Die Werkstatt der Wunder (eBook, ePUB) - Amado, Jorge
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Sinnliche Erzählfreude und Entdeckerlust: Der große brasilianische Erzähler Jorge Amado ist ein Erforscher des Vodoo und der Frauen, ein Freund der Herumtreiber, Kapitäne und Matrosen. Keiner kennt die Farben Brasiliens besser als er - das Meer, die Plantagen, den Sertão und das, was unter den Dächern geschieht. >Die Werkstatt der Wunder …mehr

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Produktbeschreibung
Sinnliche Erzählfreude und Entdeckerlust: Der große brasilianische Erzähler Jorge Amado ist ein Erforscher des Vodoo und der Frauen, ein Freund der Herumtreiber, Kapitäne und Matrosen. Keiner kennt die Farben Brasiliens besser als er - das Meer, die Plantagen, den Sertão und das, was unter den Dächern geschieht. >Die Werkstatt der Wunder< ist Amados Meisterwerk, das hier in neuer Übersetzung vorliegt: Im Mittelpunkt steht der 100. Geburtstag von Pedro Archanjo, dessen ethnologisches Werk dem Dunkel entrissen werden soll. Doch Archanjo entpuppt sich als Apostel der Vermischung von Schwarz und Weiß, als weiser Mestize, der getrieben von sinnlicher Neugier gerade das hervorbringt, was er beschreibt und liebt - den wilden Karneval von Bahía...

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  • Produktdetails
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Seitenzahl: 432
  • Erscheinungstermin: 20.02.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104031781
  • Artikelnr.: 40475026
Autorenporträt
Amado, Jorge
Jorge Amado, am 10. August 1912 als Sohn eines Kakaoplantagenbesitzers im brasilianischen Bundesstaat Bahia geboren, wuchs in der Hafenstadt Ilhéus auf. Mit zwölf schrieb er erste Kurzgeschichten, mit 15 arbeitete er für eine Zeitung, mit 18 veröffentlichte er seinen ersten Roman. Er schrieb über 35 Bücher, wurde Kommunist, lebte im Exil in Buenos Aires, Prag und in Paris. Heimgekehrt, konnte er auf Bücher in 49 Sprachen und 55 Ländern zurückblicken, er wurde Mitglied der Akademie, Samba-Schulen wurden nach ihm benannt. Am 6. August 2001 starb er an einem Herzinfarkt, seine Asche wurde unter seinem Mangobaum verstreut.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Den 1968 erstmals erschienenen Roman von Jorge Amado, der zu Amados 100. Geburtstag in neuer, wie Michaela Metz versichert, farbigerer Übersetzung daherkommt, hält die Rezensentin für ein melodisches, karnevaleskes Dokument von Lust und Liebe, Leidenschaft und Hingabe zwischen Candomble und Capoeira. Darüber hinaus überzeugt sie der Roman als Lebensgeschichte des "Chronisten Bahias", Pedro Archanjo, des großen Kämpfers für die Anerkennung der Mischkultur seiner Heimat. Die Mutmaßung, der Autor rechne zur Softporno-Folklore, scheint Metz mit dieser Übersetzung endgültig widerlegt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 21.11.2012

Der Kettenring und der Erzengel
Die brasilianische Mischkultur als Utopie: Aus Anlass des 100. Geburtstags von Jorge Amado
wurde sein Roman „Die Werkstatt der Wunder“ neu übersetzt
VON MICHAELA METZ
Im Pelourinho, der historischen Altstadt von Salvador da Bahia, trifft man auf dem Terreiro de Jesus, dem Platz vor dem alten Jesuitenkolleg, Capoeira-Kämpfer, Sambatrommler, Händler, Baianas, die ihre Speisen anbieten, Straßenkinder, Diebe und Bettler. Doch ist der Tandler, der an seinem Stand Trommeln und bunt verzierte Berimbaus verkauft, möglicherweise ein Weiser, eine Autorität. Ein Meister der Capoeira, der in den USA und in Europa seine Kunst lehrt. Die Mulattin in den wallend weißen Kleidern und mit einem Turban auf dem Kopf, die Abará verkauft oder Acarajé, scharfe Bohnenküchlein mit Krabben, ist vielleicht eine Mãe de Santo, eine Priesterin des Candomblékults, der hochrangige Politiker und Künstler zur Begrüßung die Hand küssen.
  Beide verkörpern das Wissen über die afrobrasilianische Kultur Bahias. Sie sind die Helden in Jorge Amados burleskem Roman „Werkstatt der Wunder“. Erstmals im Jahr 1968 erschienen, wurde der Bestseller des brasilianischen Autors anlässlich seines 100. Geburtstags in diesem Jahr neu ins Deutsche übersetzt. Auch im Buch geht es darum, den 100. Geburtstag eines mit Bahia tief verwurzelten Lebenskünstlers zu feiern. Doch der ist im Gegensatz zu Jorge Amado längst vergessen.
  Fünfundzwanzig Jahre zuvor ist Pedro Archanjo in einer dunklen Gasse Salvadors tot zusammengebrochen und in einem Bordell, seiner letzten Wohnstatt, aufgebahrt worden. Der Frauenheld, Lebenskünstler, Mulatte und Forscher ohne Titel war ein Kämpfer für die verpönte, ja verbotene afrobrasilianische Kultur. Mit seinen Schriften über Bahia, kleinen, auf billigem Papier gedruckten Essays, hatte er die Eliten an der Universität, allesamt Weiße, provoziert. Erst ein amerikanischer Ethnologe, angeblich Träger des Nobelpreises, konfrontiert die Brasilianer mit ihrem vergessenen Helden. Seine Recherchen lösen eine Welle der Huldigung für den „Chronisten Bahias“ aus. Posthum avanciert Archanjo, der einstige Pedell der Medizinischen Fakultät von Salvador, zum Professor. Es beginnt eine groteske Spurensuche, rechte wie linke Politiker schreiben sich seine Thesen auf die Fahnen, Forscher und Intellektuelle stehen Kopf. Letztlich gerät die Feier zur Farce. Am Ende bleibt eine falsche Verwandte und die listige Klugheit der Brasilianer, mit der auch Pedro Archanjo sich durchs Leben schlängelte.
  Die Werkstatt der Wunder ist Pedro Archanjos Heimat. Sie liegt in einer der ältesten Gassen Salvadors, der afrikanischsten aller Städte in Brasilien. In der Ladeira do Tabuão oberhalb des Hafens in der Bucht aller Heiligen, wo einst die Galeeren aus Afrika einliefen und ihre lebende Fracht ausspien. Diese kleine Werkstatt des Wundermalers Lídio Corró ist „eine Art Senat, bestehend aus den Honoratioren der Armut, eine vielköpfige, bedeutende Versammlung. Literaten, Heiligenschnitzer, Sänger, Sambatänzer, Capoeira-Meister, ein jeder mit seinen Meriten.“ Wie ein Bänkelsänger, der irgendwo im Pelourinho sitzt, erzählt Jorge Amado das Leben des Pedro Archanjo, eines Don Quijote der neuen Welt, der gegen die Windmühlen der Ignoranz und des Starrsinns kämpft.
  Archanjo weist nach, dass jedermann in Bahia schwarzes Blut in seinen Adern hat – auch sein Kontrahent, der rassistische Unidozent Nilo Argolo – und macht ihn damit zum Gespött. Argolo ist Ordinarius für Gerichtsmedizin an der medizinischen Fakultät von Salvador. Er hält alle Mulatten für kriminell und will ein Dekret bewirken, das die Heirat zwischen Weißen und „Trägern von afrikanischem Blut“ verbietet. Nomen est omen: „Argola“ bezeichnet im Portugiesischen den Kettenring, den die Sklaven trugen, damit sie nicht fliehen konnten. Historisches Vorbild Argolos ist der Gerichtsmediziner Nina Rodrigues, der Werke mit Titeln verfasste wie: „Die Paranoia bei Negern und Mulatten“, oder „Pathologische Anthropologie: Die Mulatten“.
  Pedro Archanjo ist das Alter Ego Jorge Amados, ein Botschafter seiner Utopie: „Eine Mischkultur, so mächtig und jedem Brasilianer eigen, dass sie in das nationale Bewusstsein eingeht, und selbst die Kinder von eingewanderten Vätern und Müttern, Brasilianern der ersten Generation, als Kulturmischlinge heranwachsen.“ Was sein Protagonist sagt, hat Amado oft in Interviews wiederholt. Er erstritt die Anerkennung des Candomblé, dessen Ausübung unter Strafe stand, als Religion. Der Name Archanjo bedeutet „Erzengel“.
  Doch handelt der Roman auch, wie fast alle Werke des Brasilianers, von Lust und Liebe, Affären, Leidenschaft und Hingabe. Im portugiesischen Original ist Amados Sprache melodisch, ja musikalisch. Sein karnevalesker Erzählstil hat das Temperament mündlicher Dichtung und lehnt sich damit an die „Cordel-Literatur“ an, dünne Heftchen, die an jedem Kiosk Salvadors an Kordeln aufgehängt das einfache Volk mit amüsanten Geschichten versorgten. Oft wurden diese Fabeln laut vorgelesen, weil viele Brasilianer nicht lesen konnten.
  „Werkstatt der Wunder“ trug in der Originalfassung typische Elemente dieses Genres. Das farbenfrohe Cover der Erstausgabe gestaltete der baianische Künstler Carybé, einfache Holzschnitte illustrierten den Text. Amado hatte nichts dagegen, wenn seine Bücher als „Unterhaltungsliteratur“ bezeichnet wurden. „Dona Flor und ihre zwei Ehemänner“, oder „Gabriela wie Zimt und Nelken“ kamen ins Kino (mit Sonia Braga in der Hauptrolle) und liefen als Telenovela im Fernsehen. Amado verstand es, so getarnt, die Ignoranz in der brasilianischen Gesellschaft zu geißeln, die Armut und den Rassismus. Sein Bestseller „Herren des Strandes“, die traurige Geschichte einer Bande von Straßenkindern, wurde in Deutschland sogar Schullektüre.
  Der Sohn eines Gutsbesitzers und Jesuitenzögling war Abgeordneter für die Kommunistische Partei Brasiliens und Gewinner des Stalin-Preises. Begeistert besuchte er Moskau, ließ sich von Potemkinschen Dörfern blenden und hielt lange die „Säuberungen“ Stalins für unmöglich. Kritische Hinweise seiner Freunde ignorierte er, obwohl er selbst schon erlebt hatte, was ein totalitäres Regime mit Menschen anstellt. Unter Getulio Vargas’ „Estado Novo“, der brasilianischen Variante des Faschismus, wurden 1937 die Bücher des jungen Amado öffentlich verbrannt, mehrfach kam er wegen seiner politischen Gesinnung in Haft.
  „Werkstatt der Wunder“ erschien 1968 in Zeiten der Militärdiktatur. Die Verhängung des Ermächtigungsgesetzes, das viele Bürgerrechte, auch die Meinungsfreiheit, außer Kraft setzte, stand damals unmittelbar bevor. Es trieb Regimekritiker – unter ihnen Oscar Niemeyer, Chico Buarque, Caetano Veloso und Gilberto Gil – ins Exil. Da war es riskant, heute harmlos anmutende Sätze zu schreiben wie: „Wie leben in einer Demokratie, in Brasilien wird nichts verboten, ich bitte Sie!“
  Amado verbrachte viele Jahre seines Lebens im Exil. Zunächst in den frühen Vierzigerjahren in Argentinien und Uruguay. Später in Prag und Paris, wo er mit seiner zweiten Frau Zélia Gattai längere Zeit lebte und Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und Bertolt Brecht traf. Picasso zeichnete ein Buchcover für ihn. Erst ab Mitte der Fünfzigerjahre lebte Amado wieder dauerhaft in Brasilien. Wegen seiner politischen Haltung war er in der DDR wohlgelitten. Die Übersetzungen waren jedoch den politischen Vorgaben angepasst, ohne Kenntnis der brasilianischen Kultur und Sprache aus dem Französischen fehlerhaft in Deutsche übertragen.
  In Westdeutschland schätzte man die Romane Amados, der sich spät doch noch vom Kommunismus abwandte, als eine Art Soft-Porno-Folklore mit braunen Brüsten, prallen Kreolinnen, geschmeidigen Mulattinnen, Samba, Hexerei, Zauber und Fetisch. Amados Idealisierung der Mulattenkultur Bahias schlug manchmal ungewollt in ihre Erniedrigung um, in die Reduktion auf die Stereotype eben jener rassistischen Thesen, gegen die er kämpfte.
  Die neue Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner trifft den Ton besser, auch wenn die Verszeilen in der akrikanischen Kultsprache Yorubá und die Namen der Orixás, der Candomblé-Gottheiten, im deutschen Text eigentümlich anmuten. Neben dem informativen Nachwort des Kulturwissenschaftlers Henry Thorau wäre ein umfassenderes Glossar zum Candomblé hilfreich. Manche ironische Anspielung versteht der europäische Leser nur schwer. So würdigt im Roman ein modernistischer Kritiker Archanjos Kochbuch „Bahias Küche“ als eine „Köstlichkeit“ wegen des brasilianischen Inhalts und fügt hinzu, es sei „das perfekte Beispiel für einen wahrhaft anthropophagischen Essay“. Amado spielt auf die modernistischen Künstler Brasiliens an, allen voran Oswald de Andrade, die als Gegenbewegung zur europäischen Dominanz vorschlugen „das Fremde zu essen, statt es wegzuschieben“.
  2001 erlag Amado vier Tage vor seinem 89. Geburtstag einem Herzinfarkt, seine Asche wurde unter dem Mangobaum in seinem Garten verstreut. Seine Utopie der Mischkultur ist nicht wahr geworden. In Brasilien gibt es immer noch über 140 Namen für die eigene Hautfarbe. Von sehr weiß, blass-weiß, ein bisschen braun, zimtbraun, kaffeebraun, halb-braun, halb-schwarz bis fast schwarz. Und noch immer geht es darum, ein klein bisschen weißer zu scheinen.
  
Jorge Amado: Die Werkstatt der Wunder. Roman. Aus dem Brasilianischen von Karin von Schweder-Schreiner. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012. 432 Seiten, 24,99 Euro.
Amado orientierte sich an der
populären „Cordel-Literatur“,
die es an jedem Kiosk gab
„Filha de santo“, fotografiert in Salvador da Bahia um 1950 von Pierre Verger (1902-1996) .
FOTO:  VERLAG DAS WUNDERHORN/FUNDAÇAO PIERRE VERGER
Jorge Amado (1912-2001) gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller Lateinamerikas. Sein bekanntestes Werk ist der Roman „Gabriela wie Zimt und Nelken“, der wie viele andere seiner Bücher auch verfilmt wurde. FOTO: AP
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