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Jesus Christ Superstar
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Time Rice und Andrew Lloyd Webber brachten ihren Musical-Hit "Jesus Christ Superstar" erstmals 1971 im Londoner West End auf die Bühne, und bereits bei der Premiere war klar, dass sich die Musicalwelt durch dieses Werk für immer verändern würde. "Jesus Christ Superstar" erscheint nun zum ersten Mal als Videofassung. Gedreht in den Pinwood Studios, begeistert diese Bühnenversion mit Glenn Carter und Rik Mayall vor allem durch einige der besten Musicalmeloien, die Andrew Lloyd Webber je geschrieben hat; darunter unvergessliche Songs wie "I Dont Know How To Love Him", "Gethsemane" und…mehr

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Produktbeschreibung
Time Rice und Andrew Lloyd Webber brachten ihren Musical-Hit "Jesus Christ Superstar" erstmals 1971 im Londoner West End auf die Bühne, und bereits bei der Premiere war klar, dass sich die Musicalwelt durch dieses Werk für immer verändern würde.
"Jesus Christ Superstar" erscheint nun zum ersten Mal als Videofassung. Gedreht in den Pinwood Studios, begeistert diese Bühnenversion mit Glenn Carter und Rik Mayall vor allem durch einige der besten Musicalmeloien, die Andrew Lloyd Webber je geschrieben hat; darunter unvergessliche Songs wie "I Dont Know How To Love Him", "Gethsemane" und "Superstar". Ein faszinierendes Erlebnis, das Ihnen für immer in Erinnerung bleiben wird!

Bonusmaterial

- Making-of - Best of Broadway Trailers
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 01.09.2012

Unter ulkigen Ungeheuern

Am nacktesten glänzt die Verzweiflung: Das gilt für Ulrich Seidl und sein "Paradies: Glaube" ebenso wie für "Izmena" von Kirill Serebrennikov, den ersten Höhepunkt des Filmfestivals in Venedig.

VENEDIG, 31. August

Dem russischen Regisseur Kirill Serebrennikov ist ein böser Ehebruchstraum in die Erotikfritteuse gefallen. Mit offenbar schmerzunempfindlichen, jedenfalls sicheren Händen hat er ihn rausgefischt und in schwarzem Witz schockgefroren, damit bizarre Zacken hervorstehen. Jetzt lässt er das Ding in Venedig zeigen, damit es einen Preis gewinnt. Soll es: "Izmena" ist eine kleine, glasklare und steinharte Kostbarkeit.

Der misanthropische Kriechstrom, der die ärztlichen Behandlungszimmer, scheußlichen Hotels, lächelnden Leichen und seltsamen Wälder (samt dämonischem Tierkopf aus Erz) in diesem Film verzaubert, singt vor seltenen Qualitäten. Franziska Petri als vom Wahn gewürgte Heldin voll Frustration, Rachedurst und Hochmut ist ein berauschender Anblick. Ganz selten spielt Musik auf, die dafür dann aber in so ozeanisch orchestrierte Wallungen gerät, dass ein weniger präzise durchgerechneter Plot davon glatt weggespült würde. Eine Schwäche fürs Nackte sieht man Serebrennikov gerne nach; am allernacktesten glänzt bei ihm, wie im Leben, immer noch die Verzweiflung.

Weitestgehend angezogen bleibt dagegen zum Glück die Hauptfigur von "Superstar", dem Wettbewerbsbeitrag des Franzosen Xavier Giannoli. Ein verquollener Typ mit Stirnglatze und schütterem Haar wird aufgrund undurchsichtiger Youtube-Manipulationen über Nacht berühmt und geht daran kaputt. Je mehr er strampelt, um in die Obskurität zurückzufinden, desto begeisterter sind Glotze, Netz und Straßenpack von ihm. Als die Liebe der Massen schließlich in Hass umschlägt, soll dem hypothetischen Zuschauer wohl sein sprichwörtliches Lachen im legendären Hals verhungern. Das misslingt. Der Film hat zwar reizende Stellen, und Kad Merad als Medienopfer ist in seiner benommenen Weichgekochtheit fraglos ein grundsolider Komiker. Aber der versöhnliche Schluss säuft ab: "Hauptsache, zwei mögen einander privat" ist keine passende Pointe, wenn der Film davor die Öffentlichkeit als unentrinnbare Bestie entlarven zu müssen meint.

Zumal es nach wie vor Gegenden gibt, die dieser Bestie am Schweif vorbeigehen - etwa jenes ländliche Iowa, in dem sich das Generationendrama "At Any Price" umtut, mit dem Ramin Bahrani im Wettbewerb steht. Der Traktor ist computerisiert, das Getreide genmanipuliert, aber sonst geht's zu wie in der Steinzeit: Männer sind Macher, Frauen Muttchen oder Schlampen. Gegen Ende fließt Blut, aber das Vater-Sohn-Doppelporträt, für das Dennis Quaid und Zac Efron da die Zähne blecken, bleibt wattig indifferent.

Vielleicht liegt das daran, dass Iowas verödete Seelenlandschaften immer noch elysische Gefilde sind, verglichen mit dem allerübelsten, innersten Österreich, wo Gruppensex im Park, die Mutter Gottes und fette Männerwampen einander totbeißen, bis Ulrich Seidls "Paradies: Glaube", zweiter Teil einer abgründigen Trilogie des Grauens, endlich voll und fertig ist. Der jelinekeskeste Horrorfilm seit langem darf samt selbstgeißlerischer Schauspielleistungen von Maria Hofstätter (als Marterweiblein) und Nabil Saleh (als querschnittsgelähmter muslimischer Gatte) nur auf einen Löwen rechnen, wenn die Jury hart im Nehmen ist.

Die Festivalgäste indes tapern am Morgen nach der Aufführung von Seidls heftiger Groteske bedrückt durch den Regen zu Spike Lee, der außer Konkurrenz eine teils beflügelnde, teils bewegende Dokumentation übers fünfundzwanzigjährige Jubiläum von Michael Jacksons "Bad"Album mitgebracht hat. Balsamisch: Neben den Menschenstümpfen, die bei Seidl dem Nichts entgegenzucken, wirkt selbst Jackson, der ja weiß Gott kein reiner Glückspilz war, wie ein Herold ungeschmälerter Lebensfreude.

DIETMAR DATH

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