Iron Curtain - Applebaum, Anne
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At the end of the Second World War, the Soviet Union unexpectedly found itself in control of a huge swathe of territory in Eastern Europe. Stalin and his secret police set out to convert a dozen radically different countries to a completely new political and moral system: Communism.

Produktbeschreibung
At the end of the Second World War, the Soviet Union unexpectedly found itself in control of a huge swathe of territory in Eastern Europe. Stalin and his secret police set out to convert a dozen radically different countries to a completely new political and moral system: Communism.
  • Produktdetails
  • Verlag: Penguin Books Ltd
  • Seitenzahl: 656
  • Erscheinungstermin: 6. Juni 2013
  • Englisch
  • Abmessung: 198mm x 130mm x 32mm
  • Gewicht: 482g
  • ISBN-13: 9780141021874
  • ISBN-10: 014102187X
  • Artikelnr.: 37483382
Autorenporträt
Anne Applebaum is the author of several books, including Gulag: A History, which won the 2004 Pulitzer Prize and the Duff Cooper Prize, and Iron Curtain, which in 2013 won the Duke of Westminster's Medal for Military Literature and the Cundill Prize in Historical Literature. She is Professor of Practice at the Institute for Global Affairs, London School of Economics, and a columnist for the Washington Post. She divides her time between Britain and Poland.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 07.02.2014

Zerstörung der Zivilgesellschaft
Etablierung und Ausformung des Stalinismus im europäischen Vorfeld in den Jahren 1944 bis 1956

Anne Applebaum, amerikanische Journalistin und Historikerin, ist in Deutschland vor allem durch ihre Darstellung des GULag bekannt geworden. Ihr neues Buch über die Unterdrückung Osteuropas beschränkt sich auf die Entstehung und die Hoch-Zeit des Stalinismus bis 1956, als Chruschtschow mit seiner berühmten Geheimrede Stalin entthronte und so das festgefügte Herrschafts- und Ideologiegebäude in Osteuropa ins Wanken brachte. Diese Eingrenzung lässt sich gut begründen, fand doch in dieser Phase die Etablierung und Ausformung des Stalinismus im europäischen Vorfeld statt. Wie kann man dieses komplexe Thema, das hier allerdings im Wesentlichen auf drei Länder (Polen, Ungarn, DDR) beschränkt wird, in den Griff bekommen? Vorab verrät die Autorin leider nicht viel dazu. Begründet wird die Auswahl lediglich mit dem Hinweis auf die eklatante Unterschiedlichkeit der drei Fallbeispiele.

Das Gelände ist schon oft beackert worden, insofern liegt die Frage nahe, welche neuen Zugänge und welche neuen Erkenntnisse dieses vorab hochgelobte Buch bietet. Wichtig ist Applebaum neben der Erschließung neuen Archivmaterials, dass sie - vielleicht zum letzten Mal - viele Zeitzeugen interviewen konnte, "um ihre Darstellung der Ereignisse und Gefühle jener Zeit in ihren eigenen Worten zu hören". Das ist zweifellos ein Ansatzpunkt, um die Herrschaftsperspektive der Akten zu ergänzen. Sie will so verstehen, "wie der echte Totalitarismus funktionierte." Das macht die Darstellung farbiger, aber wirklich neue Aspekte und ein tieferes Verständnis bieten diese eingestreuten Interviews nur selten. Das alte Problem der oftmals ziemlich zufällig befragten Zeitzeugen zeigt sich auch hier.

Dominierende Linien in der Darstellung über Stalins Unterdrückungspolitik sind die Zerstörung der Zivilgesellschaft, das heißt aller unabhängigen Initiativen und Organisationen, die frühe Gründung der Geheimpolizei, das kommunistische Erziehungssystem und der "SozRealismus" als Vorgabe im kulturellen Leben. Zur mehr oder minder erfolgreichen Umsetzung gehörten aber auch die unterschiedlichen Formen von bereitwilliger oder widerwilliger Kollaboration, während der im letzten Kapitel "Revolutionen" beschriebene offene Widerstand die Ausnahme blieb und ohnehin erst nach Stalins Tod 1953 möglich wurde. "Falsche Morgenröte" ist der erste Teil überschrieben, der angesichts der teilweise apokalyptischen Zerstörungen in der "Stunde null" 1945 die Hoffnungen der Menschen auf einen Neuanfang, vor allem aber die Entschlossenheit der neuen kommunistischen Herrschaftseliten zur Durchsetzung ihrer Programme skizziert. Eindrucksvoll ist insbesondere das Kapitel "Polizisten", das die für alle Länder ähnliche und frühzeitig rabiat gesicherte Schlüsselstellung der von Moskau gelenkten geheimpolizeilichen Apparate schildert. Auch die überall ähnliche Eroberung und Steuerung des damals wichtigsten Massenmediums, des Radios, kann man dazu rechnen. Hier wurde ein folgenreiches frühes Monopol geschaffen, um die Umgestaltung voranzutreiben.

Treffend charakterisiert Applebaum die zwar selektive, aber prinzipiell hemmungslose Anwendung von Gewalt und die Schaffung von Lagern für die potentiellen Feinde des Regimes als Instrument der sowjetischen Herrschaft. Dazu lassen sich auch die in den meisten Ländern Ostmitteleuropas zu findenden "ethnischen Säuberungen" rechnen. Damit werden nicht die deutschen Vertreibungserfahrungen relativiert, aber man wird als Leser nachdrücklich daran erinnert, wie gewalttätig etwa die Pazifizierung der polnisch-ukrainischen Konflikte in der "Aktion Weichsel" 1947 ausfiel. Das traurige Fazit: "Um 1950 war nicht mehr viel vom multiethnischen Osteuropa übrig. Nur die Nostalgie blieb." Hier beeindruckt der ebenso nüchterne wie differenzierende Blick einer Amerikanerin auf alle Opfer: die Polen, die Ukrainer, die Ungarn, die Deutschen und - in den bittersten Aporien - die Juden, die nach 1945, sofern sie der Vernichtung entkommen waren, mit neuen und alten Formen des offenen und verdeckten Antisemitismus konfrontiert waren und so doppelt zu Opfern wurden. Bekannt sind die schlimmen antisemitischen Ausschreitungen in Polen. Es gab sie aber auch - mit unsicheren Opferzahlen - in Ungarn, in der Tschechoslowakei und in Rumänien.

Der zweite, "Hochstalinismus" überschriebene Teil bietet einen Querschnitt durch die Thematik Feinde und Kollaborateure der neuen Regime. Interessant ist hier unter anderem die Betonung der Rolle von Wahlen. Offenbar hatten die Kommunisten in allen Ländern zunächst ernsthaft die Illusion, sie könnten nach dem Kriegsdesaster mit ihrem Programm punkten und in freien Wahlen die Macht erringen. Der homo sovieticus war ein charakteristisches Produkt dieser hochstalinistischen Phase, später hatten die Eleven Moskaus offenbar eingesehen, dass eine allzu enge Orientierung am großen Bruder doch nicht funktionieren würde. Zunächst aber ging es um die wichtige Frage, wie man Begeisterung und Mitarbeit für das sowjetische Vorbild aus Überzeugung und "von unten" schaffen konnte. Dazu gehörten neue Erziehungsmethoden, die bekanntlich häufig mit brutalen Mitteln durchgesetzt wurden, die Attraktivität von Ferienlagern und Jugendlagern sowie die überall in fast gleichen Formen ablaufenden imposanten Masseninszenierungen, Sportwettbewerbe und "Aktivistenkampagnen".

Kumpel Hennecke in Sachsen hatte sein Pendant in Polen im Bergmann Pstrowski (da er nicht alt wurde, spottete man in Polen: "Wenn du schneller in den Himmel kommen willst, arbeite so hart wie der Bergmann Pstrowski") und in Ungarn im Fabrikarbeiter Pióker. Hier wird durchaus erkennbar, dass der Stalinismus nicht ausschließlich auf Terror fußte, sondern auch seine Faszination besaß.

Zu den besonders markanten Erscheinungen gehörte ferner die Schaffung von sozialistischen Idealstädten. Die ostdeutsche Neugründung an der Oder - erst 1953 in Stalinstadt umbenannt - hatte ihr Pendant in Nowa Huta (in der Nähe von Krakau) und Sztálinváros in Ungarn. Alle entstanden in typischer Manier am Ort eines riesigen schwerindustriellen Komplexes. Alle wurden aber auch geprägt vom Enthusiasmus, einen wichtigen Schritt in die neue, von der Arbeiterklasse getragene Gesellschaft getan zu haben. Von den "widerwilligen Kollaborateuren" ist wahrscheinlich Boleslaw Piasecki der mit Abstand interessanteste. Er wird eingehend vorgestellt, ist aber durch seine abenteuerliche politische Biographie (Herkunft aus einer falangistischen Vorkriegsgruppe, Untergrundarbeit gegen die deutsche Besatzung, Verhaftung durch die Sowjets, Engagement für die Kommunisten und 1952 Gründer der katholischen geduldeten "Oppositionspartei" PAX) insgesamt kaum typisch für das generelle Problem.

Es gibt einige, bei einem umfassenden Thema kaum vermeidbare Fehler und Verkürzungen. Wichtiger: Der Zugang zum Thema wird wenig erörtert und der als grober Überblick konzipierte "Epilog" am Schluss kann ein zusammenfassendes vergleichendes Kapitel nicht ersetzen. Es fehlt auch der Hinweis auf den globalen "Klassenfeind" im Westen. Warum in der Phase des harten Kalten Krieges manche stalinistischen Kampagnen immerhin begrenzt erfolgreich waren, andererseits die Brutalität, solange Stalin lebte, auch besonders augenfällig war, lässt sich kaum hinreichend erklären, ohne zumindest einen Blick zu richten auf die Aktivitäten des Gegners im Westen, die Stalins paranoides Sicherheitsbedürfnis und die Verschwörungsneurosen der herrschenden Cliquen immer wieder beflügelten.

So bleibt der Eindruck etwas gespalten: ein ambitioniertes und ohne Frage sehr informatives, gut lesbares, mit Geschichten und vielen interessanten neuen Details angereichertes Buch über ein bedeutsames Thema, aber der große Wurf ist nicht daraus geworden.

CHRISTOPH KLESSMANN.

Anne Applebaum: Der Eiserne Vorhang. Die Unterdrückung Osteuropas 1944-1956. Siedler Verlag, München 2013. 639 S., 29,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Praise for Anne Applebaum's Iron Curtain

Applebaum shines light into forgotten worlds of human hope, suffering and dignity. . . . One of the most compelling but also serious works on Europe s past to appear in recent memory. . . . With extraordinary gifts for bringing distant, often exotic worlds to life, Applebaum tells us that Sovietization was never simply about political institutions or social structures.
The Washington Post

Remarkable . . . a book that reanimates a world that was largely hidden from Western eyes, and that many people who lived and suffered in it would prefer to forget.
The New Yorker

Epic but intimate history . . . [Applebaum] eloquently illuminates the methods by which Stalin s state imprisoned half the European continent. . . . Applebaum offers us windows into the lives of the men and sometimes women who constructed the police states of Eastern Europe. She gives us a glimpse of those who resisted. But she also gives us a harrowing portrait of the rest the majority of Eastern Europe s population, who, having been caught up in the continent s conflicts time and time again, now found themselves pawns in a global one.
The Wall Street Journal

Iron Curtain is a superb, revisionistic, brilliantly perceptive, often witty, totally gripping history. . . . The book is full of things I didn t know but should have.
London Evening Standard

Illuminating. . . . Human beings, as Ms Applebaum rousingly concludes, do not acquire totalitarian personalities with ease. Even when they seem bewitched by the cult of the leader or of the party, appearances can deceive, she writes. When it seems as if they buy into the most absurd propaganda marching in parades, chanting slogans, singing that the party is always right the spell can suddenly, unexpectedly, dramatically be broken.
The Economist

A tragically intimate account of the imposition of communism in Central Europe. Here is a world in which political authorities shut down choral singing societies, bird-watching clubs, anything that might nourish an independent social sphere. The story is told both with artistry and scholarship.
David Frum, The Daily Beast, Favorite Books of 2012

A meticulously researched and riveting account of the totalitarian mind-set and its impact on the citizens of East Germany, Poland and Hungary. . . . Even as it documents the consequences of force, fear and intimidation, however, Iron Curtain also provides evidence of resistance and resilience.
Minneapolis Star Tribune

Deeply researched, exciting. . . . A masterful work that will be read profitably by both laymen and scholars. . . . It is the best book on its subject, and will remain so for quite a while.
Christian Science Monitor

Disturbing but fascinating history. . . . With precision in her narration and penetrating analysis, Applebaum has written another masterful account of the brutality of Soviet rule.
Publishers Weekly, starred review, Best Book of 2012

A dark but hopeful chronicle that shows how even humanity s worst can fracture and fall.
Kirkus Reviews, starred review, Best Book of 2012

Magisterial . . . Anne Applebaum is exceptionally well qualified to tell [this story]. Her deep knowledge of the region, breadth of view and eye for human detail makes this as readable as her last book, on the Gulag.
Daily Mail (UK)

A true masterpiece. . . . Impressive. . . . Applebaum s description of this remarkable time is everything a good history book should be: brilliantly and comprehensively researched, beautifully and shockingly told, encyclopedic in scope, meticulous in detail. . . . First and foremost of [the book s achievements] is Applebaum s ability to take a dense and complex subject, replete with communist acronyms and impenetrable jargon, and make it not only informative but enjoyable and even occasionally witty.
The Telegraph (UK)

A masterly synthesis in English of recent research by scholars in these countries, and of the range of memoirs by participants and survivors.
The Guardian (UK)

Applebaum s excellent book tells with sympathy and sensitivity how unlucky Eastern Europe was: to be liberated from the Nazi dictatorship by the only regime that could rival it for inhumanity.
The Independent (UK)

So much effort is spent trying to understand democratization these days, and so little is spent trying to understand the opposite processes. Anne Applebaum corrects that imbalance, explaining how and why societies succumb to totalitarian rule. Iron Curtain is a deeply researched and eloquent description of events which took place not long ago and in places not far away - events which contain many lessons for the present.
Fareed Zakaria, author of The Post-American World

Iron Curtain is an exceptionally important book which effectively challenges many of the myths of the origins of the Cold War. It is wise, perceptive, remarkably objective and brilliantly researched.
Antony Beevor, author of Stalingrad and The Second World War

This dramatic book gives us, for the first time, the testimony of dozens of men and women who found themselves in the middle of one of the most traumatic periods of European history. Anne Applebaum conveys the impact of politics and ideology on individual lives with extraordinary immediacy.
Amanda Foreman, author of Georgiana: Duchess of Devonshire and A World on Fire: Britain s Crucial Role in the American Civil War

Anne Applebaum s highly readable book is distinguished by its ability to describe and evoke the personal, human experience of Sovietisation in vivid detail, based on extensive original research and interviews with those who remember.
Timothy Garton Ash, author of The Magic Lantern: The Revolution of 89 Witnessed in Warsaw, Budapest, Berlin, and Prague

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