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Drei Sehnsüchte trieben Andy Warhol (1928-1987), der vom armen Einwanderersohn zum talentierten Zeichner und exzentrischen Millionär wurde, seit seiner Kindheit an: Er wollte schön, reich und berühmt sein. Für Warhol, zunächst erfolgreicher Werbegrafiker, waren Kunst und Kommerz kein Widerspruch. Er wusste, was Menschen berührt und provoziert. Mit den berühmten Campbell-Suppendosen (1962) schuf er eine neue Definition von Kunst - scheinbar Banales wurde fortan in Serie produziert. Seine Siebdrucke von Marilyn Monroe sind ins kollektive Gedächtnis eingegangen. Seine Factory stand für New Yorker…mehr

Produktbeschreibung
Drei Sehnsüchte trieben Andy Warhol (1928-1987), der vom armen Einwanderersohn zum talentierten Zeichner und exzentrischen Millionär wurde, seit seiner Kindheit an: Er wollte schön, reich und berühmt sein. Für Warhol, zunächst erfolgreicher Werbegrafiker, waren Kunst und Kommerz kein Widerspruch. Er wusste, was Menschen berührt und provoziert. Mit den berühmten Campbell-Suppendosen (1962) schuf er eine neue Definition von Kunst - scheinbar Banales wurde fortan in Serie produziert. Seine Siebdrucke von Marilyn Monroe sind ins kollektive Gedächtnis eingegangen. Seine Factory stand für New Yorker Dauerpartys, für Drogen und Sex, er selbst war Meister der schrillen Selbststilisierung und -inszenierung, der sich selbst zur Marke machte.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beltz
  • Artikelnr. des Verlages: 81207
  • Originalausg.
  • Seitenzahl: 264
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • 2015
  • Ausstattung/Bilder: Originalausg. 2015. 264 S. m. farb. Abb. u. Fotos. 213 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 144mm x 25mm
  • Gewicht: 450g
  • ISBN-13: 9783407812070
  • ISBN-10: 3407812078
  • Artikelnr.: 42679017
Autorenporträt
Maren Gottschalk, geb. 1962, studierte Geschichte und Politik in München, Promotion in Mittelalterlicher Geschichte. Sie arbeitet als Autorin und Journalistin und lebt in Leverkusen.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Fritz Göttler hat nicht sehr viel zu berichten über Maren Gottschalks Andy-Warhol-Biografie. Allem, was er schon kennt, begegnet er hier, "und vielem mehr". Dass die Autorin ihr Buch als "klassisches Genrestück" beginnt, scheint ihm angemessen. Der Rezensent lobt die farbige Detailfülle, den Verzicht auf Psychologisierung und Mythologisierung und dass Wahrhol als "pragmatische" Figur erscheint. Göttlers Fazit der Lektüre: Warhol war ein glücklicher Mensch.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 22.01.2016
Ich will es simpel, ich will Plastik
Farbig und detailreich erzählt Maren Gottschalk das Leben des
Pop-Künstlers Andy Warhol, der sich immer wieder neu zu erfinden verstand
VON FRITZ GÖTTLER
Sein Leben war eine vollgestopfte Rumpelkammer, und viele der Stücke darin kennt man überall in der Welt. Die Crazy Golden Slippers, die Campbell Suppendosen – 34 Sorten und Stück –, die Gold Marilyn Monroe, der elektrische Stuhl aus der Death and Disaster-Serie, der Triple Elvis, die Filme Sleep und Empire – ein Acht-Stunden-Blick aufs Empire State Building –, Kitchen und The Chelsea Girls. Ihnen allen begegnet man in dem Warhol-Buch von Maren Gottschalk, und vielen mehr.
  Es beginnt als klassisches Genrestück, als beispielhafte amerikanische Aufsteigergeschichte. Die Eltern sind Immigranten, Ondrej und Julia Warhola aus dem kleinen Ort Miková in der heutigen Slowakei, der Vater versucht in Pittsburgh, eine solide Basis für die Familie zu erschuften, am 6. August 1928 wird dort Andrew geboren, der sich später Andy Warhol nannte.
  Andy liebt von Kindheit an das Kino, hadert mit seinem Aussehen, der Nase, ist scheu und sehnt sich nach Anerkennung. Er liebt Männer und will Künstler werden, aber zum Gelderwerb arbeitet er gern als Grafiker, macht erfolgreich Schaufensterdekoration und Werbeseiten, für große Marken und luxuriöse Magazine. Die neue Kunst, die er im Sinn hat, kennt keine Scheu vor Oberflächlichkeit und kommerziellen Techniken, baut auf Selbstdarstellung. Maren Gottschalk erzählt in farbiger Detailfülle, unter Verzicht auf banale Deutungen, auf Psychologisierung und Mythisierung, Andy Warhol erscheint als ganz pragmatische Figur bei ihr.
  Natürlich liebt er das Kino, und die intellektuelle Welt New Yorks fasziniert ihn, Truman Capote löst Shirley Temple als großes Idol ab. Solange die abstrakten Expressionisten – Jackson Pollock, Willem de Kooning – die Szene dominieren, kommt er nicht zum Zuge, aber dann schaffen er und seine Kumpel – Claes Oldenburg, Roy Lichtenstein – den Pop als amerikanische Kunst und Vision, die bis heute amerikanisches Leben prägt. Am 31. Oktober 1962 eröffnet die Ausstellung The New Realists, drei Tage nach Beendigung der Kubakrise, die die Welt mit einem drohenden dritten Weltkrieg verstörte. Von diesem Moment an gehört Amerika – und seinem Pop-Chronisten Warhol – die Zukunft.
  Andy Warhol wird ein Star und muss sich immer öfter neu erfinden, er schafft seine berühmte Factory, wo er Hof hält unter seinen Freunden. Hollywood will ihn nicht, also dreht er in New York, besser: lässt drehen, Film auf Film. „Ich will es simpel, ich will Plastik und ich will es weiß“, hat er bei Kitchen gesagt, der Film hat Norman Mailer begeistert, für den Pop absolut politisch ist. „Noch in hundert Jahren würden die Menschen Kitchen anschauen und sagen: ,Ja, so war das in den späten 50ern und frühen 60ern in Amerika. Deshalb hatten sie diesen Krieg in Vietnam. Deshalb wurden die Flüsse verschmutzt.‘“
  Am Ende müssen wir uns Andy Warhol doch als glücklichen Menschen vorstellen. So wie auf der Fahrt zur ersten Ausstellung in Los Angeles, quer durch Amerika. Dieses Amerika ist mindestens drei Jahre dem in New York hinterher. Aber auch dieses Amerika ist Pop. Warhol merkt, wie sehr er dieses Land liebt, „und er beschließt, es niemals zu verlassen. Ohne Drive-Ins am Straßenrand, Rieseneiswaffeln oder Hot-Dogs will er nämlich nicht leben.“
Maren Gottschalk: Factory Man. Die Lebensgeschichte des Andy Warhol. Beltz & Gelberg 2015. 261 Seiten, 18,95 Euro.
Andy Warhol hat die neue amerikanische Kunst kreiert und einen neuen Begriff des Stars. Jeder ist ein Star, hat er gesagt, mindestens fünfzehn Minuten lang. Und jeder konnte sich von Andy Warhol porträtieren lassen. Foto: dpa
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»Maren Gotschalk erzählt in farbiger Detailfülle, unter Verzicht auf banale Deutungen, auf Psychologisierung und Mythisierung […].« Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung, 22.1.2016 »›Factory Man‹ ist [...] eine Anleitung zum Selbernachdenken über Kunst. […] Die Biografin [zeichnet] ein sehr lebendiges und vielseitiges Bild von Andy Warhol – als Kind seiner und Vater unserer Zeit.« Maria Linsmann, DIE ZEIT, 19.11.2015 »[…] farbig erzählt und bestens eingebettet in die wichtigsten Ereignisse der amerikanischen Zeit- und Kulturgeschichte.« Birgit Franz, eselsohr, 11/ 2015 »›Factory Man‹ bietet auch für eingefleischte Warhol-Fans noch viel Material. […] Es ist für alle Kunstfans ein lesenswertes und bereicherndes Stück Kunstgeschichte.« kulturtussi.de, 15.9.2015 »[…] viele Insider-Informationen […]« börsenblatt Spezial Kinder- und Jugendbuch, 17.9.2015 »Spannend für kunstinteressierte Jugendliche [...].« Kathrin Wexberg, Die Furche, 8.10.2015 »[…] ein Buchtipp für Jungs? Ja!« Frank M. Reifenberg, eselsohr, 11/ 2015 »Autorin Maren Gottschalk erzählt seine [Andy Warhols] komplexe Lebensgeschichte kurzweilig und bunt. Ein lesenswertes Kunststück.« Main-Post u.a., 2.3.2016 »[…] kenntnisreich und lebendig für jugendliche Kunstinteressierte erzählt.« bücher, 1.12.2015 »[…] [D]er Autorin [gelingt] selbst ein Kunst-Stück […].« Der Sonntag, 27.12.2015 »Unterhaltsam, pointiert und informativ taucht [Maren Gottschalk] in das komplexe Leben Warhols ein und gibt dabei viele Anstöße zum Selber-Nachdenken über Kunst.« Kronen-Zeitung Steiermark, 12.12.2015…mehr