Bisher 24,99 €**
23,99 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
**Früherer Preis
Versandfertig in 2-4 Wochen
12 °P sammeln

    Gebundenes Buch

In the Louvre museum hangs a portrait of a middle-aged man with long dark hair, a mustache, and heavy-lidded eyes, and he is dressed in the starched white collar and black coat of the typical Dutch burgher. The painting is now the iconic image of René Descartes, the great seventeenth-century French philosopher. And the painter of the work? The Dutch master Frans Hals--or so it was long believed, until the work was downgraded to a copy of an original. But where, then, is the authentic version located, and who painted it? Is the man in the painting--and in its original--really Descartes? A…mehr

Produktbeschreibung
In the Louvre museum hangs a portrait of a middle-aged man with long dark hair, a mustache, and heavy-lidded eyes, and he is dressed in the starched white collar and black coat of the typical Dutch burgher. The painting is now the iconic image of René Descartes, the great seventeenth-century French philosopher. And the painter of the work? The Dutch master Frans Hals--or so it was long believed, until the work was downgraded to a copy of an original. But where, then, is the authentic version located, and who painted it? Is the man in the painting--and in its original--really Descartes? A unique combination of philosophy, biography, and art history, The Philosopher, the Priest, and the Painter investigates the remarkable individuals and circumstances behind a small portrait. Through this image--and the intersecting lives of a brilliant philosopher, a Catholic priest, and a gifted painter--Steven Nadler opens up a fascinating portal into Descartes's life and times, skillfully presenting an accessible introduction to Descartes's philosophical and scientific ideas, and an illuminating tour of the volatile political and religious environment of the Dutch Golden Age. As Nadler shows, Descartes's innovative ideas about the world, about human nature and knowledge, and about philosophy itself, stirred great controversy. Philosophical and theological critics vigorously opposed his views, and civil and ecclesiastic authorities condemned his writings. Nevertheless, Descartes's thought came to dominate the philosophical world of the period, and can rightly be called the philosophy of the seventeenth century. Shedding light on a well-known image, The Philosopher, the Priest, and the Painter offers an engaging exploration of a celebrated philosopher's world and work.
  • Produktdetails
  • Verlag: Princeton University Press
  • Seitenzahl: 230
  • Erscheinungstermin: Mai 2013
  • Englisch
  • Abmessung: 223mm x 144mm x 25mm
  • Gewicht: 475g
  • ISBN-13: 9780691157306
  • ISBN-10: 0691157308
  • Artikelnr.: 36754031
Autorenporträt
Steven Nadler is the William H. Hay II Professor of Philosophy at the University of Wisconsin--Madison. His books include Rembrandt's Jews, which was a finalist for the Pulitzer Prize; Spinoza: A Life, which won the Koret Jewish Book Award; and A Book Forged in Hell: Spinoza's Scandalous Treatise and the Birth of the Secular Age (Princeton).
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 01.06.2013

Auf dem Minenfeld der Theologie war vorsichtige Zurückhaltung empfehlenswert
Gute Gelegenheit, den vielgelobten und gern geschmähten "Vater der modernen Philosophie" kennenzulernen: Steven Nadlers ungewöhnliches Porträt von René Descartes

Im Herbst des Jahres 1649 machte sich René Descartes daran, nach Stockholm aufzubrechen. Königin Christina von Schweden hatte ihn schon lange gedrängt, an ihren Hof zu kommen, Descartes seinerseits drei Jahre lang gezögert, ihrem Wunsch nachzugeben. Er hing an dem Leben, das er seit einigen Jahren in dem Dorf Egmond an der holländischen Küste führte, selbst wenn die Winter lang waren. In Stockholm waren sie freilich noch härter, Descartes zählte mittlerweile über fünfzig Jahre, und Christina bestand darauf, wie sich herausstellen sollte, ihre Lektionen in den Grundlagen der neuen Wissenschaft zu früher Morgenstunde zu erhalten, die Descartes von jeher - in der Jesuitenschule seiner Kindheit mit Sondererlaubnis wegen empfindlicher Konstitution - im Bett zugebracht hatte. Das neue Regime dürfte seiner Widerstandskraft nicht förderlich gewesen sein, und im Februar 1650 verstarb Descartes.

Adrien Baillet schrieb vierzig Jahre später in seiner Biographie, Descartes hätte bereits bei der Abreise nach Schweden Vorahnungen seines bevorstehenden Todes geäußert und die zu seinem Abschied versammelten Freunde dadurch traurig gestimmt. Mag sein, dass Baillet hier ein wenig seinem Hang zur philosophischen Hagiographik nachgab. Doch sein Bericht, dass einer dieser Freunde, den die traurige Aussicht besonders berührte, kurz entschlossen von einem Maler ein Bild Descartes' anfertigen ließ, ist darum kaum zu bezweifeln. Den Namen des Freundes, Monsieur Bloemaert, nennt Baillet und vergisst auch nicht den Hinweis, dass dieser katholische Priester in den vorangegangenen Jahren oft von Descartes in Haarlem besucht worden sei. Doch den Namen des Malers, der das Porträt von Descartes anfertigte, sucht man vergeblich.

Womit die drei Personen im Titel des neuen Buchs von Steven Nadler, "The Philosopher, the Priest, and the Painter", versammelt sind. Der Philosoph ist natürlich Descartes, Augustijn Alster Bloemaert ist der Priester, und beim Maler entscheidet sich der Autor für einen zwar nicht belegbaren, aber plausiblen und auch attraktiven Namen, nämlich Frans Hals. Das Bild, das 1649 wohl in Haarlem entstand, ist für ihn jenes in expressiver Manier ausgeführte kleinformatige Porträt, das heute im Staatlichen Kunstmuseum in Kopenhagen hängt und auch als echter Hals gilt - im Gegensatz zu dem mittlerweile nur noch als "nach Frans Hals" geführten stattlicheren Bildnis im Louvre, das in der Descartes-Ikonographie vermutlich immer noch den ersten Rang einnimmt.

Nun weiß man aus den Quellen gar nicht besonders viel über den Umgang Descartes' mit Bloemaert, während die Begegnung mit Hals mangels Dokumenten hypothetisch bleiben muss. Bei einem Roman würde eine solche Konstellation, die Freiräume für Ausgestaltungen lässt, nicht weiter auffallen. Aber Steven Nadler ist kein Romancier, sondern ein renommierter, durch eine Reihe von Büchern ausgewiesener Philosophiehistoriker und exzellenter Kenner der Ideen- und Kulturgeschichte des siebzehnten Jahrhunderts.

Die Freiräume, die sein Figurentrio gestattet, werden von ihm auch durchaus nicht dazu benutzt, sich auszumalen, was die Quellen nicht hergeben. Was er vor Augen hat, ist vielmehr ein Porträt Descartes', das sich jenes von Hals zum Vorbild nimmt: im kleinen Format, nicht durchgezeichnet und akademisch ausladend, sondern an einigen hervorstechenden Zügen orientiert. Er fokussiert dabei auf die Zeit von den späten dreißiger Jahren bis zur Abreise nach Schweden, nimmt aber auch hier nur einige Facetten in den Blick.

Über Bloemaert und Hals schlägt Nadler Verbindungen zu Descartes' holländischem Lebenshintergrund. Die Skizzen ihrer Lebensläufe schließen an seine bündigen Erläuterungen zu Politik und Gesellschaft dieser Jahre an; wie genau er die holländischen Verhältnisse kennt, hatten schon seine Bücher über Spinoza und "Rembrandt's Jews" gezeigt. Die Übergänge zur Darstellung von Descartes' Philosophie ergeben sich zwar nicht immer von selbst, aber elegant weiß Nadler sie in jedem Fall zu nehmen. Und dann erweist sich erst recht der Vorteil, dass dieser Autor aus dem Vollen schöpfen kann und sich doch auf einige Facetten zu beschränken weiß.

So gibt er auf knappem Raum den Umriss von Descartes' wissenschaftlichem Reformprogramm, seiner neuen Mechanik und der für ihre Grundlegung aufgebotenen Metaphysik. Die "Meditationen", welche diese Grundlegung leisten sollen, werden dabei genauso wenig vollständig resümiert wie die ebenfalls in diesen Jahren publizierten "Prinzipien", mit denen Descartes seinen Einzug in den Universitäten halten wollte (die "Leidenschaften der Seele" bleiben sogar ganz am Rand) - aber Argumentationsfiguren und Problemhintergründe werden schnörkellos präsentiert.

Die Tatsache, dass Bloemaert wie Descartes Katholik war - er betreute nach 1636 eine katholische Gemeinde im Haarlem, was im reformierten Holland offiziell zwar gar nicht erlaubt war, aber von den Behörden toleriert wurde -, bringt Nadler zum Beispiel auf das heikle Verhältnis der neuen mechanischen Philosophie zur Theologie. Die Schwierigkeiten verdankten sich dem Umstand, dass die aristotelische Schulphilosophie so weit in die theologische Dogmatik eingewachsen war, dass Angriffe auf die Erstere schnell als Attacken auf Letztere gelten konnten. Ein vermintes Feld, auf dem Descartes - trotz öfters geäußertem Vorsatz zu vorsichtiger Zurückhaltung und versuchter Umgarnung der Theologen der Sorbonne - dann letztlich doch die riskantesten Züge ausführte (was ihn später auch auf den Index brachte).

Naturgemäß verknüpft damit war die Auseinandersetzung mit der Schulphilosophie, die in Holland Fahrt aufnahm, als dort die ersten überzeugten Cartesianer die neue Mechanik an den Universitäten in Stellung brachten. Klug waren da die Ratschläge, die Descartes einem Jünger wie Regius in Utrecht gab. Bloß zeigte sich dann prompt seine hin und wieder durchbrechende Neigung, Kontrahenten - präsumptive und tatsächliche - sein Selbstbewusstsein ziemlich gnadenlos fühlen zu lassen; in diesem Fall nicht nur brieflich, sondern sogar im Druck. Und auch diesen Zug markiert Nadler mit einigen gekonnten Strichen in seinem Porträt von Descartes.

Es verdankt sich einem Autor, der nicht erst durch angestrebte Vollständigkeit und Detailarbeit seine Kennerschaft erweisen muss und Gefallen daran findet, gewohnte Pfade der Darstellung zu verlassen. Sein Buch empfiehlt sich, um mit Descartes ein wenig näher und auf verlässliche Weise bekannt zu werden - und dabei doch nicht nur von Philosophie zu lesen.

HELMUT MAYER

Steven Nadler: "The Philosopher, the Priest, and the Painter". A Portrait of Descartes.

Princeton University Press, Princeton 2013. 230 S., Abb., geb., 22,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr