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Der Lebensrückblick eines schwarzen deutschen Zeitzeugen
Theodor Michaels Vater kam vor dem Ersten Weltkrieg aus Kamerun, damals deutsches "Schutz gebiet", nach Deutschland und wurde wie andere Kolonialmigranten freundlich aufgenommen. Er heiratete eine Deutsche und gründete eine Familie. Doch schon während der Weimarer Republik fand man, Farbige sollten den Deutschen keine Arbeitsplätze mehr wegnehmen. Bald konnten sie nur noch in den sehr beliebten "Völkerschauen" unterkommen. In der Nazizeit wurden ihnen die deutschen Pässe entzogen. Nur als stumme Komparsen in den zahl reichen Kolonialfilmen waren sie noch gefragt.…mehr

Produktbeschreibung
Der Lebensrückblick eines schwarzen deutschen Zeitzeugen

Theodor Michaels Vater kam vor dem Ersten Weltkrieg aus Kamerun, damals deutsches "Schutz gebiet", nach Deutschland und wurde wie andere Kolonialmigranten freundlich aufgenommen. Er heiratete eine Deutsche und gründete eine Familie. Doch schon während der Weimarer Republik fand man, Farbige sollten den Deutschen keine Arbeitsplätze mehr wegnehmen. Bald konnten sie nur noch in den sehr beliebten "Völkerschauen" unterkommen. In der Nazizeit wurden ihnen die deutschen Pässe entzogen. Nur als stumme Komparsen in den zahl reichen Kolonialfilmen waren sie noch gefragt.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.34857
  • Verlag: Dtv
  • Seitenzahl: 198
  • Erscheinungstermin: 1. April 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 134mm x 17mm
  • Gewicht: 228g
  • ISBN-13: 9783423348577
  • ISBN-10: 3423348577
  • Artikelnr.: 41770238
Autorenporträt
Michael, Theodor
Theodor Michael kommt 1925 in Berlin als viertes und jüngstes Kind des Kolonialmigranten Theophilus Wonja Michael aus Kamerun und seiner deutschen Frau Martha zur Welt. Ein Jahr nach seiner Geburt stirbt die Mutter. Die Halbwaisen wachsen, teils unter erbärmlichen Umständen, bei Pflegeeltern auf. Als 1934 auch der Vater stirbt, werden die Geschwister getrennt. Michael darf nach der Volksschule aufgrund seiner Hautfarbe keine weitere Ausbildung machen und schlägt sich als Page, Portier und Komparse durch, bis er 1943 in einem Arbeitslager interniert wird, wo er auch die Befreiung erlebt. Nach dem Krieg gründete er eine Familie mit einer jungen Schlesierin, war als Dolmetscher und Schauspieler tätig, studierte auf dem zweiten Bildungsweg Volkswirtschaft und entwickelte sich zu einem anerkannten Afrika-Spezialisten. Als solcher wurde er schließlich vom BND angeworben. Nach seiner Pensionierung trat er wieder als Schauspieler auf und engagierte sich in der afro-deutschen Community.Er lebt heute mit seiner zweiten Frau in Köln.
Rezensionen
"... eine schillernde und bewegende Biografie ..." -- Main-Echo 26. Oktober 2013

"'Ich war der Palmwedler im Münchhausen'. Der Kölner Afro-Deutsche Theodor Michael erzählt, wie er die Nazizeit in Deutschland überlebte." -- Horst Stellmacher, Express, Köln 1. November 2013

"Michael schildert unverblümt, wie grausam, aber auch wie liebevoll und gutmütig Menschen sein können." -- Münchner Merkur 26. November 2013

"Ein Stück fesselnde Zeitgeschichte. Stimmt schon, dass das Leben die besten Geschichten schreibt." -- Kerstin Herrnkind, Stern viva! 1. Februar 2014

"Theodor Michael ist ein deutsches Vorbild! Die Hautfarbe spielt dabei überhaupt keine Rolle." -- Alex Dengler, www.denglers-buchkritik.de 3. September 2014
"Nach dieser Lektüre wünscht man sich mehr Toleranz in diesem Land."
Stuttgarter Zeitung 22. November 2014

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Tief bewegt und beeindruckt zeigt sich Marie-Sophie Adeoso von diesem Buch, in dem der hochbetagte Theodor Michael, Sohn eines kamerunischen Kolonialbeamten und einer Preußin aus seinem Leben berichtet, von einer quälenden Kindheit und Jugend im Bastrock, von Naziterror und andauerndem Rassismus. Den anschaulichen Kapiteln des Bandes entnimmt Adeoso allerdings auch, wie der Autor mit Stolz und Beharrlichkeit seinen Weg gegangen ist, als Schauspieler, später als Journalist und beim BND sowie innerhalb seiner Familie. Dass Michael mit seinem Buch trotz allem keine Anklageschrift vorlegt, sondern nüchtern über deutsche Kolonialvergangenheit und soziale Ausgrenzung in der Gegenwart berichtet, hält die Rezensentin für höchst bemerkens- wie lesenswert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.12.2013

Afrikanischer Berliner

"In meinen fast neunzig Lebensjahren habe ich viele Tätigkeiten und Berufe ausgeübt. Es ist eine lange Liste, und am Anfang steht ,der kleine Negerjunge mit dem Baströckchen' aus der Völkerschau. Das Baströckchen wurde mir immer nachgetragen, auch als ich ihm längst entwachsen war." Diese Sätze formuliert Theodor Michael am Ende seiner bewegenden Erinnerungen: Eine lesenswerte Chronik eines schwierigen Lebens und eine lange ignorierte Perspektive auf die deutsche Geschichte. Geboren als Sohn eines Kameruner Vaters und einer deutschen Mutter, erlebte er als Kind in Berlin die späte Weimarer Republik und den Nationalsozialismus. Früh verwaist, wurde er von seiner Pflegefamilie als Diener ausgebeutet, wurde des Gymnasiums verwiesen, musste in Afrika-Schauen auftreten und wirkte wie viele der damals in Deutschland lebenden Afrikaner als Statist in rassistischen Kolonialfilmen wie "Carl Peters" mit. Den Krieg überlebte er als "Fremdarbeiter". Nach 1945 blieb Michael in Deutschland, konnte aber nur schwer Fuß fassen. Ein spätes Studium an der Hamburger Akademie für Gemeinschaft ebnete den Weg in den Afrika-Journalismus. Später wurde er - eine leider nur knapp geschilderte Episode - vom Bundesnachrichtendienst angeworben und ging als Regierungsdirektor dieser Behörde in den Ruhestand. Theodor Michael hätte allen Grund gehabt, eine Anklageschrift zu verfassen. Doch schildert er die Zumutungen seines Lebens mit großer Nüchternheit und vermittelt umso eindringlicher die Erfahrung des Rassismus. (Theodor Michael: "Deutsch sein und schwarz dazu". Erinnerungen eines Afro-Deutschen. Deutscher Taschenbuchverlag, München 2013. 200 S., br., 14,90 [Euro].) eck

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