Die Alpen (eBook, ePUB) - Bätzing, Werner
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2 Kundenbewertungen


»Was Sie hier sehen ist keine Idylle, sondern Zeichen einer tiefen Krise!« Der Geograph und ausgewiesene Alpenfachmann Werner Bätzing kämpft seit Jahrzehnten als Forscher und Aktivist für den Erhalt des Natur- und Kulturraumes Alpen. Massentourismus, Autobahnen, Stauseen und neue Gewerbegebiete verändern den Alpenraum derzeit stark und die Natur- und Kulturlandschaft droht zu verschwinden. Anhand von aussagekräftigen und eindrücklichen Bildern und ihrer Abfolge im Band erlebt der Betrachter den Wandel der Alpen sehr direkt. Die kurzen Erläuterungen vertiefen die Bildaussagen und lassen die…mehr

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Produktbeschreibung
»Was Sie hier sehen ist keine Idylle, sondern Zeichen einer tiefen Krise!« Der Geograph und ausgewiesene Alpenfachmann Werner Bätzing kämpft seit Jahrzehnten als Forscher und Aktivist für den Erhalt des Natur- und Kulturraumes Alpen. Massentourismus, Autobahnen, Stauseen und neue Gewerbegebiete verändern den Alpenraum derzeit stark und die Natur- und Kulturlandschaft droht zu verschwinden. Anhand von aussagekräftigen und eindrücklichen Bildern und ihrer Abfolge im Band erlebt der Betrachter den Wandel der Alpen sehr direkt. Die kurzen Erläuterungen vertiefen die Bildaussagen und lassen die Ursachen dieses fundamentalen Wandels verstehbar werden. Werner Bätzing bezieht Stellung und kritisiert die aktuellen Entwicklungen der Alpen scharf. Damit greift dieser Bildband - wie auch der Autor - in die aktuelle gesellschaftliche Diskussion um die Zukunft der Alpen ein. Ein absolutes Muss für Alpenbesucher, Einheimische, Verantwortungsträger, Forscher und Didaktiker.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: wbg Theiss
  • Seitenzahl: 216
  • Erscheinungstermin: 22. Februar 2021
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783806243499
  • Artikelnr.: 61470645
Autorenporträt
Werner Bätzing, geb. 1949, war Professor für Kulturgeographie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit vierzig Jahren forscht, lehrt und veröffentlicht er zum Thema Alpen; als wissenschaftlicher Berater ist er Mitglied von wichtigen nationalen und internationalen Alpen-Organisationen. Er gilt »zweifelsohne als der führende Alpenforscher unserer Zeit« (Wolfgang Schwarz, Österreichische Geographische Gesellschaft).
Inhaltsangabe
Vorwort
Einleitung: Was sind die Alpen?

I. Die Alpen im Agrarzeitalter

1. Der Naturraum Alpen
2. Frühe Formen der menschlichen Alpennutzung
3. Die Blüte von Wirtschaft und Kultur im Mittelalter
4. Verzögerte Modernisierungen in der Frühen Neuzeit
5. Die grundlegende Umgestaltung aller Ökosysteme im Agrarzeitalter
6. Die ökologische Stabilität der alpinen Kulturlandschaft
7. Kulturelle und politische Voraussetzungen einer nachhaltigen Naturnutzung im Agrarzeitalter

II. Der Zusammenbruch der traditionellen alpinen Welt und die neuen Nutzungsformen seit dem 19. Jahrhundert

1. Der Einbruch der Industriegesellschaft in den Alpenraum
2. Landwirtschaft in den Alpen - unverzichtbar, aber zukunftslos?
3. Die Industrie - übersehene Wirtschaftskraft in den Alpen
4. Der Tourismus - keine Schlüsselbranche im Alpenraum
5. Die Alpenstädte als regionale Wachstumszentren
6. Die Alpen als "Wasserschloss" Europas
7. Verkehr in den Alpen - mehr als nur Transit
8. Naturschutz als neuer Umgang mit den Alpen

III. Bilanzierung des grossen Strukturwandels im Alpenraum

1. Einleitung: Wie bilanziert man diesen Wandel?
2. Der ökonomische Wandel
3. Der ökologische Wandel
4. Der kulturelle Wandel
5. Typisierung des Strukturwandels: Die Alpen zwischen Vervorstädterung und Entsiedlung
6. Wichtige politische und staatliche Modifikationen des Strukturwandels
7. Gesamt-Bilanz: Die Alpen verschwinden

IV. Welche Zukunft für die Alpen?

1. Was heißt "nachhaltige Entwicklung" für die Alpen?
2. Die Alpenkonvention als Dach für regionstypische Entwicklungen
3. Die Stellung der Alpen in einem nachhaltigen Europa

Anhang
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Tabellen, Karten und Schaubilder
Register

Vorwort . 7Einleitung . 8WAS SIND DIE ALPEN? . 10Die schrecklichen Alpen . 14Die schönen Alpen . 18Die Alpen als Freizeitpark . 24DIE NATUR DER ALPEN . 28Die Alpen - ein junges Hochgebirge . 32Großlandschaften der Alpen . 38Wasser und Eis als Landschaftsgestalter . 48Die Alpen als Regenfänger und Wasserspeicher . 58Die Vegetation der Alpen im Naturzustand 62Sprunghafte Naturdynamik 66TRADITIONELLE KULTURLANDSCHAFTEN . 72Die Alpen - kein Ungunstraum für den Menschen . 76Strategien zum Leben mit einer sprunghaften Naturdynamik 82Charakteristika alpiner Kulturlandschaften 90Altsiedelräume in den Alpen . 100Jungsiedelräume in den Alpen . 108Transitwege, Bergbau, Marktorte und Städte 116Die religiöse Gestaltung der Landschaft 124DIE MODERNISIERUNG DER ALPEN 128Verkehrserschließung als Voraussetzung der Modernisierung 132Landwirtschaft im Alpenraum - ein Rückzug ohne Ende? 140Gewerbe und Industrie - oft übersehen . 146Tourismus - keine Schlüsselbranche im Alpenraum . 150Die Alpenstädte
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 08.11.2018

Ansichten einer
Kulturlandschaft
Zwei Bücher zeigen die Alpen aus ganz unterschiedlichen
Blickwinkeln. Spannend sind beide
Es liegt nahe, ein Gebirge gleichzusetzen mit Natur. Zumindest für die Alpen ist das aber falsch: Sie sind keine Natur-, sondern eine Kulturlandschaft. Die seit Jahrtausenden geprägt wird von den Menschen, die sie bewohnen und benutzen. So wären die Alpen weitaus stärker bewaldet, als sie es seit langem sind. Erst der Mensch hat viele Hänge gerodet. Gibt er die Landwirtschaft und die Viehhaltung in bestimmten Regionen auf, wachsen die freien Flächen übrigens wieder zu. Das zum Beispiel zeigt Werner Bätzing in seinem Buch „Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft“. Es ist die völlig neu überarbeitete Fortführung seines Klassikers „Bildatlas Alpen
“ von 2005.
Bätzing skizziert in dem Band klug und klar, wie die Alpen zu einer Kulturlandschaft geworden sind, welche Facetten diese hat, wie sie sich gewandelt hat und wie sie in der Gegenwart in ihrem Bestand vielerorts bedroht ist. Anschaulich wird dies besonders durch die geschickt gewählten, aussagekräftigen Fotos. Das klingt spröder, als es ist: Wer Bätzing liest, kriegt einen tiefen Begriff von den Alpen. Der emeritierte Kulturgeograf konterkariert und korrigiert damit auch das Bild, das Michael Seeber als Herausgeber von „Kunst Landschaft Tirol“ von den Alpen präsentiert. Seeber zeigt, vor allem mit Gemälden aus der Sammlung Alfons Walde, wie die Alpen überwiegend in der Malerei, aber auch in der Plakatkunst und der frühen Fotografie dargestellt worden sind. Es ist eine Ansicht dieser Gebirgswelt, die der von Bätzing in vielem widerspricht.
Beide jedoch zeigen Wahrheiten. Seeber dokumentiert den Blick von außen. „Kunst Landschaft Tirol“ verdeutlicht, welchen Begriff sich die Menschen aus dem Flachland von diesem Gebirge gemacht haben, und zwar nicht Pragmatiker wie Händler, sondern Künstler. Für sie waren die Alpen erst schrecklich-schön und später wild-romantisch. An diesem Image trägt das Gebirge noch heute. Bätzing indessen besieht sich die Alpen von innen. Spannend ist beides.
STEFAN FISCHER
Werner Bätzing: Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft WBG / Theiss, Darmstadt 2018. 216 Seiten, 38 Euro.
Michael Seeber und Stadtgemeinde Kitzbühel / Museum Kitzbühel Sammlung Alfons Walde (Hrsg.): Kunst Landschaft Tirol. Eine Entdeckungsreise von der Romantik bis zur Gegenwart. Tyrolia Verlag, Innsbruck / Wien 2018. 192 Seiten, 29,95 Euro.
Alexander Kanoldt, anfangs Kubist, später der Neuen Sachlichkeit verpflichtet, porträtiert 1920 Klausen. Zehn Jahre zuvor hat Gustav Jahn Werbung für Arlberg entworfen.
Fotos: Stiftung Museion / Museum für zeitgenössische kunst bozen, Sammlung Arnaldo Loner / Bozen
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 14.10.2018

NEUE REISEBÜCHER

Für den Tisch Die Alpen, wie wir sie kennen, sind im Begriff zu verschwinden. So lautet, stark verkürzt, die Botschaft zweier Bücher, die soeben erschienen sind und die Verfallsgeschichte illustrieren. Werner Bätzing, emeritierter Professor für Kulturgeographie, widmet sich in seinem Buch dem "Verschwinden einer Kulturlandschaft". Der Bildband mit wissenschaftlichen Begleittexten befasst sich zunächst allgemein mit Natur und Kultur des Gebirges, um sich dann seiner Modernisierung und Zukunft zu widmen. Massentourismus, Verstädterung und Klimawandel, "dessen Auswirkungen in den Alpen deutlicher zu sehen sind als in vielen anderen Teilen Europas", wie Bätzing schreibt, verändern die Alpen - und wenn man die gegenübergestellten Aufnahmen des Gepatschferners im österreichischen Kaunertal sieht, dann hat man dazu keine weiteren Fragen. Ein Foto aus dem Jahr 1904 zeigt einen riesigen Eisstrom, eines aus dem Jahr 2017 nur noch ein klägliches grauweißes Etwas in einer zerfurchten Kraterlandschaft. Und trotz dieses drastischen Kontrasts bewertet Bätzing "die Verstädterung der Tallagen" als die größte und chaotischste aller Veränderungen. Neue Gewerbegebiete in den alpinen Ballungszentren haben für ihn mehr Auswirkung auf das Bild der Alpen als schmelzende Gletscher auf 3000 Meter. "Die traditionellen Kulturlandschaften", schreibt Bätzing, "verschwinden durch Entsiedelung und durch Zersiedelung, und das, was vom Menschen in den Alpen übrig bleibt", seien austauschbare Formen, "die sich bestenfalls graduell von denen der europäischen Metropolen unterscheiden". Die Heidi-Alm-Romantik, die man als gestresster Großstädter noch immer mit den Alpen verbindet, verwandelt sich mehr und mehr in eine Billig-Einkaufzentren-Architektur. Bätzing schreibt: "Die Realität der Alpen und das ,Alpenbild im Kopf' fallen hier besonders weit auseinander."

Und ganz im Gegensatz zu den überbevölkerten Tälern ziehen sich Menschen "aus peripheren Lagen" mehr und mehr zurück. Diese, laut Bätzing, "Entvölkerung der Hochlagen" ist der Schlüssel zum zweiten alpinen Dekadenzbuch, dem Bildband "Geisterhäuser. Verlassene Orte in den Alpen". Er folgt dem Trend zur Begeisterung für "lost places" und inszeniert auf großformatigen Fotos verfallende Grandhotels, Wildbäder und Casinos, Staudämme, Grenzhäuschen, Minen, Militäranlagen und leerstehende Dörfer in ihrer ganzen destruktiven Pracht. Wenn das nicht alles so wunderschön aussehen würde, könnte man richtig traurig werden. Oder, um es mit Werner Bätzings erschütterndem Fazit zu sagen: "Die Alpen werden bestenfalls noch als Kulisse, Hindernis oder Störfall wahrgenommen."

asl

Werner Bätzing: "Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft". Wbg Theiss, 216 Seiten, 38 Euro Stefan Hefele / Eugen E. Hüsler: "Geisterhäuser. Verlassene Orte in den Alpen". Bruckmann, 240 Seiten, 49,99 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Von der Schönheit der Alpen braucht man wohl niemanden zu überzeugen, auch das sie etwas Besonderes sind, wird kaum jemand bestreiten. Werner Bätzing stellt sie nun in der neu konzipierten Zweitfassung seines Buches als ein Phänomen dar, "dessen Gesamtgestalt", wie der Rezensent mit dem Kürzel "bhi." es umschreibt, "erst im Verschwinden in den Blick zu kommen" scheine. "bhi." findet das Buch "faszinierend geschrieben" und lobt sowohl Informationswert als auch Facettenreichtum. Der Autor mache deutlich, dass die Schönheit der Alpen das Ergebnis von jahrtausendelanger menschlicher Arbeit sei und räume mit Vorurteilen und einfachen Rezepten zum Schutz der bedrohten Region auf. Denn für Bätzing ist das eigentlich gefährdete und zu schützende Gut "menschlicher Einfallsreichtum, Initiative, örtlich gebundenes Wissen und koordinierte Sorgfalt", erklärt der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Ein Standardwerk für Bergfreunde.âEURoe Thomas Merten, Geo Saison, September 2015

"Spannend und lehrreich." Bergliteratur.ch, 6. Mai 2015