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Robin, 15, ist pubertär, einsam und gelangweilt, als er Leo trifft, der so cool und selbstsicher ist, wie es Robin gern wäre. Leo verführt ihn zum Rauchen, Kiffen, Saufen. Sie lernen Anna und Karla kennen. Und durch Karla erfährt Robin, was ein richtiger Rausch ist, körperlich und geistig. Während Leo unverändert gelassen bleibt, stürzt Robin ab. Robin erzählt die Geschichte seines Absturzes, direkt, schonungslos. Er teilt Leo alle seine Ängste und Hoffnungen mit. Erst am Ende wird er merken, dass das noch lange nicht alles war, dass seine Realität eine andere ist. Und, dass Leo vielleicht gar nicht so über den Dingen steht, wie Robin glaubt.…mehr

Produktbeschreibung
Robin, 15, ist pubertär, einsam und gelangweilt, als er Leo trifft, der so cool und selbstsicher ist, wie es Robin gern wäre. Leo verführt ihn zum Rauchen, Kiffen, Saufen. Sie lernen Anna und Karla kennen. Und durch Karla erfährt Robin, was ein richtiger Rausch ist, körperlich und geistig. Während Leo unverändert gelassen bleibt, stürzt Robin ab. Robin erzählt die Geschichte seines Absturzes, direkt, schonungslos. Er teilt Leo alle seine Ängste und Hoffnungen mit. Erst am Ende wird er merken, dass das noch lange nicht alles war, dass seine Realität eine andere ist. Und, dass Leo vielleicht gar nicht so über den Dingen steht, wie Robin glaubt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beltz
  • Originaltitel: Keine halben Sachen
  • Artikelnr. des Verlages: 81248
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 135
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Erscheinungstermin: 13. März 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 134mm x 20mm
  • Gewicht: 238g
  • ISBN-13: 9783407812483
  • ISBN-10: 3407812485
  • Artikelnr.: 54452886
Autorenporträt
Antje Herden, 1971 in Magdeburg geboren, studierte kurz Chemie und lange Architektur und reiste durch die Welt. Seit 2004 schreibt sie Romane und Kurzgeschichten für Erwachsene und arbeitete als Redakteurin. 2010 erschien ihr erster Kinderroman. Antje Herden hat zwei Kinder und lebt als freie Autorin in Darmstadt.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.03.2019

Der Kick schien es wert

In Antje Herdens "Keine halben Sachen" experimentieren ein Junge und sein dubioser Freund mit Drogen. Wer ist dieser Leo, und was will er?

Von Elena Witzeck

Die Geschichte vom falschen Freund kennt jedes Kind, aber noch besser kennen sie die dazugehörigen Väter und Mütter, schließlich handelt es sich um eine der ureigensten familiären Angstvorstellungen: das eigene Kind an einen Verführer, einen in zwielichtigen Kreisen verkehrenden Unbekannten zu verlieren, der es, ohne dass sie eine Ahnung davon hätten, in die Selbstzerstörung lenkt. Auf dessen Locken hin es sich auf ewig verliert.

Der Außenseiter Robin trifft in "Keine halben Sachen" auf einen dieser falschen Freunde, einen weniger zwielichtigen, dafür umso selbstsichereren Einzelgänger mit dunklem Kapuzenpulli und der Frisur, die Robin gern hätte, der selbstgedrehte Zigaretten raucht und auf einmal direkt neben ihm sitzt, ohne etwas zu sagen. Leo kommt, natürlich, aus Berlin, er trinkt Alkohol und isst Gemüsedöner, und obwohl sich Robin, der sich nirgendwo hundertprozentig richtig fühlt, gern über die übertrieben lässige Art dieses Unbekannten empören würde, obwohl man fürs Kiffen von der Schule fliegen kann, möchte er unbedingt sein Freund werden. Zu ihm spricht er, wenn er seine Geschichte erzählt, er ist das "Du", dem er alles offenbart.

Bis diese Geschichte jedoch Fahrt aufnimmt, muss Robin erst viele Joints rauchen und Speed nehmen und einem gefährlich schönen Mädchen begegnen und sich Gedanken machen, die sich kein Fünfzehnjähriger je so machen würde: "Natürlich kannte ich das Dafür und das Dagegen. Wie blind und ignorant musste man sein, um das nicht zu kennen." Vor dem ersten Joint rinnt Verheißung durch seine Adern. Das bevorstehende Unheil denkt der Erzähler immer gleich mit, so klingt die Unvernunft wider besseres Wissen: "Der Kick schien es wert". Als genüge seine Erfahrung nicht.

Dann aber nimmt die Geschichte doch noch Fahrt auf. Über Drogenerfahrungen zu schreiben ist nicht einfach: Wer es erlebt hat, dem scheint es unbeschreiblich, wer nicht, hat keine Vorstellung davon, und dass es sich um die Erfahrung eines Jugendlichen handelt, der sich keiner literarischen Referenzen bedienen will und kann, macht das Erzählen nicht leichter. Bei Antje Herden klingt es so: "Nach dem Kribbeln fuhr mir kurz eine kalte Hand die Wirbelsäule hinunter, dann war da nichts weiter als Ruhe. Ich sah, ich schaute, ich hörte, und hin und wieder sagte ich etwas, während Leere mich erfüllte." Und das reicht völlig aus.

Bei allem Drama finden sich auch skurrile, selbstironische Beschreibungen auf diesem Weg ins Abseits: Robins LSD-Erlebnis im Wald etwa artet zum Horrortrip voller irrwitziger Beobachtungen aus: In tiefer Dunkelheit sitzend, sieht Robin die Sterne auf sich zufallen, beobachtet das pochende Netzwerk der Bäume und kämpft mit seinem Körper, der seinen Befehlen nicht mehr gehorcht. "Ich entwickelte den klugen Plan, mich ganz plötzlich - ohne nachzudenken - aufzusetzen. Ich wollte mich und vor allem meine Arme austricksen." Er findet seine Arme schließlich verschränkt hinter seinem Kopf.

Leo ist es, der ihn aus dem Albtraum des Waldes befreit, aber es ist zu spät, Robin will bis zum Äußersten gehen. Wenn sie ihm keinen Widerstand leiste, wirft er seiner überforderten Mutter vor, dann müsse er tiefer gehen und ihr Schmerzen zufügen, und das tut er dann auch, bevor er selbst an der Reihe ist.

Dass am Ende der Abwärtsspirale noch eine Wendung lauert, die Robins Leidensgeschichte in ein gänzlich neues Licht rückt, ist ein Zeichen von erzählerischer Raffinesse. Und es tut der erlebten Welt gut, erweitert sie um eine Ebene, die auch dem berichtenden Helden eine neue Farbigkeit und Präsenz gibt, die auf einmal alles viel klarer erscheinen lässt. Der Rausch ist vorbei, das Schlimmste überstanden, jetzt fügt sich alles zu einem stimmigen Zusammenhang. Oder? Wäre da nicht der unergründliche Geist eines jeden Erzählers.

Antje Herden: "Keine halben Sachen". Roman.

Verlag Beltz & Gelberg, Weinheim 2019. 144 S., br., 12,95 [Euro]. Ab 14 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 13.09.2019

Gierig. Nach. Neuem.
„Keine halben Sachen“ – Eine Jugend auf Speed, die Gewissheiten erschüttert
Alles ist anders als gedacht. Das erfahren die Leser dieses wirklich krassen Buchs erst auf der letzten Seite, und die höchst erstaunliche Auflösung mancher Rätsel darf man natürlich auf keinen Fall verraten. Allerdings ist „Keine halben Sachen“ von Antje Herden auch vorher schon ziemlich krass, und über die Entwicklung der Geschichte kann man durchaus einiges erzählen. Die 1971 in Magdeburg geborene Autorin hat für ihr erstes Jugendbuch jedenfalls aus guten Gründen den Peter-Härtling-Preis erhalten.
Robin ist 15, der Ich-Erzähler dieses Buches und extrem angenervt. Nüchtern betrachtet geht es ihm ja nicht so schlecht: Er hat eine zwar angespannte, aber verständnisvolle Mutter. Er hat Kumpels, mit denen er im Park abhängt, Bier trinkt und Hip-Hop hört. Doch das reicht ihm nicht, nichts ist genug: „Alles war nur fast. Beinahe gechillt, beinahe krass, beinahe echt. Als hätte einem ein Wort auf der Zunge gelegen, eines, das gerade ganz genau gepasst hätte. Man konnte es aber nicht aussprechen, weil es einem trotzdem nicht einfiel. Und das waren noch die guten Tage.“ An den schlechten legt Robin sich nach der Schule ins Bett und bleibt dort liegen, mit Netflix, Gummibärchen und einem Liter Kakao; allein mit sich und einer großen Wut auf die Welt. Man nennt dieses Phänomen: Pubertät.
Bis Leo vom Himmel fällt. Also fast. Er taucht auf einmal als neuer Schüler in der Klasse auf, und er hat alles, was Robin nicht hat: Er ist lässig, trinkt Mate, riecht nach Gras, und unfassbar teure Sneakers trägt er auch. Mit Leo wird das Leben von Robin gleich viel aufregender. Die beiden schwänzen die Schule, hängen mit einer neuen Gruppe von „Goajungs“ im Park herum und rauchen Joints. „Gierig. Nach. Neuem“, so kann man den Bewusstseinszustand von Robin beschreiben.
Und den erweitert er im Laufe eines Sommers beständig. Erst probiert er Speed aus, das so gut kickt, dass Robin das Gefühl hat, das sei es nun also: „Das gute Leben. In dem alles stimmte. Das ich im Griff hatte. In dem ich wichtig und mein eigener Superheld war. Schön. Stark. Klug. Selbstbewusst.“ Superheld Robin greift bald auch zu Ecstasy, das ihn noch näher ans Glück kickt. Und er traut sich erstmals an Mädchen heran, auch wenn er das erste Mal mit der Falschen erlebt, nicht mit der Hübschen.
Doch dann kommt Robin auch an die Hübsche ran, erlebt mit ihr Wochen voller Liebe, Drogen, Raves – und lässt sich von ihr schließlich sogar noch zu LSD überreden. Ganz schnell geht das alles in diesem dünnen Buch, das die Handlung mit knappen Sätzen vorantreibt und auch schwammige Gefühle auf den Punkt bringt. Die Autorin hält sich nicht lange mit unwichtigen Dingen auf; die wichtigen allerdings beschreibt sie anschaulich und ausführlich. Den LSD-Trip vor allem, der zum Horrortrip gerät, bei dem sich Robin von Baumhexen umzingelt fühlt, die Arme nicht mehr bewegen kann, umkippt. Kein Freund kann ihn aufhalten bei seinem Absturz, der irgendwann wörtlich zu nehmen ist.
Das könnte das Ende sein, doch in diesem Buch kommt ja alles anders. Und auch die Leser erwachen jäh aus einem kurzen, heftigen Rausch. (ab 14 Jahre)
ANTJE WEBER
Antje Herden: Keine halben Sachen. Beltz & Gelberg, Weinheim 2019. 136 Seiten, 12, 95 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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»Ein nachhaltiges Lesevergnügen.« Ulrich Karger, Der Tagesspiegel, 2.5.2019 »Schonungslos ehrlicher und raffiniert angelegter Drogenroman.« Leseloste Mai/Juni, Börsenblatt, 23.5.2019 »Meisterhaft und äußerst glaubwürdig erzählt Antje Herden, wie sich ein Junge auf der Suche nach dem richtigen Leben in einer Parallelwelt verliert. Diese Erzählung vermeidet glücklicherweise jeden pädagogischen Eifer. Sie nimmt ihre Protagonisten ernst und konfrontiert sie zugleich mit einer klaren Haltung, die aus der Geschichte heraus erwächst. Ungeheuer nuanciert und konsequent aus der Sicht von Robin erzählt, der seine Selbstironie nie verliert, führt Antje Herden den Leser durch ein echtes Leben - mit einem glänzend entworfenen, fulminanten Ende, das alles auf den Kopf stellt.« Jury Peter-Härtling-Preis 2019 »Fulminant: Zu Recht wurde Herdens Roman um Drogenrausch und Schizophrenie mit dem Peter-Härtling-Preis 2019 ausgezeichnet.« Beate Schräder, Westfälische Nachrichten, 27.6.2019 »Der Horror-Trip auf LSD ist meisterhaft geschildert!« Anita Westphal-Demmelhuber, Eselsohr, 6/2019 »[Herden] führt ihre Leser nah an Robins Erleben heran und es gelingt ihr, die Faszination des Rauschs glaubwürdig zu beschreiben. Weder macht sie sich mit ihrem Protagonisten gemein, noch lässt sie die Geschichte in eine moralische Botschaft münden. [...]. In seiner Dichte und Wahrhaftigkeit steht das Buch in der Tradition von 'Wir Kinder vom Bahnhof Zoo'.« Udo Bartsch, Doppelpunkt, 6/2019 »Einen erhobenen Zeigefinger braucht dieses Buch mit seinem immer wiederkehrenden, beunruhigendem Thema nicht. Es wirkt umso intensiver und nachhaltiger.« Heide Germann, Darmstädter Echo, 16.6.2019 »'Keine halben Sachen' - eine Jugend auf Speed, die Gewissheiten erschüttert. Und den Leser an dem Leben und Absturz eines besonderen Helden beteiligt.« Antje Weber, Süddeutsche Zeitung, 13.9.2019 »Antje Herden gelingt es, Robins jugendliche Gier nach Neuem und Zugehörigkeit in Worte zu fassen. Ihre Sprache fesselt und vermag einen Drogentrip beängstigend real zu schildern. Nie tönt es jedoch belehrend oder gar verharmlosend aus dem Text. Ungewohnt und anregend ist die Verwendung der Du-Ansprache, die irritiert und deren Geheimnis erst am Ende gelüftet wird. Ein literarischer Trip, verstörend und faszinierend zugleich.« Jury DJLP Nominierung, 3/2020 »Ein tolles Buch, das wachrütteln kann, das zeigt, was wichtig ist, und das zu lesen Spaß macht.« Leif (14 Jahre), Bücherkinder/Eselsohr, 3/2020…mehr