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Ein gottloser Skandal in einem sizilianischen Dorf Durch ein Missverständnis kursiert im Dorf Palizzolo zunächst das Gerücht, die Cholera sei ausgebrochen. Unter der Bevölkerung bricht Panik aus. Der Polizeipräfekt wird beauftragt, die öffentliche Ruhe wiederherzustellen. Seine Nachforschungen fördern zutage, dass die Epidemie nicht aus einem Virus, sondern im explosionsartigen Auftreten von Schwangerschaften besteht - was der Panik kaum abhilft. Jeder verdächtigt jeden, und alle schieben die Schuld auf den linken, idealistischen Anwalt Teresi. Er wird so lange angefeindet und mit…mehr

Produktbeschreibung
Ein gottloser Skandal in einem sizilianischen Dorf Durch ein Missverständnis kursiert im Dorf Palizzolo zunächst das Gerücht, die Cholera sei ausgebrochen. Unter der Bevölkerung bricht Panik aus. Der Polizeipräfekt wird beauftragt, die öffentliche Ruhe wiederherzustellen. Seine Nachforschungen fördern zutage, dass die Epidemie nicht aus einem Virus, sondern im explosionsartigen Auftreten von Schwangerschaften besteht - was der Panik kaum abhilft. Jeder verdächtigt jeden, und alle schieben die Schuld auf den linken, idealistischen Anwalt Teresi. Er wird so lange angefeindet und mit Morddrohungen überzogen, bis er das Dorf verlässt. Denn die Wahrheit will niemand hören.

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  • Produktdetails
  • Verlag: RADIOROPA Hörbuch
  • Gesamtlaufzeit: 483 Min.
  • Erscheinungstermin: 06.02.2013
  • ISBN-13: 9783836810982
  • Artikelnr.: 48684588
Autorenporträt
Andrea Camilleri wurde am 6. September 1925 in Porto Empedocle geboren, einem sizilianischen Küstenstädtchen. Schon im Alter von 17 Jahren begann er, als Drehbuchautor und Regisseur zu arbeiten. Ein Verdienst Camilleris ist es, Werke bedeutender Dramatiker wie Beckett oder Ionesco erstmals auf italienische Bühnen gebracht zu haben. Lange Jahre unterrichtete er an einer Filmschule in Rom. Später wurde er Professor an der Accademia Nazionale d'Arte Drammatica "Silvio d'Amico", wo er 20 Jahre lang unterrichtete. Camilleri ist verheiratet, hat drei Kinder und mehrere Enkel. Seine schriftstellerische Karriere begann er mit Gedichten, Erzählungen und historischen Romanen, die vor allem in Sizilien angesiedelt waren. Erst mit den Geschichten um Commissario Montalbano gelang Camilleri der Durchbruch, zunächst beim italienischen Publikum, dann auch international. 1995 erschien in Deutschland der erste von bislang zehn Montalbano-Krimis, "Die Form des Wassers". Und wer einmal einen anderen Camilleri kennenlernen möchte, nämlich den scharfen Beobachter des Lebens in seinem Heimatland, kann zu dem Band "Italienische Verhältnisse" greifen, einer Sammlung von Beobachtungen, Satiren und Polemiken.

Das meint die buecher.de-Redaktion: Neben Umberto Eco ist Andrea Camilleri nicht nur der bekannteste zeitgenössische Autor Italiens, er ist auch der geistreichste und vielseitigste.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 10.07.2013

DIE KRIMI-KOLUMNE
Andrea Camilleri
entlarvt falsche Engel
Andrea Camilleri, der Altmeister des Sizilienkrimis und des literarischen Anti-Mafia-Kampfes, geht mit Riesenschritten auf die neunzig zu. Trotzdem ist er mit den regelmäßigen Lieferungen für seinen Commissario Montalbano keineswegs ausgelastet und leistet sich immer wieder kleine Seitensprünge, die ihn bevorzugt in die jüngere oder ältere Historie führen. Sein neuester Streich auf diesem Gebiet ist die halb komödiantische, halb zornig-makabre Aufbereitung einer Begebenheit, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts in der sizilianischen Gemeinde Alia tatsächlich zugetragen hat.
  Die Hauptfigur tritt denn auch unter ihrem Klarnamen auf. Es ist Matteo Teresi, ehemals Apotheker, dann Rechtsanwalt und Herausgeber einer linken Zeitung, die gegen Übergriffe der Mafia, der Großgrundbesitzer und des Klerus kämpfte. Der Ort heißt im Buch Palizzolo, und der Skandal, den Teresi aufdeckt, wird vom Autor als Mischung aus Commedia dell’Arte und Kriminalgroteske mit grellem Lokalkolorit aufgezogen, entpuppt sich dann aber als ziemlich gruseliger Missbrauchsfall, der geeignet ist, alle nur denkbaren Ressentiments gegen die katholische Geistlichkeit zu schüren. Eine geschlossene Front aus Lokalpolitik, Landadel und Kirche zwingt die Einwohner des Städtchens zum Schweigen und vertreibt den idealistischen Anwalt am Ende nicht nur aus Sizilien, sondern gleich aus Europa.
  Die Schriften des real existierenden Matteo Teresi, der später in Amerika die Belange italienischer Auswanderer vertrat und sich in Fragen wie Ehescheidung und Abtreibung engagierte, wurden 1923 in Palermo veröffentlicht und 2001 von der Stadtverwaltung Alia als Nachdruck herausgegeben. Andrea Camilleri dienten sie als Informations- und Inspirationsquelle für eine seiner vielen Abrechnungen mit mafiosen Strukturen, die sich vom Prinzip her seit damals kaum verändert haben. Man merkt dem Buch die Schwierigkeit an, eine Stilebene zu finden, die sich für Aufklärung, Anklage und Amüsement gleichermaßen eignet: Die erste Hälfte ist ein wenig zu albern für das, was in der zweiten enthüllt wird. Camilleri, der den Roman in einer Anmerkung als „Produkt meiner Phantasie“ bezeichnet, nachdem er klargestellt hat, dass die Fakten der Wahrheit entsprechen, zeigt sich couragiert wie eh und je. Einen „veritablen Thriller“ und ein „großartiges Lesevergnügen“, wie sie der Umschlagtext ankündigt, sollte man jedoch nicht unbedingt erwarten.
KRISTINA MAIDT-ZINKE
Andrea Camilleri: Die Sekte der Engel. Roman. Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Verlag Nagel & Kimche, Zürich 2013. 237 Seiten, 18,90 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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"Scharfsinnige Schmunzellektüre." Stefanie Riedi, Sonntagszeitung, 27.01.13

"Camilleri gelingt es, die Heuchelei der komischen der Figuren, in einer spannenden Handlung mit zahlreichen Überraschungen zu entlarven. ... Es ist aber auch der umwerfend komische und trostlose Roman über eine Region, in der sich allenfalls etwas ändert, damit sich nichts ändern muss." Roland H. Wiegenstein, Deutschlandfunk, 02.04.13

"Man kann das Buch nicht aus der Hand legen, bevor man nicht die letzte Zeile gelesen hat." Aureliana Sorrento, SWR 2 Buchkritik, 11.04.13

"Ironie und Zorn sind Camilleris sprachliche Mittel, unglaublich, mit wie viel Wortwitz und Esprit der fast neunzigjährige Autor schreibt. Von Behäbigkeit oder Altersmilde keine Spur." Jan Schmelcher, Hessischer Rundfunk Online, 09.05.13