Blut im Schuh - Meckel, Christoph

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Der Autor über seine Lyrik: "Gedichte werden ohne Absicht gemacht, soweit das möglich ist, aber man möchte seine Vergnügungen zaubern, seine Spiele weitertreiben in der Sprache, aus ihr heraus und in sie hinein, alte und neue Formen jonglieren, vernichten, herausfordern, Intonierungen und Tonarten variieren". Was der hoch geachtete und vielfach ausgezeichnete Dichter und Graphiker Christoph Meckel über sein poetisches Arbeiten sagt, gilt auch für die Gedichte in seinem neuesten Band. Der freie Vers, der Reim, die Variation - "Blut im Schuh" versammelt eine ungewöhnliche Fülle poetischer Motive und Mittel.…mehr

Produktbeschreibung
Der Autor über seine Lyrik: "Gedichte werden ohne Absicht gemacht, soweit das möglich ist, aber man möchte seine Vergnügungen zaubern, seine Spiele weitertreiben in der Sprache, aus ihr heraus und in sie hinein, alte und neue Formen jonglieren, vernichten, herausfordern, Intonierungen und Tonarten variieren". Was der hoch geachtete und vielfach ausgezeichnete Dichter und Graphiker Christoph Meckel über sein poetisches Arbeiten sagt, gilt auch für die Gedichte in seinem neuesten Band. Der freie Vers, der Reim, die Variation - "Blut im Schuh" versammelt eine ungewöhnliche Fülle poetischer Motive und Mittel.
  • Produktdetails
  • Edition Postskriptum
  • Verlag: Klampen, Dietrich zu
  • Seitenzahl: 47
  • Erscheinungstermin: Januar 2001
  • Deutsch
  • Abmessung: 247mm x 147mm x 12mm
  • Gewicht: 232g
  • ISBN-13: 9783933156617
  • ISBN-10: 3933156610
  • Artikelnr.: 09857421
Autorenporträt
Christoph Meckel, Jahrgang 1935, studierte Graphik in Freiburg und München. Er lebt heute als Lyriker, Erzähler und Graphiker in Berlin und Frankreich.
Rezensionen
Besprechung von 01.03.2002
Von Luft und Zeit
Mit Gerinnungsfaktor: Christoph Meckels Kindheitsklänge

Treue zur eigenen Kindheit im guten wie im bösen ist ein Motiv der Literatur, das sich oft erst im Alter unverstellt zur Erscheinung traut. In Christoph Meckels neuem Gedichtband in der edlen Edition Postscriptum fügen sich Spuren, Klänge und Spiegelungen der Kindheit zu einer Chiffrenschrift immer gefährdeter Unverlorenheit. Das führt in der Form zu einer raffinierten volksliedhaften Einfachheit in der Tradition Arnims und Brentanos, in der die Dinge magische Leuchtkraft annehmen, während sich die Klänge von allem erwachsenen Sinn zu befreien trachten: "Das Kind stand am Zaun / wo draußen war / und warf seinen Stein / dem Hund ins Haar."

In naiver Allegorese scheint die Sprache des Gedichts die Abstrakta aus der Welt schaffen zu wollen und mit ihnen, was dem Kind Leides getan worden ist. "Da draußen hinkt ein Schmerz und schreit / und hofft auf einen Gotterbarm / der nimmt das Elend in den Arm / . . .". Da soll "die Untröstlichkeit heiter" werden, kann es aber immer nur für den erfüllten Augenblick und an der Textstelle. Der Tod ist allgegenwärtig in diesen Zeilen und Zeichen, aber ihm wird das Wort noch nicht gegeben, nur "Luft und Zeit". Manch ein vertrauter Klang aus der Kindheit aber verwandelt sich zur Lautung des Schreckens vor dem Irdischen. Wie für immer scheint da ein Kind Steine zu suchen und zuletzt kein Glück zu haben. Das Blut im Schuh kommt so nicht aus dem Märchen, ist kein Traum. Auf dem "Weg durch den Blutsumpf" der Erde fließt es ins Gedicht. Es geht aber ein jeder weiter in seinen Schuhen, bis er nicht mehr weiter geht, "und was im Wortschatz eines Sommers leuchtet / gibt unserm Sterben nichts zu hoffen". Mit dem Gedanken an den Tod will sich das Ich der Gedichte nicht versöhnen. Sterben lernt man nicht bei Horaz, nicht durch Freund Günter Eichs Ratschlag und überhaupt nicht aus der Überlieferung: "Keiner hat es je gelernt." So ist jedes von Meckels Gedichten im trotzigen, manchmal rotzigen Eingedenken Entschluß zum vorläufigen Hiersein.

FRIEDMAR APEL

Christoph Meckel: "Blut im Schuh". Gedichte. Edition Postscriptum bei zu Klampen Verlag, Lüneburg 2001. 48 S., geb., 17,- .

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Es ist unmöglich, sich der Poesie, dem Blick Christoph Meckels zu entziehen, gesteht ein beeindruckter Jürgen Verdofsky. Denn in jedem der gut dreißig vorliegenden neuen Gedichte entdeckt er "das offenen Gesicht" des Dichters, einen unverstellten Blick auf das Konkrete, mit einfachen, direkten, treffenden Worten, die eben deshalb so berühren. "Gelebtes Leben" spricht aus ihnen. Erstaunt ist der Rezensent, wie unverbraucht die Sprache Meckels auch nach dreißig Jahren "Wortwerkstatt" noch daher kommt, bewundernd beschreibt er, wie Meckel "Altvernommenes und Niegehörtes" nebeneinander stellt und dabei aus einem "gewaltigen" Bilder- und Chiffrenvorrat schöpft. Was Meckel außerdem noch auszeichne , sei dessen hoher "Empfindungsreiz", seine "feinnervige Verletzbarkeit", die ihn sehen lässt, "wo andere wenig bemerken". Er "weiß um die Wölfe hinter den Wörtern, er weicht ihnen nicht aus". Die dreißig Gedichte des Bandes laden zum längeren Verweilen ein, schreibt der Rezensent, und sind wohl substanzvoll genug, um wieder zu ihnen zurückzukehren.

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