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Preußen und die Vereinigten Staaten sind die beiden aus Selbstermächtigung heraus gegründeten neuen Staaten des Jahrhunderts der Aufklärung. Und manch ein Preuße hat auf der amerikanischen Seite für die Unabhängigkeit gekämpft. Aus dem fernen Europa hat jedoch auch der preußische König interessiert über den großen Teich geschaut, wobei die historische Forschung diese Neugier bisher weitgehend übersah. Der Vergleich zwischen Friedrich und sinem kritischen Bewunderer Washington wirft nicht zuletzt ein scharfes Licht auf die Defizite des fritzischen Staatsverständnisses als aufgeklärter Monarch.…mehr

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Produktbeschreibung
Preußen und die Vereinigten Staaten sind die beiden aus Selbstermächtigung heraus gegründeten neuen Staaten des Jahrhunderts der Aufklärung. Und manch ein Preuße hat auf der amerikanischen Seite für die Unabhängigkeit gekämpft. Aus dem fernen Europa hat jedoch auch der preußische König interessiert über den großen Teich geschaut, wobei die historische Forschung diese Neugier bisher weitgehend übersah. Der Vergleich zwischen Friedrich und sinem kritischen Bewunderer Washington wirft nicht zuletzt ein scharfes Licht auf die Defizite des fritzischen Staatsverständnisses als aufgeklärter Monarch.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Klett-Cotta Verlag
  • Seitenzahl: 290
  • Erscheinungstermin: 01.09.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783608102345
  • Artikelnr.: 37092478
Autorenporträt
Jürgen Overhoff, geboren 1967 in Lippstadt, studierte in Berlin, London und Cambridge Neuere Geschichte, Evangelische Theologie, Philosophie und Politologie. Zwischen 1999 und 2007 war er am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Potsdam tätig. Er lehrt heute an der Universität Hamburg Historische Pädagogik und Neuere Geschichte.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.10.2011

Er schrieb sich sein Stellenprofil selbst

Erotische Diagnosen, Negativporträts, Quellensammlungen, transatlantische Vergleiche und Geschichten einer zerstörten Kindheit: Im Januar wird Friedrich der Große dreihundert Jahre alt, und die Verlage haben dazu bereits einiges aufgeboten.

Von Andreas Kilb

Über den Rummel hätte er sich vermutlich gefreut. Nicht, dass ihn die Spitzfindigkeiten der Gelehrten, die er zeitlebens verachtete, besonders interessiert hätten. Aber mitanzusehen, wie er auch nach dreihundert Jahren die Öffentlichkeit beschäftigt, wie die Verlage mit seinem Bildnis um die Gunst des Publikums werben, hätte ihm geschmeichelt und ihn über manches hinweggetröstet. Etwa darüber, dass unter den Preußenhistorikern die Bürgerlichen den Ton angeben: kein Krockow, kein Kleist, nur Burgdorf, Bisky, Bendikowski, Oster, Overhoff, Luh. Oder über das Fehlen des einen gewaltigen, gleichsam schlachtentscheidenden Buches, das die Debatte im Vorhinein beendet hätte. Es fehlt in diesem Herbst, und es wird, wie es scheint, auch im nächsten Frühjahr nicht kommen. Dem großen Friedrich ist zu seinem Jubeljahr kein vergleichbar großer Lobsänger oder Polemiker erwachsen. Stattdessen schickt die Geschichtswissenschaft ihre Einsichten kontingentweise in den Kampf um die Nachwelt. So kann man bei vielen vieles lernen, aber nicht bei einem Einzigen alles. Und insgesamt wohl auch noch nicht genug.

Seit reichlich zweihundert Jahren wird nun über die Lebensleistung des Königs gestritten, den die einen bloß "den Zweiten", die anderen dagegen "den Großen" oder gar "den Einzigen" nennen, und noch immer wächst der Zopf der Meinungen über Preußens Friedrich weiter. Karl Marx spottete, man müsse ihn wohl den Einzigen nennen, weil nur er eine Provinz, eben Schlesien, erobert habe; ansonsten habe es in fünfhundert Jahren Preußengeschichte nur "Löffeldiebstähle" gegeben. Für Treitschke war Friedrich ein "Wunder des Heldentums", für Dilthey ein "Genie der Tat"; Wilhelm II., sein missratener Urgroßneffe, betete oft an seinem Grab in Potsdam, Hitler und Hindenburg reichten einander dort die Hände zum Mord an der Republik. Erich Honecker machte ihn zur Ikone des Sozialismus, und Helmut Schmidt ließ als Bundesverteidigungsminister die Büste des Königs aus seinem Bonner Dienstzimmer entfernen.

Das alles kann man bei Tillmann Bendikowski in geraffter, manchmal auch allzu sorglos zusammengewürfelter Form nachlesen. Bendikowski hat sozusagen das liberale Hausbuch zum Friedrich-Jubiläum geschrieben, ein Kompendium aus kurzem Lebens- und längerem Wirkungsabriss, das nur leider allzu gern mit der rhetorischen Planierraupe über vermeintliche historische Kleinigkeiten hinwegwalzt. So liest man über den Siebenjährigen Krieg, nach Friedrichs Sieg bei Leuthen sei es "zu keinen weiteren entscheidenden Durchbrüchen mehr" gekommen. Die einflussreichen Biographien von Ritter und Schieder werden mit nichtssagenden Sätzen abgefertigt, und Goebbels' Sportpalastrede, in der Friedrich der Große eine zentrale Rolle spielt, kennt Bendikowski offenbar nicht. Ob der König heute "weithin Geschichtsfolklore" ist, wie der Autor mutmaßt, möchte man lieber erst am Ende des kommenden Friedrich-Jahres entscheiden. Aber es trifft einen Punkt, wenn Bendikowski die doppelte Optik der Überlieferung, die hier den mythischen Alten Fritz, dort den realen Friedrich anvisiert, ohne beide in einer Figur vereinen zu können, in ein Sprachbild fasst: "Friedrich. Der Große." Sollten wir ihn fortan nicht immer so schreiben?

An diesem Punkt setzt Jürgen Luh mit "Der Große" an. Luh hat die gleichen Quellen gelesen wie die Friedrich-Verehrer, aber er liest sie anders, schärfer, entschiedener. Sein Buch ist ein Negativporträt, aus nächster Nähe gemalt. Selbst die 1763 entstandene Ölskizze von Georg Ziesenis auf dem Cover wird in Luhs Beweisführung zum Indiz. Keine drei Jahre zuvor hat Friedrich aus dem Feldlager geschrieben, er sei "ganz grau" geworden, mit runzligem Gesicht, ausfallenden Zähnen, gekrümmtem Rücken. Bei Ziesenis sieht man, dass das nicht stimmt. Der König hat sich selbst zum Greis stilisiert, und diese Selbststilisierung, zeigt Luh, durchzieht sein ganzes Leben.

Denn anders als andere Monarchen seiner Zeit wollte Friedrich nicht den Ruhm seiner Dynastie mehren, ihm ging es allein um ihn selbst. Das Muster seines Ehrgeizes war Ludwig XIV., wie er in Voltaires Geschichtsbuch erscheint: der König als Mäzen, Eroberer und Merkantilist. Bei Friedrich kam die literarische Begabung dazu, die er seit seiner Rheinsberger Zeit gezielt einsetzte. Dass er ein "Großer" sei, ließ er sich schon 1737 von Voltaire vor den Augen des gebildeten europäischen Publikums bestätigen. Die "Geschichte des Hauses Brandenburg", die er ab 1742 schrieb, gipfelt in seiner eigenen Regierungszeit. Auch die Geschichte seiner Kriege verfasste er selbst; das Bild des Schlachtenlenkers, das die Nachwelt von ihm kennt und verehrt, stammt aus seiner Feder. Luh zitiert dagegen auch die Randbemerkungen des Prinzen Heinrich, der als zweiter Mann hinter Friedrich die Armee führte: "Mensonge" - "Lüge!"; "Quelle infamie" - "Welche Niedertracht!"

Man könnte meinen, auf diese Weise entstünde ein Schreckbild des Königs als ruhmrediger Egoist. Das Gegenteil ist der Fall. Friedrich der Große wirkt bei Luh mit seinen Charakterfehlern verständlicher als bei Bendikowski und selbst bei Johannes Kunisch, dessen Monographie von 2004 in diesem Herbst als Sonderausgabe neu aufgelegt wird. Der Starrsinn, mit dem er sich bei Hochkirch und Kunersdorf in die Niederlage stürzte, die Verblendung, mit der er die aufblühende deutsche Literatur abkanzelte, die Ranküne, mit der er seinen Neffen, den späteren Friedrich Wilhelm II., von den Regierungsgeschäften fernhielt - das alles ist nur die Kehrseite einer für Friedrichs Epoche einmaligen inneren Unabhängigkeit. Wo andere Herrscher sich von Mätressen, Ministern und Beichtvätern lenken ließen, hielt er sich eine Runde philosophischer Hausfreunde, die er mit seinem Spott quälte, bis sie resigniert seinen Hof verließen. Beraten ließ er sich nicht.

Friedrich der Große, so drückt es Jens Bisky aus, "schrieb sich seine Stellenbeschreibung selbst . . . Er verfasste gleichsam ein Drehbuch für seine Regentenjahre." Und als der dritte Krieg um Schlesien seine Dramaturgie durchkreuzte, änderte er den Text. Bei Luh und Kunisch kann man nachlesen, wie sich der König nach der Niederlage von Kolin anstelle von Cäsar und Alexander den Stoiker Mark Aurel zur Vorbildfigur und das Durchhalten zur Leitmaxime erkor. Bei Bisky spiegelt sich diese Wandlung vor allem in den Zitaten der Zeitgenossen, denn sein Buch ist als Textsammlung mit moderierenden Zwischenkapiteln angelegt. Eben deshalb stellt es unter den Friedrich-Studien dieses Herbstes eine Wohltat dar.

Denn Bisky hat nicht nur die Quellen geschickt ausgewählt - etwa den Bericht des hannoverschen Gesandten Schwicheldt, der schon 1742 im Feldlager in Schlesien die "übermäßige Ruhmbegierde", die "Kaltsinnigkeit" und den "Kitzel" des Königs, "jederman etwas unangenehmes und anzügliches unter die Augen zu sagen", bemerkt -, er ist auch selbst ein Erzähler, dem man gern lauscht. Wenn er das Neue Palais in Potsdam, das Monument von Friedrichs späten Jahren, als "Zeugnis der verleugneten Erschöpfung" liest oder im Bericht des Ministers Derschau über eine Haushaltsberatung "einen Hauch von Politbüro-Atmosphäre" spürt, trifft er beiläufig ins Schwarze.

Für Bisky verschmilzt der alternde Monarch mit der Rolle, die er selbst erfunden hat: "Er war zur Königsmaske erstarrt." Eben diese Maskenhaftigkeit, die auch sein Äußeres prägte - Dreispitz, Ordensstern, Stock, blauer Uniformrock -, machte den König zur willigen Figur des Mythos. Der "Alte Fritz" war insofern die Schöpfung des jungen Friedrich, aber um den Preis der Genüsse, von denen dieser geträumt hatte. Der Ruhm schmeckte nach Grab. Anstelle eines Hofes blieb dem großen Mann nur die "Gesellschaft der Windspiele", wofür sein Biograph Anton Friedrich Büsching um Nachsicht bat: "Ey nun! Ist denn wohl ein Mensch, der nicht seine Puppe hat?"

War Friedrich homosexuell? Für Bisky ist der König nach seinem Regierungsantritt 1740 bestenfalls als Verbalerotiker aktiv, für Luh spielt seine Sexualität eine Nebenrolle. Wolfgang Burgdorf dagegen widmet ihr in seiner knappen und nicht immer namenssicheren ("Buzelwitz") Monographie ein ganzes Kapitel. Gleich zu Beginn zieht er sein Fazit: "Friedrich war homophil." Dann trägt er jene Indizien zusammen, über die sich schon Generationen von Historikern gebeugt haben: die Misogynie des Königs, seine Zuneigung zu Leibpagen und Kammerherren, das Fehlen von Mätressen; den Bericht Voltaires von 1753, der nur aus "Restrespekt" auf die Schilderung sexueller Akte verzichtete; ein schlüpfriges Hirtengedicht, einige Briefe, in denen Friedrich den Freund Algarotti als "Schwan" anspricht, sowie seine Erwerbung der Bronzefigur des Betenden Knaben, einer "europaweit bekannten homophilen Ikone".

Über all das ließe sich reden, auch wenn einige von Burgdorfs Belegen mindestens mehrdeutig sind; "Schwan" zum Beispiel ist seit Olims Zeiten ein Synonym für Dichter, und Voltaire hätte nach seiner Flucht aus Potsdam samt nachfolgender Verhaftung in Frankfurt keinen Grund gehabt, seinen einstigen Gönner zu schonen. Schwerer wiegt, dass Burgdorf sein Indizienpaket mit einer vulgärpsychologischen These verschnürt: Friedrichs Homosexualität sei "entscheidend" für die Deutung seiner Persönlichkeit, das "Bewusstsein" seiner Unfähigkeit, für die dynastische Nachfolge zu sorgen, habe ihn zu "kompensatorischen Handlungen" wie der Eroberung Schlesiens getrieben.

Wäre es so, die Geschichte Friedrichs des Großen müsste neu geschrieben werden. Aber diese neue Lesart bleibt Burgdorf schuldig, seine Formel "Homophilie plus Ruhmsucht gleich Großmachtpolitik" geht an keiner Stelle des Buches auf. Am Ende bestätigt sich jener Eindruck, dem Burgdorf gerade widersprechen will: dass es mit dem Sexus unter Friedrichs Herrschaft nicht weit her war.

Man kann, wie Burgdorf, einen Seitenaspekt betonen, um die Geschichte in ein neues Licht zu rücken. Man kann sie aber auch gleich auf ein Nebengleis setzen. Jürgen Overhoff erzählt die Lebensläufe von Friedrich dem Großen und George Washington als "zwei Wege der Aufklärung". Der Untertitel ist mit Absicht vage gehalten, denn Aufklärer im strengen Sinn waren beide nicht, und in einem aufgeklärten Staat lebte nur einer von ihnen, während der andere mit Aufklärern tafelte und korrespondierte und aufklärerische Traktate schrieb. So bleibt als Erzähl-Anlass, dass beide Uniform trugen, Schlachten schlugen und höchste Regierungsämter bekleideten. Zudem verfolgte Washington die Feldzüge Friedrichs in den Zeitungen. 1759 erwarb er eine Bronzebüste des Preußenkönigs, und bis heute heißt eine Ortschaft in der Nähe von Philadelphia, die aus einer beliebten Taverne erwachsen ist, "King of Prussia". Washington trank dort gern seinen Tee.

Man sieht, es ist ein dünnes Brett, das Overhoff bohrt. Dennoch ergäbe die transatlantische Parallelgeschichte ein interessantes Panoptikum des Rokoko, wenn der Autor mehr von den historischen Strukturen erzählte, mit denen seine Protagonisten zu tun hatten, der Sklavenhalterei etwa oder der Lineartaktik, die sich im Unabhängigkeitskrieg oft als untauglich erwies, dem beginnenden Hochkolonialismus und der frühen agrarisch-industriellen Revolution. Auch ein gewisser Abstand zu der Sprache des Schulfernsehens hätte dem Buch sicher nicht geschadet: Dass Friedrich ein "trotziger und zäher Krieger war", der "niemals aufgab", will man wirklich nicht mehr lesen.

Wie hat das alles angefangen? Uwe A. Osters Buch über die Jugend des Königs präsentiert, neben anderen Quellen zur schlimmsten aller preußischen Vater-Sohn-Beziehungen, den Beweis, dass "die wahre Glorie und Begierde zu Ruhm, Ehre und Bravour" schon in der Erziehung des Prinzen Friedrich angelegt war. Daraus hätte eine interessante Studie über Trauma und Verdrängung in der Nachfolge von Werner Hegemanns "Fridericus"-Buch von 1926 werden können, aber Oster begnügt sich mit der Nacherzählung dessen, was vor drei, vier Generationen noch zur Schulbildung gehörte.

Das preußische Heldenbild, scheint es, ist inzwischen zur vagen Skizze verblasst, deren Konturen erst wieder mühsam nachgezogen werden müssen. Braucht man es überhaupt noch? Als Adolph Menzel sein gewaltiges Panorama der Ansprache Friedrichs vor der Schlacht bei Leuthen malte, ließ er den Platz für die Figur des Königs leer, nachdem sein eigener Monarch Wilhelm I. den Entwurf bekrittelt hatte. Zwei Jahrhunderte lang haben die Historiker nun an dieser Leerstelle herumgepinselt. Vielleicht müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass sie nicht zu füllen ist.

Uwe A. Oster: "Sein Leben war das traurigste der Welt". Friedrich II. und der Kampf mit seinem Vater.

Piper Verlag, München 2011. 288 S., Abb., geb., 19,99 [Euro].

Jürgen Luh: "Der Große". Friedrich II. von Preußen.

Siedler Verlag, München 2011. 288 S., geb., 19,99 [Euro].

Jürgen Overhoff: "Friedrich der Große und George Washington". Zwei Wege der Aufklärung.

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2011. 365 S., Abb., geb., 22,95 [Euro].

Wolfgang Burgdorf: "Friedrich der Große". Ein biografisches Porträt.

Herder Verlag, Freiburg 2011. 224 S., Abb., br., 12,95 [Euro].

Tillmann Bendikowski: "Friedrich der Große".

C. Bertelsmann Verlag, München 2011. 336 S., Abb., geb., 19,99 [Euro].

Jens Bisky: "Unser König". Friedrich der Große und seine Zeit - ein Lesebuch.

Rowohlt Verlag, Berlin 2011. 400 S., geb., 19,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 18.11.2011

Das als König geborene Genie
Bücher, Bücher, aber welche soll man lesen? Rendezvous mit neuer Literatur über Friedrich den Großen zum bevorstehenden 300. Geburtstag
Eine moderne Biographie Friedrichs des Großen schreibt sich nicht in zwei oder drei Jahren. Das ist die Nemesis der Auftragsarbeiten für Verlage, die seit 2008 bei vielen Autoren herumzutelefonieren begannen, ob man zum bevorstehenden 300. Geburtstag des Preußenkönigs am 24. Januar 2012 nicht schnell ein möglichst lesbares und farbiges Buch vorlegen könne. Darin drückte sich nicht nur die Leichtfertigkeit der Branche aus, sondern auch ein gewisses Unbehagen an der letzten großen Leistung der Fachwissenschaft zu diesem Stoff, der 2004 erschienenen Biographie des Kölner Neuhistorikers Johannes Kunisch.
Doch Kunischs Buch, dessen Stärken bei Militär- und Staatengeschichte liegen, mag trocken zu lesen sein, es bleibt vorerst das aktuell maßgebliche Standardwerk zu diesem zentralen Stoff der deutschen Geschichte. Das knappe Kondensat, das der Gelehrte jetzt in der Reihe „Beck-Wissen“ vorgelegt hat, bestätigt alle seine Vorzüge, Präzision, Sinn für Proportionen, Reichtum an Tatsachen und Begriffen. Für aufmerksamen Wissensdurst bleibt kaum mehr zu wünschen.
Freilich, man muss schon fasziniert sein von der Erscheinung des Königs, um hier auf seine Kosten zu kommen. Dass Friedrichs Geschichte großes Kino sein kann, ist seit je bekannt, und die Hektik der Verlage zum Jubeljahr zeigt es von neuem. Man sollte nur wissen, wofür man sich eigentlich interessiert. Veit Valentin, der liberale Außenseiter unter den Historikern der Weimarer Republik, eröffnete ein brillantes Friedrich-Büchlein 1927 mit dem Satz: „Nur einmal war ein geborener König in der Neuzeit ein genialer Mensch.“ Knapper kann man das Problem nicht zusammenfassen: das Genie (oder die überragende Begabung) in der für Genies nicht gemachten dynastischen Erbfolge. Friedrich war eben kein Napoleon oder Bismarck, die aus eigener Kraft aufstiegen, sondern der reguläre Erbe einer wichtigen Monarchie. Trotzdem sieht man ihn in der Reihe der Genies, weil er durch Verwegenheit und Erfolg, auch durch künstlerische Begabung, die Konstellation seiner Herkunft sprengte.
Außerdem zeigt sein Leben ein persönliches, seelisches Drama – vom Kampf mit dem Vater bis zur mythischen Schreckgestalt des „Alten Fritz“ –, das die Menschen seit jeher beeindruckt hat: Oft waren sie eben nicht preußisch, sondern „fritzisch“ gesinnt, wie Goethe sagte. Zugleich aber hat dieser Freund Voltaires der deutschen Geschichte eine neue Richtung gegeben; mit Luther und Bismarck gehört Friedrich zu den drei großen Deutschen der Neuzeit, die Figuren der Spaltung waren. Sie verkleinerten Schritt für Schritt das für Europa zu große Volk auf sein endgültig erst 1990 erreichtes Maß; Abfall von Rom, Lösung vom Heiligen Römischen Reich, Herausdrängung Österreichs sind die Schritte.
So kann jede Biographie Friedrichs, dem als letztem Herrscher der Neuzeit das Attribut des „Großen“ dauerhaft blieb, die Schwerpunkte anders setzen: Interessiert sie sich mehr für die Figur der deutschen und europäischen Geschichte oder mehr für den Ausnahmemenschen auf dem Thron? Beides geht natürlich nicht ohne sorgsame Schilderung der Zeitumstände, die Friedrich zu einer heute doch sehr fremden Figur machen, politisch, aber auch geistig.
Man hat nicht den Eindruck, dass die Auftragsbiographen sich dieses Problem mit hinreichender Klarheit gestellt hätten. Machen wir es kurz: Gegen die Bücher der Journalisten Tillmann Bendikowski, Tom Goeller und Johannes Unger lohnt es sich kaum etwas zu sagen, denn sie sind überflüssig, aus zweiter Hand, ohne eigene Gesichtspunkte. Am brauchbarsten ist das Paperback des Fernsehmanns Unger (begleitend zu einer ARD-Produktion), weil es einfach und informativ ist; Goeller und Bendikowski verwenden erstaunlich viel Platz fürs Nachleben Friedrichs, aber ohne Standpunkt, außer dem, dass der König nach allerlei Schindluder doch nicht mehr wirklich bedrohlich ist fürs heutige, demokratische Bewusstsein.
Gebraucht werden diese Bücher auch deshalb nicht, weil es für Einsteiger ein blendend geschriebenes, sogar recht kurzes Buch längst gibt, nämlich der „Friedrich“ von Ludwig Reiners aus dem Jahre 1952. Es fußt auf dem bis heute nicht überholten Kenntnisstand der großen Biographie Reinhold Kosers (seit 1901) und den riesigen Editionen des 19. Jahrhunderts; von den Befangenheiten der nationalistischen Historie der Generation Gerhard Ritters ist es bemerkenswert frei. Übrigens notierte Thomas Mann, dessen Essay „Friedrich und die Große Koalition“ von 1915 der faszinierendste Text zu dem Preußenkönig bleibt, im Tagebuch amüsiert für ein anderes Werk von Reiners dessen stilistische Abhängigkeit von eben jenem Friedrich-Essay; es gibt schlechtere Vorbilder.
Eine eigene Nennung verdient unter den durchgeschriebenen neuen Biographien ein sympathisches Büchlein von Wolfgang Burgdorf. Der Verfasser ist kein Journalist, sondern wie Kunisch Fachhistoriker, mit Schwerpunkt auf dem Ende des Alten Reichs in den Jahren um 1806. In der Darstellung der äußeren Abläufe ist auch er eher konventionell, allerdings leichter zu lesen als Kunisch und stärker interessiert an der Kulturgeschichte; gut gewählt sind seine Zitate aus den Quellen. Einen eigenen Akzent setzt Burgdorf, indem er noch einmal das oft diskutierte Problem von Friedrichs „Weibfeindlichkeit“ (Thomas Mann) aufgreift, und dafür plädiert, den König als „Homophilen“ zu verstehen. Die Liste von Friedrichs Männerfreundschaften, die Burgdorf aufblättert, der im Leben des spöttischen Königs sonst ungewohnte Ton der Warmherzigkeit, den er hörbar machen kann, sind beeindruckend.
Ist die Frage wirklich so zweitrangig, wie wir heute mit liberaler Gelassenheit sagen? Auch ein homosexueller König gehört ins Themenfeld des Ausnahmemenschen in der dynastischen Erbfolge; es könnte vergleichend für die höfischen Kulturen der Neuzeit – man denke an die panische Furcht des französischen Hofes vor einer möglichen Homosexualität des halbwüchsigen Ludwig XV. – und die Konfessionen behandelt werden. Oder war Friedrich nur Provokateur, gar „erotisch experimentierfreudig“?, wie ein anderer Autor, Jürgen Overhoff, meint.
Zumindest wer sich des furchtbaren Dramas zwischen Friedrich und seinem Vater, dem prügelnden Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., annimmt, sollte diese Frage nicht völlig ignorieren; schließlich nannte der Vater den Sohn schriftlich „effeminiert“, mündlich gar einen „Sodomiten“. Doch der Geschichtspublizist Uwe A. Oster umschifft diese Frage mit eisernem Schweigen und bleibt auch sonst trotz großen Fleißes und reichen Zitatenmaterials auf dem Stand der Darstellungen zum jungen Friedrich von Arnold Berney (1934) oder Edith Simon (1963). Dass Friedrich Wilhelm I. darauf bestand, Katte, den zum Mitfliehen bereiten Freund seines Sohnes, vor dessen Augen hinrichten zu lassen, lässt sich doch auch aus einem furchtbaren Verdacht erklären, den der fromme Vater gegen den eigenen Sohn hegte. Dass Friedrichs Zwangsehe mit einer Braunschweiger Prinzessin trostlos blieb, ist gut bekannt.
Auch hier könnte übrigens ein Blick in unerschlossene Quellen helfen. Nobert Leithold, der ein verblüffendes, nicht immer professionell belegtes Detailwissen in die gefällige Gestalt eines sehr unterhaltsamen und lesenswerten kulturgeschichtlichen Lexikons gebracht hat, verweist auf die Korrespondenzen von Friedrichs Brüdern Heinrich und August Wilhelm, die der preußische Archivrat Koser nur mit spitzen Fingern anblättern mochte; sie wären aber für die psychologische Geschichte des Königs heranzuziehen, bevor abschließende Hypothesen formuliert werden.
Sonderbar zwischen Geschichte und Psychologie schwankt der bisher gewichtigste Beitrag zum runden Geburtstag, Jürgen Luhs ironisch „Der Große“ titulierte Darstellung, deren zurücknehmender Untertitel: „Friedrich II. von Preußen“ lautet. Luh arbeitet in Potsdam an den Forschungsprojekten zum Jubiläum mit; er kennt die Literatur umfassend, und zwar auch die ältere, seine Quellenkenntnis ist imposant. Doch er erzählt nicht das Leben des Herrschers und Menschen, sondern entwirft ein Porträt, das dessen Eigenschaften „Ruhmsucht“, „Hartnäckigkeit“, „Eigensinn“ und – ganz kurz – auch „Einsicht“ beispiel- und zitatenreich vorführt. Dabei kommt an irgendeiner Stelle fast jedes wichtige Ereignis in Friedrichs Laufbahn zur Sprache, nur eben nicht in zeitlicher oder ursächlicher Abfolge.
Luhs Kernthese läuft darauf hinaus, Friedrich das Staatsethos abzusprechen, das die ältere Preußentradition ihm zusprach; Friedrich erscheint nicht als „erster Diener“ seines Staates, sondern als Figur einer monumentalen, nach Ruhm und Nachruhm jagenden Egozentrik, dessen „Größe“ inszenierter Propaganda-Effekt war. Nun hat schon Burckhardt als wichtigste Voraussetzung historischer Größe nicht allein Begabung, sondern „abnorme Willenskraft“ genannt – nicht umsonst zitiert von Theodor Schieder (1983). Luh zeigt genau das: abnorme, ja monströse Willenskraft, oft genug ohne Rücksicht auf Verluste. Doch den zentralen Antrieb (oder die vielen Faktoren) dieser Kraft, des Strebens nach „Gloire“, wird kaum erklärt: War sie psychologisch begründet, etwa im Verhältnis zum Vater? War sie Effekt des politischen Systems im absolutistischen Staat, gar des von Voltaire errichteten Vorbilds Louis XIV.? Welches Programm lief ab beim Umsturz Mitteleuropas seit 1740 – ein fortwährender Vaterkonflikt oder ein spätbarockes Staatstheater?
Friedrichs Größe bestand vielleicht nicht so sehr in seinem Genie, wie schon Sebastian Haffner 1979 zu bedenken gab, der auf seine vielen strategischen Fehler und das Konventionelle seines Komponierens und Schreibens hinwies, sondern in seiner gelegentlich übermenschlich wirkenden seelischen Reißfestigkeit, die es ihm erlaubte, den Siebenjährigen Krieg zu überstehen.
Ebenso groß war seine Fähigkeit zum Innehalten im rechten Moment, im Unterschied zu Napoleon, der aber eben kein dynastischer Erbe, sondern ein Usurpator war. Friedrich konnte seine Eroberungen auf Dauer sichern, Napoleon nicht, und sich darüber zu wundern, wäre genuine Historikerarbeit. Denn nur so konnte Friedrich zu der Figur werden, die den Grundriss Deutschlands bis heute mitbestimmt.
Zu dem von Luh neu aufgeworfenen Thema von Friedrichs Staatsethos gibt es nun einen hübschen kleinen Band, der auf einer Hallenser Dissertation beruht, und endlich einmal Neues vorlegt, wenn auch nur eine Episode aus Friedrichs Bildungsgang. Johannes Bronisch kann zeigen, dass der Kronprinz eine Zeitlang unter dem Einfluss eines Reichsgrafen von Manteuffel stand, der glühender Anhänger der aufklärerischen Philosophie des Leibniz-Schülers Christian Wolff war.
Mit Wolff’schem Gedankengut sollte der Erbe der bedrohlichen preußischen Militärmacht nach Vorstellung einer von Manteuffel instruierten habsburgisch-sächsischen Hofpartei zum moralischen Herrscher domestiziert werden, wenn wir Bronisch glauben dürfen. Doch Friedrich wandte sich von dem mühseligen Schwartenschreiber Wolff bald ab und dem brillanten Skeptiker Voltaire zu. So wurde es wieder einmal nichts mit dem Versuch philosophischer Politikberatung. Was hätte erst Thomas Carlyle in seiner Friedrich-Biographie (6 Bände, 1858-1865) daraus für eine lustige Episode gemacht, denkt man sich bei der Lektüre von Bronischs auch nicht schlecht geschriebenem Büchlein.
Ratlos lässt den Leser schließlich die Doppelbiographie zurück, die Jürgen Overhoff Friedrich dem Großen und George Washington gewidmet hat; er will darin „zwei Wege der Aufklärung“ kontrastieren. Je nun, Washington vertrat die republikanische Linie, Friedrich die autoritäre. Beides war vorgedacht bei Denkern wie Hobbes und Locke. Aber hätte Friedrich, der Erbe eines mühsam stabilisierten Fürstenstaats, im Ernst die Wahl gehabt, den Weg Washingtons zu beschreiten? Das wird wohl auch Overhoff nicht behaupten wollen.
Sein Buch ist ausgezeichnet geschrieben, ein wirklicher Lesegenuss, aber fast klinisch frei von Sozialgeschichte. Vom Aufbau des preußischen Staates etwa erfährt man nichts. Dass sich die beiden Geschichten gelegentlich berühren – am direktesten im Siebenjährigen Krieg mit seinen beiden Schauplätzen Europa und Nordamerika – versöhnt ein wenig mit der unzeitgemäß plutarchischen Form. Overhoff gibt unfreiwillig ein Exempel zum Problem historischer Vergleiche. Denn, ja: Man darf natürlich auch Äpfel und Birnen vergleichen, wenn man unterschiedliche Obstsorten konturieren will. Aber im Fall Friedrichs wäre es sinnvoller gewesen, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen, also Friedrich mit anderen europäischen Monarchen unter den Bedingungen der europäischen Aufklärung, nicht zuletzt in Deutschland; also Friedrich mit Joseph II. oder sogar mit Karl Friedrich von Baden und Carl August von Weimar.
Fehlende Systematik ist übrigens auch der zentrale Einwand gegen das von Jürgen Luh entworfene Autokratie-Gespenst: Daraus könnte man ja auch eine historische Fragestellung machen, die Frage nach dem aufgeklärten Absolutismus, mit seinen beiden in gegenseitiger Spannung stehenden Nomina, Aufklärung und Absolutismus.
GUSTAV SEIBT
TILLMANN BENDIKOWSKI: Friedrich der Große. C. Bertelsmann Verlag, München 2011. 332 Seiten, 20 Euro.
JOHANNES BRONISCH: Der Kampf um Kronprinz Friedrich. Wolff gegen Voltaire. Landt Verlag, Berlin 2011. 126 Seiten, 19,90 Euro.
WOLFGANG BURGDORF: Friedrich der Große. Ein biographisches Porträt. Herder Verlag, Freiburg 2011. 224 Seiten, 12,95 Euro.
TOM GOELLER: Der Alte Fritz. Mensch, Monarch, Mythos. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2011. 352 Seiten, 20 Euro.
JOHANNES KUNISCH: Friedrich der Große. C.H. Beck Verlag (Reihe Wissen), München 2011. 126 Seiten, 8,95 Euro.
NORBERT LEITHOLD: Friedrich II. von Preußen. Ein kulturgeschichtliches Panorama von A bis Z. Die Andere Bibliothek, Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2011. 428 Seiten, 32 Euro.
JÜRGEN LUH: Der Große. Friedrich II. von Preußen. Siedler Verlag, München 2011. 288 Seiten, 20 Euro.
UWE A. OSTER: Sein Leben war das traurigste der Welt. Friedrich II. und der Kampf mit seinem Vater. Piper Verlag, München 2011. 283 Seiten, 20 Euro.
JÜRGEN OVERHOFF: Friedrich der Große und George Washington. Zwei Wege der Aufklärung. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2011. 365 Seiten, 22,95 Euro.
JOHANNES UNGER: Friedrich. Ein deutscher König. Propyläen Verlag, Berlin 2011. 315 Seiten, 16,90 Euro.
Dass Friedrichs Geschichte
großes Kino sein kann,
ist seit je bekannt
Ein homosexueller König
gehört zu den Ausnahmemenschen
in der dynastischen Erbfolge
Welches Programm lief hier ab
– fortwährender Vaterkonflikt
oder spätbarockes Staatstheater?
„Bist endlich da! Gott sei’s geklagt, / Hast lange warten lassen“, dichtete Theodor Fontane 1851 zur Einweihung des Berliner Friedrich-Denkmals von Christian Daniel Rauch. Am 24. Januar 2012 jährt sich zum 300. Mal der Geburtstag Friedrichs des Großen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Schade. Wäre Jürgen Overhoff in seiner Doppelbiografie etwas deutlicher geworden, hätte sie Matthias Lohre bestimmt besser gefallen. Um den Republikaner George Washington und den absolutistischen Herrscher Friedrich II. unter einen Hut zu bringen, greift Overhoff auf die "zwei Wege der Aufklärung" zurück, die Thomas Hobbes 1642 ausmachte. Problematisch findet der Rezensent dies, denn Overhoff setzt sich nicht kritisch mit Friedrich auseinander. Mag ja sein, dass dieser seinem Selbstbild zufolge nur Reformator und Aufklärer war, aber das Leben der Untertanen in Preußen war auch unter seiner Ägide eher vom Militarismus geprägt als von Akademien durch Spaziergänge im Schlosspark. Hier hätte sich der Rezensent die Entschiedenheit gewünscht, mit der schon Washington den Tyrannen schmähte. Auch möchte Lohre dem Autor die vielen Gespreiztheiten nicht durchgehen lassen.

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