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Nudge - so heißt die Formel, mit der man andere dazu bewegt, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn Menschen verhalten sich von Natur aus nicht rational. Nur mit einer Portion List können sie dazu gebracht werden, vernünftig zu handeln. Aber wie schafft man das, ohne sie zu bevormunden? Wie erreicht man zum Beispiel, dass sie sich um ihre Altervorsorge kümmern, umweltbewusst leben oder sich gesund ernähren? Darauf gibt Nudge die Antwort. Das Konzept hat bereits viele Entscheidungsträger überzeugt, darunter den neuen US-Präsidenten Barack Obama. Anschaulich und unterhalt-sam präsentieren…mehr

Produktbeschreibung
Nudge - so heißt die Formel, mit der man andere dazu bewegt, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn Menschen verhalten sich von Natur aus nicht rational. Nur mit einer Portion List können sie dazu gebracht werden, vernünftig zu handeln. Aber wie schafft man das, ohne sie zu bevormunden? Wie erreicht man zum Beispiel, dass sie sich um ihre Altervorsorge kümmern, umweltbewusst leben oder sich gesund ernähren? Darauf gibt Nudge die Antwort.
Das Konzept hat bereits viele Entscheidungsträger überzeugt, darunter den neuen US-Präsidenten Barack Obama. Anschaulich und unterhalt-sam präsentieren Richard Thaler und Cass Sunstein einen neuen Ansatz der Verhaltensökonomie, der schon heute das Denken und Handeln in Politik und Wirtschaft prägt.
  • Produktdetails
  • Ullstein Taschenbuch Nr.37366
  • Verlag: Ullstein Tb
  • Seitenzahl: 389
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 400 S. m. Abb. 187 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 118mm x 27mm
  • Gewicht: 279g
  • ISBN-13: 9783548373669
  • ISBN-10: 3548373666
  • Best.Nr.: 29752332
Autorenporträt
Richard H. Thaler, geboren 1945 in New Jersey, ist Professor für Verhaltensökonomie an der Universität Chicago. Er gilt als führender Kopf auf diesem Gebiet und berät unter anderem Barack Obamas Wirtschaftsexperten und David Cameron, den Vorsitzenden der britischen Konservativen.
Rezensionen
Besprechung von 20.12.2009
DIE SECHS WIRTSCHAFTSBÜCHER DES JAHRES 2009 - UND EIN FLOP

Das Jahr 2009 war das Jahr der Wirtschaftskrise - und der Wirtschaftsbücher. Die besten erklären, wieso die Krise gar nicht so besonders ist, sie lehren uns, das Klima zu schützen und Entscheidungen zu treffen. Hier kommen unsere sechs Favoriten - und ein Flop. Lesen Sie!

1. Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff This Time Is Different. Eight Centuries of Financial Folly. Princeton University Press. Ca. 22 Euro.

Diese Krise ist anders? Vergessen Sie es! Die Ökonomen Reinhart und Rogoff haben schon früh gezeigt, dass der Zusammenbruch im Jahr 2008 bekannten Mustern folgte. Jetzt haben sie ihren berühmten Artikel zu einem lesenswerten Buch verarbeitet. Es besticht durch viele Daten und Grafiken, die zeigen: Finanzkrisen ähneln einander. Wieso wir sie trotzdem nicht vorhersehen, bleibt ein Rätsel.

lika.

2. Al Gore Wir haben die Wahl. Ein Plan zur Lösung der Klimakrise. Riemann. 21,95 Euro.

Al Gore ist wieder da. Pünktlich zur Klimakonferenz in Kopenhagen hat der Friedensnobelpreisträger sein zweites Klimabuch herausgebracht. Anhand einfacher Beispiele zeigt er, warum wir künftig nicht mehr so viel Treibhausgase emittieren dürfen wie bisher - illustriert mit großformatigen Fotos. Ebenso leicht verständlich erläutert er, wie wir auf Kohle, Öl und Gas verzichten können und dennoch nicht im Dunkeln sitzen müssen. Für Einsteiger ideal.

ala.

3. Norbert Frei et al. Flick. Der Konzern, die Familie, die Macht. Blessing Verlag. 34,95 Euro.

Erfolg und Skandal lagen nahe beieinander in der Unternehmerfamilie Flick. Der Konzerngründer, ein Selfmademan aus dem Siegerland, wurde als Nazi-Kriegsverbrecher verurteilt - und konnte doch nach 1945 zum reichsten Deutschen aufsteigen. In der zweiten Generation zogen Korruption und Bestechung den Konzern in den Abgrund. Ein Familiendrama und eine abgründige Unternehmensgeschichte zugleich.

lika.

4. George Akerlof und Robert Shiller Animal Spirits. Wie Wirtschaft wirklich funktioniert. Campus Verlag. 24,90 Euro.

Wenn ein Ökonom, der die Krise vorhergesehen hat, gemeinsam mit einem Nobelpreisträger ein Buch über die Zukunft der Ökonomie schreibt, dann sind die Erwartungen hoch. Akerlof und Shiller wissen sie zu erfüllen. Sie erklären, wieso die "Animal Spirits" der Wirtschaft in den vergangenen Jahren in Vergessenheit gerieten und wie diese Erkenntnisse nun wiederbelebt werden müssen. Ein Buch für alle, die weiter denken wollen.

lika.

5. Richard Thaler und Cass Sunstein Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anstößt. Econ Verlag. 22,90 Euro.

Seit diesem Jahr gibt es das Buch, das uns mit ökonomischen Methoden auf den richtigen Weg helfen will, auch auf Deutsch. Die Autoren, zwei Ökonomen, haben erkannt, dass wir oft Dinge unterlassen, die wir eigentlich tun wollen: die Doktorarbeit fertigschreiben, Strom sparen, gesund essen. Doch zum Glück kennen sie viele Tricks, damit wir es doch schaffen. Manchmal sind ihre Lösungen abstrus, manchmal genial.

lika.

6. John Seymour Selbstversorgung aus dem Garten (original: "The Self-Sufficient Gardener", 1978). Urania-Verlag. 19,95 Euro.

Der 2004 verstorbene britische Farmer John Seymour durfte diese Wirtschaftskrise nicht mehr erleben. Sie hätte ihn auch kaltgelassen. Seymour war ein Selbstversorger, der seine Rüben nicht nur pflanzte, sondern auch darüber schrieb. Das illustrierte Werk erläutert Kleinviehhaltung und Zwiebelzucht und ist das beruhigendste Krisenbuch des Jahres. Zumindest für diejenigen, die einen Garten haben.

jagr.

Der Flop des Jahres Jutta Allmendinger Frauen auf dem Sprung. Die Brigitte-Studie. Pantheon Verlag. 12,95 Euro.

Jutta Allmendinger kennt nur zwei Themen: Frauen und Diskriminierung. Darum geht es folglich auch in ihrem Buch. Hemmungslos bejubelt die Leiterin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) darin den Esprit der "hippen, klugen und selbstbewussten jungen Frauen", die alles könnten, wenn die Gesellschaft sie nur ließe. Das ist Wunschdenken. Und peinlich.

bwy.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 22.08.2009
Wirtschaftsbücher
Bitte einmal schubsen
Für kluge Entscheidungen brauchen Menschen kleine Anstöße – und ein gutes Bauchgefühl
Das menschliche Gehirn funktioniert im Grunde genommen wie eine Zeitung. Es fragt ständig, was es Neues in der Welt gibt. Dann trifft es Entscheidungen, ob es sich diesem oder jenem Ereignis zuwenden sollte. Rasend schnell übrigens, denn bis zu 20 000 Mal am Tag ist unser Gehirn diesbezüglich aktiv. Dabei gibt es zwei Arten: automatische Entscheidungen, die fallen, ohne dass es uns bewusst ist. Und explizite Entscheidungen, in denen man sich ganz gezielt mit den möglichen Folgen einer Entscheidung auseinandersetzt.
Eine Entscheidung, so hat es der Gehirnforscher Ernst Pöppel einmal genannt, „ist also immer die Vorwegnahme einer erfolgreichen oder manchmal erfolglosen Handlung”. Das Gehirn ist eine Art Suchscheinwerfer für gute Entscheidungen. Fragt sich nur, wie selbstbestimmt es dabei vorgeht oder ob es doch manipulierbar ist.
Die beiden amerikanischen Wissenschaftler Richard Thaler und Cass Sunstein sind Vertreter der Manipulationsthese. Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie man kluge Entscheidungen trifft. Mit ihren Erkenntnissen unterstützten sie nicht zuletzt US-Präsident Barack Obama in dessen Wahlkampf. Ihre These ist banal: Der Mensch ist nicht intelligent genug, um immer und überall die richtigen Entscheidungen zu treffen. Deshalb muss man ihn oft zum Jagen tragen. Konkret: Er braucht kleine Anstöße, um auf die richtige Entscheidungsspur zu kommen. Im Englischen bezeichnet man diese Schubser alsnudge. So lautet auch der Titel ihres Buches. Nudge sei ein „kleiner Stups in die richtige Richtung”, schreiben die Autoren. Von solchen Stupsern haben wir offenbar mehr nötig, als wir glauben.
Womit wir bei der Selbstbestimmung sind. Thaler und Sunstein sind überzeugt, „die Entscheidungen der Menschen so lenken zu können, dass sie hinterher besser dastehen oder so zu beeinflussen, ihr Leben länger, gesünder und besser zu machen”. Regierungen, Verwaltungen und Unternehmen könnten diesbezüglich viel Gutes tun.
Das klingt zunächst logisch. Wie etwa in der U-Bahn in London, wo man als Fahrgast ständig per Durchsage darauf aufmerksam gemacht wird, beim Aussteigen auf die Lücke zwischen Zug und Bahnsteig zu achten („Mind the gap”). Seither ist die Zahl der Unfälle um 80 Prozent zurückgegangen. Ebenso zu erwähnen in London sind die Aufschriften an den Fußgängerüberwegen („Look right” und „Look left”), die wohl schon manchem Kontinentaleuropäer oder Amerikaner beim Überqueren der Straße das Leben gerettet haben. Schließlich muss man beim Linksverkehr in die entgegengesetzte Richtung schauen, bevor man die Straße überquert.
Allerdings ist der Mensch seit jeher eher stur und lässt sich wenig bis nichts sagen. An dieser Stelle wissen die beiden Autoren auch nicht so recht weiter. Warum rauchen Menschen weiter, obwohl es gesundheitsschädlich ist? Warum kauft man gesundheitsschädliche Lebensmittel, obwohl es gesunde, biologische Alternativen gibt? Warum sorgen viele Menschen nicht besser für ihr Alter vor, obwohl sie wissen, dass die Rente auf Dauer nicht sicher ist?
Thaler und Sunstein erläutern über viele Seiten ihre Ideen über betriebliche Anspar- und Pensionspläne bis hin zu automatischen Steuererklärungen. Allen ihren Anregungen aber liegt die Annahme zugrunde, Menschen seien steuer- und lenkbar, was nur begrenzt der Fall ist.
Genau an diesem Punkt setzt die moderne Gehirnforschung an. Ihre Grunderkenntnis lautet: „Wir wissen nicht, was wir glauben sollen, und können nicht mit Sicherheit sagen, welche Entscheidung die beste ist.” Der Wissenschaftspublizist Jonah Lehrer erklärt, wie Kopf und Bauch dennoch zusammenarbeiten können, um jenseits von kleinen Stupsen erfolgreiche Entscheidungen zu treffen.
Für ihn findet im Gehirn, besser gesagt in der Gehirnrinde, ein ständiger Kampf zwischen Verstand und Emotionen statt. Nehmen wir als Beispiel die Wahl eines Müslis vor einem Supermarktregal. „Jede Option aktiviert eine andere Kombination aus rivalisierenden Gedanken. So ist das Biomüsli vielleicht besonders lecker, aber zu teuer, während die Vollkornflocken zwar gesund sein sollen, aber eher schlecht riechen, und die Fruchtflocken eine gut positionierte Marke vertreten, aber viel zu süß sind.” Die Entscheidung, die man letztlich trifft, findet auf einer unbewussten emotionalen und nicht auf einer logischen Ebene statt. „Das Gefühl, das im Streit gewinnt, bestimmt dann, was auf den Frühstückstisch kommt.”
Anders gesagt: „Kaufentscheidungen verlaufen wie ein Tauziehen, bei dem letztlich diejenigen Gefühle den Ausschlag geben, die wir am intensivsten spüren.” Womit auch die Begrenztheit von Anstößen erklärt werden kann. Die meisten Produkte werden nämlich nicht nur anhand bewusster Überlegungen oder Hinweise gekauft, sondern nach dem damit verbundenen Gefühl. Das beste Beispiel ist die Verwendung von Kreditkarten. Das Bezahlen mit Plastikgeld macht uns offenbar für die Kosten eines Artikels weniger sensibel. Die pure Lust, etwas zu kaufen, gewinnt unverhältnismäßig an Bedeutung und behält oft die Oberhand vor der Vernunft. Mit Kreditkarte sitzt das Geld einfach lockerer.
Der Einfluss von Gefühlen wird in den gängigen ökonomischen Entscheidungstheorien bisher nur zögerlich zur Kenntnis genommen. Was ein Fehler ist, wie Gehirnforscher etwa an folgender Fragestellung zu belegen versuchen: Warum gehen drei Viertel aller Firmenfusionen schief? Weil die Entscheidungen in erster Linie nur rational geprägt sind. Controller führen das Regiment. Sie bauen Stellen ab, fahren die Kosten herunter und versuchen, den Gewinn zu optimieren.
Doch die Mitarbeiter stehen meistens im Regen und werden nicht auf die Veränderungen eingestimmt. Am Ende geht die große Entscheidung schief, weil sie die Gefühlsaspekte der Mitarbeiter vernachlässigt hat. Doch sie sind für den Erfolg der Fusion ebenso wichtig.
Wo liegt der Ausweg? Johan Lehrer vergleicht das ideale Modell der Entscheidungsfindung mit dem Zusammenspiel zwischen Bordcomputer und Pilot. „Das rationale (der Pilot) und das emotionale Gehirn (der Rechner im Cockpit) wirken in einem vollkommenen Gleichgewicht zusammen, wobei sich jedes System auf die Aufgabenbereiche konzentriert, in denen es dem anderen überlegen ist.”
Kurz gesagt: Pilot und Autopilot überwachen sich gegenseitig. Das hilft dann zumindest, Fehler zu beheben, bevor sie außer Kontrolle geraten können. Das scheint eine kluge Entscheidung zu sein, denn der Flugverkehr ist der einzige Bereich, bei dem „auf eine Million Fehlermöglichkeiten weniger als 3,4 Fehler unterlaufen”. Peter Felixberger
Richard Thaler,
Cass Sunstein:
Nudge. Wie man
kluge Entscheidungen
anstößt.
390 Seiten. Econ Verlag, Berlin 2009.
22,90 Euro.
Jonah Lehrer:
Wie wir entscheiden. Das erfolgreiche Zusammenspiel von Kopf
und Bauch.
368 Seiten. Piper Verlag, München 2009. 19,95 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Mit dem Wort "Anstupsen" übersetzt Rezensent Uwe Jean Heuser den Titel dieses "knappen und unterhaltsamen" Buches, das der amerikanische Ökonom Richard Thaler gemeinsam mit dem US-Rechtsprofessor Cass Sunstein verfasste. Es geht darin, wie Heuser schreibt, um das ökonomische Entscheidungsverhalten von Unternehmen und Privatpersonen, und darum, wie selbiges staatlich lenkbar ist. Allerdings staunt der Rezensent über die "vorgebliche Unschuld" der Autoren in Bezug auf die politische Sprengkraft ihres Rufes nach einem starken Staat, den der Rezensent aus dieser Publikation deutlich vernimmt. Auch ist ihm der Ansatz, mit dem diese beiden "Entscheidungsarchitekten" einen "dritten Weg" zwischen Staat und von selbigem angestupsten freien Bürger ausmalen, ein wenig zu "quasireligiös" ausgefallen. Im Übrigen können die Autoren den Widerspruch ihres Buches zwischen öffentlichem Einfluss und privater Freiheit aus Heusers Sicht nicht überzeugend aufheben und lassen in ihrer Argumentation für seinen Geschmack auch nicht genügend Spielraum für die nötigen harte Debatten.

© Perlentaucher Medien GmbH