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In dem vielleicht bekanntesten Werk Camus' geht es um den jungen Franzosen Meursault im Algier der 1930er Jahre, der durch einen lächerlichen Zufall zum Mörder wird. Doch wichtiger als diese Tat ist die Haltung, die Meursault dem Leben gegenüber hat: Alles, was ihm geschieht oder was er tut, ist sinnlos, absurd. Der Tod seiner Mutter berührt ihn ebenso wenig wie der Heiratsantrag seiner Freundin oder der Mord, den er begangen hat. Selbst die bevorstehende Todesstrafe löst keine Reue in ihm aus. Erst als er schließlich die Absurdität seines Daseins akzeptiert, erkennt Meursault, dass der…mehr

Produktbeschreibung
In dem vielleicht bekanntesten Werk Camus' geht es um den jungen Franzosen Meursault im Algier der 1930er Jahre, der durch einen lächerlichen Zufall zum Mörder wird. Doch wichtiger als diese Tat ist die Haltung, die Meursault dem Leben gegenüber hat: Alles, was ihm geschieht oder was er tut, ist sinnlos, absurd. Der Tod seiner Mutter berührt ihn ebenso wenig wie der Heiratsantrag seiner Freundin oder der Mord, den er begangen hat. Selbst die bevorstehende Todesstrafe löst keine Reue in ihm aus. Erst als er schließlich die Absurdität seines Daseins akzeptiert, erkennt Meursault, dass der einzige Sinn des Lebens die Existenz selbst ist. Kaum ein Roman hat ganze Generationen von Lesern so beeinflusst wie Der Fremde.
  • Produktdetails
  • Verlag: Jacoby & Stuart
  • Seitenzahl: 134
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Erscheinungstermin: 20. Februar 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 287mm x 218mm x 20mm
  • Gewicht: 886g
  • ISBN-13: 9783942787215
  • ISBN-10: 3942787210
  • Artikelnr.: 40036041
Autorenporträt
Albert Camus, geb. 1913 in Algerien, gilt als einer der bedeutendsten französischen Schriftsteller und Philosophen des 20. Jahrhunderts. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Der Fremde, Der Mythos des Sisyphos (beide 1942) sowie Die Pest (1947), in denen sich seine einflussreiche Philosophie des Absurden widerspiegelt. 1957 wurde Camus mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 1960 verunglückte er bei einem Autounfall tödlich. Jacques Ferrandez, geb. 1955 in Algier, ist Comiczeichner und Illustrator und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Die franko-algerische Geschichte liegt ihm dabei besonders am Herzen. Der leidenschaftliche Jazzmusiker lebt heute in Südfrankreich.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.03.2014

NEUES REISEBUCH

FÜR DEN TISCH Es muss nicht einfach gewesen sein, einen Roman wie "Der Fremde" in eine Graphic Novel zu übersetzen, und eigentlich glaubt man auch fast nicht, dass das funktionieren kann. Schon allein weil man sich fragt, wie man in Bildern und Dialogen das darstellen will, was Albert Camus mit seinen Worten so fein und präzise einzufangen wusste. Natürlich wurden mittlerweile die meisten Klassiker der Weltliteratur, Shakespeare, Goethe, James Joyce sogar Thomas Bernhard in Bildgeschichten übertragen, und eigentlich ist es ja auch eine sehr erfrischende Art, ihnen neu zu begegnen. Und trotzdem: Wenn man anfängt "Der Fremde. Die Graphic Novel" zu lesen, ist man erst einmal skeptisch.

Zunächst sieht der Protagonist Meursault überhaupt nicht so aus, wie man ihn sich vorgestellt hat. Ein bisschen mehr wie Camus selbst hätte er vielleicht sein können - dunkle Haare, dunkle Augen, männlich und trotzdem weich. Stattdessen ist der Meursault von Jacques Ferrandez, dem Autor dieses am Ende wirklich guten Comic-Romans, blond und sieht aus wie ein etwas abgekämpfter Ken. Auch seine Freundin, Marie, wirkt mit ihren großen blauen Augen und dem üppigen Busen zu klischeehaft schön. Doch dann bemerkt man etwas ganz anderes, nämlich wie gekonnt der Autor einen über die Bildatmosphäre in die Handlung zieht. In seinen Aquarellen reist man nach Algerien, in die Kleinstadt Marengo, ans Meer, durch die Straßen, in die Cafés, die Kinos und Wohnhäuser der Hauptstadt. Ferrandez, der sich in seinen Comics schon lange mit der Geschichte dieses Landes befasst, ist selbst in Algier geboren und kennt die Orte des Romans sehr gut. Je weiter man liest und sieht (viele Seiten kommen ganz ohne Text aus), desto lebendiger und näher erscheint das Algerien der 1930er Jahre, desto ferner wirkt allerdings auch der Protagonist Meursault. Da steht dieser junge Mann mitten im Leben und ist so vollkommen befreit von Emotionen, Wünschen, Träumen, so absolut unbeteiligt an seiner eigenen Existenz und der von anderen, dass er gerade in diesen belebten, sonnigen Bildern als das erscheint, was er auch bei Camus ist: ein Fremder in der Welt, ein Fremder in sich selbst.

Der schicksalhafte Moment, in dem Meursault schließlich, ohne es zu wollen, den Araber erschießt, funktioniert vor allem über die Hitze, die Ferrandez in den Bildern erzeugt. "Es . . . Es war wegen der Sonne", wird der Angeklagte dann im zweiten Teil während seiner Verhandlung sagen und damit großes Gelächter im Raum auslösen: "Hahahahaha". Camus hat das mit dem Mord ein paar Jahre nach "Der Fremde" in "Der Mensch in der Revolte" noch einmal erklärt. Der Weg zum Töten, so sagt er, sei für denjenigen, der sich dem Absurden seines Seins widerstandslos hingibt, nicht weit - wenn alles egal ist, dann ist auch das egal. Gerade die Entwicklung von Meursault von einem vom Zufall getriebenen zu einem bewussten und deshalb, nach Camus, freien Menschen stellt Ferrandez beeindruckend gut dar. Die anfängliche Hitze weicht im zweiten Teil dunkleren, kühlen Bildern, Meursaults Gesicht gewinnt an Schärfe.

Und wenn man dann auf der letzten Seite nur noch das Gefängnis und den Sternenhimmel darüber sieht und er sagt, "Ich öffne mich zum ersten Mal der zarten Gleichgültigkeit der Welt. Als ich spüre, wie ähnlich sie mir ist, fühle ich, dass ich glücklich war und es noch bin", da klappt man den Comic zu, zieht den Roman aus dem Regal und fängt gleich noch mal von vorne an.

anhi

Jacques Ferrandez: "Der Fremde. Die Graphic Novel". Jacoby Stuart, 128 Seiten, 24 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Albert Camus' Roman "Der Fremde" von 1942 erzählt die Geschichte eines Mannes, der "absichtslos" zum Mörder wird, schreibt Elisabeth von Thadden. Wer diese CD gehört hat, wird den Roman nie wieder lesen können, ohne dabei die Stimme von Ulrich Matthes zu hören, glaubt sie. Matthes vermag es, "in die illusionslose Existenz einen Klang von Kindlichkeit zu bringen" und macht so - ohne jede Monotonie - die Betäubung des Mörders, dem jeder "kausale Zusammenhang" fehlt, hörbar, lobt sie ergriffen. Und: "Das ist eine Kunst."

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