-20%
7,99
Bisher 9,95**
7,99
Alle Preise in Euro, inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar
Bisher 9,95**
7,99
Alle Preise in Euro, inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum eBook verschenken
Als Download kaufen
Bisher 9,95**
-20%
7,99
Preis in Euro, inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar
Abo Download
9,90 / Monat*
*Abopreis beinhaltet vier eBooks, die aus der tolino select Titelauswahl im Abo geladen werden können.

Preis in Euro, inkl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Einmalig pro Kunde einen Monat kostenlos testen (danach 9,90 pro Monat), jeden Monat 4 aus 40 Titeln wählen, monatlich kündbar.

Mehr zum tolino select eBook-Abo
Jetzt verschenken
Bisher 9,95**
-20%
7,99
Preis in Euro, inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum eBook verschenken
0 °P sammeln

  • Format: ePub


Francisco Goya (1746 – 1828) war eine singuläre Gestalt in der europäischen Kunstgeschichte. Politisch liberal eingestellt, war er ab 1789 Hofmaler in Madrid und lavierte sich durch die wechselhaften Zeitläufte. Seine Gemälde und Graphiken revolutionierten die Kunst und stellten den Zeitgenossen vor Augen, dass Vernunft und Aufklärung immer gefährdet sind und jederzeit in Gewalt und Wahn umschlagen können. Auch Goyas bildliche Anklagen des Krieges entfalten ihre Wucht bis heute. Werner Busch zeigt den Künstler als hellsichtigen Beobachter, welcher der Moderne einige ihrer eindrücklichsten Bilder gegeben hat.…mehr

  • Geräte: eReader
  • ohne Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 4.31MB
Produktbeschreibung
Francisco Goya (1746 – 1828) war eine singuläre Gestalt in der europäischen Kunstgeschichte. Politisch liberal eingestellt, war er ab 1789 Hofmaler in Madrid und lavierte sich durch die wechselhaften Zeitläufte. Seine Gemälde und Graphiken revolutionierten die Kunst und stellten den Zeitgenossen vor Augen, dass Vernunft und Aufklärung immer gefährdet sind und jederzeit in Gewalt und Wahn umschlagen können. Auch Goyas bildliche Anklagen des Krieges entfalten ihre Wucht bis heute. Werner Busch zeigt den Künstler als hellsichtigen Beobachter, welcher der Moderne einige ihrer eindrücklichsten Bilder gegeben hat.
  • Produktdetails
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seitenzahl: 128
  • Erscheinungstermin: 18.09.2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406727566
  • Artikelnr.: 53561090
Autorenporträt
Werner Busch lehrte von 1988 bis 2010 als Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Bei C.H.Beck sind von ihm u. a. erschienen: «Das sentimentalische Bild» (1997), «Caspar David Friedrich. Ästhetik und Religion» (2008), «Das unklassische Bild» (2009) und «Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit» (2015).
Inhaltsangabe
Inhalt

Vorbemerkung

1 Prolog: Goyas Selbstbildnis mit seinem Arzt Arrieta

2 Goyas bildnerisches Denken

3 Kabinettbilder

4 Goya und die Herzogin von Alba

5 "Los Caprichos"

6 Die "Nackte" und die "Bekleidete Maja"

7 Die Bilder zum 2. und 3. Mai 1808

8 "Los Desastres de la Guerra"

9 Die Schwarzen Bilder

10 Epilog: "Die Kompanie der Philippinen"

Literaturverzeichnis

Bildnachweis
Rezensionen
Besprechung von 12.01.2019
Im Triebtheater des Lebens

Bilder eines Seelenforschers: Werner Busch führt auf knappem Raum durch Goyas Werk.

Die Zeit der monumentalen Künstler-Monographien scheint vorbei. Die Klassiker sind weidlich ausgeforscht. Die Ergebnisse haben sich so uferlos differenziert, dass ein zusammenfassender Blick kaum noch möglich ist. Man schaue nur in die trostlosen Fußnoten-Steppen der Fachliteratur. Willkommen sind heute Darstellungen in kleinerem Format, engagierte Analysen und inspirierte Essays, die die Klassiker dem Publikum suggestiv vergegenwärtigen. Werner Busch, Berliner Emeritus der Kunstgeschichte, hatte zuletzt vor drei Jahren ein durchaus noch schwergewichtiges, aber schon essayistisch geprägtes Menzel-Buch vorgelegt und statt eines nicht mehr fassbaren "Ganzen" Akzente gesetzt, pointiert Werkbeispiele gewählt und eigenwillige Durchblicke eröffnet.

Jetzt folgt eine schlanke und gut lesbare Studie zu Goya (1746 bis 1828), dessen Werk zu den bestbeackerten Terrains der Kunstgeschichte gehört. Wieder bewährt sich Buschs lockere und elegante Darstellungsgabe, die ohne Systematik, aber mit analytischer Präzision Sichtschneisen durch das malerische und graphische Werk eröffnet, Einzelwerke herausgreift oder anhand von Leitmotiven die dramatischen Kontroversen, die extremen Umschläge und Zuspitzungen dieses Werks verfolgt.

Gleich eingangs spürt Busch in Goyas höfischen Gruppenporträts Blickkontakten nach, um versteckte menschliche Beziehungen zu ergründen. Er erschließt aus Metaphern und Allegorien abgründige Triebstrukturen und ist der Dialektik und dem Überbietungswettbewerb zwischen Phantasie und Wirklichkeit auf der Spur. Goya wird früh affiziert, zugleich abgestoßen und aufgewühlt, von gesellschaftlichen Randgebieten, von den Greueln der spanischen Inquisition, von Folterkammern, Gefängnissen und Irrenhäusern. In diesen grausamen, genrehaft behandelten Szenenbildern antizipiert seine zweifellos gewaltaffine, womöglich sadistisch disponierte Phantasie - Busch erinnert dezent daran, dass Goya Zeitgenosse von de Sade und Füssli war - die Orgien des Bürgerkriegs im Zuge der napoleonischen Besetzung Spaniens. Die realen Erfahrungen enthemmen dann die Phantasie vollends. Sie geben im Spätwerk den Anstoß und die Lizenz für die allerschwärzesten Visionen einer entfesselten, vertierten, kannibalischen Menschheit, die aus allen Halterungen rutscht.

Kein zweites Werk zeigt solche gnadenlosen Abstürze von der höfisch ritualisierten Sonntagswelt des Rokoko, in der die Triebstrukturen noch gebändigt, verstellt und maskiert sind, zu solch finsteren Höllenwelten. Goya ist ein Verhaltens- und Seelenforscher, der mit Menschen experimentiert, wenn er Figuren gegeneinander ausspielt, sie sich quälen und bekämpfen lässt. Dabei agiert er in den vielfach mehrdeutigen Bildkommentaren seiner graphischen Zyklen als Vermittler, der sein Publikum zu einer zwiespältigen Teilnahme aufstachelt.

Goya ist kein distanzierter Moralist. Er mischt sich ausdrücklich in seine Gruppenbilder und ins Triebtheater des Lebens ein. Seine schwarze Phantasie macht ihn zum Mitwisser, vielleicht sogar zum potentiellen Anstifter. So drang er, erschrocken und zugleich fasziniert, immer tiefer ein ins grausig-fesselnde Schauspiel des Zeitgeschehens, in seelische Komplikationen und immer wüstere Abenteuer. Die späten Wandbilder der "Quinta del Sordo" sind sein finsteres Vermächtnis. Die Triebnatur, so Goyas Erfahrung, macht alle Menschen gleich. Der Maler erkannte im König den Krüppel und Gewaltmenschen und entdeckte im elenden Außenseiter die Seele. Die Menschennatur verkoppelt Opfer und Täter, sie ebnet ein und verwandelt die Gesellschaft in eine Wüste und Wildnis. Das ist Goyas Interpretation moderner Gleichheit und Brüderlichkeit.

Mit alledem wird Goya gerne als Prophet des Jahrhunderts der Moderne aufgerufen. Doch der Spanier war weit mehr als ein Vorläufer und Wegbereiter. Er ist der umfassende Repräsentant und Schöpfer einer zerrissenen, zwischen Aufklärung und Bestialität taumelnden Epoche im Augenblick ihres Anbruchs. Alle, die nach ihm kamen, von Géricault und Delacroix bis Manet und zwischen Dix und Dali, erscheinen als Spezialisten von Teilwirklichkeiten seines Werks. Picasso, der große Egozentriker, zeugt trotz "Guernica" immer zuallererst von sich selbst. Goya wühlt drastischer, verzweifelter und umfassender auf, was uns gerade heute wieder moralisch, gesellschaftlich und psychisch belastet und umtreibt. Werner Busch erkundet behutsam die Haupt- und Nebenwege dieses Seelendschungels. Der Kunsthistoriker richtet dabei sein besonderes Augenmerk auch auf Goyas künstlerische Rückversicherung, die Verarbeitung und Umformung von Bildtraditionen bei der Formulierung des Ungeheuerlichen.

EDUARD BEAUCAMP

Werner Busch: "Goya".

Verlag C. H. Beck, München. 2018. 128 S., Abb., br., 9,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
"Wieder bewährt sich Buschs lockere und elegante Darstellungsgabe, die ohne Systematik, aber mit analytischer Präzision Sichtschneisen durch das malerische und graphische Werk eröffnet." Frankfurter Allgemeine Zeitung, Eduard Beaucamp "Ein gedankenreicher und anregender Essay (...) man kann dieses kluge Buch über einen der bedeutendsten Künstler der frühen Moderne gar nicht warm genug empfehlen." Portal Kunstgeschichte, Stefan Diebitz