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Das Kultbuch des renommierten Nationalökonomen und intellektuellen Gegenspielers von John Maynard Keynes. 'Selten schafft es einmal ein Ökonom, mit einem Buch das breite Publikum aufzurütteln. Eine große Ausnahme bildet 'Der Weg zur Knechtschaft', jenes legendäre Buch des späteren Nobelpreisträgers Friedrich A. v. Hayek [...]. Ein Jahr vor Kriegsende popularisierte Hayek damit im Londoner Exil seine in den zwanziger und dreißiger Jahren gewonnenen Überzeugungen, vor allem die These, dass jeder Planwirtschaft eine Tendenz zum Totalitarismus innewohnt und dass es keinen Mittelweg zwischen…mehr

Produktbeschreibung
Das Kultbuch des renommierten Nationalökonomen und intellektuellen Gegenspielers von John Maynard Keynes. 'Selten schafft es einmal ein Ökonom, mit einem Buch das breite Publikum aufzurütteln. Eine große Ausnahme bildet 'Der Weg zur Knechtschaft', jenes legendäre Buch des späteren Nobelpreisträgers Friedrich A. v. Hayek [...]. Ein Jahr vor Kriegsende popularisierte Hayek damit im Londoner Exil seine in den zwanziger und dreißiger Jahren gewonnenen Überzeugungen, vor allem die These, dass jeder Planwirtschaft eine Tendenz zum Totalitarismus innewohnt und dass es keinen Mittelweg zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft geben kann. 'Der Weg zur Knechtschaft' hat zentrale Bedeutung für jene Ideen, die man heute, leicht missverständlich, als 'Neoliberalismus' bezeichnet; die Überzeugung, dass ökonomische Probleme am besten über freie Märkte gelöst werden sollen und der Anteil des Staates zurückgeführt werden sollte. Einprägsam besonders Hayeks Begründung, warum Planwirtschaft und Demokratie nicht zusammenpassen.'
  • Produktdetails
  • Olzog Edition
  • Verlag: Lau-Verlag
  • Seitenzahl: 336
  • Erscheinungstermin: 12. August 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 250mm x 171mm x 32mm
  • Gewicht: 769g
  • ISBN-13: 9783957681201
  • ISBN-10: 3957681200
  • Artikelnr.: 41087692
Autorenporträt
08.05.1899 gest. 23.03.1992 F. A. Hayek absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften sowie der Staatswissenschaften (mit Abschluss als Dr. rer. pol.). 1929 erfolgte seine Habilitation an der Universität Wien. Sein Lebensweg führte ihn an verschiedene Universitäten in London, New York, Chicago, Freiburg sowie Salzburg. Er pflegte Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten wie L. von Mises, M. Friedman, G. Stigler, G. von Haberler, F. Machlup, O. Morgenstern, E. Voegelin, F. Engel-Janosi, M. Herzfeld und J. W. Jenks. In den Dreißigerjahren wurde Hayek zu einem Hauptkritiker des Sozialismus. Neben einer Fülle von akademischen Auszeichnungen und Ehrungen erhielt Hayek 1974 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Sein Lebenswerk umfasst 50 Bücher, knapp 30 Broschüren und rund 270 wissenschaftliche Aufsätze sowie Übersetzungen seiner Werke in nahezu 20 Sprachen. Als sein wohl berühmtestes gilt das hier vorliegende 1944 in englischer Sprache erschienene Werk: "The Road to Serfdom"
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.12.2007

Der Weg zum Klassiker
Friedrich von Hayek beschreibt die Irrtümer des Sozialismus

Nicht viele politische Bücher nimmt man auch nach sechzig Jahren noch mit einer gewissen erregten Erwartung zur Hand. Friedrich August von Hayeks klassische Streitschrift "The Road to Serfdom", nun in Neuauflage herausgegeben, kann auch heute niemanden kaltlassen. Kritiker sagen, der österreichische Ökonom, später mit dem Nobelpreis geehrt, habe ein rein polemisches Traktat geschrieben, dessen Vorhersagen sich in keiner Weise bestätigt hätten. Ganz Westeuropa habe sich nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Weg zu einem gemäßigt sozialistischen Wohlfahrtsstaat begeben - und doch die politische Freiheit seiner Bürger bewahrt. Die These der unvermeidlichen Rutschbahn vom staatlichen Interventionismus in die Unfreiheit sei also falsch.

Doch diese Kritiker übersehen, was dieses Buch so speziell machte. Es ist nur aus der Zeit heraus zu verstehen - und weist doch weit über sie hinaus. Als Hayek 1944 (er war 1931 nach England emigriert und lehrte an der London School of Economics) quasi als Abfallprodukt seiner wissenschaftlichen Arbeit die populäre Schrift "The Road to Serfdom" herausbrachte, war diese als Beitrag zur aktuellen Diskussion um den (wirtschafts-)politischen Kurs Britanniens nach dem Krieg gedacht. Die Streitschrift - gewidmet "den Sozialisten in allen Parteien" - schlug ein wie eine Bombe. Denn Hayek prophezeite, dass eine Ausdehnung staatlicher Fürsorge im Totalitarismus enden müsse.

Sein Argument war so einfach wie bestechend: In der sozialistischen Planwirtschaft müsse ein einheitlicher Plan erstellt werden, der die Vielfalt der menschlichen Bedürfnisse vergewaltige. Der Staat, der die Wirtschaft nach politischen Maßgaben steuere, gerate in eine Planungsspirale. Er müsse immer mehr Freiheiten der Bürger beschneiden, um sein Gesamtplanungsziel zu erreichen, und nähere sich schließlich dem totalitären Staat, der Kritik unterdrücke und das Denken und Fühlen der Menschen, ihre Wünsche und Sorgen reguliere. Solche Gedanken waren 1944, als viele westliche Intellektuelle den Sozialismus als Weg zur Freiheit idealisierten, die größtmögliche Provokation des Zeitgeistes.

Frontal griff Hayek auch die in linken Kreisen gängige These an, wonach der "Faschismus" das letzte Aufgebot des niedergehenden Kapitalismus sei. Hayek stellte die (vom sowjetischen Ideologen Dimitroff propagierte) These vom Kopf auf die Füße: Der deutsche Nationalsozialismus sei keine feindliche Reaktion auf den Sozialismus, sondern dessen Fortentwicklung. Offene Kritik an der Sowjetunion musste jedoch unterbleiben, da diese ja Partner der Alliierten war. "Ich zögerte damals, öffentlich zu sagen, worüber ich nie Zweifel hatte, dass im Hinblick auf den für mich wesentlichen Prüfstein, die Sicherheit des Lebens und die Freiheit des Andersdenkenden, Sowjetrussland eine schlimmere Tyrannei, grausamer, unmenschlicher und hoffnungsloser war als selbst Hitlers", notierte Hayek 1948 in einem unveröffentlichten Postskript.

Einige prominente Zeitgenossen lobten Hayeks Buch: Der Schriftsteller George Orwell, selbst gemäßigter Sozialist, schrieb, dass der Kollektivismus "einer tyrannischen Minderheit solche Machtmittel verleiht, von denen die spanische Inquisition nicht einmal geträumt hat". John Maynard Keynes schrieb in einem persönlichen Brief, er stimme mit Hayek, wenn auch nicht ökonomisch, so doch "moralisch und philosophisch" fast überall überein. Allerdings unterschätze Hayek "die Praktikabilität des Mittelwegs" zwischen reinem Markt und totaler kollektiver Planung.

Genau dies ist bis heute die Frage: Man denke an die Pflegeversicherung, ein Musterbeispiel für die Illusion sozialstaatlicher Sicherheit. Hier wird genau festgelegt, wie viele Minuten und Sekunden einem alten, pflegebedürftigen Menschen die Zähne geputzt werden dürfen, wie lange (kurz) er gewaschen, wie lange er gefüttert wird. Alles haben die Pflegebürokraten akribisch festgelegt. Ist das ein Fortschritt? Wenn der Staat in solche intimsten Bereiche eingreift, bleibt die Freiheit auf der Strecke. Das war es, wovor Hayek warnte.

PHILIP PLICKERT

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