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Als die Leiche der jungen May Lynn aus dem Sabine River gezogen wird, interessiert sich niemand dafür, wer sie ermordet hat. Alle sind nur hinter dem Geld her, das ihr Bruder bei einem Banküberfall erbeutet haben soll. Sue Ellen findet, dass ihre tote Freundin May etwas Besseres verdient hat. Wenn schon kein Filmstar aus ihr wird, wie sie es sich immer erträumte, soll wenigstens ihre Asche in Hollywood verstreut werden. Zusammen mit ihrer labilen Mutter und den Freunden Terry und Jinx macht sich Sue Ellen mit einem Floß in Richtung Süden auf. Bald merken sie, dass der sagenumwobene Killer…mehr

Produktbeschreibung
Als die Leiche der jungen May Lynn aus dem Sabine River gezogen wird, interessiert sich niemand dafür, wer sie ermordet hat. Alle sind nur hinter dem Geld her, das ihr Bruder bei einem Banküberfall erbeutet haben soll. Sue Ellen findet, dass ihre tote Freundin May etwas Besseres verdient hat. Wenn schon kein Filmstar aus ihr wird, wie sie es sich immer erträumte, soll wenigstens ihre Asche in Hollywood verstreut werden. Zusammen mit ihrer labilen Mutter und den Freunden Terry und Jinx macht sich Sue Ellen mit einem Floß in Richtung Süden auf. Bald merken sie, dass der sagenumwobene Killer Skunk hinter ihnen her ist. Die Reise auf den dunklen Gewässern beginnt ...
  • Produktdetails
  • Heyne Bücher Bd.67656
  • Verlag: Heyne
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 8. September 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 121mm x 27mm
  • Gewicht: 277g
  • ISBN-13: 9783453676565
  • ISBN-10: 3453676564
  • Artikelnr.: 40019430
Autorenporträt
Lansdale, Joe R.
Joe R. Lansdale, geboren 1951, zählt zu den großen amerikanischen Erzählern. Er hat mehr als vierzig Romane in verschiedenen Genres geschrieben und erhielt zahlreiche namhafte Auszeichnungen, u. a. den American Mystery Award und den Edgar Award. Berühmt geworden ist er mit der Krimi-Serie um Hap Collins und Leonard Pine. Lansdale lebt mit seiner Familie in Nacogdoches, Texas.
Rezensionen
Besprechung von 13.05.2013
DIE KRIMI-KOLUMNE
Strudel der Gewalt: Joe R. Lansdales „Dunkle Gewässer“
Es gibt Geschichten, die sind so irre, dass man ihnen gerade deshalb bereitwillig folgt. Diese hier geht so: Drei 16-Jährige wollen von Texas aus nach Hollywood aufbrechen. Sie haben die Asche ihrer toten Freundin dabei. Und: Der Trip wird mit der Beute aus einem Bankraub finanziert. Es ist die Zeit der Großen Depression in Amerika, und diese Teenager hier – die Erzählerin Sue Ellen, der homosexuelle Terry und die Schwarze Jinx – sind so verdammt arm dran, dass sie den Depressions-Fotografen Dorothea Lange und Walker Evans hätten Modell stehen können. Und von dem, was sich auf dem Planeten so tut, wissen die drei eigentlich auch nur, was der Sabine River an ihrer Haustür vorbeischwemmt – oder wieder freigibt.
  In diesem Fall finden Angler die Leiche der schönen, offenbar ermordeten May Lynn, die man, beschwert mit einer Nähmaschine, im Fluss versenkt hat. May Lynn war ein mit den drei Helden befreundetes, gleichaltriges Mädchen, das sich eine Karriere in Hollywood in den Kopf gesetzt hatte. Untersucht wird der Todesfall sowieso nicht, der zuständige Sheriff, der völlig skrupel- wie gesetzlose Constable Sy, lässt die Leiche gleich am nächsten Morgen verscharren. Sue Ellen und Terry, die dabei waren, als man die entstellte May Lynn fand, sind empört, aber machtlos. „Keiner von uns war in Osttexas glücklich“, erklärt Sue Ellen. „Wir wollten alle weg, aber irgendwie schienen wir festzustecken wie tiefverwurzelte Bäume. Wenn ich dachte, von hier zu verschwinden, konnte ich mir einfach nicht vorstellen, was jenseits der Wälder und Sümpfe lag. Außer Hollywood. Und das auch nur, weil May Lynn ununterbrochen darüber geredet hatte. Bei ihr klang es großartig, obwohl sie nie dort gewesen war.“
  Sue Ellen hat jeden Grund, dieses verwahrloste Sumpfkaff zu verlassen. Ihr Vater, von dem sie erst im Lauf der Geschichte erfahren wird, dass er gar nicht ihr Vater ist, schlägt die Mutter und versucht nachts, in Sues Bett zu kommen. Das Mädchen geht darum immer mit einem Knüppel ins Bett, um sich den dauerbesoffenen, viehischen Mann vom Leib halten zu können. Oder ihren genauso geifernden Onkel Gene, von dem sie sagt, er sei so fett wie ein Schwein, habe aber deutlich weniger Charakter.
  Die Mutter, eine verfallene Schönheit, schießt sich mit einem Drogen-Alkohol-Cocktail nahezu ununterbrochen in die Umlaufbahn einer besseren Welt. Das Bett verlässt sie schon lange nicht mehr. Jetzt also, nach May Lynns Tod, ist es darum so weit: Sue Ellen, Jinx und Terry beschließen, diesen Horror-Ort zu verlassen. Terry exhumiert zuerst die tote May Lynn, verbrennt die Leiche und ist nun zuständig für deren Asche, die in Hollywood verstreut werden soll.
  May Lynn hatte den dreien noch eine Schatzkarte hinterlassen; das Versteck der Beute aus dem Bankraub ist darauf verzeichnet. Diese über 1000 Dollar sind zumindest ein Anfang für das neue Leben. Dummerweise haben jedoch nicht wenige der habgierigen Hillbillys, der Constable inklusive, davon erfahren, dass die Kids jetzt so viel Geld haben. Dann aber, mit dem Besteigen des Fluchtfloßes, auf dem die drogenkranke Mutter dann auch noch Platz gefunden hat, beginnt in Joe R. Lansdales Roman „Dunkle Gewässer“ erst der wahre Horror.   
  Der 1951 geborene Joe Richard Lansdale ist so etwas wie der Samuel Fuller oder John Huston des pulpnahen Romans, also jemand, der Elemente des Film Noir in seine Geschichten überträgt. Er hat Western, Horror-Romane, Science-Fiction, viel Mystery und Thriller geschrieben, auch für Comic-Serien im Fernsehen, „Batman: The Animated Series“ ist von ihm mitgeschrieben worden. Aber „Edge of Dark Water“, wie dieser Texas-Noir-Roman im Original heißt, ist wohl das Beste, was er je verfasst hat.
  Wenn Hollywood noch alle Tassen im Schrank hat, dann besorgt sich dort irgendjemand bald die Filmrechte. Denn allein die halsbrecherische Floßfahrt über die dunklen Gewässer, die mörderisch-debile Horde und die menschliche Waldbestie „Skunk“, die hinter den Flüchtigen her sind – das alles liefert Bilderstoff satt. Was aber unbedingt erhalten bleiben müsste in jeder denkbaren Filmadaption, ist Lansdales lakonischer Sprachwitz. „Also mussten wir uns einen Plan ausdenken, und das taten wir auch. Es war kein Plan, wie er im Strategie-Lehrbuch der Armee steht, aber immerhin hatten wir uns was einfallen lassen, und zwar: (Zuerst) brauchten wir eine Schaufel, um die alte Frau zu begraben. Und den abgesägten Arm. Die Vorstellung, dass die Leiche und der Arm hier herumlagen, und der Gestank, der immer stärker wurde, sorgten dafür, dass wir uns darum zuerst kümmerten.“
  Lansdales Roman ist so etwas wie die Splatter-Version von „Huckleberry Finn“. Und erst mit dem allerletzten Satz: „Ich setzte mich (. . .) ans Fenster und wartete, bis sich der erste Lichtstreifen am Horizont abzeichnete“ kommt der Irrsinn endlich zur Ruhe.
BERND GRAFF
Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer. Roman. Aus dem Englischen von Hannes Riffel. Tropen Verlag, Stuttgart 2013. 320 Seiten, 19,95 Euro.
Der Roman ist so etwas
wie die Splatter-Version von
„Huckleberry Finn“
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Schöner Irrsinn, schwärmt Bernd Graff angesichts dieses "Texas-Noir-Romans" von Joe R. Lansdale, den der Rezensent als Thriller-Autor und Schöpfer von Fernsehcomics kennt und schätzt. Dieser Roman aber ist für Graff der endgültige Beweis für Lansdales Stärke, den Horror bildkräftig und mit lakonischem Wortwitz zu inszenieren. Wann Hollywood den Stoff um ein paar heruntergekommene Teenager zu Zeiten der großen Depression verfilmt, scheint ihm nur eine Frage der Zeit zu sein. Huckleberry Finn goes Splatter, jubelt Graff.

© Perlentaucher Medien GmbH
»Von diesen dunklen erzählerischen Fluten kann man nur mitgerissen werden.« Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 13./14. April 2013 »Joe R. Lansdales "Dunkle Gewässer" ist ein mitreißender Huckleberry-Finn-Blues, der auf die Kraft der Umgangssprache setzt - und gewinnt.« Stern, 25.04.2013 »Doch bei Lansdale sprechen die reichlich gestreuten Horrorelemente die Sprache noch einer anderen literarischen Heimat, bringen einen geradezu märchenhaften Ton in die Erzählungen aus dem Herz der Südstaaten-Finsternis ... Es ist was es ist: ein großer Spaß.« Katharina Granzin, Sonntaz, 23./24. März 2013 »In der fast schon komischen Härte der Verhältnisse schimmert der Süden von William Faulkner durch, eine Floßfahrt erinnert an Mark Twain, die Irrfahrten des Odysseus werden angetippt und eine Grimm'sche Märchensituation gibt es auch ... Aber es sind gar nicht die kuriosen Ereignisse und Figuren, deretwegen man "Dunkle Gewässer" lesen sollte. Die wahre Qualität des Buches liegt in der Erzählstimme von Sue Ellen, in der konsequent aus dem ländlichen Alltag erwachsenden Bildhaftigkeit der Sprache.« Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung, 15.03.2013 »Über den Seiten hängt der faule Geruch von Sumpf und Brackwasser, der Erinnerungen an Cormac McCarthys Tennessee-River-Roman "Verlorene" weckt, und wenn man die Augen zukneift, könnte man meinen, auf dem Floß Huck Finn und seine Gefährten zu erkennen.« Kolja Mensing, Der Tagesspiegel, 17.02.2013 » ... ein ... Roman, der sich ohne Prätention ebenso auf Mark Twain bezieht wie auf die griechische Mythenwelt.« Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung, 23.03.2013 »Sue Ellen erzählt so lax, bissig und griffig von der blutigen Flucht, von Gewalt, madendurchsetzten Leichen und beinhartem Zweiback, dass das Gruselige immer ins Groteske kippt. "Dunkle Gewässer" ist ein Roman voll schwarzem Humor - und ein Albtraum.« Thomas Neubacher-Riens, Frankfurter Neue Presse, 26.03.2013 » ... [ein] Roman, der an die großen Twainschen Abenteuergeschichten anknüpft, in seiner bitteren Süße aber wiederum einzigartig ist.« Dresdner Neueste Nachrichten, 08.04.2013 »Lansdale schreibt ungeheuer plastisch und fesselnd. Er zeichnet zunächst eine Welt in schwarz-weiß, in der es nur Gute und Böse zu geben scheint. Aber dann wird der Leser mit feinen Zwischentönen überrascht. Trotzdem - oder gerade deshalb - wird alles gut, obwohl das meiste irgendwie offen bleibt. Und man ist ein bisschen überrascht, dass man schon auf der letzten Seite des Buches angelangt ist - und würde sich freuen, auch diese Geschichte nochmals neu entdecken zu können.« Die Rheinpfalz, 09.03.2013 » ... Bilder von düsterer Märchenschönheit und eine unvorhersehbare, quälend spannende Geschichte. Beste Schauerromantik.« Hartmut Wilmes, Kölnische Rundschau, 06.04.2013 »Wenn das Leben so gewalttätig und ungerecht ist, dass schon Kinder in Lumpen sarkastische Sprüche klopfen, dann ist Joe Lansdale in seinem Element. Kein anderer beschreibt die Südstaaten mit ihrem Charme und ihrer Brutalität so wunderbar ... Der Roman liest sich wie eine Mischung aus "Tom Sawyer" und "Verrückt in Alabama" - verquickt mit einer Krimi-Handlung.« Sandra Schäfer, Hamburger Morgenpost, März 2013 » ... eine düstere Variante der Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, die dem Vorbild in nichts nachsteht.« kulturnews, April 2013 »Wer nach dieser Lektüre Albträume hat, braucht sich nicht zu schämen.« Volker Isfort, Abendzeitung München, 19.03.2013 »Spannend, trickreich, sprachlich auf höchstem Niveau - pures Lesevergnügen.« Kleine Zeitung, 02.03.2013 » ... eine 16-Jährige ... Ich-Erzählerin ... führt den Leser altersentsprechend mit einer Mischung aus Scharfsinn und Naivität und einer deftigen Portion pubertärer Rebellion in eine Familienleben ein, das von Dumpfheit und Brutalität nur so durchgeschüttelt wird. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Sozialreportage und Abenteuergeschichte in der Tom-Sawyer- oder Huckelberry-Finn-Tradition - aber deftiger.« Jens Frederiksen, Rhein Main Presse, 20.03.2013 »"Dunkle Gewässer" ... überzeugt mit lebensechten und mitunter skurrilen Charakteren, einem bizarren Kriminalfall, authentischen Dialogen und unverfrorenem Humor.« Bücher, April/Mai 2013 »Spannung bis zur letzten Seite.« Badische Neueste Nachrichten, 23.02.2013 »Lansdales Stil ist einzigartig, gerade auch dann, wenn er alte Mythen in dem Plot einarbeitet.« Elke Heid-Paulus, krimikiosk.de, 18.03.2013…mehr