Verismo - Netrebko,Anna/Pappano,Antonio/Oascr
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Anna Netrebko zeigt sich auf ihrem neuen Album Verismo mit beeindruckend gereifter Stimme und beweist einmal mehr ihre Rolle als führende Sopranistin ihrer Generation.Für Anna Netrebko selbst ist es der nächste schlüssige Schritt, für ihr Publikum verspricht es eine Entdeckung zu werden: Das neue Album Verismo gewährt mit einem fein konzipierten und herausfordernden Repertoire einen faszinierenden Einblick in die die atemberaubende Welt des Verismo mit Werken von Puccini bis Giordano.Auf dem Gipfel ihrer beeindruckenden Karriere angekommen, führt die Sopranistin ihre stimmliche und…mehr

  • Anzahl: 1 Audio CD
Produktbeschreibung
Anna Netrebko zeigt sich auf ihrem neuen Album Verismo mit beeindruckend gereifter Stimme und beweist einmal mehr ihre Rolle als führende Sopranistin ihrer Generation.Für Anna Netrebko selbst ist es der nächste schlüssige Schritt, für ihr Publikum verspricht es eine Entdeckung zu werden: Das neue Album Verismo gewährt mit einem fein konzipierten und herausfordernden Repertoire einen faszinierenden Einblick in die die atemberaubende Welt des Verismo mit Werken von Puccini bis Giordano.Auf dem Gipfel ihrer beeindruckenden Karriere angekommen, führt die Sopranistin ihre stimmliche und künstlerische Weiterentwicklung damit konsequent fort und leuchtet die stilistische und psychologische Dichte des Verismo mit der ihr eigenen Intensität und Ausdruckskraft aus.Anna Netrebko nimmt den Hörer mit auf eine Reise quer durch das leidenschaftliche und radikal ehrliche Repertoire des Verismo, einer Stilrichtung der italienischen Oper, die den Menschen so zeigt wie er eigentlich ist: Emotional und verletzlich.Und genau auf diese Verletzlichkeit baut Netrebko in ihrer authentischen Wiederbelebung der eigentlich so zeitlosen Kunst des Verismo auf: Gekonnt haucht sie den leidenden, sinnlichen und temperamentvollen Charakteren des Verismo neues Leben ein und spielt dabei mit emotionalen und technischen Grenzen. In aktuellen Interviews spricht die herausragende Künstlerin gerne über die auffällige Entwicklung ihrer Stimme, die reifer und zu tieferen Partien fähig geworden sei.Was mit Verdis Giovanna dArco und Lady Macbeth seinen Anfang nahm, findet nun seine selbstverständliche Fortsetzung u.a. mit Puccinis Manon Lescaut, Madame Butterfly und Tosca, Cileas Adriana Lecouvreur und Giordanos Andrea Chenier.Ich glaube, ich habe ein Gespür für diese Musik. Ich habe alles zusammengenommen - meine Stimme, mein Wissen - und hart, wirklich hart an diesem Repertoire gearbeitet. Ich habe versucht, ein Verständnis zu entwickeln und Porträts zu zeichnen von dem, was den Verismo letztlich
ausmacht.Nach dem erfolgreichen Vorgängeralbum Verdi und mehreren triumphalen Rollendebüts, ist der Deutsche Grammophon-Superstar damit auf dem besten Wege, mit Verismo neue Maßstäbe zu setzen und seine unangefochtene Position als berühmteste Opernsängerin unserer Tage nachdrücklich unter Beweis zu stellen.
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 Audio CD
  • Erscheinungstermin: 2. September 2016
  • Hersteller: Universal Music; Deutsche Grammophon,
  • Gesamtlaufzeit: 68 Min.
  • EAN: 0028947950158
  • Artikelnr.: 44478824
Trackliste
CD
1"Ecco: respiro appena ... Io son l'umile ancella" (Act 1)00:03:43
2"La mamma morta" (Act 3)00:04:59
3"Un bel di vedremo" (Act 2)00:04:35
4"Signore, ascolta!" (Act 1)00:02:41
5"Qual fiamma avea nel guardo! ... Stridono lassù" (Act 1)00:04:32
6"Ebben? Ne andrò lontana" (Act 1)00:03:56
7"L'altra notte in fondo al mare" (Act 3)00:06:55
8"Suicidio! In questi fieri momenti" (Act 4)00:04:35
9"Vissi d'arte, vissi d'amore" (Act 2)00:03:29
10"In questa reggia" (Act 2)00:06:12
11"In quelle trine morbide" (Act 2)00:02:48
12"Tutta su me ti posa" (Act 4)00:02:56
13"Manon, senti, amor mio" (Act 4)00:01:59
14"Sei tu che piangi?" (Act 4)00:04:38
15"Sola perduta, abbandonata" (Act 4)00:04:25
16"Fra le tue braccia amore" (Act 4)00:06:42
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.09.2016

Die schönste aller frommen Kunstlügen
Anna Netrebko versteht sich in ihrem Album "Verismo" meisterhaft auf Reiz und Rührung, Crescendo und Diminuendo

In der Rolle einer Diva geht die russische Sängerin Anna Netrebko auf, wie es seit langem keiner anderen Sängerin mehr gelingen wollte - inzwischen wird schon vom "Age of Anna Netrebko" (im Magazin "Opera News") gesprochen. Nach den lyrischen und verzierten Partien des russischen und italienischen Opernrepertoires vollzieht sie seit einiger Zeit den Wechsel ins Spinto-Fach, und so folgt nun auf ihr wohlgelungenes Verdi-Album eine Sammlung mit sechzehn Arien und Szenen aus diversen Opern der vorletzten Jahrhundertwende, subsumiert unter dem Titel "Verismo". Die virtuosen und gesangstechnischen Anforderungen, welche die Komponisten der "neuen italienischen Schule" hier stellen, sind zwar nicht hoch. Eine Herausforderung aber sind die dynamische Kontrolle, die hier gefragt ist, sowie die dramatische Deklamation, der emotionale Ausdruck.

Netrebko beginnt mit der As-Dur-Arie der Titelheldin aus Francesco Cileas Schauspielerinnen-Tragödie "Adriana Lecouvreur", die sich vorstellt als eine "demütige Magd des Schöpfer-Genies": die wohl schönste aller frommen Kunstlügen. Herrlich gelungen der Pianissimo-Beginn auf dem zweigestrichenen Es ("Ecco: respiro") sowie das sauber plazierte Diminuendo auf "cor". Weich und voll der Klang in der üppigen tiefen Lage (bis aufs eingestrichene C), leuchtend das Fortissimo bei "atroce". Die letzten Phrasen formt Anna Netrebko als einen fil di voce, eine kontrollierte Ausdünnung der Stimme. Zum Schluss folgt ein Crescendo zu einem As im Forte, das sie über eine gefühlte Minute lang langsam wegdimmen lässt.

Maddalenas "La mamma morta" gehört zu den Favoriten aller Verismo-Diven. Der Umfang liegt zwischen dem eingestrichenen C und dem zweigestrichenen H. Den meditativen ersten Teil der Arie mit der Erinnerung an das verlorene Glück taucht Netrebko gleichsam in Weh-Moll. Wenn Maddalena ans Feuer denkt, durch das ihr Haus zerstört wurde, schärft sie den Ton. Prachtvoll die dynamische Expansion der Phrasen im zweiten Teil mit dem krönenden Spitzenton. Überraschend, dass Netrebko für Neddas Vogellied auch einen leichten Ton findet; sie singt von den Zigeunern der Lüfte, den in die Freiheit fliegenden Vögeln, deren Naturlaut, den Triller, sie aufs geschmeidigste ausführt.

Die E-Dur-Arie der Wally aus Alfredo Catalanis gleichnamiger Oper ("Ebben, ne andrò lontano") ist seit dem Kultfilm "Diva" von Jean-Jacques Beineix zu einer besonderen Art von Narkotikum geworden. Den einleitenden, mit viel Gefühl zu nehmenden Phrasen, in denen die Heldin aus der Welt zu gehen sich entschließt, gibt Netrebko eine monologisch-brütende Tonfarbe. Superb das Pianissimo in der als "süß und ausdrucksvoll" vorgeschriebenen Phrase "O della madre", imponierend die auf das hohe, zweigestrichene H führende Zielphrase. Ebenso herzergreifend glückt Netrebko die Darstellung von Margheritas albtraumhafter Erinnerung an den Tod ihres ungeborenen Kindes ("L'altra notte") aus Arrigo Boitos "Mefistofele". Es ist dies eine der eindringlichsten Wahnsinnsszenen, darin die Formeln des Ziergesangs mit dessen eigenen Mitteln gesprengt werden, und zwar durch gleichsam dissoziierende Fiorituren der "Vola, vola"-Phrasen ebenso wie durch die angstbebenden Triller.

In Giocondas "Suicidio" kontrastiert Anna Netrebko die vokalen Register nicht in so einzigartiger Weise, wie es einst Maria Callas tat, in Anlehnung an Rosa Ponselle. Ihre eindringliche Darstellung ließe sich eher mit dem paradoxen Begriff eines Verismo-Belcanto beschreiben. Allerdings geht das Bemühen um ein luxurierend schönes Klangbild doch allzu oft auf Kosten der Textformung, und damit der dramatischen Eloquenz.

Die weiteren zehn der sechzehn Arien und Szenen sind ausschließlich Giacomo Puccini gewidmet. Viele Sängerinnen hegen eine Abneigung gegen den Vokal "U" - umso größer dann, wenn er pianissimo auf dem zweigestrichenen Ges gesungen werden muss wie in Madama Butterflys "Un bel di vedremo". Die wie aus der Ferne klingenden Phrasen gelingen Netrebko ebenso eindringlich wie die zarte dynamische Steigerung auf "vedremo". Das lange zweigestrichene B am Schluss, auf dem Wort "aspetto", gestaltet sie nicht mit einfachem Fortissimo; sie formt einen Ton, der von Sehnsucht und Verzweiflung getränkt ist.

Aus Puccinis "Turandot" führt Netrebko gleich beide kontrastierenden Frauenrollen vor: sowohl die Arien der Turandot wie die der Liù. Bei Letzterer versteht sie sich darauf, die Mittel von Reiz und Rührung auszukosten, in expansiv geweiteten Phrasen, seidenzarten Pianissimi. Ob sie je die Partie der Turandot mit ihrem enormen Ambitus bis zum dreigestrichenen C auch auf der Bühne riskieren wird? Dies ist, vom Stimmcharakter her, bereits eine hochdramatische Partie. Oft klingt sie wie der "verzweifelte Schrei" ihrer Ahnin Lou-Ling, an den Turandot sich erinnert.

Es gab nicht viele Sängerinnen mit den für diese Partie notwendigen Stimmbändern aus Stahl. Anna Netrebko singt die exponierten Forte-Töne in "grido quella morte" und "l'orgoglio di tanta pura" sowie besagtes hohes C in der Engführung (in den Takten mit Kalaf) mit stimmlicher Vollglut, aber nicht schneidend, wie es etwa Birgit Nilsson tat. Und es ist wirklich bewegend, wie innig-schmerzlich sie die tief liegende Phrase "Principessa Lou-Ling" zu tönen versteht.

Sechs Titel des Albums stammen aus jener Oper, mit der sie kürzlich im August bei den Salzburger Festspielen auftrat: Puccinis "Manon Lescaut". In der Arie aus dem zweiten Akt ("In quelle trine morbide") sind wieder die erlesenen Netrebkoschen Piano-Phrasen zu erleben. Ihr Partner in den Szenen aus dem vierten Akt ist Yusif Eyvazov, der zuvor schon in den wenigen Takten des Kalaf zu hören war. Der Tenor aus Aserbaidschan, seit Dezember 2015 der Ehemann Anna Netrebkos, hat eine metallisch-laute Stimme, aber ohne klangliche Rundung. Besonders in stilistischer Hinsicht ist er ihr kein idealer Partner. Während Netrebko weitestgehend auf die Effekte des Seufzer-Stils verzichtet, ist er ein Vertreter einer überlebten maniera verista. Hoch zu rühmen das Orchester und der Chor der Accademia di Santa Cecilia Rom unter Antonio Pappano.

JÜRGEN KESTING

"Verismo". Szenen & Arien aus Opern von Giacomo Puccini, Amilcare Ponchielli, Arrigo Boito, Alfredo Catalani, Umberto Giordano, Ruggiero Leoncavallo, Francesco Cilea. Anna Netrebko, Chor & Orchester der Accademia di Santa Cecilia, Antonio Pappano.

Deutsche Grammophon 479 65497 (Universal)

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