Reiche Mädchen (Mängelexemplar) - Scheuermann, Silke

Früher 17,90
als Mängelexemplar:
Jetzt nur 8,94**
versandkostenfrei*
Alle Preise in Euro, inkl. MwSt.
**Frühere Preisbindung aufgehoben
Sofort lieferbar
4 °P sammeln

Lieferung nur solange der Vorrat reicht!

  • Buch

Jetzt bewerten

Silke Scheuermann ist eine der bedeutenden Lyrikerinnen der Gegenwart, ihr Umgang mit Sprache ein Leseerlebnis. Mit den Erzählungen "Reiche Mädchen" legt sie ihr erwartetes Prosadebut vor, poetisch und akzentuiert wie ihre Lyrik. Ironisch, lakonisch, amüsant und messerscharf zeichnet sie das Bild einer Generation, die sich nach dem Gewöhnlichen sehnt und doch so viel mehr als das Gewöhnliche will.…mehr

Produktbeschreibung
Silke Scheuermann ist eine der bedeutenden Lyrikerinnen der Gegenwart, ihr Umgang mit Sprache ein Leseerlebnis. Mit den Erzählungen "Reiche Mädchen" legt sie ihr erwartetes Prosadebut vor, poetisch und akzentuiert wie ihre Lyrik. Ironisch, lakonisch, amüsant und messerscharf zeichnet sie das Bild einer Generation, die sich nach dem Gewöhnlichen sehnt und doch so viel mehr als das Gewöhnliche will.

  • Produktdetails
  • Verlag: SCHÖFFLING
  • Abmessung: 21, 5 cm
  • Gewicht: 281g
  • ISBN-13: 9783895613708
  • ISBN-10: 3895613703
  • Artikelnr.: 35096054
Autorenporträt
Silke Scheuermann, geboren 1973 in Karlsruhe, lebt in Frankfurt am Main. Sie studierte Theater- und Literaturwissenschaften in Frankfurt, Leipzig und Paris und arbeitete am Germanistischen Institut der Universität Frankfurt. Neben Kritiken veröffentlicht sie Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien und erhielt mehrere Stipendien und Literaturpreise, darunter den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt, das Literaturstipendium in der Villa Aurora in Los Angeles, den Hermann-Hesse-Förderpreis der Stadt Karlsruhe und 2008 den Georg-Konell-Preis.
Rezensionen
Große Sympathie für Silke Scheuermanns "Reiche Mädchen" spricht aus den Zeilen der Rezensentin Jenni Zylka. Vielleicht, weil Scheuermanns Protagonistinnen nicht so unbeschwert leben, wie der Titel anzudeuten scheint. "Sie machen alles falsch", zumal in puncto Liebe, verwickeln sich in würdelose Abhängigkeiten, in verzweiflungsträchtige Szenarien. Scheuermann "hält eine Lupe gnadenlos auf die Details und erwischt damit den wackeligen Gemütszustand der Frauen". Diese dem Selbsterhaltungstrieb sehr ferne Hingabe, die so manchen Leser dazu neigen lässt, diese Frauen kräftig "schütteln" zu wollen und ihnen ihre Würde und ihren Stolz ans Herz zu legen, wirft in den Augen der Rezensentin vielmehr die Frage auf, ob "nicht jedes Verliebtsein irgendwie würdelos" ist. Trotz ihres "schnörkellosen und amüsanten" Stils, ihres "harten und realistischen" Blickes verstehe es Scheuermann, ihren Figuren "das Mitgefühl einer großen Schwester, einer mütterlichen Freundin" entgegenzubringen. So genau ist Scheuermanns Beobachtung dieser Frauen, dass die Rezensentin in den Scheiternsszenarien ihrer Erzählungen fast "eine Art Eigentherapie" vermutet.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 13.02.2005
Fräulein-Plunder
Immer mehr junge Frauen langweilen sich, haben Sex und schreiben darüber. Warum nur?

Aaaaaargh! Es passiert schon wieder nichts! Graue Wände, Zigaretten, Warten, Hoffen, Langeweile, und am Schluß die Liebe für einen Augenblick. Was ist das? Die ausführliche Inhaltsangabe des ersten Erzählungsbandes der meisten jungen deutschen Autorinnen.

Nein, man kann Judith Hermann daraus keinen Vorwurf machen. Aber irgendwie ist sie schuld. Ist der gigantische Erfolg ihrer Erzählungsbände daran schuld, daß dieser Ton, dieser vornehm-mondän-gelangweilte Geschichtenton, den man einst so herrlich fand, aus der deutschen Gegenwartsliteratur, aus den Büchern der jungen Debütantinnen einfach nicht mehr verschwindet. Die Bücher beginnen so: "Es geschieht auch in diesem Sommer nichts, das ihn von den vorherigen unterscheidet, obwohl ich es mir doch so sehr wünsche, doch keine der Häuserfassaden, an denen ich täglich entlanggehe, ändert plötzlich chamäleonhaft die Farbe, sie werden höchstens blasser, als wollten sie diejenigen ärgern und enttäuschen, die sie allzuoft hoffnungsvoll anstarren." Und dann wird also ein wenig umhergegangen, geraucht, geliebt, und am Ende des Buches heißt es: "Die Autorin dankt dem Deutschen Literaturfonds für die Unterstützung ihrer Arbeit."

Die Autorin? In diesem Fall: Silke Scheuermann. Eine der talentiertesten jungen deutschen Autorinnen. Sie ist einunddreißig Jahre alt, hat schon zwei Gedichtbände veröffentlicht und den renommierten Leonce-und-Lena-Preis erhalten. Sie kann gut schreiben, findet immer wieder erstaunliche Sprachbilder, schildert schöne Momente und ungeschönte Körperenthüllungen. Aber vor allem schildert sie die Langeweile. Die Sehnsucht nach Geschichten, die nicht passieren, nach Menschen, die mitunter auch mal was erlebt haben und die man dann aussaugen kann wie ein Vampir: "Irgendwann würde sowieso jedes ihrer Opfer merken, daß sie mit ihrer Liebe die Männer aussaugte, alles aus ihnen herauspreßte, ihre Geschichten wissen wollte, ihre Gedanken, erzähl doch, erzähl doch, es war wie eine Sucht, auf die drei schönen Wochen folgten dann drei Monate, in dem die Liebhaber, geschockt vom Ausmaß der Langeweile, die Natalie offenbar quälte, versuchen würden, ihre neue Freundin anzuspornen, damit sie irgend etwas verändere, einen Sinn finde."

Doch der findet sich nicht, so sehr die jungen Frauen in Silke Scheuermanns Erzählungen auch suchen und suchen. Kein Sinn. Kein Zweck. Nur Traurigkeit. Nur der Wille, sich abzugeben, an einen Mann. "Reiche Mädchen" heißt das Buch. Und sie sind unfaßbar arm. Lebensarm und bleich. Wie aus einer Erzählung Joseph Roths, Damen im Frühling auf Caféterrassen, "die darauf warten gepflückt zu werden".

Männer sind ihre einzige Hoffnung. Die Liebe ihr Lebensziel. Und Sex die eine, große Möglichkeit. Und hier unterscheiden sich die Erzählungen Silke Scheuermanns plötzlich deutlich von denen ihrer Mitbewerberinnen. Sex. Da wird nichts bloß angedeutet. Da wird alles schön auserzählt. Wo es in der gemeinen Damenprosa üblich ist, im rechten Moment den Blick abzuwenden oder einen feinen Rauchschleier über die Szene zu legen oder die Unmöglichkeit der Vereinigung zu betrauern, wird hier in jeder Geschichte eine Vereinigung gefeiert. Oder besser: mehr oder weniger gewaltsam vollzogen. Glieder strecken sich den Frauen entgegen, den Männern "gigantisch große Brüste, rund, weiß, speckig vom Schaum", Flüssigkeiten spritzen, mal hier, mal da, mal als ein "Brei im Mund", der, weil der Herr regelmäßig Eiweiß- und Vitaminpräparate eingenommen hat, "einen Geschmack von Terpentin hatte".

Silke Scheuermann spart nichts aus. Vor gut zwei Jahren hat sie einmal einen ganzen Männerknast in einen wahren Schockzustand hineingelesen, mit einer ihrer Sexgeschichten. Das Berliner Literaturfestival hatte eine Lesung in der Berliner Haftvollzugsanstalt Tegel organisiert, in einem Männerblock mit Langzeithäftlingen, auch Lebenslänglichen. Und da waren also jetzt fünfzig Knastler in einem kleinen Raum zusammengekommen, um eine Geschichte zu hören. Und es kommt diese junge, ziemlich gutaussehende, irgendwie porzellanen wirkende Frau und liest. Die Geschichte einer jungen Frau, die einen älteren, verheirateten Mann liebt. Gern kommt er mit zu ihr nach Haus, zieht sich aus, und Silke Scheuermann liest und liest, mit feiner, leiser Stimme, "sein hartes Glied drückt gegen meinen linken Schenkel", "jetzt baumelt sein Schwanz herum wie ein Pendel, das die Fruchtbarkeit der Erde kontrollieren will", "er hat fein säuberlich in mich hineingespritzt", "ich führe meine Hand zwischen die Beine und schnuppere an ihr".

Es ist sehr, sehr still nach dieser Lesung. Die Eingesperrten sagen erst mal nichts. Schließlich steht ein Häftling in weinrotem Filzmantel und alten Lederpantoffeln auf und sagt: "Bitte, Sie müssen das verstehen, die Welt des Eros, der Gefühle, ist uns hier in all den Jahren fremd geworden. Es braucht ein wenig Zeit, bis wir wieder Worte finden."

Es ist dann wieder so still. Später werden die Veranstalter der Autorin sagen, daß sie es "mutig" fanden von ihr, hier, vor den zum Teil lebenslang Inhaftierten, eine solch freizügige Sexphantasiegeschichte zu lesen. Silke Scheuermann wird lächeln.

In dem Raum ergibt sich, nach dem langen Schweigen, dann doch noch eine Art Diskussion. Natürlich will einer wissen, ob sie sich das alles ausgedacht habe. Und wenn ja, dann sei der Literaturpreis, den sie im letzten Jahr bekommen habe "auf jeden Fall noch viel zu klein für dich". Ein arabisch aussehender, junger Mann mit Glatze meldet sich und sagt, er finde es nicht gut, daß die Frau einem verheirateten Mann hinterherjage. Ein anderer möchte von ihr als Frau gerne wissen, ob verheiratete Männer attraktiver seien als unverheiratete und warum das so sei. Jedenfalls kam Silke Scheuermann und ihre Geschichte bei den einsamen Männern ausgezeichnet an.

Beim Lesen aber wird man müde. Unfaßbar müde. Und später wütend. Man will hineinschreien in die Geschichten. All den armen Mädchen, die die falschen Männer lieben, warten, warten, an der Bar von Tennisclubs, in Vorlesungen über Derrida und die Gerechtigkeit, in der Badewanne mit dem falschen Mann warten, sitzen, rauchen. Wohnen, dämmern, liegen. Hinaus in die Welt! Wo kein Literaturfonds euch beschützt! Wo ihr selbst das Leben seid. Und nicht die Männer, die grauen Wände und der Wein. Bring dein Traumbild um, bevor es dich ums Leben bringt.

Einen Moment gibt es in diesem Buch, da wird ein Mädchen plötzlich mächtig. Sie wurde widerlich beschmutzt von irgendeinem widerlichen Sören in einem heruntergekommenen Hinterhofzimmer. Es war ein Jammer. Sie hatte sich mit Kokosmilch eingecremt, fünfmal vor dem Treffen den Rock gewechselt, Oberteile probiert und probiert. Sören kümmerte all das nicht. Sören wollte Sex, so schnell es geht. Und so kam es auch. Und jetzt steht sie auf der Straße und sie muß fast lachen, als sie daran denkt, wie sie sich schöngemacht hatte für den Abend, und sie denkt, daß ihr spargeliger Körper niemals von jemandem geliebt werden wird und daß niemand je soviel Zeit mit ihr verbringen wird, daß er mit ihr "aus ihrem neuen Porzellangeschirr mit dem blauen Rand essen" wird. Sie weint, die Welt verschwimmt, und plötzlich ergeht ein Befehl an sie, sie glaubt, er komme von Gott, und da ist plötzlich auch eine Pistole, und sie schießt, und ein junger Mann, fast noch ein Kind, lebt plötzlich nicht mehr.

Sie sieht ihn liegen, "den dünnen, sehr jungen Mann, dessen erfreuter Ausdruck auf dem Gesicht, wie sie verblüfft feststellt, im Tod noch gewachsen ist, als habe sie ihm zu guter Letzt einen Gefallen getan".

Das ist ein Moment der Macht in diesem Buch der großen Ohnmacht. Ein Erleichterungsmoment und Hoffnungsmoment. Hoffnung auf ein Leben nach dem ersten Buch.

VOLKER WEIDERMANN

Silke Scheuermann: "Reiche Mädchen". Erzählungen. Verlag Schöffling & Co. 163 Seiten. 17,90 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
Besprechung von 07.03.2005
Hirschkäfer in braunen Stiefeln
Silke Scheuermann erzählt von blöden Jungs und blöden Mädchen
Zwei Verwendungsweisen des Adjektivs „blöd” kennt die deutsche Umgangssprache. Die eine bezeichnet den unsympathischen, unleidlichen Menschen, und es steckt der Ratschlag darin, die eigene Seelenruhe zu schonen, indem man sich mit ihm gar nicht erst abgibt. Hierher gehören der blöde Heini und die blöde Kuh. Das andere „blöd” enthält ebenfalls Ungeduld, aber eine teilnehmende, die heftig und mutmaßlich umsonst auf das Selbstbeschädigende eines bestimmten Verhaltensmusters hinweist: „Mann, bist du blöd!” Silke Scheuermanns Erzählungen heben an, wenn blöd 2) auf blöd 1) trifft; wenn eine Frau sich als blöd genug erweist, sich in die Arme eines Blödians zu werfen.
Der Nachteil solcher Geschichten besteht darin, dass sie keine Neugier erzeugen, wie es weitergeht, denn sie können keinerlei Dynamik besitzen. Der Seelenschmerz der Frau tritt auf der Stelle. Für den Teil der Leserinnenschaft, der es noch nicht wissen sollte, wird dick unterstrichen, dass die Natur dem Mann anstelle eines Herzens einen Schwanz geschenkt hat. Die Erzählerin der ersten und längsten Geschichte, „Krieg oder Frieden”, liebt mit zager Unterwürfigkeit den verheirateten Simon, sie schafft Blumen, Whiskey, Delikatessen in Massen herbei, weil er sie ja jederzeit überraschend besuchen könnte (was er aber nur selten tut) und findet ihren treu verlässlichen Timo nur noch fade. Simon eröffnet ihr nach einer schnellen Nummer, dass er sich verliebt habe... Ja!? In Angelika! „Angelika? frage ich entgeistert, das kann nicht sein, das ist einfach nicht möglich.” Aber Simon zieht sich schon an und geht. Wie kann eine nur so blöd sein! Reumütig greift die Heldin zum Telefon und ruft ihren Timo an. Vielleicht merkt er ja, wie Männer so sind, nicht einmal, was los war.
Es gehört zu dieser Art Frau-zu-Frau-Prosa, die auf leisen aber festen Schienen läuft, dass sie sich um den originellen Ausdruck bemüht und dass dieser todsicher als wehleidige Phrase zur Welt kommt. „In meinem Kopf beginnt Kino ab achtzehn”, „ein wenig komme ich mir nun” - wenn der Herr Literaturdozent mit ihr zu sprechen geruht - „vor wie eine interessante Textstelle”, „ergeben hat sich nur die Aneinanderreihung meiner Demütigungen, die sich inzwischen zu einer Kette addiert, falsche schwarze Perlen, die ich unsichtbar um den Hals trage”. So was steht auf jeder Seite. Nur wenn es um Gemeinheiten gegen die beste Freundin geht, kommt Schwung in die Sache: „Marie im kurzen grünen Minikleid aus Polyester und in braunen Stiefeln, sie sieht aus wie ein Hirschkäfer.”
Wo Silke Scheuermann in diesem Sinn etwas trockener schreibt, gelingt es ihr sofort deutlich besser; und eine Geschichte, „Die Umgebung von Blitzen”, in der statt eines jungen Unglücks ein altes Ehepaar auftritt, ist sogar ziemlich gut; so gut jedenfalls, dass man wissen will, wie sie endet und ob es dem Hobby-Kugelblitzbeobachter Carl gelingen wird, seine unaufhörlich plappernde Frau dazu zu bewegen, eins von diesen geisterhaften Dingern weniger zu sehen (was kaum möglich ist) als vielmehr gesehen zu haben: Das würde ihrer Ehe eine neue gemeinsame Grundlage geben. Aber es ist nur eine von sieben Geschichten.
„Reiche Mädchen” heißt der Band. Der Reichtum, so viel soll die Leserin verstehen, liegt allein im Innern. Aber genau das macht das Problem des Buchs aus. Ein Außeridischer, der allein aus diesem schmalen Buch ein Bild der Menschheit gewinnen müsste, käme zum Schluss, dass diese aus zwei Hälften besteht, von denen die eine funktioniert und die andere nicht. Und da auch so gut wie keine Kinder in Erscheinung treten, könnte er leicht auf den Gedanken kommen: Wozu, um alles in der Welt, braucht diese Spezies überhaupt Frauen?
BURKHARD MÜLLER
SILKE SCHEUERMANN: Reiche Mädchen. Erzählungen. Verlag Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2005. 163 Seiten, 17,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Große Sympathie für Silke Scheuermanns "Reiche Mädchen" spricht aus den Zeilen der Rezensentin Jenni Zylka. Vielleicht, weil Scheuermanns Protagonistinnen nicht so unbeschwert leben, wie der Titel anzudeuten scheint. "Sie machen alles falsch", zumal in puncto Liebe, verwickeln sich in würdelose Abhängigkeiten, in verzweiflungsträchtige Szenarien. Scheuermann "hält eine Lupe gnadenlos auf die Details und erwischt damit den wackeligen Gemütszustand der Frauen". Diese dem Selbsterhaltungstrieb sehr ferne Hingabe, die so manchen Leser dazu neigen lässt, diese Frauen kräftig "schütteln" zu wollen und ihnen ihre Würde und ihren Stolz ans Herz zu legen, wirft in den Augen der Rezensentin vielmehr die Frage auf, ob "nicht jedes Verliebtsein irgendwie würdelos" ist. Trotz ihres "schnörkellosen und amüsanten" Stils, ihres "harten und realistischen" Blickes verstehe es Scheuermann, ihren Figuren "das Mitgefühl einer großen Schwester, einer mütterlichen Freundin" entgegenzubringen. So genau ist Scheuermanns Beobachtung dieser Frauen, dass die Rezensentin in den Scheiternsszenarien ihrer Erzählungen fast "eine Art Eigentherapie" vermutet.

© Perlentaucher Medien GmbH