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Johann Gottfried Seume: Prosaschriften. Mit einer Einleitung von Werner Kraft, Köln: Melzer, 1962. Postum veröffentlichtes Fragment. Entstanden 1809/10, Erstdruck: Leipzig 1811.

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Produktbeschreibung
Johann Gottfried Seume: Prosaschriften. Mit einer Einleitung von Werner Kraft, Köln: Melzer, 1962. Postum veröffentlichtes Fragment. Entstanden 1809/10, Erstdruck: Leipzig 1811.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Henricus-Edition Klassik
  • Seitenzahl: 103
  • Erscheinungstermin: 01.03.2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783847814634
  • Artikelnr.: 38595311
Autorenporträt
Johann Gottfried Seume, am 29. Januar 1763 in Poserna (Sachsen) geboren und am 13. Juni 1810 in Teplitz (Böhmen) gestorben, begann 1780 ein Theologiestudium in Leipzig. 1781, wähernd einer Reise nach Paris, wurde er von hessischen Werbern aufgegriffen und als Soldat an England verkauft, um gegen die aufständischen Amerikaner zu kämpfen. Nach der Rückkehr nach Bremen 1783 gelang ihm die Flucht, doch folgte die Gefangennahme durch preußische Werber. Ab 1787 war er Privatsprachlehrer in Leipzig, trieb daneben juristische und philologische Studien, 1791 Promotion zum Magister Artium. 1793 wurde Seume Sekretär des russischen Generals Igelström in Warschau, später russischer Leutnant. Not und Krankheit verdüsterten seine letzten Lebensjahre.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 08.02.2018

LITERATUR
Die Nation
als Republik
Ein Epochenpanorama der Zeit um 1800:
Johann Gottfried Seumes Autobiografie
„Mein Leben“, erstmals ungekürzt ediert
VON GUSTAV SEIBT
Und nun“ –mit diesen Worten bricht die Autobiografie Johann Gottfried Seumes ab, des berühmtesten Fußwanderers der deutschen Literatur. Er schrieb sie kurz vor seinem Tod 1810 und hatte mit ihnen erst sein zwanzigstes Lebensjahr erreicht, 1783. Damals kam er aus Nordamerika zurück, wo er mehr als ein Jahr im Dienste des englischen Königs im Krieg mit den Vereinigten Staaten gedient, wenn auch nicht mehr gekämpft hatte – der Krieg ging schon zu Ende, als Seume mit ein paar Hundert anderen deutschen Soldaten nach stürmischer Atlantikreise in der neuen Welt ankam.
Die Reise war nicht ganz freiwillig, denn Seume gehörte zu den Truppen, die der Landgraf von Hessen-Kassel an England vermietet hatte, ein Geschäftsmodell, mit dem er bis zu fünfzig Prozent seines üppigen Staatshaushalts bestritt. Wie gewaltsam oder wie freiwillig die Werbung des jungen abenteuerlustigen Seume, der sich gerade aus Leipzig, wo er Theologie studierte, nach Paris aufgemacht hatte, ist nicht ganz klar. Die Hessen hätte ihn „wider meinen Willen, aber nicht ganz wider meine Neigung“ nach Amerika geschickt, schrieb Seume an anderer Stelle.
Trotzdem war der Soldatenhandel deutscher Fürsten am Ende des 18. Jahrhunderts ein viel besprochener Skandal. Und darüber ließ Seumes Autobiografie auch keinen Zweifel. „Daß die deutschen Fürsten das thun konnten und thaten, hat die Nationalität zerstört, die Kraft vereinzelt und zersplittert und endlich das Vaterland dahin gebracht, wo es jetzt steht“ – also unter Fremdherrschaft, musste der Leser sich ergänzen. „Unsere Fürsten und verworfnen Edlen warfen uns zurück in die politische Halbexistenz, in welcher wir bis zum gänzlichen Tode der Volksehre geschmachtet haben. Das haben die Ausländer längst gesehen. Jeder Eroberer hat unsere Schande tiefer gebrannt.“ „Die ganze deutsche Geschichte ist nichts als eine gelehrt dokumentierte Barbarey“, resümierte Seume 1810.
Donnerworte, die weder damals noch später ihr Publikum erreichten. Wir lesen sie jetzt zum ersten Mal in der kritischen Ausgabe von „Mein Leben“, unglaubliche 208 Jahre nach ihrer Niederschrift. Erstellt und umfassend kommentiert hat sie Dirk Sangmeister, der 2013 schon einmal eine solche editorische Großtat für Seume vollbrachte, die Ausgabe seiner „Apokryphen“, politischer Merk- und Sinnsprüche, die viel zu bitter-gallig waren, um in der Zeit von Zensur und Besatzung publiziert zu werden (SZ vom 29. 1. 2013).
Seumes „Leben“, das der todkranke Autor nicht mehr hatte fertigstellen können, erschien, mit Fortsetzungen seiner Freunde Göschen und Clodius, zuerst 1813, im Verlag jenes Georg Joachim Göschen, für den Seume jahrelang als Korrektor gearbeitet hatte. Göschen hatte auch einen bisher übersehenen Vorabdruck in einer kleinen frommen Zeitschaft namens „Die Sonntagsstunde“ veranstaltet, den Sangmeister wieder ausgegraben hat. Beide Drucke sind vielfältig bearbeitet und an heiklen Stellen gekürzt. Die Version der ersten Buchausgabe wurde bis in die heutigen Werkausgaben weitergeschleppt, eigentlich ohne Not, denn eine Reinschrift von Seumes eigener Hand hat sich erhalten.
Seume hatte sie aus Dankbarkeit einem Arzt hinterlassen, der ihn unentgeltlich behandelt hatte, und in dessen Familie war das Manuskript über Generationen weitervererbt worden. 1936 wurde es, nach einer kurzen Zeit in der Sammlung von Stefan Zweig, von dem Schweizer Sammler Martin Bodmer erworben. In der Bibliotheca Bodmeriana liegt Seumes Reinschrift bis heute, ihr Text ist es, der nun diplomatisch getreu ediert wurde.
Göschens Ausgabe von 1813 hatte politisch und religiös anstößige Formulierungen entschärft und einzelne Passagen stark gekürzt. Die absoluten Textverluste sind nicht riesig, aber in der Summe veränderten sie den Ton des ursprünglichen Textes massiv. Dass Seume die Mystik des Christentums verhasst war, „da ich sie so oft Hand in Hand mit der weltlichen despotischen Gaunerey gehen sahe“, wurde den Lesern 1813 ebenso vorenthalten wie der Angriff auf den deutschen Fürstenstaat.
Kaschiert wurde ein vernunftgläubiger Deismus, der politisch mit einem antikisch-republikanischem Geist Hand in Hand ging. Dabei bezog Seume sich auf den modernen Begriff der Nation oder Nationalität – eine Übernahme von jenen französischen Besatzern, die Seume ablehnte, ohne ihnen mit dem ethnisch-kulturellen Nationalismus zu kommen, den zur selben Zeit die Romantiker entwickelten. Seumes Denken formulierte immerhin andeutungsweise einen alternativen republikanischen Begriff von Nation. Dass er ihn mit einer – wenn auch nur knapp ausformulierten – Gesamtansicht der deutschen Geschichte verknüpfte, das ist die buchenswerte Neuigkeit dieser Ausgabe.
Die Reichhaltigkeit der Erläuterungen macht sie zu einem Fuchsbau, in dem man nicht nur jede Einzelheit nachgewiesen, ergänzt und korrigiert findet, sondern, nimmt man sich die Zeit, auch mit hochinteressanten Exkursen belohnt wird. Einmal schreibt Seume, er sei als gerade requirierter Soldat „im Ranzengliede“ gestanden. Worum geht es? Um das mittlere der drei Glieder einer Kompanie, wo man die kleinsten Soldaten hinstellte. Damit wurde offenbar ein kompakterer Eindruck des ganzen erzeugt. Sangmeister kann aus dem Staatsarchiv Marburg ein Rundschreiben des hessischen Landgrafen beibringen, in dem dieser sich über zu viele kleine, unansehnliche Soldaten beschwerte. Auszumusternde Rekruten würden nur „unnötige Kosten“ verursachen.
Seume selbst sagt in seinem „Leben“, das auch von seiner unentwegten Lektüre antiker Klassiker berichtet, „die dicken Ausgaben mit einem Sumpfe von Noten waren mir als Zeitverderber verhaßt“. Tatsächlich sollte man den bewundernswert gründlich erläuterten Text auch einmal ohne Blättern lesen, um seine Qualität als Prosawerk schätzen zu lernen.
Wer den Sumpf dann doch durchquert, erhält ein Panorama der Epoche um 1800, das in alle Richtungen von Seumes frühem Leben blicken lässt: er tritt als Handwerkersohn, Gelehrtenschüler, Protegé eines Adligen, Soldat, Atlantikreisender, Beobachter von Indianern auf. Schon die Details der Schiffsreise mit ihren dramatischen hygienischen Umständen sind so schauerlich, dass man sich wundert, wie man sie überleben konnte. Christoph Martin Wieland, ein großer Bewunderer Seumes, sagte, dieser habe Napoleon ähnlich gesehen, ein Kompliment, das Seume kaum geschätzt hätte. Doch seine Fähigkeit und Bereitschaft zur Strapaze haben etwas von der Spannkraft des großen Eroberers.
Johann Gottfried Seume: Mein Leben. Herausgegeben von Dirk Sangmeister. Wallstein Verlag, Göttingen 2018. 480 Seiten, 34,90 Euro.
Er habe „im Ranzenglied“
gestanden, schreibt Seume. Was
das hieß, erklärt der Kommentar
Wielands Kompliment, er habe
wie Napoleon ausgesehen,
hätte Seume nicht geschätzt
Mehrmals wanderte Johann Gottfried Seume zwischen 1804 und 1806 nach Dresden. Mit dem Maler Gerhard von Kügelgen, der ihn dort im Jahr 1806 porträtierte, war er befreundet. Foto: oh
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