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Ein außergewöhnlicher Insider-Blick Moskau nach dem Zerfall der Sowjetunion: Der Amerikaner Bill Browder investiert in aufstrebende Unternehmen - bis er Putin und seiner Politik in die Quere kommt. Er wird erpresst, verfolgt und bedroht. In einem Rechtsstaat kann man sich dagegen wehren. Aber nicht in Russland. Browders Anwalt wird unter fadenscheinigen Vorwänden inhaftiert, gefoltert und im Gefängnis erschlagen. Bill Browder aber gibt nicht auf: Als Menschenrechtsaktivist macht er international Druck auf Putin.…mehr

Produktbeschreibung
Ein außergewöhnlicher Insider-Blick
Moskau nach dem Zerfall der Sowjetunion: Der Amerikaner Bill Browder investiert in aufstrebende Unternehmen - bis er Putin und seiner Politik in die Quere kommt. Er wird erpresst, verfolgt und bedroht. In einem Rechtsstaat kann man sich dagegen wehren. Aber nicht in Russland. Browders Anwalt wird unter fadenscheinigen Vorwänden inhaftiert, gefoltert und im Gefängnis erschlagen. Bill Browder aber gibt nicht auf: Als Menschenrechtsaktivist macht er international Druck auf Putin.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.34887
  • Verlag: Dtv
  • Originaltitel: How I Became Vladimir Putin's No. 1 Enemy
  • Seitenzahl: 408
  • Erscheinungstermin: 22. Juli 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 134mm x 27mm
  • Gewicht: 420g
  • ISBN-13: 9783423348874
  • ISBN-10: 3423348879
  • Artikelnr.: 43903854
Autorenporträt
Browder, Bill
Bill Browder, Jahrgang 1964, wuchs in Chicago in einer Familie von amerikanischen Kommunisten auf, studierte Volkswirtschaft und machte an der Stanford Business School einen Abschluss als MBA. Nach beruflichen Stationen in der Unternehmensberatung und der Finanzbranche ist Browder heute Menschenrechtsaktivist. Er lebt in London.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Mit Faszination, aber nicht ohne Kritik liest Kerstin Holm diese Memoiren eines westlichen Finanzhais und Abenteurers, der sich im Moskau der wilden Neunziger tummelte und sich trotz mangelnder Russischkenntnisse bewegte wie ein Fisch im Wasser. Das Buch scheint sich großartig zu lesen, sei hervorragend lektoriert und bietet somit für Holm ein ziemlich klares Panorama des damals herrschenden Kuddelmuddels, in dem sich die kühnsten Haie die größten Werte unter den Nagel rissen. Browder half ihnen offenbar dabei, verwaltete ihr Geld, hatte aber durchaus Rechtsgefühl. Mit Rührung liest die Rezensentin überdies, wie sich einer seiner Juristen, Sergej Magnizki, für ihn einsetzte und zu Tode gefoltert wurde und wie sich Browder, der dem Andenken Magnizkis sein Buch widmete, anschließend für Aufklärung in diesem Fall einsetzte. Aber es hilft nichts: Auch Browder ist schließlich für sie einer dieser Finanzhaie, die die Welt überhaupt in ihre heutige missliche Lage brachten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 26.05.2015

Eine Warnung für alle
Bill Browder setzt seinen Feldzug gegen Wladimir Putin fort

Ein Krimi, fürwahr. Und wie in jedem besseren Krimi ergreift man bald Partei für den Helden der Geschichte - Polizist oder Dieb, Hauptsache Held. Man bezieht also Partei für Bill Browder, der doch jener Gruppe der nicht von allen geliebten Hedgefondsmanager angehört - und zeitweise einer ihrer erfolgreichsten war -, der viele Zeitgenossen die Krise unserer Finanzwelt anlasten. Ist er Polizei oder Dieb? Vielleicht beides? Ein zum Schaf gewendeter Wolf gar? Wie dem auch sei - dass er "Putins Staatsfeind Nr. 1" wurde, trägt er wie ein Gütesiegel vor sich her. Und den Weg dorthin beschreibt Browder in einer gefühlsbeladenen Story.

Aber langsam: Browder hat eine Karriere hinter sich, wie sie in amerikanischen Bilderbüchern fast nicht schöner hätte beschrieben sein können: ein großartiger, selbstgestrickter Aufstieg aus dem intellektuell gehobenen, ökonomisch aber nicht starken Mittelstand bis hin zum Investment Manager einer in Russland tätigen eigenen Fondsgesellschaft mit Milliardenumsätzen. Aber leider doch mit einem Makel: Sein Großvater, Earl Browder, war Kommunist, schlimmer noch und in den Vereinigten Staaten unvergessen, er war zeitweise sogar Generalsekretär der Kommunistischen Partei Amerikas und womöglich auch Verbindungsmann zum KGB. Bill Browder startete deshalb seine Karriere nicht nur, aber auch aus diesen Gründen, in England.

Wir erfahren, dass er seinen Aufstieg zu einem der größten Investoren in Russland großem Fleiß verdankt, glänzender Kombinationsgabe und allerbesten Kontakten, darunter zu Edmond Safra, der ihm, gewissermaßen zum Start, 25 Millionen Dollar gab. Vor allem aber lernen wir Browders Unerschrockenheit kennen - die ihn reich machte und doch auch zum Verhängnis wurde. Wir haben es mit einer gefühlsbeladenen Selbstbeschreibung zu tun, teils mit sehr persönlichen Abschweifungen in ein gescheitertes und neues, glückliches Eheleben, mit Gefühlswallungen und Angstphasen. Mit anderen Worten: Vorsicht ist geboten.

Tatsache ist: Im November 2005 wurde Browder auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo die Wiedereinreise nach Russland verweigert. 2007 wurden seine Firmen liquidiert, ihm wurde von Seiten der russischen Behörden Steuerhinterziehung sowie gesetzeswidrige Aneignung von Aktien des Unternehmens Gasprom vorgeworfen. Der Anwalt Sergei Magnitski, der für Browders Firma tätig war, wurde im November 2008 verhaftet und starb am 16. November 2009 in einem Gefängnis in Moskau unter ungeklärten Umständen. Gemeinsam mit dem toten Magnitski wurde Browder von einem russischen Gericht im Juli 2013 in Abwesenheit wegen Steuerhinterziehung zu neun Jahren Haft verurteilt. Der Versuch der russischen Behörden, Browder auf die internationale Fahndungsliste - Red Notice, daher der Titel - setzen zu lassen, schlug fehl. Alles das ist in der Tagespresse nachzulesen und ausführlich bei Browder beschrieben. Browder fühlt sich aber nicht nur als ein ,harmloser' Investor, sondern als ein um seinen finanziellen und wohl auch ideellen Einsatz - man verstehe das Wort im zweifachen Sinne - betrogenes Opfer krimineller Machenschaften, das sich zur Wehr setzt, bis es "Putins eigenen wirtschaftlichen Interessen in die Quere" kam.

Und nun schlägt das Böse schlechthin zurück, verkörpert in dem System Putin: "Meiner Meinung nach hatte Wladimir Putin persönlich meine Ausweisung aus Russland autorisiert, und wahrscheinlich hatte er auch die Versuche gebilligt, unsere Vermögenswerte zu rauben, aber mir erschien es undenkbar, dass Staatsbeamte seiner eigenen Regierung 230 Millionen Dollar stahlen." Genau das war aber der Fall, und so stürzt sich Browder in einen Kampf David gegen Goliath, wobei David freilich die westliche, anfangs auch die russische Presse, amerikanische und westeuropäische Politiker, etwa Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, zur Seite standen.

In diesem Kreuzzug, in dem er sich zum Vorkämpfer von "Wahrheit und Gerechtigkeit" machte, wandelt er sich allmählich zum Menschenrechtsaktivisten; am Tod Magnitskis fühlt er sich mitverantwortlich. Er kämpft mit allen Mitteln, die ihm zu Verfügung stehen: mit Geld, Medien, Eloquenz, Durchhaltevermögen, dreht Videos, die in Youtube veröffentlicht werden, stellt Dossiers zusammen, agitiert unermüdlich bei britischen, amerikanischen, westeuropäischen Politikern und deckt das System krimineller Machenschaften, geradezu syndikaler Strukturen auf. Seine Beweise sind erdrückend - in Russland haben sie offenbar keinerlei Wirkung. Erst sein Einsatz, der 2012 zum "Sergei Magnitski Act" in den Vereinigten Staaten führt, zeitigt Folgen, das Adoptionsverbot russischer Kinder durch Amerikaner.

Selten hat man so deutlich miterleben können, dass sich die Mittel zum Erwerb von gewaltigen Investmentfonds genauso gut für den Kampf gegen kriminelle Strukturen eignen - im Grunde unterliegen beide einem sehr ähnlichen strategischen Gesetz: dem der Macht, nur wird uns die eine als menschliche, die andere als unmenschliche vorgeführt. Und wir stehen, weil wir den Helden lieben, den wir kennen, und weil uns seine Mittel als sauber, ethisch gerechtfertigt erscheinen, auf seiner Seite. Ist er der Gute? Gesiegt hat letztlich keine der beiden Seiten - Browder wird sich in Russland nicht sehen lassen dürfen, Putins Oligarchen stehen am Pranger, was aber wohl nur aus der nichtrussischen Perspektive ein übler Ort ist. Gewarnt sind wir alle.

ANDREAS WANG.

Bill Browder: Red Notice. Wie ich Putins Staatsfeind Nr. 1 wurde. Carl Hanser Verlag, München 2015. 410 S., 21,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Browders Buch ist eine detaillierte Hommage an Magnitskis Berufsethik und Mut. Und es ist eine Abrechnung mit Putin." Tim Neshitov, Süddeutsche Zeitung, 06.02.15

"Red Notice ist ein wahrer Krimi, spannender als jede Fiktion." Judith Huber, SRF2 Kultur, 23.02.15

"oft reißerisch, aber zugleich fesselnd und unterhaltsam" Johanna Herzing, Deutschlandfunk, 23.02.15

"Red Notice ist das Selbstporträt eines Aufsteigers im Stil eines Wirtschaftskrimis, ein Blick hinter die Kulissen des Big Business und eine Abrechnung mit der russischen Regierung." Carmen Eller, Spiegel Online, 25.02.15

"Das Buch ist in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall." Kerstin Holm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.15

"ein realer Politthriller." Joachim Gärtner, Titel, Thesen, Temperamente, 12.04.15