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Er ist kein Polizist, kein Privatdetektiv - und trotzdem dreht sich in seinem Leben alles um den Tod. Im "Büro der einsamen Toten" bei der Stadt Amsterdam kümmert sich Pieter Posthumus um die einsamen Toten - Menschen ohne Angehörige, Menschen, die keiner vermisst - und richtet ihnen ein würdiges Begräbnis aus, mit Musik und Gedichten. Bei seinen Recherchen stößt er auf so manche Ungereimtheit. In der Prinsengracht ist die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden. Die Umstände seines Todes sind mysteriös. Posthumus nimmt auf eigene Faust die Ermittlungen auf und gerät in ein Netz von Intrigen ...…mehr

Produktbeschreibung
Er ist kein Polizist, kein Privatdetektiv - und trotzdem dreht sich in seinem Leben alles um den Tod. Im "Büro der einsamen Toten" bei der Stadt Amsterdam kümmert sich Pieter Posthumus um die einsamen Toten - Menschen ohne Angehörige, Menschen, die keiner vermisst - und richtet ihnen ein würdiges Begräbnis aus, mit Musik und Gedichten. Bei seinen Recherchen stößt er auf so manche Ungereimtheit. In der Prinsengracht ist die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden. Die Umstände seines Todes sind mysteriös. Posthumus nimmt auf eigene Faust die Ermittlungen auf und gerät in ein Netz von Intrigen ...
  • Produktdetails
  • Pieter Posthumus Bd.1
  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • Originaltitel: Heldhaftig
  • Artikelnr. des Verlages: 0040528
  • Seitenzahl: 384
  • Erscheinungstermin: 9. März 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 134mm x 35mm
  • Gewicht: 540g
  • ISBN-13: 9783455405286
  • ISBN-10: 3455405282
  • Artikelnr.: 41864428
Autorenporträt
Bolt, Britta
Britta Bolt ist das Pseudonym des Autorenduos Britta Böhler und Rodney Bolt. Britta Böhler, in Freiburg im Breisgau geboren, hat viele Jahre als Anwältin gearbeitet. 1991 zog sie in die Niederlande und wurde dort berühmt durch ihre strafrechtlichen Mandate und ihre Haltung zur Anti-Terror-Gesetzgebung. Seit 2012 ist sie Professorin an der Universität von Amsterdam. Rodney Bolt, in Südafrika geboren, ist Autor mehrerer Biographien, Dramatiker und Reisejournalist. Nach Stationen in Cambridge und London lebt er seit den 90er Jahren in Amsterdam.

Schlatterer, Heike
Heike Schlatterer, Jahrgang 1970, studierte Geschichte und Amerikanistik. Sie übersetzt Sachbücher aus dem Englischen, u.a. von Paul Theroux und Jaron Lanier.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 14.04.2015

Stille Grachten sind tief
Ein Amsterdam-Krimi von Britta Bolt
Den Wettstreit um den schönsten Ermittlernamen hat dieser Held schon gewonnen: Er heißt Pieter Posthumus, und er arbeitet in einer fiktiven Amsterdamer Behörde, die sich damit befasst, einsamen Toten eine würdige Bestattung auszurichten. Tatsächlich kommt die Stadt Amsterdam bei anonymen oder „verwaisten“ Leichen für die Beerdigungskosten auf und arrangiert ein sogenanntes einsames Begräbnis mit Musik und Gedichten, die extra für den Verstorbenen geschrieben werden, mit Blumen und Kaffee. Mehr als zwanzig Tassen dürfen es jedoch nicht sein, und da die Holländer ohnehin notorisch bemüht sind, unnötige Kosten zu sparen, wird vorher ordentlich recherchiert, ob es nicht doch irgendwo Angehörige oder einen verwertbaren Nachlass gibt.
  „Das Büro der einsamen Toten“ lautet der deutsche Titel des ersten Bandes einer Krimi-Trilogie um Pieter Posthumus. Sie ist im Original auf Englisch verfasst, und hinter der Autorin Britta Bolt verbirgt sich ein Duo, bestehend aus der deutschen Anwältin Britta Böhler und dem südafrikanischen Autor und Reisejournalisten Rodney Bolt, beide wohnhaft in Amsterdam. Der Detektiv im Leser kann sich nun an der Frage abarbeiten, was wohl von wem stammt, denn es gibt hier einen auffallenden Bruch zwischen den liebevoll gestalteten Passagen, die für Atmosphäre, Menschelei und Lokalkolorit zuständig sind, und jenen, in denen mit ostentativer Härte die eigentliche Krimihandlung abgespult wird.
  Sicher ist: Wer dieser Serie treu bleibt, wird das wegen des grundsympathischen Helden tun, der in seinen jungen Jahren zur Hausbesetzerszene gehörte und jetzt, als allein lebender Endvierziger, perfekt in die hier ausgemalte Amsterdamer Grachten-, Kneipen- und Radler-Idylle passt. Ästhet und Hobbykoch, freundlich und gesellig, mit mehr Empathie ausgestattet, als sein makabrer Beruf es verträgt, bisweilen auch selber hilfe- oder trostbedürftig – das ist Pieter Posthumus. Natürlich sind Frauen in seiner Nähe: die resolute Wirtin Anna, Lebensfreundin und sporadische Bettgenossin, die bildschöne Kollegin Alex, ferner die gerade erst aus der Versenkung aufgetauchte Nichte Merel, Tochter seines geliebten, tragisch verunglückten Bruders und risikofreudige Nachwuchsjournalistin. Das allein könnte Stoff für mehr als drei Bände ergeben.
  Schade, dass die im Original 2012 erschienene Ouvertüre nicht so recht zu fesseln vermag, obwohl der Plot sogar mit Elementen einer Sado-Maso-Story aufgepeppt wurde. Im Kern geht es um eine marokkanische Wasserleiche und eine vermeintliche Al-Qaida-Zelle sowie um die Machenschaften einer fiktiven niederländischen Geheimdienst-Abteilung, in der Rivalitäten und Kompetenzneid für internen Sprengstoff sorgen. Der so blauäugige wie skrupellose Sektionschef Onno Veldhuizen und die ihm unterstellte, ebenso blonde wie ehrgeizige Lisette Lammers sind zwei Figuren, deren Kontroverse noch Potenzial hat. Die Intrige um einen eingeschleusten syrischen Aufwiegler, über die sie sich zerstreiten, ist spannungstechnisch zwar ein Flop, die Auflösung aber politisch äußerst korrekt, folgt sie doch dem Motto: Nicht alle Muslime sind Terroristen, und nicht alle Niederländer sind nett.
  Schon gar nicht so nett wie Pieter Posthumus, dem man gern in sein Stammlokal De Dolle Hond in der Nähe des Rotlichtviertels begleitet, auch wenn es dort, wie in dem schicken Altstadtquartier, in dem er wohnt, von Amsterdam-Klischees nur so wimmelt. Seine arbeitsbedingten Erkundungstouren führen ihn in ungemütlichere Zonen, wo Menschen in trostlosen Neubauwohnungen einsam sterben oder Immigranten am Rande der Legalität um ein würdiges Dasein kämpfen. Aber man merkt, dass die Autoren sich auf der touristisch attraktiven Sonnenseite der Stadt gründlicher auskennen als in den – nach heutigen Maßstäben – kriminalistisch ergiebigen Milieus. Zu Pieter Posthumus und zu seiner schwarzen „Grübelbox“, in der er Fundstücke und Puzzleteile zu ungelösten Fällen aufbewahrt, würden altmodische Plots und konventionelle Mordgeschichten besser passen als gewaltsam konstruierte Ausflüge in die soziale und politische Tagesrealität. Doch offenkundig ist die Serie darauf angelegt, möglichst viele verschiedene Publikumswünsche zu bedienen: Die Revolver-Attrappe aus Delfter Porzellan, die den Umschlag ziert, spricht Bände.
KRISTINA MAIDT-ZINKE
Britta Bolt: Das Büro der einsamen Toten. Aus dem Englischen von Kathleen Mallett und Heike Schlatterer. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2015. 384 Seiten, 20 Euro. E-Book 15,99 Euro.
Der erste Band der Trilogie
zeigt Potenzial, will aber allzu
vielen Ansprüchen genügen
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"Ein herausragendes Krimi-Debüt." Ludwigsburger Wochenblatt, 12.03.2015