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60 Kundenbewertungen

Als einziges Mädchen im Umkreis von 13 Kilometern ist Maserati Aufmerksamkeit gewohnt. Dabei will sie nur eines: Den Feriengästen selbstgemachte Limonade ihrer Oma servieren und die Tage bis zur Volljährigkeit zählen. Mit der Liebe will sie nichts zu tun haben - und schon gar nichts mit den Annäherungsversuchen der Söhne der reichen Familie, die gerade die Villa im Dorf gekauft hat. Doch dann stellen Caspar und Theo verbotene Fragen: Warum hat Maserati kein Smartphone? Wovor hat sie solche Angst? Und wie kann es sein, dass ihr Gesicht das Cover einer alten Schallplatte ziert? Plötzlich steckt…mehr

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Produktbeschreibung
Als einziges Mädchen im Umkreis von 13 Kilometern ist Maserati Aufmerksamkeit gewohnt. Dabei will sie nur eines: Den Feriengästen selbstgemachte Limonade ihrer Oma servieren und die Tage bis zur Volljährigkeit zählen. Mit der Liebe will sie nichts zu tun haben - und schon gar nichts mit den Annäherungsversuchen der Söhne der reichen Familie, die gerade die Villa im Dorf gekauft hat. Doch dann stellen Caspar und Theo verbotene Fragen: Warum hat Maserati kein Smartphone? Wovor hat sie solche Angst? Und wie kann es sein, dass ihr Gesicht das Cover einer alten Schallplatte ziert? Plötzlich steckt Maserati bis zum Hals in Geheimnissen zweier Familien und im eigenen Gefühlschaos.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

Autorenporträt
Alina Bronsky wurde 1978 in Jekaterinburg, Russland, geboren und lebt seit ihrer Kindheit in Deutschland. Ihr Debütroman >Scherbenpark<, der unter anderem für den Jugendliteraturpreis nominiert war, wurde auf Anhieb zu einem Bestseller und für das Kino verfilmt. Es folgten weitere hoch erfolgreiche Bücher wie der Roman >Baba Dunjas letzte Liebe<, der lange auf der SPIEGEL-Bestsellerliste stand und für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Alina Bronsky lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 25.04.2022

Restaurant ohne Oma
Alina Bronskys Roman "Schallplattensommer"

So ist das manchmal: Du bist einem riesigen Geheimnis auf der Spur - und dann ist der Held deiner Jugend Musiklehrer an einem Provinzgymnasium und möchte auf gar keinen Fall, dass irgendwer etwas von seinen frühen Erfolgen mit einer Popband erfährt, die keiner mehr kennt. Bis auf einen Jugendlichen wie Theo, dem die Texte des Uralt-Vinyls wie geheime Botschaften erscheinen, die alle zu seinem Unglück passen.

Zu Maseratis Leben passen sie wie das Mädchen auf dem Plattencover. Und auch das ist seltsam. Aber im Gegensatz zu Caspar und Theo hat Maserati keine Lust, irgendetwas herauszufinden, Wurzeln oder Verbindungen aufzuspüren. Maserati jedenfalls hat genug erlebt, um sich zum 17. Geburtstag nur das zu wünschen: Ruhe. Und Glück.

Alina Bronsky ist Fachfrau im lakonischen Erzählen schwieriger Lebensläufe. Seit "Scherbenpark" (2008) ist sie regelrecht spezialisiert auf Geschichten, die Jugendliche wie Erwachsene mögen, deren Protagonisten meist deutsch-russische Biographien haben, wie sie selbst eine hat, und die sich dadurch auszeichnen, dass sie nicht redselig sind. So ist das auch in "Schallplattensommer".

Es enthüllt sich im Lesen langsam, was für ein unwahrscheinliches Glück es ist, dass Maserati überhaupt 17 wird. Und warum sie alles gut machen will. Man bekommt schon fast Schwielen an den Händen und Atemnot, wenn man nur liest, was Maserati so wegschuftet Tag für Tag, körperlich wie seelisch. Es gibt aber keine Klage, sondern geradezu ein Aufgehen in der sorgfältig beschriebenen Pflicht, einer Harmonie der harten Arbeit. Die Großmutter, die Maserati aufgezogen hat und die mit ihr ein Ausflugslokal betreibt, wird dement. Maserati hat, das macht Bronsky so schlicht wie dramatisch klar, nur eine Chance, nicht ihr Zuhause zu verlieren: durchzuhalten, bis sie achtzehn ist.

Dass überhaupt ihr einziger Bezugspunkt die Oma ist, hat mit dem prekären Glamourleben der Mutter zu tun. Dem die Tochter auch ihren Namen zu verdanken hat. Sie trägt ihn wie ihre Schönheit: als Bürde. Und er ist ein Witz - einer, den Caspar, Sohn aus besten Verhältnissen, weidlich ausnutzt. Seine Witze allerdings geraten deutlich flacher als die Pointen und ironischen Beobachtungen, mit denen Bronsky aus Maseratis Perspektive Schwere und sommerliche Leichtigkeit in Balance hält.

Die Autorin hat ein genaues Auge für die Verletzungen, die diejenigen, die wohlbestallt sind, unbedacht anderen zufügen. Beinahe eilfertig wiederum erfindet sie für die Kinder mit dem goldenen Löffel im Mund, die plötzlich in Maseratis abgelegene Gegend ziehen, tragische Geheimnisse von Suizidgefahr, überforderten Eltern und Sinnsuche. Und eine Verbindung zwischen beiden Welten, denn Maseratis Mutter scheint ein williges Opfer der Boulevardpresse zu sein, die Caspars Vater dominiert. Ein Hauch Medienkritik zieht so ein und erklärt nicht nur Maseratis Aversion gegen Smartphones.

Bronskys Charaktere sind wie Umrisse, eine Menge ist gar nicht erzählt, nur angedeutet, eine bewährte Technik, die Bronskys Beobachtungen und kurze, intensive Ereignisse als Gegenstück ergänzen. Nicht immer ist das befriedigend, manches bleibt allzu leer. Doch die Balance klappt auch hier: Es sind schreckliche Dinge, die den Kindern widerfahren sind und mit denen sie erwachsen werden müssen. Dass sie es werden können, ist nicht die geringste Stärke dieses Sommerbuchs. EVA-MARIA MAGEL

Alina Bronsky:

"Schallplattensommer".

Roman.

dtv, München 2022. 192 S., geb., 15,- Euro. Ab 14 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensentin Eva-Maria Magel empfiehlt Alina Bronsky als Fachfrau für schwierige Lebensläufe. Im neuen Buch für Jugendliche ab 14 geht es laut Magel um ein 17-jähriges Mädchen aus problematischen Verhältnisse, das sich durchbeißt. Bronskys lakonisches Erzählen passt für Magel gut zum eher stillen Wesen der Protagonistin, die zwischen harter seelischer und körperlicher Arbeit und sommerlicher Leichtigkeit schwebt und ihre Umwelt ironisch beobachtet. Bronsky beweist einen genauen Blick auf Verletzungen, ihre Figuren bleiben aber mitunter etwas zu umrisshaft, findet die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH
'Schallplattensommer' ist ein Entwicklungsroman, der mit feiner Beobachtungsgabe die Lebenswirklichkeit dreier Jugendlicher auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden abbildet. Juliane Krebs WDR 5, Neugier genügt 20220516