München und das Bier - Assél, Astrid; Huber, Christian
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In München wird seit jeher Bier gebraut. Talentierte Braumeister kamen hier zu Reichtum und Einfluss, ganze Brauerdynastien entstanden und mit Stolz blicken heute einige Brauereien der Stadt auf über 600 Jahre Brautradition zurück. Auch ihnen folgt das Buch auf seiner süffigen Tour durch die Münchner Biergeschichte: vom Hausbrauen zu den bürgerlichen Kleinbrauereien, von der Blüte mit über 80 Brauhäusern zur schweren Zeit während der Industrialisierung und bis zum Aufstieg der Bierbarone, die sich in München regelrechte Bierpaläste errichteten.Zehn Jahre nach seinem ersten Erscheinen kommt…mehr

Produktbeschreibung
In München wird seit jeher Bier gebraut. Talentierte Braumeister kamen hier zu Reichtum und Einfluss, ganze Brauerdynastien entstanden und mit Stolz blicken heute einige Brauereien der Stadt auf über 600 Jahre Brautradition zurück. Auch ihnen folgt das Buch auf seiner süffigen Tour durch die Münchner Biergeschichte: vom Hausbrauen zu den bürgerlichen Kleinbrauereien, von der Blüte mit über 80 Brauhäusern zur schweren Zeit während der Industrialisierung und bis zum Aufstieg der Bierbarone, die sich in München regelrechte Bierpaläste errichteten.Zehn Jahre nach seinem ersten Erscheinen kommt "München und das Bier", das der traditionell engen Verbindung der Stadt mit ihrem liebsten Gerstensaft huldigt, wieder auf den Markt - überarbeitet, mit kleinem Facelift und im handschmeichelnden Broschur-Format. Das Standardwerk von Astrid Assél und Christian Huber verrät Münchner Besonderheiten wie die Verbindung der mittelalterlichen Brauer zu den bayerischen Herzögen, die Trinkgewohnheiten der Stadtbewohner oder die Entwicklung eines Stützpfeilers der bayerischen Lebensart: die hiesigen Biergärten. Vorgestellt werden dazu alle aktiven und ehemaligen Münchner Brauereien und deren Biersorten - nur Verkosten muss man noch selbst.
  • Produktdetails
  • Verlag: Volk Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 3235505
  • 3., überarb. Aufl.
  • Seitenzahl: 216
  • Erscheinungstermin: November 2020
  • Deutsch
  • Abmessung: 247mm x 220mm x 29mm
  • Gewicht: 1048g
  • ISBN-13: 9783937200590
  • ISBN-10: 3937200592
  • Artikelnr.: 25734684
Autorenporträt
Assél, Astrid
Astrid Assél, Jahrgang 1964, kam einst zum Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Philosophie an der LMU nach München. Aus Liebe zu ihrer (Wahl-)Heimat, zur Wirtshaus- und Braukultur der bayerischen Biermetropole bietet sie zusammen mit Dr. Christian Huber unter dem Titel "Münchner Bierbeschau" heißbegehrte Touren zu "Münchens Bierbergen" oder "Münchens vergessenen Kellern" an - jenseits von Oktoberfest und Hofbräuhaus.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 03.11.2009

Schicksalsträchtige Liaison
Der Band „München und das Bier” beleuchtet eine historische Verbindung
Wie wichtig dem Münchner das Bier ist, zeigt ein Blick auf die „Bierkrawalle”im 19. Jahrhundert. Sobald der Bierpreis stieg, wurde es brenzlig in der Stadt. Der Volkszorn kochte hoch, einige Male entlud er sich über Tage hinweg in wilden Schlägereien und Zerstörungsorgien, beim Bieraufstand 1844 gab es sogar zwei Tote. Was im Jahr 1832 in einer Pariser Zeitung über das Volk der Bayern allgemein zu lesen war, galt im Speziellen auch für die Münchner: „Die Bayern sind ein derbes, aber gutmütiges Volk, sie ließen eher Holz auf sich spalten, als dass sie zu einem Aufstand zu bringen wären. Doch man nehme oder verkümmere ihnen ihr Bier, und sie werden wilder revolutionieren als irgendein Volk.”
Nun, mittlerweile sind die Zeiten ruhiger, selbst die alljährlich fällige Preiserhöhung des Wiesnbiers führt nicht mehr zu revolutionären Umtrieben, obwohl sich viele Münchner noch immer auf magische Weise zum Biere hingezogen fühlen – und zwar sowohl geistig als auch körperlich. Wenn aber die Geschichte des Münchner Bieres zur Sprache kommt, werden die meisten Stammtischbrüder gewöhnlich kleinlaut. Zu mehr als zur Aufzählung der verbliebenen Brauereien reicht es selten, manchmal fällt noch das Stichwort „Reinheitsgebot”. Solche Bildungslücken sind generell beklagenswert, nun aber fällt zumindest die Ausrede weg, es gebe keine einschlägige Literatur. Soeben haben Astrid Assél und Christian Huber das lehrreiche Buch „München und das Bier” vorgelegt, in dem alles zusammengetragen ist, was der bierhistorisch interessierte Leser resp. Trinker wissen muss.
Besonders interessant und bemerkenswert sind die Erkenntnisse, die die beiden Autoren – Assél ist studierte Germanistin, Huber praktizierender Arzt – über die Anfänge der schicksalsträchtigen Liaison München-Bier gewonnen haben. Mit überzeugenden Argumenten entkräften sie beispielsweise die bis heute häufig vorgetragene These, in München sei bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wesentlich mehr Wein als Bier getrunken worden. Um die Bedeutungslosigkeit des Bieres im Mittelalter zu belegen, werde zumeist ein Zitat des Geschichtsschreibers Aventinus (1477-1534) herangezogen, wonach die Bayern „Tag und Nacht bei dem Wein säßen”. Das mag für einige Gegenden Altbaierns zutreffend gewesen sein, müsse aber nicht notwendigerweise für München gelten. Schon zur Zeit der Stadtgründung, so die Autoren, gehörte das Bierbrauen zu den Pflichten der Hausfrau. Einfach nur das oft verschmutzte Wasser zu trinken, konnte zu Krankheiten führen, also braute man am heimischen Herd beispielsweise ein halbwegs keimarmes Warmbier, das mit Ei, Muskatnuss und Ingwer angereichert wurde und wenig Alkohol enthielt.
Unter Herzog Ludwig dem Strengen (1229-1294) erfuhr das bis dahin häusliche Brauen eine einschneidende Änderung. Wer brauen wollte, brauchte eine Genehmigung des Herzogs und musste jährliche Abgaben bezahlen, welche die herzoglichen Kassen füllten. Zudem war die Ausübung des Braulehens an ein Grundstück mit Braustätte, Bierkeller sowie einer Schankwirtschaft gebunden. In den Genuss des Braurechts kamen folglich nur Mitglieder gutgestellter Patrizierfamilien. Zunächst wurden 21 Braugerechtigkeiten verliehen, der älteste nachweisbare Münchner Bräustadel befand sich an der inneren Stadtmauer, etwa dort, wo die Kaufinger- in die Neuhauser Straße mündet.
Das war der Anfang des Weges zur weltberühmten Bierstadt, der über bedeutsame Etappen wie Reinheitsgebot, die Gründung des Hofbräuhauses, Weißbiermonopol oder die Ära der „Bierbarone” führte. Astrid Assél und Christian Huber erzählen in schnörkelloser Manier die Geschichte des Münchner Bieres bis zur Gegenwart, dazu lassen sie den Werdegang der wichtigsten Brauereien Revue passieren, ein Kapitel über das Brauen generell sowie der ausführlich erläuterte Plan zu einer historischen Biertour durch die Münchner Altstadt runden die Hopfen-und-Malz-Saga ab. Zudem können sich Stammtischbrüder, die lieber trinken als lesen, an den vielen historischen Bildern delektieren, die selbst wieder voller interessanter Geschichten sind. Wolfgang Görl
Astrid Assél, Christian Huber: München und das Bier. Volk Verlag, 216 Seiten mit vielen Abbildungen; 24,90 Euro.
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