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  • Format: ePub


Der Begriff der Genealogie steht seit Friedrich Nietzsche und Michel Foucault für eine radikale Form von Kritik: Genealogie stellt einen Wert, eine Institution, eine Praxis in Frage, indem sie deren historische Wurzeln freilegt. Martin Saar rekonstruiert genealogische Kritik als eine Kritik des Selbst, die uns erkennen lässt, welche Prozesse und Mächte uns zu dem gemacht haben, was wir sind. Und diese Kritik enthält ein Versprechen: Wenn die kontingenten Machtverhältnisse aufgedeckt werden, in die das Selbst verstrickt ist, kann es sich transformieren.…mehr

  • Geräte: eReader
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  • eBook Hilfe
  • Größe: 3.49MB
Produktbeschreibung
Der Begriff der Genealogie steht seit Friedrich Nietzsche und Michel Foucault für eine radikale Form von Kritik: Genealogie stellt einen Wert, eine Institution, eine Praxis in Frage, indem sie deren historische Wurzeln freilegt. Martin Saar rekonstruiert genealogische Kritik als eine Kritik des Selbst, die uns erkennen lässt, welche Prozesse und Mächte uns zu dem gemacht haben, was wir sind. Und diese Kritik enthält ein Versprechen: Wenn die kontingenten Machtverhältnisse aufgedeckt werden, in die das Selbst verstrickt ist, kann es sich transformieren.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 383
  • Erscheinungstermin: 05.02.2007
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783593402833
  • Artikelnr.: 37177605
Autorenporträt
Martin Saar, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Assistent für politische Theorie und politische Ideengeschichte am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt.
Inhaltsangabe
Inhalt Einleitung: Geschichte und Kritik Das Problem der Genealogie9 1.Geschichte und Leben beim frühen Nietzsche23 1.1.Das Bewusstsein der Geschichtlichkeit24 Geschichte und "Gesundheit" 26 - Die drei Formen der lebensdienlichen Historie 28 1.2.Bildung und Leben31 Erziehung und Perfektion 33 - Die Ambivalenz des Historischen 35 2.Nietzsches historische Moralkritik39 2.1.Das genealogische Programm41 2.2.Die Politik der moralischen Sprache47 Die Deutungsmacht der "Priester" und das kreative Ressentiment 49 "Züchtung" und Steigerung 53 - Historisch-politische Fiktionen 58 2.3.Bewusstsein und Gewissen60 Die Naturgeschichte des Versprechens und der Verantwortung 60 - Genealogische Methodologie 65 - Der Ursprung des schlechten Gewissens 70 - Auflösung des zivilisatorischen Scheins 73 2.4.Selbstbild und Norm75 Asketische Typen: Philosoph, Priester, Wissenschaftler 78 - Die Zukunft der Kultur und der Natur des Menschen 87 - Methodische Fiktion und virtuelle Geschichte 92 3.Die Elemente des genealogischen Verfahrens: Subjekt, Macht, Form97 3.1.Vom transzendentalen Subjekt zur Praxeologie des Selbst98 Die Umwertung des Subjektbegriffs 99 - Praktische Subjektivität 103 Urgeschichte und Sozialgeschichte der Subjektivität 105 3.2.Der "Wille zur Macht" und das Herrschaftsmodell "alles Geschehens"107 Der Begriff des Willens und die Psychologie des "Willens zur Macht" 109 Ein dreifacher Machtbegriff 112 - In der Hand der Starken: reale Macht 117 Im Netz der Priester: symbolische Macht 119 - Im Bann eines Ideals: imagi- näre Macht 122 - Nietzsches Macht- und Selbstkritik und der genealogische Imperativ 125 3.3.Die genealogische Form: Drastik und Rhetorik130 "Starke" vs. "Schwache": soziale Typologisierung 132 - "Urszenen": Personalisierung und Hyperkonkretion 135 - Starre Systeme: Anonymisierung und Epochalisierung 137 - Adresse und Implikation: das Subjekt als Objekt 138 Genealogischer Stil: eine Kunst der Übertreibung 139 3.4.Nietzsches genealogische Methode: Deutungsalternativen142 Genealogie als ideologiekritische Begriffsanalyse (Geuss) 143 - Genealogie als Subversion (MacIntyre) 147 - Genealogie als Rechtfertigung (Williams) 149 Kritik des Selbst in der sozialen Ordnung 153 4.Foucaults Historisierung des Wissens159 4.1.Von der Psychologie zur Geschichte des Wahnsinns162 Das Andere der Vernunft 166 - Nietzsche in Frankreich, 1950-1970 169 4.2.Die Ordnung der Wörter und der Dinge172 Historisch-epistemologische Kritik der Subjektivität 176 - Autorschaft und Subjektposition 181 - Archäologie und Kritik 183 5.Macht und Subjektivierung187 5.1.Foucaults Genealogiebegriff188 Kant und die Begriffe "Archäologie" und "Genealogie" 189 - Deleuze über Genealogie 193 - Die Ordnung des Diskurses und die Geschichte 195 - In der Maske Nietzsches 198 - Terminologische Varianzen 202 5.2.Die Analytik der Macht204 Relationalität der Macht 206 - Intentionalität und strategischer Charakter der Macht 211 - Produktivität der Macht I: Materialität und Körper 213 Produktivität der Macht II: Wissen und Wahrheit 217 - Produktivität der Macht III: "Seele" und Subjekt 220 5.3.Geschichte und Geschichtlichkeit der Macht224 Eine historische Typologie der Macht: souveräne Macht und Bio-Macht 226 Seelenführung und Regierung: Pastoralmacht und Gouvernementalität 229 Exkurs: Die Machtanalytik in der Geschichte der Machttheorien234 6.Selbstkonstitution247 6.1.Subjekt und Ethik beim späten Foucault251 Kategorien moralischer Subjektivität 253 - Selbstsorge und Selbstkultur 257 Geschichte der Sexualität als Subjektgeschichte 262 - Lebenskunst, Lebenstechnik, Lebensform 270 6.2.Das politische Selbst275 Macht und Freiheit 277 - Herrschaft, Widerstand und "Aufklärung" 282 6.3.Fiktionale Kritik des Selbst286 7.Genealogie als Kritik293 7.1.Nietzsche und Foucault: Genealogische Alternativen295 Geschichtlichkeit 297 - Macht und Psyche 299 - Subjekttheorie 301 Transformation 302 - Stilistik 305 - Selbst-Kritik 308 7.2.Genealogie und die Formen der Gesellschaftskritik310 Kritikbegriffe 311 - Beschreiben und Verändern 314 7.3.Das Selbst der Kritik: Konstruktion und Konstitution319 Sozialer Konstruktivismus des Subjekts 320 - Inszenierung der Subjektivierung 324 - Die Logik der Komplizität 330 7.4.Schluss: Politik des Selbst334 "Führungen": politische Ordnungen 336 - "Selbstführungen": politische Selbstverhältnisse 340 - Interpretieren und Existieren 343 Literatur347 Danksagung377 Personenregister379
Rezensionen
Mit Blick zurück nach vorne denken
"Glasklar, in der Sache hart, doch ohne modische Übertreibungen macht Saar das genealogische Denken sozialphilosophisch anschlussfähig." (Frankfurter Rundschau, 04.07.2007)