Arbeiten im Newsroom: Vor- und Nachteile der Neuorganisation von Zeitungsredaktionen (eBook, PDF) - Konieczny, Olivia
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Kapitel 3.4.1, Im Zentrum der Newsdesk:
Nachdem der Aufbau von Newsrooms skizziert wurde, soll im Folgenden beschrieben werden, wie die Arbeitsabläufe in diesen Redaktionsmodellen organisiert sind. Im Zentrum steht dabei der Newsdesk, und das nicht bloß aufgrund seiner räumlichen Positionierung. Der Newsdesk ist vielmehr die zentrale Stelle, an der alle für den redaktionellen Workflow relevanten Entscheidungen fallen: Hier wird das eingehende Material gesichtet, werden Themen und Aufträge verteilt, Zuarbeiten geregelt, Umfang und Positionierung der Berichterstattung festgelegt sowie…mehr

Produktbeschreibung
Kapitel 3.4.1, Im Zentrum der Newsdesk:
Nachdem der Aufbau von Newsrooms skizziert wurde, soll im Folgenden beschrieben werden, wie die Arbeitsabläufe in diesen Redaktionsmodellen organisiert sind. Im Zentrum steht dabei der Newsdesk, und das nicht bloß aufgrund seiner räumlichen Positionierung. Der Newsdesk ist vielmehr die zentrale Stelle, an der alle für den redaktionellen Workflow relevanten Entscheidungen fallen: Hier wird das eingehende Material gesichtet, werden Themen und Aufträge verteilt, Zuarbeiten geregelt, Umfang und Positionierung der Berichterstattung festgelegt sowie Beiträge redigiert. ‘Der gesamte Service, den eine Redaktion benötigt, um ihren Arbeitsprozess effizient zu gestalten, ist am Newsdesk angesiedelt: Layout und Produktion inklusive Seitenkorrektur und -belichtung ebenso wie Bildrepro, Archiv und Redaktionsassistenz.’ (Ritter 2004: 11). Der Newsdesk umfasst dabei auch rein Organisatorisches wie etwa die Pflege von digitalen Terminbüchern, Themen- und Mitarbeiterlisten, Vereins- oder Personenregistern. Diese funktionale Arbeitsteilung soll die anderen Redakteure, die ‚Reporter‘, entlasten, damit sie ihre gesamte Arbeitszeit der Recherche, der Kontaktpflege mit Informanten sowie dem Schreiben widmen können.
Am Newsdesk gehen Agenturtexte, Terminankündigungen, Pressemitteilungen sowie Informationen aus den Lokalredaktionen ein; von hier aus werden auch die anderen Medien beobachtet. Die Editoren sichten das Material und entscheiden in enger Abstimmung, welche Themen aktuell und relevant sind und mit welchem Schwerpunkt sie über welchen Kanal in welcher Größe und Aufmachung publiziert werden sollen. Der Newsdesk fungiert als eine Art ‚ständige Redaktionskonferenz‘ (vgl. etwa Soika 2004: 33), die den ganzen Tag über koordiniert, was wie zu geschehen hat. Wird entschieden, dass und wie ein Thema bearbeitet werden soll, erteilt der Desk den Auftrag einem Redakteur oder einem Team, welches entweder schon besteht, oder für die spezielle Aufgabe zusammengestellt wird. So kann es Teams geben, welche langfristig an einem Thema recherchieren; einige Redaktionen haben beispielsweise Recherchetruppen installiert, die ausschließlich für investigative Recherchen zuständig sind (vgl. Meier 2002f: 103). Andere wiederum setzen feste Reportergruppen ein. Häufig aber werden die Teams nach Bedarf ad hoc zusammengesetzt. Sie bearbeiten ein aktuelles Thema, ein Sonderthema oder ein vollständiges Produkt zeitlich befristet, umfassend und medienübergreifend. Vom Desk aus wird der gesamte Prozess von der Auftragsvergabe bis zum fertigen Produkt begleitet und kontrolliert. Prozesse, die sich kurzfristig ändern, betreut ein Verantwortlicher am Desk, sodass sie jederzeit fortgeschrieben, korrigiert und kommuniziert werden können (vgl. Ritter 2004: 11).
3.4.2. Veränderte Abläufe durch Crossmedialität:
Der Newsroom verändert den redaktionellen Workflow entscheidend auch durch seine medienübergreifende Konzipierung. So hat der Online-Journalismus weder einen Redaktionsschluss noch feste Sendetermine; die Nutzer erwarten eine permanente Aktualisierung. Bereits Publiziertes muss bei veränderter Sachlage umgeschrieben werden. Der Workflow muss daher so organisiert sein, dass ein Beitrag von einem Redakteur zum anderen wandern kann: Eine neue Schicht übernimmt die Geschichte und bearbeitet sie weiter. Nachrichten zu zentralen Ereignissen werden online oft mehr als ein Dutzend Mal umgeschrieben (vgl. Meier 2004a: 101). Das ist für Online-Redakteure normal, bedeutet für ihre Print-Kollegen aber ein grundlegendes Umdenken ihrer gewohnten Arbeitsabläufe. Jahrelang arbeiteten sie auf den Redaktionsschluss am Abend zu, weshalb es in den Morgen- und Mittagsstunden eher beschaulich zuging und die ‚heiße‘ Phase erst am Nachmittag begann. Im Newsroom hingegen geht es mitunter schon morgens ‚zur Sache‘ - und alle Kanäle müssen bei der Planung ‚mitgedacht‘ werden: Wie ist ein Ereignis am besten im Blatt darzustellen? Wie kann es online aufbereitet werden? Was muss im Netz sofort ‚raus‘, was als Kurznachricht oder E-Mail-Newsletter verschickt werden? Welche Themen eignen sich von vornherein besser fürs Internet? Wovon wäre ein Audio-Beitrag angebracht, und was würde dem Nutzer als Video einen Mehrwert liefern? Solche Entscheidungen fallen am Newsdesk, dann wird die Aufgabe übergeben und für die entsprechenden Kanäle produziert. ‘Allerdings ist es ein fatales Missverständnis zu fordern, dass jeder Redakteur jede Geschichte für jedes Medium aktuell aufbereiten müsste.’ (Meier 2004a: 106). Crossmediale Teamarbeit im Newsroom funktioniert häufig anders: Es gibt auch hier Spezialisten für Print, Online, Audio oder Video, welche das jeweilige Storytelling beherrschen (vgl. García Avilés et al. 2009: 300; Russial 2009: 70). ‘Aber diese Spezialisten bringen ein Grundverständnis für die anderen Medien mit.’ (Meier 2004a: 106).
Anzumerken ist, dass in Newsrooms verschiedene Formen crossmedialen Arbeitens möglich sind. Hier muss jede Redaktion ihren eigenen Weg finden. Meier identifiziert drei Grade multimedialer Redaktionsarbeit: die Koordination, die Kollaboration sowie die Integration (vgl. Meier 2008: 8f.). Schon die reine Koordination getrennter Abteilungen für jede Plattform stellt demnach eine Form crossmedialen Arbeitens dar, wobei dieses hier kaum über Themenabsprachen und Querverweise hinausgeht. Die Kollaboration hingegen sieht die systematische Mehrfachverwertung der Inhalte und eine zentrale Steuerung etwa über einen Newsdesk vor. Auch bei diesem Modell gibt es verschiedene Abteilungen für die einzelnen Plattformen, ‘aber diese arbeiten eng zusammen und sind an eine Organisationseinheit gekoppelt, die dazwischen liegt und den Workflow steuert.’ (ebenda). Bei der Integration bedienen themen- oder ressortorientierte Teams mehrere Plattformen; auch einzelne Redakteure arbeiten mehrmedial. Themen werden hier medienübergreifend geplant und bearbeitet, wobei die Inhalte keineswegs überall gleich aussehen. Vielmehr durchläuft eine Geschichte mehrere Stationen; sie wird online anders erzählt als gesendet oder gedruckt. Bei dieser Stufe existieren im Wesentlichen keine Abteilungen mehr für die einzelnen Kanäle, sondern nur noch einzelne Journalisten, die das Produkt gestalten und auf das Profil der jeweiligen Plattform achten. Zwischen diesen drei Graden crossmedialen Arbeitens sind Meier zufolge fließende Übergänge und weitere Abstufungen möglich.
  • Produktdetails
  • Verlag: Diplomica Verlag
  • Seitenzahl: 108
  • Erscheinungstermin: 01.01.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783842845541
  • Artikelnr.: 40894276
Autorenporträt
Olivia Konieczny wurde 1984 in Tarnowitz (Polen) geboren. Sie studierte in Düsseldorf Politik, Soziologie und Medienwissenschaft sowie Journalistik in Hamburg. Während des Studiums arbeitete die Autorin als freie Journalistin in verschiedenen Redaktionen, unter anderem für die Deutsche Presse-Agentur, bei der sie nach dem Studium ein Volontariat absolvierte. Olivia Konieczny arbeitet als Redakteurin in Berlin.