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Unaussprechliche Geheimnisse, unglückliche Lieben und dramatische Schicksale vor dem Hintergrund des Barcelona der 50er Jahre: Zu spanischen Klängen und dem Gemurmel der nächtlichen Großstadt entführt das Hörspiel in die geheimnisvolle Welt der Bibliotheken und vergessenen Bücher. Auf der Suche nach Julián Carax, dem geheimnisumwitterten Autor, verlieren sich die Schritte Daniels im undurchschaubaren Labyrinth der verwinkelten Gassen und verlassenen Paläste. Und nur eines ist sicher: Diese Geschichte wird nicht nur Daniel ein Leben lang begleiten ...
Das Stimmengewirr von Barcelona, das
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Produktbeschreibung
Unaussprechliche Geheimnisse, unglückliche Lieben und dramatische Schicksale vor dem Hintergrund des Barcelona der 50er Jahre: Zu spanischen Klängen und dem Gemurmel der nächtlichen Großstadt entführt das Hörspiel in die geheimnisvolle Welt der Bibliotheken und vergessenen Bücher. Auf der Suche nach Julián Carax, dem geheimnisumwitterten Autor, verlieren sich die Schritte Daniels im undurchschaubaren Labyrinth der verwinkelten Gassen und verlassenen Paläste. Und nur eines ist sicher: Diese Geschichte wird nicht nur Daniel ein Leben lang begleiten ...

Das Stimmengewirr von Barcelona, das gedämpfte Raunen der Bibliotheken und die Stimmen schöner Frauen werden zum Hörerlebnis. Mit Matthias Schweighöfer als Daniel und Erzähler, Michael Habeck als Fermin Romero de Torres, Sylvester Groth als Julián Carax und Laín Coubert und vielen anderen.

(2 CDs, Laufzeit: 2h 34)
Autorenporträt
Michael Habeck hatte nach seiner Ausbildung an der Schauspielschule Ruth von Zerboni in München Engagements an verschiedenen deutschen Bühnen, u. a. an den Münchener Kammerspielen, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und am Münchner Volkstheater. Dem breiten Publikum bekannt ist er aus zahlreichen TV-Produktionen wie 'Tatort', 'Der Ermittler' und 'Forsthaus Falkenau', aber auch aus internationalen Produktionen wie z. B. 'Der Name der Rose' und 'The Bourne Identity'. Als Synchronsprecher lieh er u. a. Danny De Vito, Oliver Hardy und dem Flintstone Barny Geröllheimer seine Stimme. Er verstarb im Februar 2011. Matthias Schweighöfer, geboren 1981 in Anklam, gilt heute als einer der prägenden deutschen Schauspieler seiner Generation. Einem breiten Publikum wurde er durch seine ebenso erfrischende wie berührende Darstellung in "Soloalbum" (2003) nach dem gleichnamigen Roman von Benjamin von Stuckrad-Barre bekannt. Es folgten große Rollen in Kino- und Fernsehproduktionen wie "Kammerflimmern" (2004), "Schiller" (2005), "Kleinohrhasen" (2007), "Der Rote Baron" (2008) und "Friendship!" (2010), in denen sich Schweighöfer mit beeindruckender Konstanz vom hoffnungsvollen Nachwuchstaltent zu einer festen Größe im deutschen Schauspielbetrieb entwickeln konnte. Für seine schauspielerische Leistung bereits vielfach ausgezeichnet hat sich Schweighöfer mit "What a Man" (2011) nun auch erstmals als Regisseur einen Namen gemacht. Seine Stimme ist u.a. in dem Hörspiel "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón und in der Lesung "Slam" von Nick Hornby zu hören. Sylvester Groth ist ausgebildeter Schauspieler und Tenor. Er arbeitet für Theater, Kino, TV und im Bereich Hörspiel und Hörbuch. Zuletzt sah man ihn in Quentin Tarantinos "Inglorious Basterds" als Goebbels. Im WDR Hörspiel zu Stieg Larssons "Verblendung" spricht er Mikael Blomkvist.
Trackliste
CD
1Der Schatten des Windes
Rezensionen
"Bestens geeignet für einen späten Sonntagabend auf dem Sofa." Brigitte

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 23.10.2003

Das Phantombuch
Carlos Ruiz Zafóns praller Roman „Der Schatten des Windes”
„Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater zum ersten Mal zum Friedhof der Vergessenen Bücher mitnahm. Die ersten Sommertage des Jahres 1945 rieselten dahin, und wir gingen durch die Straßen eines Barcelonas, auf dem ein aschener Himmel lastete und dunstiges Sonnenlicht auf die Rambla de Santa Mónica filterte.” Ein Roman, der mit solchen Sätzen beginnt und dazu noch „Der Schatten des Windes” heißt – kann man ihm widerstehen? Wohl kaum. Zumindest nicht ein Leser, der von Zeit zu Zeit gerne literarisch regrediert und daher anfällig ist für die Reize eines Jugendbuches für Erwachsene.
Daniel heißt der Ich-Erzähler, und er ist zehn Jahre alt, als er sich in einer Sammelstelle für alle Bücher, die keine Leser mehr finden, den Roman „Der Schatten des Windes” von Julián Carax aussuchen darf. Von dem Werk, das er noch am selben Tag verschlingt, ist er so fasziniert, dass er unbedingt mehr, als der Klappentext verrät, über den um die Jahrhundertwende geborenen Autor wissen und vor allem alles von ihm lesen will. Das aber erweist sich trotz jahrelanger Recherchen als überaus schwierig: Carax ist unter rätselhaften Umständen verschollen, und seine Bücher sind europaweit aus allen Buchhandlungen und Bibliotheken verschwunden. Je besessener sich der kindliche, dann halbwüchsige und erwachsene Leser in seine Suche verstrickt, desto unheimlicher wird sie. Ein Mann, der dem Teufel, der in „Der Schatten des Windes” auftritt, gleicht, beginnt ihn zu verfolgen, und in Daniels Leben scheinen sich Ereignisse, die schon für Carax fatal waren, zu wiederholen.
Die Tradition, in die sich „Der Schatten des Windes” einreihen will, hat ihre großen Namen und reicht weit zurück ins 19. Jahrhundert. „Die Frau in Weiß” von Wilkie Collins, „Die Geheimnisse von Paris” von Eugène Sue und „Das Phantom der Oper” von Gaston Leroux gehören ihr ebenso an wie manche Romane von Ray Bradbury und Joan Aiken. Carlos Ruiz Zafón eifert diesen Meistern nach, er erreicht sie nicht ganz, aber er ist ein überaus gelehriger Schüler. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er die Handlung nicht über so viele Jahre ausgedehnt, sondern auf die Kindheit der Hauptfigur konzentriert hätte: „Der Schatten des Windes” ist ein Knabentraum, und aus der Perspektive eines Knaben geschildert, besitzt der Roman auf den ersten hundert Seiten eine poetische Qualität, die er später verliert. Die Stoffmassen, die Zafón bewegt, veranlassen ihn zudem zu mehreren, nicht immer glücklich inszenierten Rückblenden. Von der Neigung, dramatische Geschehnisse etwas zu oft in heftige Gewitter zu verlegen, einmal abgesehen, ist sein Sinn für Effekte aller Art aber sehr sicher. Zafón kann, wie es sich in dem von ihm gewählten Genre gehört, Spannung und Horror zu erzeugen; die Dialoge, die Daniel mit seinem treuen Freund Fermin führt, beweisen des Autors beträchtlichen Sinn für Dialogwitz und dramaturgisch geschickte Stimmungswechsel.
Trotz seiner Orientierung an bewährten Mustern und seiner skrupellosen Absicht, nichts als unterhalten zu wollen, besitzt der Roman aber durchaus eine literarische Originalität. Sie beruht auf der klugen Wahl von Ort und Zeit der Handlung. Als „große Zauberin”, als „Hexe”, die ihren Einwohnern die Seele raubt, wird das durch Bürgerkrieg und Franquismus versehrte Barcelona der Nachkriegszeit von den Figuren bezeichnet. Es sind vor allem die düsteren Aspekte der urbanen Physiognomie, die ihn faszinieren. „Der Schatten des Windes” führt in einen verfallenen Belle Epoque-Palast und in verwinkelte großbürgerliche Wohnungen, in die feuchten, dunklen Unterkünfte der Armen, in ein Altersheim, das einer Vorhölle gleicht, und auf den riesigen städtischen Friedhof. Die geheime Hauptfigur des Romans ist die Stadt, in der er spielt. Auf der imaginären Landkarte der gehobenen Sensations- und Schauerliteratur hat dank Zafón nun auch Barcelona einen Platz erhalten.
CHRISTOPH HAAS
CARLOS RUIZ ZAFÓN: Der Schatten des Windes. Roman. Aus dem Spanischen von Peter Schwaar. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003. 529 Seiten, 24,90 Euro.
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