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4 Kundenbewertungen

In einer Sprache voll kristallener Härte und Klarheit wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der unter der Sonne Algiers bar aller Bindung ohne Liebe und Teilnahme gleichgültig dahinlebt, bis ihn ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht.

  • Format: mp3
  • Größe: 157MB
  • Spieldauer: 223 Min.
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  • FamilySharing(5)
Produktbeschreibung
In einer Sprache voll kristallener Härte und Klarheit wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der unter der Sonne Algiers bar aller Bindung ohne Liebe und Teilnahme gleichgültig dahinlebt, bis ihn ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in BG, B, A, EW, DK, CZ, D, CY, H, HR, GR, F, FIN, E, LT, I, IRL, NL, M, L, LR, S, R, P, PL, SK, SLO ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Steinbach Sprechende Bücher
  • Gesamtlaufzeit: 223 Min.
  • Erscheinungstermin: 25. November 2013
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783869749297
  • Artikelnr.: 40131822
Autorenporträt
Am 7. November 1913 wurde Albert Camus in Mondovi/Algerien als Sohn eines elsässischen Landarbeiters und einer Spanierin geboren. 1932 begann er in Algier Philosophie zu studieren. Er erlitt wiederholt Tuberkuloseanfälle. Nach Theatertourneen mit der Truppe von Radio-Alger und dem Ausschluss vom Staatsexamen - aus gesundheitlichen Gründen - gründete er 1937 das "Théâtre de l'Equipe". Als Jornalist prangerte er die kolonialen Ungerechtigkeiten in Algerien an. 1939 meldete er sich als Freiwilliger für den Kriegsdienst, wurde aber aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. 1940 wurde er aus Algerien ausgewiesen und ging als Reporter der Zeitung "Paris-Soir" nach Paris. Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Algerien zurück, zog aber 1942 wieder nach Frankreich, wo er der Widerstandsgruppe "Combat" beitrat. 1943 wurde er von "Combat" nach Paris geschickt, wo er als Lektor beim Verlag Gallimard arbeitete. Hier wurde er Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". 1947 verließ er die inzwischen legale Zeitung, da das Blatt den Besitzer und die politische Linie wechselte. 1957 wurde er Direktor im Pariser Verlag Gallimard und erhielt den Nobelpreis für Literatur für seine "bedeutende literarische Schöpfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewissens in unserer Zeit beleuchtet". Der Schriftsteller, Dramatiker und Journalist starb am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall in der Nähe von La Chapelle Champigny in Frankreich.

Uli Aumüller ist Übersetzerin, Journalistin und Filmemacherin. Seit 1978 übersetzt sie Belletristik, Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke aus dem Französischen und Englischen, u.a. Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Milan Kundera und Siri Hustvedt. Für ihre Übersetzungen erhielt sie den Paul-Celan-Preis und den Jane Scatcherd-Preis.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.03.2014

NEUES REISEBUCH

FÜR DEN TISCH Es muss nicht einfach gewesen sein, einen Roman wie "Der Fremde" in eine Graphic Novel zu übersetzen, und eigentlich glaubt man auch fast nicht, dass das funktionieren kann. Schon allein weil man sich fragt, wie man in Bildern und Dialogen das darstellen will, was Albert Camus mit seinen Worten so fein und präzise einzufangen wusste. Natürlich wurden mittlerweile die meisten Klassiker der Weltliteratur, Shakespeare, Goethe, James Joyce sogar Thomas Bernhard in Bildgeschichten übertragen, und eigentlich ist es ja auch eine sehr erfrischende Art, ihnen neu zu begegnen. Und trotzdem: Wenn man anfängt "Der Fremde. Die Graphic Novel" zu lesen, ist man erst einmal skeptisch.

Zunächst sieht der Protagonist Meursault überhaupt nicht so aus, wie man ihn sich vorgestellt hat. Ein bisschen mehr wie Camus selbst hätte er vielleicht sein können - dunkle Haare, dunkle Augen, männlich und trotzdem weich. Stattdessen ist der Meursault von Jacques Ferrandez, dem Autor dieses am Ende wirklich guten Comic-Romans, blond und sieht aus wie ein etwas abgekämpfter Ken. Auch seine Freundin, Marie, wirkt mit ihren großen blauen Augen und dem üppigen Busen zu klischeehaft schön. Doch dann bemerkt man etwas ganz anderes, nämlich wie gekonnt der Autor einen über die Bildatmosphäre in die Handlung zieht. In seinen Aquarellen reist man nach Algerien, in die Kleinstadt Marengo, ans Meer, durch die Straßen, in die Cafés, die Kinos und Wohnhäuser der Hauptstadt. Ferrandez, der sich in seinen Comics schon lange mit der Geschichte dieses Landes befasst, ist selbst in Algier geboren und kennt die Orte des Romans sehr gut. Je weiter man liest und sieht (viele Seiten kommen ganz ohne Text aus), desto lebendiger und näher erscheint das Algerien der 1930er Jahre, desto ferner wirkt allerdings auch der Protagonist Meursault. Da steht dieser junge Mann mitten im Leben und ist so vollkommen befreit von Emotionen, Wünschen, Träumen, so absolut unbeteiligt an seiner eigenen Existenz und der von anderen, dass er gerade in diesen belebten, sonnigen Bildern als das erscheint, was er auch bei Camus ist: ein Fremder in der Welt, ein Fremder in sich selbst.

Der schicksalhafte Moment, in dem Meursault schließlich, ohne es zu wollen, den Araber erschießt, funktioniert vor allem über die Hitze, die Ferrandez in den Bildern erzeugt. "Es . . . Es war wegen der Sonne", wird der Angeklagte dann im zweiten Teil während seiner Verhandlung sagen und damit großes Gelächter im Raum auslösen: "Hahahahaha". Camus hat das mit dem Mord ein paar Jahre nach "Der Fremde" in "Der Mensch in der Revolte" noch einmal erklärt. Der Weg zum Töten, so sagt er, sei für denjenigen, der sich dem Absurden seines Seins widerstandslos hingibt, nicht weit - wenn alles egal ist, dann ist auch das egal. Gerade die Entwicklung von Meursault von einem vom Zufall getriebenen zu einem bewussten und deshalb, nach Camus, freien Menschen stellt Ferrandez beeindruckend gut dar. Die anfängliche Hitze weicht im zweiten Teil dunkleren, kühlen Bildern, Meursaults Gesicht gewinnt an Schärfe.

Und wenn man dann auf der letzten Seite nur noch das Gefängnis und den Sternenhimmel darüber sieht und er sagt, "Ich öffne mich zum ersten Mal der zarten Gleichgültigkeit der Welt. Als ich spüre, wie ähnlich sie mir ist, fühle ich, dass ich glücklich war und es noch bin", da klappt man den Comic zu, zieht den Roman aus dem Regal und fängt gleich noch mal von vorne an.

anhi

Jacques Ferrandez: "Der Fremde. Die Graphic Novel". Jacoby Stuart, 128 Seiten, 24 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Albert Camus' Roman "Der Fremde" von 1942 erzählt die Geschichte eines Mannes, der "absichtslos" zum Mörder wird, schreibt Elisabeth von Thadden. Wer diese CD gehört hat, wird den Roman nie wieder lesen können, ohne dabei die Stimme von Ulrich Matthes zu hören, glaubt sie. Matthes vermag es, "in die illusionslose Existenz einen Klang von Kindlichkeit zu bringen" und macht so - ohne jede Monotonie - die Betäubung des Mörders, dem jeder "kausale Zusammenhang" fehlt, hörbar, lobt sie ergriffen. Und: "Das ist eine Kunst."

© Perlentaucher Medien GmbH