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Martin Gilmour ist ein Einzelgänger. Aufgewachsen in trostlosen Verhältnissen, seinen Vater hat er nie kennengelernt. Seine Mutter hasst er bis zum heutigen Tag und meidet den Kontakt mit ihr, wo es nur geht. Es gibt nur einen Menschen, der ihm wirklich etwas bedeutet: Ben. "Mein bester Freund Ben", sagt Martin. Wenn er es sich auch nicht eingesteht, so dreht sich in seinem Leben doch alles darum, Ben zu gefallen und ähnlich zu sein. Ben ist das genaue Gegenteil von Martin: attraktiv, beliebt, reich. Durch seinen Freund lernt er eine andere Welt kennen: die Welt der Oberschicht, der…mehr

Produktbeschreibung
Martin Gilmour ist ein Einzelgänger. Aufgewachsen in trostlosen Verhältnissen, seinen Vater hat er nie kennengelernt. Seine Mutter hasst er bis zum heutigen Tag und meidet den Kontakt mit ihr, wo es nur geht. Es gibt nur einen Menschen, der ihm wirklich etwas bedeutet: Ben. "Mein bester Freund Ben", sagt Martin. Wenn er es sich auch nicht eingesteht, so dreht sich in seinem Leben doch alles darum, Ben zu gefallen und ähnlich zu sein. Ben ist das genaue Gegenteil von Martin: attraktiv, beliebt, reich. Durch seinen Freund lernt er eine andere Welt kennen: die Welt der Oberschicht, der Privilegierten. Martin genießt es, dazuzugehören. Und so tut er alles für Ben - wirklich alles. Nach Jahren des Selbstbetrugs hat auch Lucy das begriffen. Ihr Ehemann Martin mag sie und braucht sie, aber Liebe? Liebe empfindet er nur für den Freund. Längst hat Martin, in scheinbarer Selbstlosigkeit, dafür gesorgt, dass dieser sich nie von ihm lösen kann. "Bens kleiner Schatten", nennt ihn Bens Ehefrau
Serena. Doch grenzenlose Hingabe kann lästig werden - so wie eine gemeinsame dunkle Vergangenheit.
  • Produktdetails
  • Verlag: (Dumont Buchverlag)
  • Seitenzahl: 398
  • Erscheinungstermin: 19. September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 139mm x 35mm
  • Gewicht: 552g
  • ISBN-13: 9783832198671
  • ISBN-10: 3832198679
  • Artikelnr.: 54575081
Autorenporträt
Elisabeth Day, geboren 1978, hat Geschichte studiert und arbeitet als Zeitungs- und Fernsehjournalistin. Für ihre Arbeit ist sie mehrfach ausgezeichnet worden. >Die Party< ist ihr erster Roman, der auf Deutsch erscheint. Elizabeth Day lebt in London. www.elizabethdayonline.co.uk Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, beide 1955 geboren, haben Anglistik in Düsseldorf studiert. Seither arbeiten sie als Übersetzerteam und haben u. a. Dave Eggers, Tana French, Andre Dubus III., Harper Lee, Jeanette Walls und Zadie Smith ins Deutsche übertragen. Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, beide 1955 geboren, haben Anglistik in Düsseldorf studiert. Seither arbeiten sie als Übersetzerteam und haben u. a. Dave Eggers, Tana French, Andre Dubus III., Harper Lee, Jeanette Walls und Zadie Smith ins Deutsche übertragen.
Autoreninterview
Interview mit Elizabeth Day zu "Die Party"

Ihr Roman "Die Party" handelt von einer äußerst schwierigen Freundschaft zwischen zwei sehr verschiedenen Menschen. Was bedeutet für Sie wahre Freundschaft?

Elizabeth Day: Sie haben Recht, der Roman handelt von einer ungleichen Freundschaft, die auf einer Mischung aus Halbwahrheiten und Lügen basiert. Im Grunde ist Martin in seinen besten Freund Ben verliebt, ohne es sich je ganz einzugestehen. Gleichzeitig ist er in Bens Lebensweise verliebt, ohne je selbst zur britischen Elite dazuzugehören. Stattdessen erschleicht er sich Bens Zuneigung auf die einzige ihm bekannte Art.
Für mich beginnt wahre Freundschaft mit Ehrlichkeit - woran es sowohl Ben als auch Martin mangelt. Wahre Freund*innen verurteilen dich nie, sondern schätzen dich für das, was du bist. Ich habe zum Glück wunderbare Freund*innen, die mich großzügig und liebevoll unterstützen - und die mich zum Lachen bringen.

Wie entstand die Idee zu diesem komplexen Roman, der um zwei zentrale Ereignisse und drei Biografien kreist?

Elizabeth Day
: Ursprünglich arbeitete ich an einem Buch über Nordirland in den 1990er-Jahren, an einer Geschichte über zwei verliebte Teenager vor dem Hintergrund des Terrorismus. Doch das Thema deprimierte mich. Als ich einmal schreibend in einem Café in London saß, brach ich die Arbeit daran ab und beschloss etwas Glamouröses und Vergnügliches zu schreiben: über eine Party. Die Party jedoch sollte exzessiv sein und absurden Reichtum vorführen. Als Perspektive wählte ich einen Außenseiter, der trotz einer gewissen Abscheu verzweifelt dazugehören will. So entstand Martin.
Als diese Stimme gefunden war, musste eine Begründung für seine Obsession her. So entstanden Ben und das Geheimnis, das die beiden für so viele Jahre aneinander bindet. Lucy, Martins Frau, kam erst später dazu, um Martin eine sympathische Seite zu geben und ihn ein bisschen begreiflicher zu machen. Je mehr ich schrieb, desto stärker wurde Lucy, bis sie zur Figur mit der größten Entwicklung wurde.

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Beim Lesen rätselt man immer wieder, was wirklich geschehen ist. Wie haben Sie diese Erzählweise entwickelt?

Elizabeth Day
: Tatsächlich ist Martin ein unzuverlässiger Erzähler. Oft inszeniert er sich als Held der Ereignisse. Doch dann setzt Lucy das Geschehen und Martin in ein anderes Licht. Unzuverlässiges Erzählen hat mich immer fasziniert: von L. P. Hartleys "Der Zoll des Glücks" bis zu Patricia Highsmiths Figur Ripley. Es erlaubt den Lesenden, die Puzzleteile der Geschichte selbst zusammenzusetzen. Mir gefällt der Gedanke, dass Martin zunächst Vertrauen erweckt, das nach und nach durch die Reaktionen der anderen Figuren in Zweifel gezogen wird.

Der Titel "Die Party" steht im Kontrast zur düsteren Atmosphäre des Romans. Gab es vielleicht einen ganz anderen Arbeitstitel?

Elizabeth Day
: Zunächst nannte ich das Buch "Kleiner Schatten" - nach Bens Spitznamen für Martin. Ich mochte die Düsternis dieses Titels, diesen Eindruck von etwas Konturlosem, Undefiniertem. Doch es klang zu sehr nach einer Geistergeschichte. "Die Party" ist der passendere Titel, da er [im Englischen] gleich drei Bedeutungen hat: eine Feier, ein politisches Lager oder ein Schuldiger [‚a guilty party']. Und alle drei passen zum Text.

"Die Party" charakterisiert die britische Oberschicht als arrogant und gefühllos. Wollten Sie mit Ihrem Roman eine Satire oder sogar eine Gesellschaftskritik verfassen?

Elizabeth Day
: Ich hatte nie eine Satire im Kopf, aber es freut mich, wenn das Buch als Satire gelesen wird. Es ehrt mich, denn ich halte Satire für eine sehr komplexe Form. Auf Gesellschaftskritik habe ich erst recht nicht abgezielt. Mir ging es mehr um das Beobachten, ohne eine politische Aussage zu treffen. Ich schreibe, mit E. M. Forster gesagt, um Zusammenhänge herzustellen. Ich möchte Menschen verstehen und meine Figuren lebendig werden lassen. Nicht zuletzt schreibe ich, um zu unterhalten!

Die Autorin Louise O'Neill beschrieb Ihren Roman als Mischung aus "Der talentierte Mr. Ripley" und "Wiedersehen mit Brideshead". Sind Patricia Highsmith und Evelyn Waugh Vorbilder für Sie?

Elizabeth Day
: Der Film "Der talentierte Mr. Ripley" hat definitiv Einfluss auf "Die Party", aber den Roman habe ich bewusst erst gelesen, als der Roman abgeschlossen war. Highsmith war also kein direktes Vorbild, obwohl ich ihren Stil sehr bewundere.
"Wiedersehen mit Brideshead" habe ich vor vielen Jahren gelesen - es hatte höchstens einen unbewussten Einfluss. Es schmeichelt mir sehr, dass "Die Party" mit einem der größten Werke der englischen Literatur verglichen wird.
Anstatt uns an Vorbildern zu orientieren, sollten Autor*innen vielmehr versuchen, ihre eigene Stimme zu finden. Trotzdem haben mich viele Autoren inspiriert, vor allem Tom Wolfe, Anne Tyler, Elena Ferrante, George Saunders, Edward St Aubyn und Patrick Hamilton.

Während der Arbeit an dem Roman lebten Sie teilweise in Cambridge und Los Angeles. Wie hat die jeweilige Umgebung Ihr Schreiben beeinflusst?

Elizabeth Day
: Enorm! Einen Großteil des Buchs habe ich in Los Angeles verfasst. Es ist eine meiner Lieblingsstädte, weil man sich dort beim Arbeiten sonnenbräunen kann. Für eine Schriftstellerin kann ein anderes Land, eine andere Lebensweise sehr befreiend sein. Zudem heben der blaue kalifornische Himmel und die Weite des Horizonts das Gemüt.
Beendet habe ich den Roman, als ich für drei Monate in Cambridge wohnte, wo mir die Eltern eines Freundes ihr Haus liehen. Das Haus - geprägt von Büchern und Komfort - war ebenso inspirierend wie die Stadt, die im Roman eine entscheidende Rolle spielt. Das Haus, in dem ich lebte, hat sogar einen Auftritt in einer Schlüsselszene, als eines der Häuser mit den blauen Rollläden.

In der Danksagung behaupten Sie, Mayonnaise würde zu allem passen. Was ist die überraschendste Kombination, die Sie bisher ausprobiert haben?

Elizabeth Day
: Haha, eine wunderbare Frage! Meine Agentin Nelle Andrew ist süchtig nach Mayonnaise und isst sie zu allem. Einmal hat sie mir Coq au Vin mit Mayonnaise serviert - ich war sehr skeptisch, aber es war köstlich.

Interview: Literaturtest
Rezensionen
»Ein brillant geschriebener, gesellschaftskritischer Roman, der eine Sogwirkung entwickelt, der ich mich nicht entziehen konnte.« Gabriele Pagenhardt von Mainberg, VONMAINBERGSBUECHERTIPPS.WORDPRESS.COM »Die Geschichte einer obsessiven Liebe entwickelt sich zur Erkundung des Geldadels, und Day legt die Grausamkeit unter der glamourösen Oberfläche wie mit dem Skalpell bloß.« Lore Kleinert, BÜCHERMAGAZIN »Elizabeth Day hat ein faszinierendes Buch geschrieben über Emotionen, Besessenheit und psychische Abgründe, das beunruhigend und fesselnd zugleich ist.« Christiane Kühr, BUCHPROFILE/MEDIENPROFILE »Super geschrieben. Flüssig und gut durchdachter Inhalt. Hier stimmt alles.« Horst Tress, KÖLLEFORNIA »Spannend und fesselnd, tiefgründig, psychologisch einfühlsam und zugleich zutiefst menschlich ist das Buch allen sehr empfohlen.« Ellen Kipple, EZB »Ein fulminantes englisches Sittenbild. Das viktorianische Zeitalter wirft also noch immer Schatten.« Martin G. Wanko, VORARLBERGER NACHRICHTEN »Das ist ein bisschen Krimi, ein wenig Gesellschaftsroman und ganz viel gute Unterhaltung.« Anke Breitmaier, VA-MAGAZIN »Lasst euch auf die Party ein, auf die Welt der Reichen und Schönen und gebt euch einem Machtkampf hin, der brodelt und brodelt, bis er am Ende richtig ausbricht. Psychologisch geschickt, spannend und am Ende sind die Nebenwirkungen eines Katers spürbar.« Bianca Steinhagen, LITERATWO.DE »Dieser Roman ist nicht nur ein spannender Thriller sondern auch noch eine Gesellschaftsstudie. Eine Gesellschaftsstudie, deren Ende mich mehr als wütend macht. Weil sie der Wahrheit, der heutigen Realität entspricht.« Kerstin Wieland, LITERATURCHAOS.DE »Ein interessant aufgebauter Roman, der tiefe Einblicke in die Psyche der Protagonisten gewährt und sich äußerst kritisch mit der, aus arm und reich resultierenden Ungerechtigkeit, auseinandersetzt.« Friderike Ritterbusch, DERACHENTALER.DE »Dieser Roman ist nicht nur ein spannender Thriller, sondern auch noch eine Gesellschaftsstudie.« Kerstin Hardes, LITERATURCHAOS.JIMDO.COM…mehr