Die neue Menschheit - Groys, Boris / Hagemeister, Michael (Hgg.)
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"Um die Jahrhundertwende entwarfen russische Autoren radikale Projekte einer totalen Umgestaltung des Lebens, vor deren Hintergrund heutige Biopolitikdebatten geradezu bescheiden wirken. So entwarf etwa Fedorov das "Projekt der gemeinsamen Tat", dessen Ziel es war, mittels moderner Technik alle Toten künstlich auferstehen zu lassen; die "Biokosmisten" proklamierten den Kommunismus als Weg zur Erlangung der Unsterblichkeit, und Ciolkovskij, der Vater des sowjetischen Raumfahrtprogramms, hatte das Ziel vor Augen, andere Planeten mit auferstandenen Menschen zu bevölkern. Der Band stellt die…mehr

Produktbeschreibung
"Um die Jahrhundertwende entwarfen russische Autoren radikale Projekte einer totalen Umgestaltung des Lebens, vor deren Hintergrund heutige Biopolitikdebatten geradezu bescheiden wirken. So entwarf etwa Fedorov das "Projekt der gemeinsamen Tat", dessen Ziel es war, mittels moderner Technik alle Toten künstlich auferstehen zu lassen; die "Biokosmisten" proklamierten den Kommunismus als Weg zur Erlangung der Unsterblichkeit, und Ciolkovskij, der Vater des sowjetischen Raumfahrtprogramms, hatte das Ziel vor Augen, andere Planeten mit auferstandenen Menschen zu bevölkern. Der Band stellt die bisher unbekannt gebliebenen biopolitisch-utopischen Entwürfe vor und veranschaulicht die in der westlichen Rezeption kaum wahrgenommene ideologische Komponente der kommunistischen Weltanschauung, die bis in die postkommunistische Gegenwart wirkt."
  • Produktdetails
  • suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1763
  • Verlag: Suhrkamp
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 688
  • Erscheinungstermin: 31. Oktober 2005
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 114mm x 40mm
  • Gewicht: 538g
  • ISBN-13: 9783518293638
  • ISBN-10: 351829363X
  • Artikelnr.: 13283198
Autorenporträt
Anne von der Heiden (Prof. Dr. phil.) ist Professorin für Kunst- und Medienwissenschaft an der Hochschule München. Ihre Forschungen bewegen sich in den Schnittfeldern von Bild-, Medien- und Kulturtheorie sowie in der Medienästhetik, der zeitgenössischen Kunst und der visuellen Kultur.

Boris Groys wurde 1947 in Ostberlin geboren und ist aufgewachsen in der UdSSR, wo er an verschiedenen wissenschaftlichen Instituten in Leningrad und Moskau arbeitete. Seit 1981 ist er in Deutschland und seit 1994 Professor für Kunstwissenschaft, Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

"Die neue Menschheit" ist Teil eines dreibändigen Projekts, mit dem der Philosoph und Medienwissenschaftler Boris Groys die "geistige Situation in Osteuropa und ihre kulturhistorischen Voraussetzungen" zu fassen versucht, und Rezensent Ulrich M. Schmid ist höchst zufrieden mit den gehaltvollen Ergebnissen. Dieser von Michael Hagemeister zusammengestellte Band versammelt Dokumente und Analysen zur Biopolitik, zu der der Kommunismus eine große Affinität hatte. Schmid nennt nur die abstrusesten Fantasien: Nikolai Fjodorows Plan etwa, die verstorbenen Väter biotechnisch wieder aufzuwecken oder Konstantin Ziolkowski Utopie, interstellare Kolonien als neue Lebensräume für den Menschen zu errichten.

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