aufgenommen wurden. Es ist eine persönliche Kontaktanzeige, die er mit diesen Briefen aufgibt, denn er hat vor, eine dieser Frauen zu heiraten. Und genauso kommt es. Nach einem lebhaften Austausch von Briefen, gefolgt von einem persönlichen Kennenlernen, wird eine der Adressatinnen seine Frau. Der Mann genest, das Paar geht zurück nach Ungarn und bekommt dort 1948 einen Sohn.

Dieser Sohn ist der Film- und Theaterregisseur Péter Gárdos. Erst spät, nach dem Tod des Vaters, hat er die Details der ungewöhnlichen Romanze seiner Eltern erfahren und ihre Briefe gelesen. Daraus hat er einen Film gemacht, der im nächsten Jahr in die Kinos kommen soll. Aber zunächst hat er darüber einen Roman geschrieben. Er heißt "Fieber am Morgen" und erscheint an diesem Montag in deutscher Übersetzung; die Rechte sind bereits in 29 Länder verkauft.

Nun sollte man meinen, dass bei einem Buch, das diese wahre und anrührende Geschichte einfühlsam nacherzählt, nicht viel schiefgehen kann. Doch leider geht im Roman von Péter Gárdos alles schief. Denn der Autor verhebt sich im Ton, in der Sprache, in der Anlage der Handlung.

Es geht damit los, dass er Geschehnisse, die dies wahrlich nicht nötig hätten, unentwegt dramatisiert und damit bagatellisiert. Der Held, von ihm durchweg nur als "mein Vater" tituliert, wird dargestellt als ein an grundloser Heiterkeit kaum zu überbietender Optimist, der selbst dann noch "schmunzelt", als ihm der Arzt eröffnet, wie gravierend seine Tuberkulose ist. Eine so interessante Frage wie die, wie es einem jungen Ungarn ohne Schwedischkenntnisse im Jahr 1945 geradezu in Internetgeschwindigkeit gelingt, an die Namen und Adressen von hundertsiebzehn Frauen und Mädchen aus Debrecen zu kommen, die sich in schwedischen Krankenhäusern befinden, interessiert Gárdos nicht; stattdessen malt er sich aus, wie sein Vater die Briefe "einen nach dem anderen" mit Bleistift "in seiner wunderschönen Handschrift" schrieb (später ist dann aber doch von einem Durchschlagpapier die Rede) und mit einem Stein beschwerte, "damit sie nicht vom Wind weggeweht wurden". Ähnlich banal geht es weiter. Gárdos hat sich den Hang seines Vaters zu "leichten Übertreibungen" dergestalt zu eigen gemacht, dass seine Erzählhaltung selbst bei den wenigen Stellen, die die Lagererfahrungen der Eltern betreffen, eine aufgesetzte Heiterkeit verströmt. Dass sein Vater als Deserteur offenbar von der Roten Armee aufgegriffen wurde und mit dem Fallschirm über feindlichen Stellungen abspringen musste, kommentiert er munter: "An dieser speziellen Schießbude war er die einzige Figur, die nicht getroffen wurde." Als die Eltern sich dann tatsächlich das erste Mal treffen und die nervöse Lili beim sich nähernden Anblick des Galans ihre Freundin im letzten Augenblick bittet, sich für sie auszugeben, versteht Gárdos es nicht, diese Situation dramaturgisch auszukosten. Zwar begreift Miklós sofort, was gespielt wird, reagiert aber erst Minuten später: "So habe ich dich mir vorgestellt. Immer. In meinen Träumen. Grüß dich, Lili." Dass spätestens jetzt perspektivisch aus Lili "meine Mutter" werden müsste, fällt da schon kaum mehr ins Gewicht.

Diese Geschichte ist ein Stück Leben, das nicht in Literatur verwandelt wurde. Man sollte die waagerecht liegende, kitschige Rose auf dem Cover als Stopp-Zeichen nehmen.

FELICITAS VON LOVENBERG

Péter Gárdos: "Fieber am Morgen". Roman.

Aus dem Ungarischen von Timea Tankó. Hoffmann und Campe Verlag,

Hamburg 2015. 256 S.,

geb., 22,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Rezensentin Felicitas von Lovenberg kann ihre Enttäuschung kaum im Zaum halten: Wie kann man eine derart berührende, vom Leben geschriebene Geschichte literarisch nur so daneben gehen lassen, klagt die Kritikerin nach der Lektüre von Peter Gardos' Roman "Fieber am Morgen". Die Geschichte seines Vaters, der das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebt, im Sommer 1945 unterernährt und krank auf ein Lazarettschiff in Schweden gelangt, trotz gegenteiliger ärztlicher Diagnose die Tuberkulose überlebt und 117 Frauen aus Debrecen Briefe schreibt, um schließlich eine davon zu heiraten, wird von Gardos dermaßen übertrieben, gelegentlich kitschig, dramatisiert und zugleich banal erzählt, dass die Rezensentin es gar bereut, dass Buch überhaupt gelesen zu haben. Allein die "aufgesetzte Heiterkeit", mit der Gardos von den Lagererfahrungen der Eltern berichtet, lässt Lovenberg nur den Kopf schütteln, sie kann nur hoffen, dass die von dem Autor und Regisseur bereits abgedrehte Verfilmung des Stoffes besser wird.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Es lohnt sich sehr, dieses fabelhafte Buch zu lesen, sich mit den Unmenschen, aber auch mit den guten Menschen in diesem Roman auseinanderzusetzen." sul Aachener Nachrichten, 13.10.2015