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500 Tage Krieg im fernen Europa. Felix Sparks (1917-2007) stammte aus einer Bergarbeiterfamilie in Arizona und ließ sich nach der High School von der Armee anwerben, weil er in der Großen Depression keine Arbeit fand. Dann ging er ans College, um Jura zu studieren, und wurde erneut einberufen, als die USA in den Krieg eintraten. Er nahm teil an der Invasion Siziliens 1943, war der einzige Überlebende seiner Einheit bei der Schlacht von Anzio, überlebte die deutsche Ardennenoffensive, den Häuserkampf in Aschaffenburg, wo der "Volkssturm" die Amerikaner aufzuhalten versuchte, und kommandierte die Einheit, die Dachau befreite.…mehr

Produktbeschreibung
500 Tage Krieg im fernen Europa.
Felix Sparks (1917-2007) stammte aus einer Bergarbeiterfamilie in Arizona und ließ sich nach der High School von der Armee anwerben, weil er in der Großen Depression keine Arbeit fand. Dann ging er ans College, um Jura zu studieren, und wurde erneut einberufen, als die USA in den Krieg eintraten. Er nahm teil an der Invasion Siziliens 1943, war der einzige Überlebende seiner Einheit bei der Schlacht von Anzio, überlebte die deutsche Ardennenoffensive, den Häuserkampf in Aschaffenburg, wo der "Volkssturm" die Amerikaner aufzuhalten versuchte, und kommandierte die Einheit, die Dachau befreite.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher 34855
  • Verlag: DTV
  • Originaltitel: The Liberator: One World War II soldier's 500-Day Odyssey from the Beaches of Sicily to the Gates of Dachau
  • Seitenzahl: 469
  • Erscheinungstermin: 1. April 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 134mm x 30mm
  • Gewicht: 432g
  • ISBN-13: 9783423348553
  • ISBN-10: 3423348550
  • Artikelnr.: 41771190
Autorenporträt
Kershaw, Alex
Alex Kershaw ist in England geboren, hat in Oxford studiert, Geschichte unterrichtet und dann als Journalist für wichtige englische und internationale Zeitungen und als Produzent für Fernsehdokumentationen gearbeitet. Heute lebt er in Massachusetts. Seine Bücher wurden in 12 Sprachen übersetzt, zwei waren New-York-Times-Bestseller.

Brandau, Birgit
Birgit Brandau studierte Theaterwissenschaften und arbeitete an verschiedenen Bühnen in Deutschland und Österreich. Seit den 1990er Jahren beschäftigt sie sich überwiegend mit populärwissenschaftlichen Themen, zu ihren Schwerpunkten gehören (sehr) alte sowie neuere Geschichte. Ihre Sachbücher über Troia und das Hethiterreich trugen ihr die einhellige Anerkennung sowohl der Fachwelt als auch des breiten Publikums ein. Seit vielen Jahren arbeitet sie zudem als Übersetzerin. In jüngster Zeit übersetzte sie unter anderen den Bestseller Die Macht der Geographie.
Rezensionen
"Ein mitreißendes Geschichtsbuch."
Elmshorner Nachrichten 11. April 2014
»Ein mitreißendes Geschichtsbuch.« -- Elmshorner Nachrichten 11. April 2014

»Eine wichtige Lektüre über ein immer noch wichtiges, in seinen Grundzügen zeitloses Thema der 'Bewahrung des Menschlichen' im Krieg.« -- Manfred Lehmann-Pape, www.rezensions-seite.de 23. April 2014

»...Der lebendige, reportageartige Stil des Buches zieht den Leser direkt ins Geschehen hinein, lässt ihn die Dramen des Krieges hautnah miterleben.« -- Recklinghäuser Zeitung 16.04.2014

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 31.05.2014

Der Papierkorb kennt die Wahrheit
An vorderster Front: Alex Kershaws Buch über einen amerikanischen Offizier und das "Dachau-Massaker"

Populäre Geschichtsschreibung, zumal aus dem englischen Sprachraum, steht zu Unrecht in Verruf. Sie füllt eine Lücke, besonders in Ländern, in denen wie bei uns das Erzähltalent der akademischen Elite nicht übermäßig ausgeprägt ist. Und doch wird man mit Alex Kershaws "Befreier" nicht glücklich. Kershaw, Journalist und Fernsehautor, hat neben einer Biographie des Fotografen Robert Capa mehrere Bücher über den Zweiten Weltkrieg veröffentlicht, darunter eine Schilderung der Luftschlacht um England und eine Chronik der Ardennenoffensive ("The Longest Winter"). Sein Schreiben spielt, wie das anderer populärer Militärhistoriker, an der Grenze zwischen Dokument und Fiktion, dort, wo sich die Aussagen der Zeitzeugen mit der freien literarischen Ausmalung ihrer Erlebnisse mischen.

"Der Befreier", Kershaws jüngstes Werk, folgt den Spuren von Felix Sparks, der im Zweiten Weltkrieg ein Bataillon der 45. US-Infanteriedivision kommandierte und bis zum Rang eines Colonels aufstieg. Ins Licht der Zeitgeschichte trat Sparks, als er am 29. April mit seiner Einheit das Konzentrationslager Dachau befreite und dabei zum Zeugen und Mitverantwortlichen des sogenannten Dachau-Massakers wurde, der Tötung von gefangenen SS-Wachen und mutmaßlichen Denunzianten durch amerikanische Armeeangehörige und überlebende Lagerhäftlinge. Zuvor aber hatte er die Kämpfe um Sizilien und den alliierten Brückenkopf von Anzio, die Winterschlacht in den Vogesen und die Eroberung der "Festungsstadt" Aschaffenburg an vorderster Front mitgemacht, und diesem Soldatenschicksal widmet Kershaw dreihundert von vierhundert Seiten seines Buchs.

Haben wir eben von "literarischer Ausmalung" gesprochen? Nun, bei Kershaw muss man das Literarische in dicke Anführungszeichen setzen. Über die Gefühle von Soldaten unter feindlichen Beschuss hat er Folgendes mitzuteilen: "Das unablässige Knallen und Krachen konnte den Unerschütterlichsten zermürben." Beim Vormarsch nach Nazi-Deutschland stoßen Sparks' Männer "auf wirklich überwältigenden Widerstand". Dennoch "bestand kaum Angst" bei ihnen, denn die Vorstellung, kampflos zurückzugehen, "fühlte sich nicht gut an". Im Osten nähert sich bereits "Stalins tobende Rote Armee", und nur die SS, "brutal und unendlich gewalttätig", leistet noch Gegenwehr, denn Hitler hat sie, wie alle Deutschen, in einen "wirbelnden Teufelskreis von wachsendem Nihilismus" gebannt. Am Ende, nachdem "der letzte Schusswirbel verklungen" ist, haben die Alliierten "schwindelerregende fünf Millionen Gefangene" gemacht.

Manche dieser martialischen Peinlichkeiten mögen sich der Übersetzung von Birgit Brandau verdanken, die offensichtlich ihre schwere Not damit hatte, Kershaws Stammtischprosa ins Deutsche zu bringen. Auf Dauer kommt man dennoch kaum um die Einsicht herum, dass die Kriegsschilderungen dieses Buches hauptsächlich aus Versatzstücken anderer, nicht unbedingt besserer Autoren bestehen. Was aber bei Kershaw, anders als etwa bei Stephen Ambrose ("Citizen Soldiers"), besonders irritiert, ist die Tatsache, dass er die Möglichkeiten, die in seinem Stoff gelegen hätten, auf eklatante Weise missachtet. Kershaw hat sein Thema nicht nur verschenkt. Er hat es ignoriert.

Denn Felix Sparks, der im Zuge des Vormarschs zum Obersalzberg den Auftrag bekam, mit seinen Männern einen Lagerkomplex nahe München zu besetzen, von dessen Insassen er sich nur vage Vorstellungen machte, hat das Dachau-Massaker - dessen filmische Version Martin Scorsese vor drei Jahren in "Shutter Island" lieferte - nicht bloß mit angesehen, sondern offenbar Schlimmeres verhindert. Eine Serie von vier Fotografien, die am Anfang des Buches zu sehen ist, zeigt Sparks, wie er mit seiner Offizierspistole in die Luft schießt, um Soldaten seines Bataillons davon abzuhalten, weiter auf die an einer Wand aufgereihten SS-Wachen zu feuern. Dennoch starben an diesem Vormittag im Mai etwa vierzig Menschen als Vergeltung für die Verbrechen, die in Dachau verübt worden waren. Der amerikanische General Linden, Kommandeur einer weiteren Infanteriedivision, der in Begleitung der Kriegsreporterin Marguerite Higgins ins Lager kam und zu den Häftlingen vorzudringen versuchte, wurde von Sparks mit der Waffe in der Hand gezwungen, das Gelände zu verlassen. Auch siebzig Jahre nach Kriegsende ist nicht völlig klar, was genau an jenem Tag in Dachau geschah.

In diesem geschichtlichen Nebel breiteten sich, je länger das Geschehen selbst zurücklag, immer mehr Legenden und Halbwahrheiten aus. Der Revisionist Erich Kern nahm das Massaker in seine Liste alliierter Kriegsverbrechen an Deutschen auf. Der Bataillonsarzt Howard Buechner, der von einer Untersuchungskommission der U.S. Army nach dem Krieg als einer der Hauptverantwortlichen für die Erschießungen benannt worden war, schob die Schuld in seinen Erinnerungen auf Sparks und dessen Untergebene. Kershaw hält Buechners "Märchen" die Fotos von Sparks und ein Zitat aus dem 1991 wiederentdeckten Untersuchungsbericht entgegen. Aber er macht sich nicht die Mühe, zu untersuchen, in welchem Meinungsklima der Fall erst in den vierziger und dann in den achtziger Jahren verhandelt wurde. Lieber lässt er den amerikanischen Nationalhelden Patton auftreten, der den Bericht über Sparks mit großer Geste im Papierkorb versenkt. Auch so kann man sich vor einer Aufgabe drücken.

Darin nämlich hätte die Herausforderung dieses Buches gelegen: die Geschichte eines Vorfalls aufzublättern, der in den Augen der Nachwelt in immer neuen Färbungen erscheint. Nicht die eine Wahrheit, sondern die vielen Wahrnehmungen zu schildern, die sich um den dunklen Kern des historischen Geschehens herum anlagern. Stattdessen erzählt uns Kershaw ein Soldatenleben im Landserjargon mit einer besinnlichen KZ-Episode am Schluss. Nichts gegen die populäre Geschichtsschreibung. Aber hier grenzt das Populäre ans Ordinäre.

ANDREAS KILB

Alex Kershaw: "Der Befreier". Die Geschichte eines amerikanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Aus dem Englischen von Birgit Brandau. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2014. 488 S., geb., 24,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Eigentlich schätzt Rezensent Andreas Kilb populär-historische Werke, mit Alex Kershaws Buch "Der Befreier" ist er jedoch alles andere als zufrieden und tut seinen Unmut deutlich kund. Bei dem englischen Journalisten und Fernsehautor liest er nach, wie der amerikanische Offizier Felix Sparks, der im Zweiten Weltkrieg ein Bataillon der 45. US-Infanteriedivision kommandierte, das Konzentrationslager Dachau befreite, zugleich aber auch zum Mitverantwortlichen des "Dachau-Massakers" wurde, bei dem gefangene SS-Wachen und Denunzianten ermordet wurden. Kilb bezweifelt, dass die sprachlichen Fehltritte, die er hier liest, nur der Übersetzerin zuzuschreiben sind. Vielmehr glaubt er, dass bei Kershaws "Stammtischprosa" nur wenig zu retten gewesen ist. Darüber hinaus unterstellt er dem Autor, dass er einen Großteil dieses Buches bei ebenfalls wenig begabten Kollegen abgeschrieben habe. Dieses Buch ist nicht populär, sondern "ordinär", urteilt der verstimmte Kritiker.

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