Konklave - Harris, Robert
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Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner ... Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt ...…mehr

Produktbeschreibung
Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner ... Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt ...
  • Produktdetails
  • Heyne Bücher Bd.43903
  • Verlag: Heyne
  • Originaltitel: Conclave
  • Seitenzahl: 368
  • Erscheinungstermin: 13. November 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 121mm x 36mm
  • Gewicht: 388g
  • ISBN-13: 9783453439030
  • ISBN-10: 3453439031
  • Artikelnr.: 48070011
Autorenporträt
Robert Harris wurde 1957 in Nottingham geboren und studierte in Cambridge. Er war Reporter bei der BBC, Redakteur beim "Observer" und Kolumnist bei der "Sunday Times" und dem "Daily Telegraph". 2003 wurde er als bester Kolumnist mit dem British Press Award ausgezeichnet. Er schrieb mehrere Sachbücher und zahlreiche Romane. Robert Harris lebt mit seiner Familie in Berkshire.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 30.10.2016

Verrückter Vatikan
"Konklave": Robert Harris' Roman findet einen neuen Papst

Warum, zur Hölle, ausgerechnet eine Papstwahl? Warum, so hätte man auch schon fragen können, gerade Cicero, und das auch noch in Form einer Trilogie? Warum denn nicht? Das sollte man bei einem Autor wie dem Briten Robert Harris immer fragen, der nicht nur über Cicero, sondern auch über die Dreyfus-Affäre, über verrücktspielende Algorithmen, den Untergang von Pompeji, Chiffriermaschinen und das unangenehme Szenario geschrieben hat, Nazideutschland könnte den Krieg gewonnen haben.

Harris weiß, was er tut, er recherchiert gut und produziert schnell. Und wenn er sich ins Innenleben der katholischen Kirche vertieft, in die Regularien, wie der Bischof von Rom gewählt wird, liest man das natürlich sofort. Harris durfte sogar die einschlägigen Orte besuchen, mit dem Segen des Vatikans, er hat mit einem Kardinal gesprochen, der mal dabei war bei einem Konklave.

Dass all das dem Roman "Konklave" entscheidend geholfen hat, muss man leider bezweifeln. Obwohl die Situation reizvoll ist für einen Psycho-Thriller: 118 Männer mit einer Mission, eingeschlossen in der Sixtinischen Kapelle, die sie nur zum Essen und Schlafen verlassen dürfen; abgeschirmt von der Außenwelt, von Stimmen und Stimmungen; gefangen in einem Netz der Intrigen, Taktiken, Winkelzüge, Bündnisse. Ungewiss auch, ob sie sich allein darauf verlassen, der Heilige Geist werde über sie kommen, oder ob die meisten da nicht lieber ein wenig nachhelfen wollen.

Der Roman ist aus der Perspektive des Kardinaldekans Lomeli erzählt. Der Papst liegt gleich anfangs tot im Bett, er gleicht sehr dem derzeitigen Pontifex, auch wenn, wie die übliche Formel lautet, Ähnlichkeiten "nicht beabsichtigt" sind. Das gehört zum Spiel, wenn die Fiktion mit der Wirklichkeit flirtet. Lomeli also, "dessen heimliches Laster Kriminalromane waren", muss nach dem überraschenden Tod die Papstwahl leiten. Er fühlt sich überfordert, spirituell ausgelaugt, als geschulter Diplomat weiß er jedoch all das zu kaschieren. Harris, der viele Details zu Kleidung, Wahlverfahren, Gebeten und Fresken ausbreitet und auch freigiebig bekanntgewordene vatikanische Anekdoten ausstreut, weiß genau, dass schnell der eine oder andere Plot Point gesetzt werden muss, damit die Sache in Schwung kommt.

Die Register, die er zieht, sind nun nicht sonderlich aufregend. Zunächst muss ein "in pectore", das heißt ein vom Papst heimlich ernannter Kardinal in letzter Sekunde auftauchen, es ist ein philippinischer Geistlicher, der in Bagdad amtierte; dann kommt heraus, dass der Papst kurz vor seinem Tod einen Ehrgeizling unter den Kurienkardinälen aller Ämter enthoben hat, und zwar wegen Simonie, Ämterhandel gegen Geld. Und ein nigerianischer Kardinal hat, so ist das halt, vor dreißig Jahren einen Fehltritt begangen, den ein Intrigant unter seinen Brüdern nun wieder ans Licht zerrt.

Dann zersplittert ein Fenster im Kapellenvorraum, und draußen explodiert etwas: ein Selbstmordattentäter auf der Piazza del Risorgimento, Schüsse in einer Kirche in Rom und in der Münchener Frauenkirche. Das klingt dramatisch, bleibt aber letztlich erschütternd folgenlos für den Roman. Es stirbt auch niemand, noch zückt einer heimlich den Dolch, noch steht die Kurie Kopf wie in Paolo Sorrentinos Fernsehserie "Der junge Papst". Lomeli laviert sich durch, mal Manager, mal Detektiv, immer seltsam konturlos. Es kommt dann auch alles, wie es kommen muss, zumindest wenn man es so dramaturgisch durchsichtig anlegt, wie Harris das von Anfang an tut. Sehr zahm und ohne jene ironische Distanz zum Ritual, die man bei einem Briten für naturgegeben gehalten hat.

Schade eigentlich, die Geheimnisse des Vatikans sind ja schließlich nicht mit Dan Browns "Illuminati" gelöst. Es sieht bloß ganz so aus, als wäre das antike Rom Robert Harris besser bekommen als der Vatikan der Gegenwart. Aber wir Leser vergeben ihm, dass er sich im "Konklave" nicht in seiner besten Verfassung zeigt.

PETER KÖRTE

Robert Harris: "Konklave". Roman. Aus dem Englischen von Wolfgang Müller. Heyne, 352 Seiten, 21,99 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Harris erzählt spannend mit der ganzen Kraft seines schreiberischen Handwerks: dramaturgisch effektiv, stets balancierend zwischen glaubhaft und unwahrscheinlich. Es ist die Balance, die seine Leser so schätzen." Literatur SPIEGEL
Verrückter Vatikan
"Konklave": Robert Harris' Roman findet einen neuen Papst

Warum, zur Hölle, ausgerechnet eine Papstwahl? Warum, so hätte man auch schon fragen können, gerade Cicero, und das auch noch in Form einer Trilogie? Warum denn nicht? Das sollte man bei einem Autor wie dem Briten Robert Harris immer fragen, der nicht nur über Cicero, sondern auch über die Dreyfus-Affäre, über verrücktspielende Algorithmen, den Untergang von Pompeji, Chiffriermaschinen und das unangenehme Szenario geschrieben hat, Nazideutschland könnte den Krieg gewonnen haben.

Harris weiß, was er tut, er recherchiert gut und produziert schnell. Und wenn er sich ins Innenleben der katholischen Kirche vertieft, in die Regularien, wie der Bischof von Rom gewählt wird, liest man das natürlich sofort. Harris durfte sogar die einschlägigen Orte besuchen, mit dem Segen des Vatikans, er hat mit einem Kardinal gesprochen, der mal dabei war bei einem Konklave.

Dass all das dem Roman "Konklave" entscheidend geholfen hat, muss man leider bezweifeln. Obwohl die Situation reizvoll ist für einen Psycho-Thriller: 118 Männer mit einer Mission, eingeschlossen in der Sixtinischen Kapelle, die sie nur zum Essen und Schlafen verlassen dürfen; abgeschirmt von der Außenwelt, von Stimmen und Stimmungen; gefangen in einem Netz der Intrigen, Taktiken, Winkelzüge, Bündnisse. Ungewiss auch, ob sie sich allein darauf verlassen, der Heilige Geist werde über sie kommen, oder ob die meisten da nicht lieber ein wenig nachhelfen wollen.

Der Roman ist aus der Perspektive des Kardinaldekans Lomeli erzählt. Der Papst liegt gleich anfangs tot im Bett, er gleicht sehr dem derzeitigen Pontifex, auch wenn, wie die übliche Formel lautet, Ähnlichkeiten "nicht beabsichtigt" sind. Das gehört zum Spiel, wenn die Fiktion mit der Wirklichkeit flirtet. Lomeli also, "dessen heimliches Laster Kriminalromane waren", muss nach dem überraschenden Tod die Papstwahl leiten. Er fühlt sich überfordert, spirituell ausgelaugt, als geschulter Diplomat weiß er jedoch all das zu kaschieren. Harris, der viele Details zu Kleidung, Wahlverfahren, Gebeten und Fresken ausbreitet und auch freigiebig bekanntgewordene vatikanische Anekdoten ausstreut, weiß genau, dass schnell der eine oder andere Plot Point gesetzt werden muss, damit die Sache in Schwung kommt.

Die Register, die er zieht, sind nun nicht sonderlich aufregend. Zunächst muss ein "in pectore", das heißt ein vom Papst heimlich ernannter Kardinal in letzter Sekunde auftauchen, es ist ein philippinischer Geistlicher, der in Bagdad amtierte; dann kommt heraus, dass der Papst kurz vor seinem Tod einen Ehrgeizling unter den Kurienkardinälen aller Ämter enthoben hat, und zwar wegen Simonie, Ämterhandel gegen Geld. Und ein nigerianischer Kardinal hat, so ist das halt, vor dreißig Jahren einen Fehltritt begangen, den ein Intrigant unter seinen Brüdern nun wieder ans Licht zerrt.

Dann zersplittert ein Fenster im Kapellenvorraum, und draußen explodiert etwas: ein Selbstmordattentäter auf der Piazza del Risorgimento, Schüsse in einer Kirche in Rom und in der Münchener Frauenkirche. Das klingt dramatisch, bleibt aber letztlich erschütternd folgenlos für den Roman. Es stirbt auch niemand, noch zückt einer heimlich den Dolch, noch steht die Kurie Kopf wie in Paolo Sorrentinos Fernsehserie "Der junge Papst". Lomeli laviert sich durch, mal Manager, mal Detektiv, immer seltsam konturlos. Es kommt dann auch alles, wie es kommen muss, zumindest wenn man es so dramaturgisch durchsichtig anlegt, wie Harris das von Anfang an tut. Sehr zahm und ohne jene ironische Distanz zum Ritual, die man bei einem Briten für naturgegeben gehalten hat.

Schade eigentlich, die Geheimnisse des Vatikans sind ja schließlich nicht mit Dan Browns "Illuminati" gelöst. Es sieht bloß ganz so aus, als wäre das antike Rom Robert Harris besser bekommen als der Vatikan der Gegenwart. Aber wir Leser vergeben ihm, dass er sich im "Konklave" nicht in seiner besten Verfassung zeigt.

PETER KÖRTE

Robert Harris: "Konklave". Roman. Aus dem Englischen von Wolfgang Müller. Heyne, 352 Seiten, 21,99 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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