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Seit Jahren betreibt Axel Hacke einen Wortstoffhof, in dem er Wörter sammelt: falsche, unsinnige, unbrauchbare. Sie sind weder nützlich noch irgendwie verständlich. Sie kommen zum Beispiel aus Speisekarten, Gebrauchsanweisungen, Tourismusprospekten. Aus den Lautsprechern der ICE-Züge gleich in ganzen Sätzen. Selbst in seriösen Zeitungen findet man den schönsten Unsinn. E-Mails sind eine einzige Fundgrube. Mancher hingeworfene Politikersatz ist der reine Restmüll, ein anderer dann wieder von rarer Schönheit - auch hier gilt es, wie auf dem Wertstoffhof in jeder deutschen Gemeinde, das…mehr

Produktbeschreibung
Seit Jahren betreibt Axel Hacke einen Wortstoffhof, in dem er Wörter sammelt: falsche, unsinnige, unbrauchbare. Sie sind weder nützlich noch irgendwie verständlich. Sie kommen zum Beispiel aus Speisekarten, Gebrauchsanweisungen, Tourismusprospekten. Aus den Lautsprechern der ICE-Züge gleich in ganzen Sätzen. Selbst in seriösen Zeitungen findet man den schönsten Unsinn. E-Mails sind eine einzige Fundgrube. Mancher hingeworfene Politikersatz ist der reine Restmüll, ein anderer dann wieder von rarer Schönheit - auch hier gilt es, wie auf dem Wertstoffhof in jeder deutschen Gemeinde, das Verbrauchte vom Noch-Brauchbaren zu trennen.
Gerade das Falsche ist das Schöne an der Sprache. Axel Hacke präsentiert in dieser fulminanten und hoch komischen Live-Lesung aus dem Münchner Lustspielhaus die schönsten Perlen aus dem Restmüll-Container deutscher Sprache.
  • Produktdetails
  • Verlag: Verlag Antje Kunstmann
  • Anzahl: 1 Audio CD
  • Gesamtlaufzeit: 64 Min.
  • Erscheinungstermin: 12. September 2008
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783888975325
  • Artikelnr.: 23861125
Autorenporträt
Hacke, Axel
Axel Hacke lebt als Schriftsteller und Kolumnist des Süddeutsche Zeitung Magazins in München. Er gehört zu den bekanntesten Autoren Deutschlands, seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien "Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen" (Kunstmann 2017). Mehr unter www.axelhacke.de
Trackliste
CD
1Einführung00:03:55
2Fötengruppe00:01:56
3Aufstellungsort des Seins00:04:46
4Lesekompetenz00:02:55
5Äh00:06:09
6Panini00:02:18
7Griang sie's scho?00:01:57
8Anrede00:02:35
9Ausgemachte Nudeltucke00:08:40
10Übergangsreisender00:06:12
11Käse00:03:29
12Alpenhauptkamm00:02:53
13Fahrgastwunsch00:03:56
14Lustmühle00:01:31
15No-Nonsense00:03:12
16Drahthuhn00:05:23
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.05.2008

Sprachmüllmann

Hier haben wir ein weiteres Buch über die Pflege der deutschen Sprache, aber ein anderes: eines, das jeden Anglizismus furchtlos willkommen heißt, das Dativ und Genitiv gleichermaßen schätzt, das überhaupt in Ausdrucksfragen große Gerechtigkeit walten lässt. Wohlwollend nimmt es sich der Freudschen Fehlleistung an, steht verzaubert vor der fremden Schönheit des Übersetzungsfehlers, der den uninspirierten, Verständnis heischenden Leser brüsk zurückstößt, sucht den hermetischen Sinn hinter der Rhythmik retardierenden Stotterns. Axel Hacke, Kolumnist der "Süddeutschen Zeitung" und des "Tagesspiegel", sammelt semantischen Nonsens wie ein Grundschüler Salatschnecken. Und er pflegt ihn, weil jederzeit eine ungeahnte Bedeutung auftauchen könnte, für die dann sogleich ein Wort zu ihrer Bezeichnung bereitstünde: Sprachmüll wird zum wertvollen Rohstoff. Man findet ihn als "Pilaf mit Leber und Wahnsinnigen" in Speisekarten anatolischer Restaurants, als "Aufstellungsort des Seins" in liegengebliebenen Reiseprospekten, in doppelt rückübersetzten Bedienungsanleitungen und dem achtlos hingeworfenen Silbenrätsel des Kindes. Der geduldige Sprachenthusiast Hacke lotet auch die unwahrscheinlichsten Konnotationen des Politikerjargons aus, bis dass in dem im Weltenwind klappernden Zeitfenster niemand anders als Superman erscheint. Lehrreich auch ein Blick in die lautschriftlichen German Phrase Books, die den amerikanischen Soldaten bei der Eroberung Nazi-Deutschlands die Konversation mit dem Feind erleichtern sollten. "MA-khen zee ess zish B'K-VAYM" und "er-GAY-ben zee zish" den Wundern des Verbalrecycling. (Axel Hacke: "Wortstoffhof. Sprachgeschichten von Äh bis Zeitfenster." Verlag Antje Kunstmann, München 2008. 224 S., geb., 16,90 [Euro].) brey

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Mit rauschhaftem Überschwang setzt Benedikt Erenz' Rezension von Axel Hackes "Wortstoffhof. Sprachgeschichten von Äh bis Zeitfenster" ein: ein Lob auf die deutsche Sprache in all ihrer Wirrnis. Der Rest der Besprechung des Sammelbandes vollzieht sich deduktiv: vom Allgemeinen der Sprache kommt Erenz auf das Besondere, und jemand ganz Besonderes ist für ihn Axel Hacke. So formuliert der Journalist Erenz seine Liebeserklärung an den Journalisten, "Worteverehrer" und "Worteküsser" Hacke, der mit seinen sprachlichen "Perlen" und "Scherben" nicht nur aufs Beste unterhält, sondern zugleich jeden pädagogischen Impetus zurückhält. Dies ist dem Rezensenten in seiner an Ausrufezeichen reichen Rezension sowieso das Wichtigste; das Heitere eines Autoren, der die Sprache liebt.

© Perlentaucher Medien GmbH