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* Finalist for the National Book Award in Poetry *
* Winner of the National Book Critics Circle Award in Poetry * Finalist for the National Book Critics Circle Award in Criticism * Winner of the NAACP Image Award * Winner of the L.A. Times Book Prize * Winner of the PEN Open Book Award *

ONE OF THE BEST BOOKS OF THE YEAR:
The New Yorker , Boston Globe, The Atlantic, BuzzFeed, NPR. Los Angeles Times, Publishers Weekly , Slate, Time Out New York , Vulture , Refinery 29, and many more . . .
A provocative meditation on race, Claudia Rankine's long-awaited follow up to her
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Produktbeschreibung
* Finalist for the National Book Award in Poetry *
* Winner of the National Book Critics Circle Award in Poetry * Finalist for the National Book Critics Circle Award in Criticism * Winner of the NAACP Image Award * Winner of the L.A. Times Book Prize * Winner of the PEN Open Book Award *

ONE OF THE BEST BOOKS OF THE YEAR:

The New Yorker, Boston Globe, The Atlantic, BuzzFeed, NPR. Los Angeles Times, Publishers Weekly, Slate, Time Out New York, Vulture, Refinery 29, and many more . . .

A provocative meditation on race, Claudia Rankine's long-awaited follow up to her groundbreaking book Don't Let Me Be Lonely: An American Lyric.

Claudia Rankine's bold new book recounts mounting racial aggressions in ongoing encounters in twenty-first-century daily life and in the media. Some of these encounters are slights, seeming slips of the tongue, and some are intentional offensives in the classroom, at the supermarket, at home, on the tennis court with Serena Williams and the soccer field with Zinedine Zidane, online, on TV-everywhere, all the time. The accumulative stresses come to bear on a person's ability to speak, perform, and stay alive. Our addressability is tied to the state of our belonging, Rankine argues, as are our assumptions and expectations of citizenship. In essay, image, and poetry, Citizen is a powerful testament to the individual and collective effects of racism in our contemporary, often named "post-race" society.


Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in D ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Graywolf Press
  • Seitenzahl: 160
  • Erscheinungstermin: 7. Oktober 2014
  • Englisch
  • ISBN-13: 9781555973483
  • Artikelnr.: 41811451
Autorenporträt
Claudia Rankine
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 04.05.2018

Identitäres Betroffenheitspathos
In „Citizen“, dem gefeierten Langgedicht der amerikanischen Lyrikerin Claudia Rankine,
offenbart sich das ästhetische Dilemma der postkolonialen Kulturkritik
VON JULIANE LIEBERT
Citizen“ ist in vielerlei Hinsicht eines der Bücher der Stunde. Es ist Claudia Rankines fünfte Veröffentlichung, ein Prosagedicht mit essayistischen Einschüben und Passagen, die als Text zu einer Videoinstallation gedacht sind. Sie beschreibt darin sehr genau die Folgen eines den gesamten Alltag durchdringenden Rassismus, beschreibt, wie er die Menschen deformiert.
Der erste Teil des Buches erzählt eine Reihe von rassistischen Zwischenfällen: Die enge Freundin, die das lyrische Ich mit dem Namen der Haushälterin anspricht. Der Kollege, der sich beschwert, „der Dekan verlange, dass er eine POC einstelle, dabei gäbe es doch so viele talentierte Schriftsteller da draußen“. Die Mitschülerin, die ihr sagt, ihr Gesicht habe „fast weiße Züge“ und sie rieche gut.
Dieser gute Geruch zieht sich durch die Seiten, er taucht gelegentlich wieder auf, variiert, verschoben, er hält den Text zusammen, wandelt sich, wird zum Gestank. Später kommen andere Sätze hinzu, einer über unrechtmäßige Verhaftungen von Schwarzen etwa: „und du bist nicht ihr Mann, und trotzdem passt die Beschreibung, weil es nur einen gibt, der immer der Mann ist, auf den die Beschreibung passt“
Die Sätze wiederholen sich wie Schläge. Auf den einen folgt der nächste, und wieder der nächste, Rankine webt sie zu einem Netz, in dem der Leser sich verheddert, bis am Ende vor allem ein Gefühl bleibt: jenes der Ohnmacht, der Schwäche, der Aussichtslosigkeit. Die einzelnen Passagen bleiben schmerzhaft nah bei der Erzählerin; Ranking lässt der Verwundung Zeit, sich zu entfalten. Forscht ihren Folgen nach. Das ist ein extrem sensibles Thema, und wenige haben es so pointiert behandelt wie Rankine. Es läge nahe, sich begeistert auf die Frage zu stürzen: „Was macht Rassismus mit mir?“
Genau das ist aber auch das Problem des Buches. Es ist das Belegbuch zur Theorie, ähnlich wie viele Betroffenenberichte über psychische Krankheiten, die zwar bewegend, aber literarisch uninteressant sind, weil ihre Autoren nicht merken, wie voreingenommen sie denken, indem sie alles durch die Diagnosebrille betrachten und ihre eigene Erfahrung nur zur Bestätigung psychiatrischer Kategorien nutzen. Man könnte das „dumme Reflexion“ nennen: Es wird zwar fleißig analytisch durchdrungen, aber die Prämissen der eigenen Analyse werden nie mitreflektiert.
Vor allem ein literarischer Text braucht aber immer einen Mindestabstand zu bestimmten Wahrnehmungskonzepten — oder wenigstens einen Überschuss, der sich nicht einordnen lässt. Claudia Rankine hat zwar das Potenzial dafür, aber dadurch, dass die literarischen Qualitäten hier so vollkommen in den Dienst der Botschaft gestellt werden, können sie nicht frei wirken. Es funkt immer wieder eine Stelle dazwischen, bei der man sich fragt, warum sie nicht gleich „Dies ist eine weitere Mikroaggression" hinschreibt, anstatt mit Emopathos ihre Verletztheit zum 3902. Mal auszukosten.
Natürlich haben für Rankine – oder ihre literarische Figur – solche Erfahrungen noch mal eine andere Relevanz. Gerade weil das Thema so wichtig ist, bleibt das Unbehagen: Dass es sich im Grunde um eine mit literarischen Mitteln emotional gepeppte Fallbeispielsammlung zur vorherrschenden Rassismustheorie handelt – und weniger um Literatur aus eigenem Recht.
Das rührt zum einen von dem Ansatz her, Befindlichkeiten und eigene Interpretationen absolut zu setzen. Natürlich können sie eine Erkenntnisquelle sein, aber eben keine Wahrheitsquelle. Die Verhältnisse werden durch sie nicht offengelegt. Trotzdem wird Betroffenheit zunehmend nicht nur zum Wahrheits-, sondern auch zum literarischen Kriterium. Ganz davon abgesehen, dass diese Art der Betrachtung der Welt auch etwas wirklich Ödes hat. Zeitweise liest sich „Citizen“ wie eine Checklist: Hier hat er meine Hautfarbe erwähnt – Check, Rassismus. Hier wurde Serena Williams kritisiert – Check, Rassismus. Das nimmt jenen Momenten im Buch die Kraft, in denen sich wirklich ein durch tief sitzende rassistische Stereotype bedingtes Ungleichgewicht zeigt.
Die aktuelle Tendenz in der postkolonialen Gesellschaftskritik ist, sich auf einen bequemen Kulturrelativismus zurückzuziehen, der auf der einen Seite um Selbstkritik kreist und der sich auf der anderen in Black-Panther-Fantasien ergeht. Es ist ja auch schwieriger, sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass es das rein Gute in der Kultur nicht gibt. Die Brutalitäten und die Errungenschaften der europäischen Geistesgeschichte sind hier zwei Seiten einer Medaille. Aber eine Beethoven-Sinfonie wird nicht weniger großartig, weil es auch Sklaverei gegeben hat. Die Entdeckung des Individuums als eigenes Universum ist keine geringere Errungenschaft, nur weil es kapitalistische Ausbeutung gibt. Literatur sollte sich in diese Widersprüche stürzen, anstatt sich mit einem Betroffenheitston zu begnügen.
„Citizen“ ist eines der Bücher der Stunde, aber zugleich ist es furchtbar langweilig. Die taz schrieb in ihrer Rezension: „Die Verletzung anerkennen, den Schmerz benutzen, um sich mit anderen zu verbinden – Trauerarbeit und Empowerment –, darum geht es in Rankines Text.“ Nun, für Trauerarbeit (schreckliches Psychologenunwort, im Übrigen) kann man zur Therapie gehen. Für Empowerment eine Aktivistengruppe gründen. Aber mit Literatur hat das nichts zu tun. Im Moment aber dominiert Identitäts-Opferbefindlichkeitsprosa. Das mag notwendig sein, um einen gesellschaftlichen Fortschritt zu erreichen. Literarisch ist es eine Sackgasse.
Wenn die Ästhetik in den Dienst
der Botschaft gestellt wird,
kann sie nicht frei wirken
Die Verletzung anerkennen,
den Schmerz benutzen,
Trauerarbeit und Empowerment
Im Jahr 2016 erhielt Claudia Rankine die renommierte MacArthur Fellowship, auch bekannt als „Genie-Stipendium“.
Foto:ELIZABETH WEINBERG/The New York TIMES 





Claudia Rankine: Citizen. Aus dem Englischen von Uda Strätling. Spector Books, Leipzig 2018. 14 Euro
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.06.2018

Ich habe Sie nicht gesehen
Poetisch und kämpferisch: Claudia Rankines "Citizen"

Als Serena Williams nach der Geburt ihrer Tochter zum Tennis zurückkehrte, betrat sie den Platz in einem knallengen pantherschwarzen Catsuit, der bei einigen Kommentierenden zu Vergleichen mit dem Marvel-Helden Black Panther führte. Williams selbst nannte medizinische Gründe - der Anzug schütze vor Blutgerinnseln -, doch der afroamerikanischen Sportlerin ist die ermächtigende Botschaft nicht entgangen, die jüngst in dem Blockbuster über den afroamerikanischen Superhelden ausgemacht wurde.

"Wie sieht ein siegreicher beziehungsweise geschlagener schwarzer Frauenkörper in einer historisch weißen Umgebung aus?" Claudia Rankine stellt diese Frage in ihrer Melange aus Essay, Gedicht und Memoir, dem ausgezeichneten "Citizen", gezielt mit Blick auf Serena Williams, wenn sie lyrisch erforscht, wie die Sport-Heldin in der Welt des Profitennis operiert und medialisiert wird und wie oft sie nicht in erster Linie als Sportlerin betrachtet wird, sondern als schwarze Frau, und so, als läge darin ein Manko. Nichts da!

Behutsam berichtend, zitiert Rankine eine Reaktion auf Serenas "Freudentanz auf dem Centre Court des All England Club", als sie während der Olympischen Spiele 2012 "die einzigen beiden Tennisgoldmedaillen" für die Vereinigten Staaten holte. Ein Kommentator verglich Serenas kurzen Jig mit dem afroamerikanischen Tanzstil "Crip-Walk am wohl blütenweißesten Ort der Welt" und meinte: "Was sie da tat, war unreif, das hat keine Klasse."

"Citizen" betrachtet zahlreiche Momente von alltäglichem Rassismus in Amerika: wie auf subtile Weise vermeintliche Rassengrenzen gezogen und selbst im liberalen Umfeld der an der Yale-Universität lehrenden Autorin habitualisiert und fortgeführt werden, wenn beispielsweise ein afroamerikanischer Mann in einem Vorort auf der Straße wartet und automatisch als Bedrohung und Impuls zum Polizeiruf angesehen wird.

Obwohl ihr Text als nachdenkliches Selbstgespräch erscheint, sucht Rankine durch ein Erzählen in der zweiten Person Singular die direkte Ansprache ihrer Lesenden, und gleichzeitig hat die fortwährende Du-Form eine dem Thema angemessene bohrende und verhörende Dimension. Die 1963 in Jamaika geborene Autorin, die als Kind mit ihren Eltern in die Vereinigten Staaten emigrierte, kehrt in "Citizen", das im Originaluntertitel als "amerikanisches Gedicht" gekennzeichnet wird, subtil zurück zum Phänomen der Unsichtbarkeit, das im Klassiker "Der unsichtbare Mann" von Ralph Ellison als Kernmotiv der amerikanischen Segregation bezeichnet wurde: Unsichtbarmachen als Rassenhass.

In einer Szene beschreibt Rankines Sprecherin, wie ein Mann sich in der Drogerieschlange vordrängelt und, darauf angesprochen, sagt: "O Gott, ich habe Sie nicht gesehen." Der Text verdeutlicht, aber er deutet nicht, lässt ungewiss, ob es sich bei dem Drängler um einen Weißen handelt, und überlässt es den Lesenden, es zu inferieren und die Szene zu interpretieren. Rankines Verfahren stellt bloß hin und urteilt nicht ab. Immer wieder stachelt sie die Lesenden an, Meinungen über die politischen Kontexte des Buches hinzuzubilden, die sie vorenthält. Gleichzeitig provoziert der Text mit kollidierenden Sätzen wie: "Kontext ist nicht gleich Bedeutung." Und auch die durchgängig eingesetzten Fotografien und Abbildungen von Kunstwerken eröffnen Spiel- und Interpretationsräume, die anregen, aber nicht auserzählt werden.

Subtil inszeniert das Buch einen Widerstreit: den Text für sich zu betrachten und nur auf die ästhetische und emotionale Ausformung des Geschilderten zu achten oder die politischen Kontexte zu befreien und sie zur Interpretation heranzuziehen. Daraus hat Rankine ein sehr politisches, aber kein ideologisches Buch gemacht. Ein beeindruckendes Buch, gerade weil es die ideologischen Inhalte nicht übersteuert und sie stattdessen ständig ins Alltägliche einlegt, wo "Wörter in der Luft flirren wie Pollen" und ein Tag sich anfühlen kann wie "ein Seufzer". In diesen Momenten scheint das Buch anzudeuten, dass die Lyrik neben aller Politisierung das tun darf und soll, was sie am besten macht: auf das zu schauen und zu hören, was andere als unsichtbar erachten, die unbeachteten Phänomene des alltäglichen Daseins. Ob letztlich das Zischeln des Windes in den Blättern, ein Sonnenaufgang, der "Licht im Schlepptau" hat, oder die lakonische Feststellung "Jeder Körper ist fremdes Gestade" politisch aufgeladen sind oder sein müssen, das soll und darf jede Leserin und jeder Leser für sich entscheiden. Lesen sollten "Citizen" alle.

JAN WILM

Claudia Rankine: "Citizen".

Aus dem Amerikanischen von Uda Strätling. Spector Books, Leipzig 2018. 182 S., 25 Abb., br., 14,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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