Statt 16,95 €**
12,99 €

inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar
6 °P sammeln

  • Format: ePub


Nachdem Archimedes, der berühmteste Mathematiker der Antike, in der Badewanne das nach ihm benannte Prinzip entdeckt hatte, soll er unbekleidet durch die Straßen gelaufen sein und dabei laut «Heureka!» gerufen haben, was so viel heißt wie «Ich hab’s gefunden!» Seitdem steht der Ausruf als Synonym für plötzliche Erkenntnis. Eine gute Anekdote braucht nicht historisch wahr zu sein; sie muss aber insofern «wahr» sein, als sie etwas für eine Person, eine Denkweise oder eine Tradition Charakteristisches zum Ausdruck bringt. Das gilt für alle der hier vorgestellten philosophischen Anekdoten – von…mehr

  • Geräte: eReader
  • ohne Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 2.71MB
Produktbeschreibung
Nachdem Archimedes, der berühmteste Mathematiker der Antike, in der Badewanne das nach ihm benannte Prinzip entdeckt hatte, soll er unbekleidet durch die Straßen gelaufen sein und dabei laut «Heureka!» gerufen haben, was so viel heißt wie «Ich hab’s gefunden!» Seitdem steht der Ausruf als Synonym für plötzliche Erkenntnis. Eine gute Anekdote braucht nicht historisch wahr zu sein; sie muss aber insofern «wahr» sein, als sie etwas für eine Person, eine Denkweise oder eine Tradition Charakteristisches zum Ausdruck bringt. Das gilt für alle der hier vorgestellten philosophischen Anekdoten – von der respektlosen Zurechtweisung «Geh mir aus der Sonne! », mit der der in einer Tonne lebende Kyniker Diogenes den mächtigsten Herrscher seiner Zeit, Alexander den Großen, abgefertigt haben soll, als dieser ihn besuchte, über Galileis trotziges Gemurmel «Sie bewegt sich doch!», als die Inquisition ihn mit Folter bedrohte, bis hin zu dem Schürhaken, den Ludwig Wittgenstein angeblich gegen Karl Popper bei ihrem einzigen Aufeinandertreffen erhoben hat. Das Anekdotische ist keineswegs belanglos, jedenfalls nicht, wenn man davon so geistreich und kenntnisreich berichtet wie Wolfgang Röd.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, R, E, FIN, F, GR, H, IRL, I, HR, LR, LT, L, M, NL, PL, P, SK, SLO, S ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seitenzahl: 260
  • Erscheinungstermin: 03.04.2013
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406645778
  • Artikelnr.: 37792217
Autorenporträt
Wolfgang Röd war bis zu seiner Emeritierung Ordinarius für Philosophie am Philosophischen Institut der Universität Innsbruck und ist Herausgeber und Autor der bei C.H.Beck erscheinenden Reihe «Geschichte der Philosophie».
Inhaltsangabe
1. Einleitung

Die Wahrheit von Anekdoten

2. Staunen als Motiv des Philosophierens

Wissenschaftliche und philosophische Verwunderung

3. "Welchen Weg soll ich einschlagen?"

Die Suche nach philosophischer Orientierung

4. Gottheiten als Bürgen der Wahrheit

Das Ideal vollkommener Erkenntnis

5. Trügerische Erzählungen der Musen

Meinen im Gegensatz zum Wissen

6. Der Geist der Geometrie

Das rationalistische Wissenschaftsideal

7. "Kein Einlaß ohne Kenntnis der Geometrie!"

Geometrie und Kosmologie

8. "Dr. Schopenhauer hat recht!"

Philosophie und Naturwissenschaft

9. "Das Sein spricht"

Denken als Manifestation des Seins

10. "Heureka!"

Erkenntnis als Fund oder als Leistung

11. "Was vor deinen Füßen liegt, weißt du nicht!"

Inwiefern Philosophen weltfremd sind

12. "Es kommt, wie ich sage, oder der Himmel stürzt ein"

Die Rolle von Weltbildern

13. "Und sie bewegt sich doch!"

Das Ringen um Denkfreiheit

14. Ein Fußstoß als Argument

Philosophie und Common Sense

15. Allesvoll von Göttern?

Mythische Naturauffassung und Entzauberung der Natur

16. Glaube, der Wissen werden soll

Die Problematik der Gottesbeweise

17. Frevelnde Philosophen

Philosophie und Religion

18. "Der große Pan ist tot"

Die Krise des Gottesglaubens

19. Argumentieren mit dem Schürhaken

Der Umgang mit philosophischer Kritik

20. Mit dem kategorischen Imperativ gut gefahren?

Sittliche Pflicht und Neigung

21. In Fesseln frei

Facetten des Freiheitsproblems

22. Der Philosoph als Wegweiser?

Moral und Ethik

23. Die großen Tiere fressen die kleinen

Recht und Natur

24. Philosophen als Herrscher?

Die Anziehungskraft der Macht

25. Ein Jude am Rosenthaler Tor

Toleranz als Aufgabe

26. Utopische Hoffnungen

Phantastische gesellschaftliche Reformpläne

27. Literarische Totgeburten

Scheinbare Mißerfolge philosophischer Werke

28. Philosophie und Sprache

Gefährdung der Sprache und Gefährdung durch die Sprache

29. Philosophen in der Kritik

Philosophische Einwände und Erwiderungen

30. "Vergiß die Peitsche nicht!"

Philosophen und Frauen

31. Philosophen und Ärzte

Motive des Mißtrauens gegen die Medizin

32. "Wir schulden dem Asklepios einen Hahn"

Philosophische Deutungen des Todes

Schlußbemerkung

Personenregister
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.04.2013

Philosophenwege

Gute philosophische Anekdoten bringen auf schmalstem Raum zum Ausdruck, was durch ihre Erläuterung nicht unbedingt kurzweiliger wird. Hans Blumenberg etwa wusste sie nicht nur abseits des einschlägigen Kanons zu finden, sondern auch mit umwegiger Eleganz und Hintersinn zu entwickeln. Dergleichen muss man bei einem nüchternen Philosophiehistoriker wie Wolfgang Röd nicht erwarten. Eigentlich ist der Titel seines Buchs, der "Philosophische Streifzüge im Licht von Anekdoten" verspricht, sogar ein bisschen irreführend. Zwar kommen bekannte Anekdoten bei ihm durchaus vor, von der lachenden thrakischen Magd des Thales über Samuel Johnsons "I refute it thus" bis zu Karl Poppers Empörung angesichts des Schürhakens in den Händen des ihm unbegreiflichen Ludwig Wittgenstein. Aber viele der insgesamt über dreißig kurzen Kapitel haben es schlicht mit Topoi und Themen der philosophischen Tradition zu tun - ob es nun um Gottesbeweise, Sprachkritik, das Freiheitsproblem oder soziale Utopik geht -, ohne dass prägnant Anekdotisches dabei eine besonders große Rolle spielte. Diese knappen Essays, in denen die Jahrhunderte mitunter schnell durchschritten werden, behandeln ihre Gegenstände entsprechend ausschnitthaft und doch fast schulhaft. Als Einstiege in die Philosophiegeschichte kann man sie gut verwenden. Komplizieren lässt sich die Angelegenheit, so man bei ihr hängenbleibt, später immer noch. (Wolfgang Röd: "Heureka!" Philosophische Streifzüge im Licht von Anekdoten. C. H. Beck Verlag, München 2013. 260 S., br., 17,50 [Euro].)

hmay

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 12.08.2013

Bad und Hahn
„Heureka!“ – Wolfgang Röd fragt
nach der Wahrheit der Anekdote
Die Anekdote ist ein polemisches Genre. Eine Erzählform, mit der zuweilen eine bestimmte Lesart von Ereignissen fixiert, ein Gemeinplatz übermittelt oder das Profil eines Individuums konturiert werden soll und die deshalb nicht unbedingt mit historisch Verbürgtem operiert. Die Anekdote orientiert sich am Möglichen: Eine eigentlich vielleicht banale Geschichte darf zwecks Lancierung einer handgerechten pädagogischen „Wahrheit“ schon mal dramaturgisch aufgemotzt werden. Wichtig ist nicht, was war. Es zählt vor allem die Suggestivkraft der Pointe.
  In seinem Buch „Heureka! Philosophische Streifzüge im Licht von Anekdoten“ verfährt der emeritierte Philosophieprofessor Wolfgang Röd nach dem Grundsatz, dass das Wahre und das Gute im Hinblick auf die Anekdote einmal nicht zusammenfallen; für letztere zähle vielmehr, dass sie „gut erfunden ist“, und sei dem so, dann „ist sie wahr in übertragendem Sinn.“
  Der Wahrheitsgehalt einer (philosophischen) Anekdote bemisst sich also im Hinblick auf ihr Erkenntnispotential. Zumeist verwendet Röd die Anekdote denn auch als Aufhänger, um zum Beispiel die Wege und Irrwege eines Denkers nachzuzeichnen, mit hartnäckigen Klischees aufzuräumen oder um erkenntnistheoretische und moralphilosophische Fragen zu diskutieren.
  Konkret sieht das so aus, dass Röd mit der Heureka-Anekdote – die davon handelt, wie Archimedes in der Badewanne vom Blitz der Erleuchtung getroffen wird – jene Interpretationen kritisiert, die Erkenntnis nicht als Ergebnis jahrelanger Forschung, sondern als plötzliche Eingebung beschreiben. Im Blick auf die Anekdote über Frau Heidegger – die, als ihr Mann im Auditorium gegen einen Lärmpegel ansprechen musste, gemahnt haben soll: „Ich bitte um Ruhe, das Sein spricht“ – erörtert er die Auffassung, derzufolge sich in philosophischen Konzeptionen das Sein selbst oder der Weltgeist manifestiert. So anschaulich wie hier wurde einem die hegelsche Selbstbewegung des Begriffs auf einer halben Seite nur selten erläutert.
  In weiteren Kapiteln fächert Röd mit Sokrates’ vermeintlich letzten Worten nach dem Schierlingsbecher – „Wir schulden dem Asklepios einen Hahn“ – philosophische Deutungen des Todes auf, oder er fragt mit Nietzsches Lou-Andreas-Salomé-Debakel nach dem in der Philosophiegeschichte häufig nicht unproblematischen Geschlechterverhältnis.
  Zwar führen nicht alle 31 vorgestellten Anekdoten gleichermaßen elegant in die jeweiligen Themengebiete ein. Auch finden manche Darstellungen erst nach Umwegen zu ihrem anekdotischen Aufhänger zurück. Das stört aber nur unwesentlich, denn Röd ist – ohne bahnbrechend Neues zu Tage fördern zu wollen – argumentativ durchweg auf der Höhe, diskutiert fast ohne Fachvokabular zentrale philosophische Topoi und unterhält durch historische Details, in denen die Gedankengänge plastischer hervortreten und die Form der Anekdote mehr ist als dekorative Rhetorik.
CHRISTOPH DAVID PIORKOWSKI
Wolfgang Röd : Heureka! Philosophische Streifzüge im Licht von Anekdoten. C. H. Beck Verlag, München 2013. 260 Seiten, 16,95 Euro.
„Ich bitte um Ruhe, das Sein
spricht“, mahnte Frau Heidegger
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
…mehr