13,80 €
inkl. MwSt.
Versandkostenfrei*
Sofort lieferbar
payback
0 °P sammeln
  • Gebundenes Buch

Dieses Buch vereint zwanzig Gedichte, die Marcel Reich-Ranicki, der seit 1974 die Frankfurter Anthologie herausgibt, schätzt und bewundert und nicht selten auch liebt. Jedenfalls sind ihm ausnahmslos alle diese Gedichte im Laufe seiner lebenslangen Beschäftigung mit der deutschen Literatur besonders aufgefallen, ja, er kann sie nicht vergessen. Sie stammen aus allen Epochen unserer Lyrik. So beginnt denn die Auswahl mit Walther von der Vogelweide, der vor rund achthundert Jahren gelebt hat, und reicht bis zu Autoren unserer Zeit wie Erich Fried und Günter Kunert. Bemüht, den Reichtum und die…mehr

Produktbeschreibung
Dieses Buch vereint zwanzig Gedichte, die Marcel Reich-Ranicki, der seit 1974 die Frankfurter Anthologie herausgibt, schätzt und bewundert und nicht selten auch liebt. Jedenfalls sind ihm ausnahmslos alle diese Gedichte im Laufe seiner lebenslangen Beschäftigung mit der deutschen Literatur besonders aufgefallen, ja, er kann sie nicht vergessen. Sie stammen aus allen Epochen unserer Lyrik.
So beginnt denn die Auswahl mit Walther von der Vogelweide, der vor rund achthundert Jahren gelebt hat, und reicht bis zu Autoren unserer Zeit wie Erich Fried und Günter Kunert. Bemüht, den Reichtum und die Skala der deutschen Dichtung zu zeigen und bewußtzumachen, hat sich Reich-Ranicki nicht gescheut, Gedichte von sehr unterschiedlicher Art, Bedeutung und auch Qualität nebeneinanderzustellen. Neben solchen, die mit Sicherheit zu den schönsten in unserer Sprache gehören (wie Goethes Freudvoll und leidvoll oder Heines Ein Jüngling liebt ein Mädchen, wie Brechts Erinnerung an die Marie A.), finden sich hier auch Gedichte, die man zur Gebrauchslyrik zählen muß - wie jene von Kurt Tucholsky und Mascha Kaléko. Zu Hölderlins Ode An die Parzen, einem der Wunder in deutscher Sprache, gesellt sich ein nur einem Randbezirk der Literatur zuzurechnender kabarettistischer Text des Schauspielers Gustaf Gründgens, zu Versen des unterschätzten Barockdichters Paul Fleming Verse des beinahe schon vergessenen Expressionisten Paul Boldt. Das neunzehnte Jahrhundert repräsentieren hier Heine und Hebbel, Storm und Fontane und - ganz überraschend - Richard Wagner als Autor eines Sonetts.
In seinem »Plädoyer für die Lyrik« schreibt Marcel Reich-Ranicki: »Der Lyriker verbirgt sich nicht im Gedicht, er muß sich in ihm stellen.« Daher sei das Gedicht die »schamloseste aller literarischen Formen«, und »wer sich entblößt, der provoziert seine Umwelt«. In diesem Sinne werden die zwanzig ausgewählten Gedichte von Marcel Reich-Ranicki kommentiert, unbefangen und vorurteilsfrei. Sie werden allesamt vom Interpreten neu gesehen.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 14.04.2001

MARCEL REICH-RANICKI hat zwanzig deutsche Gedichte von Walther von der Vogelweide über Goethe und Heine bis zu Bertolt Brecht und Günter Kunert versammelt und seine Interpretationen hinzugefügt. Warum just diese Werke? "Allesamt", notiert Reich-Ranicki in den "Vorbemerkungen und Bekenntnissen", "sind sie mir irgendwann aufgefallen, meist vor vielen, sehr vielen Jahren. Aber ich habe diese Gedichte nie vergessen, mehr noch, was mir einst aufgefallen ist, hat nicht aufgehört, mir zu gefallen, was mich einst erregt, wenn nicht gar beglückt hat, schätze ich nach wie vor - und einige von diesen Gedichten liebe ich." Ursprünglich und mit großem zeitlichen Abstand in der "Frankfurter Anthologie" erschienen, bilden Gedichte und Interpretationen nun ein Ensemble der Gleichzeitigkeit - sie zeigen auf diese Weise auch eine Art Selbstporträt des Interpreten im Spiegel von Versen und Gesängen. Zwei "Urerlebnisse" sind es, die Reich-Ranicki prägten und die Auswahl deshalb keineswegs zufällig erscheinen lassen: Liebe und Vergänglichkeit. In Heines "Ein Jüngling liebt ein Mädchen" und in Brechts "Als ich nachher von ihr ging" haben sie ideale Kunstform erreicht. Überraschend finden sich in dem Band auch Verse von Autoren, die nicht gerade als Dichter berühmt wurden: Richard Wagner und Gustaf Gründgens. (Marcel Reich-Ranicki: "Ein Jüngling liebt ein Mädchen. Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen". Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 2001. 144 S., geb., 25,- DM.)

F.A.Z.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr