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Überlegungen II-VI / Gesamtausgabe 4. Abt. Hinweise und Aufzeichnung, Bd.94, Bd.2-6 - Heidegger, Martin
Vergriffen, keine Neuauflage

    Broschiertes Buch

Die von Heidegger sogenannten "Schwarzen Hefte" bilden ein in der deutschen Geistesgeschichte nicht nur des letzten Jahrhunderts einzigartiges Manuskript. Von 1931 bis zum Anfang der siebziger Jahre zeichnet Heidegger in vierunddreißig Wachstuchheften Gedanken und Gedankengefüge auf. Zuweilen - wie in den "Überlegungen" (GA 94 - 96) der dreißiger Jahre - stellen sie eine unmittelbare Auseinandersetzung mit der Zeit dar. Dann - wie in den "Vier Heften" (GA 99) vom Ende der vierziger Jahre - erweisen sie sich als philosophische Versuche, so dass die "Schwarzen Hefte" sich am ehesten als…mehr

Produktbeschreibung
Die von Heidegger sogenannten "Schwarzen Hefte" bilden ein in der deutschen Geistesgeschichte nicht nur des letzten Jahrhunderts einzigartiges Manuskript. Von 1931 bis zum Anfang der siebziger Jahre zeichnet Heidegger in vierunddreißig Wachstuchheften Gedanken und Gedankengefüge auf. Zuweilen - wie in den "Überlegungen" (GA 94 - 96) der dreißiger Jahre - stellen sie eine unmittelbare Auseinandersetzung mit der Zeit dar. Dann - wie in den "Vier Heften" (GA 99) vom Ende der vierziger Jahre - erweisen sie sich als philosophische Versuche, so dass die "Schwarzen Hefte" sich am ehesten als "Denktagebücher" bezeichnen lassen. Weil die Aufzeichnungen sich immer wieder der Nähe der Tagesereignisse aussetzen, zeigen sie sich in einem unverwechselbaren Stil. In den "Schwarzen Heften" scheint der Leser dem Denker so nah zu sein wie sonst nie. Er kann spüren, wie sehr sich das Denken auf sein Gedachtes einlässt. Das bringt mit sich, dass die "Schwarzen Hefte", wie kein anderes Manuskript des
ohnehin leidenschaftlich diskutierten Denkers, umstritten sein werden. Die Härte der Auseinandersetzung mit zeitgeschichtlichen Vorgängen wird mitunter dem Besprochenen nicht gerecht. Manche Hefte enthalten in vielerlei Hinsicht Problematisches. Dann wieder trifft der Angriff das Richtige. Alles gehört zum Eigentümlichen dieser Schriften, deren Veröffentlichung einen besonderen Moment in der Geschichte der Gesamtausgabe darstellt.
Die Auseinandersetzung mit der Entscheidung zum einjährigen Rektorat an der Freiburger Universität 1933/34 nimmt in Band 94 einen großen Raum ein. Es wird deutlich, dass Heidegger bei aller Zustimmung zum politischen Umbruch der Nationalsozialisten von Anfang an Bedenken gegen diese hegt. Die Niederlegung des Amtes gibt neuen Raum frei für die Ausarbeitung des seinsgeschichtlichen Denkens, das unmittelbarer als in allen anderen Schriften Heideggers auf alltägliche Phänomene in Religion, Kunst und Wissenschaft angewendet wird. Insbesondere diese seine seinsgeschichtlichen Lagebeurteilungen bestimmen den Charakter dieser Hefte.
  • Produktdetails
  • Verlag: Klostermann
  • 1. Aufl.
  • Seitenzahl: 600
  • Erscheinungstermin: 26. Februar 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 166mm x 38mm
  • Gewicht: 728g
  • ISBN-13: 9783465038146
  • ISBN-10: 3465038142
  • Artikelnr.: 39393844
Autorenporträt
Martin Heidegger (1889-1976) gilt neben Ludwig Wittgenstein als der einflußreichste und bedeutendste Philosoph des 20. Jahrhunderts.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Uwe Justus Wenzel hat sich sehr ernsthaft auf die mühsame Lektüre von Martin Heideggers "Schwarzen Heften" (1931-1941) eingelassen. Diese Aufzeichnungen des Denkers des "Seyns", die jetzt als Bände 94 bis 96 der Gesamtausgabe erschienen sind, umkreisen, wie er detailreich erläutert, in immer neuen Skizzen Aufgang und Untergang des "Seyns" und des "Menschentums" - und die Rolle des "Judentums" hierbei. Die Zitate, die Wenzel in seiner Besprechung bringt, vermitteln einen guten Eindruck von dem für Heidegger typischen raunenden, schwülstigen, dunklen und mystisch wabernden Sound. Im Blick auf Heideggers Antisemitismus erklärt der Rezensent um Korrektheit bemüht, dass antisemitische Passagen bezogen auf den gesamten Umfang der "Schwarzen Hefte" eher selten vorkommen, nämlich ungefähr ein Dutzend Mal auf 720 Seiten. Diese Passagen findet er gleichwohl sehr "abstoßend". Wenzel zitiert Hans Jonas, der im Blick auf Heidegger vom Rätsel sprach, "dass man ein Denker sein kann und dabei ein niedriger Mensch", um seinerseits zu dem Schluss zu kommen, dass dieses Rätsel mit der Publikation der "Schwarzen Hefte" noch größer geworden ist.

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