Der Untertan, 13 Audio-CDs - Mann, Heinrich
Zur Bildergalerie
26,45 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
13 °P sammeln


    Audio CD

4 Kundenbewertungen

"DIESES BUCH wurde im JULI 1914 vollendet."
Der Inhalt? Schnell erzählt: Der Fabrikantensohn Diederich Heßling wird begeisterter Burschenschaftler, drückt sich vorm Militär, schwängert ein Mädchen, heiratet eine Andere und arbeitet sich nach und nach zum wichtigsten Bürger der deutschen Kleinstadt Netzig hoch. Ein obrigkeitshöriger Drückeberger, ein kaisertreuer Stammtisch-Agitator, ein intriganter, feiger Kumpan - und ein exemplarischer Menschentypus. Tatsächlich ist "Der Untertan" einer der ganz großen Romane des letzten Jahrhunderts. Hans Korte spricht das Ganze mit einer Mischung aus so…mehr

Produktbeschreibung
"DIESES BUCH wurde im JULI 1914 vollendet."

Der Inhalt? Schnell erzählt: Der Fabrikantensohn Diederich Heßling wird begeisterter Burschenschaftler, drückt sich vorm Militär, schwängert ein Mädchen, heiratet eine Andere und arbeitet sich nach und nach zum wichtigsten Bürger der deutschen Kleinstadt Netzig hoch. Ein obrigkeitshöriger Drückeberger, ein kaisertreuer Stammtisch-Agitator, ein intriganter, feiger Kumpan - und ein exemplarischer Menschentypus. Tatsächlich ist "Der Untertan" einer der ganz großen Romane des letzten Jahrhunderts. Hans Korte spricht das Ganze mit einer Mischung aus so schneidiger Bösartigkeit und hündischer Feigheit, dass es eine schauerliche Freude ist, ihm zuzuhören.

(13 CDs, Laufzeit: 16h 11)
  • Produktdetails
  • Verlag: Dhv Der Hörverlag
  • Anzahl: 13 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 971 Min.
  • Erscheinungstermin: 25.07.2014
  • ISBN-13: 9783844511666
  • Artikelnr.: 40791779
Autorenporträt
Mann, HeinrichHeinrich Mann, 1871 in Lübeck geboren, begann nach dem Abgang vom Gymnasium eine Buchhhandelslehre, 1891/92 volontierte er im S. Fischer Verlag. Heinrich Mann hat Romane, Erzählungen, Essays und Schauspiele geschrieben. 1933 emigrierte er nach Frankreich, später in die USA. 1949 nahm er die Berufung zum Präsidenten der neu gegründeten Akademie der Künste in Ost-Berlin an, starb aber 1950 noch in Santa Monica/Kalifornien.
Trackliste
CD 1
1Der Untertan00:00:10
2Der Untertan00:07:13
3Der Untertan00:06:50
4Der Untertan00:05:26
5Der Untertan00:05:38
6Der Untertan00:05:48
7Der Untertan00:06:20
8Der Untertan00:05:31
9Der Untertan00:06:41
10Der Untertan00:06:56
11Der Untertan00:06:34
12Der Untertan00:06:13
13Der Untertan00:05:45
CD 2
1Der Untertan00:06:51
2Der Untertan00:05:15
3Der Untertan00:07:05
4Der Untertan00:06:36
5Der Untertan00:05:18
6Der Untertan00:04:52
7Der Untertan00:04:56
8Der Untertan00:06:06
9Der Untertan00:04:59
10Der Untertan00:06:07
11Der Untertan00:06:17
12Der Untertan00:08:31
CD 3
1Der Untertan00:07:00
2Der Untertan00:06:11
3Der Untertan00:07:57
4Der Untertan00:05:58
5Der Untertan00:06:48
6Der Untertan00:06:51
7Der Untertan00:06:55
8Der Untertan00:05:21
9Der Untertan00:06:01
10Der Untertan00:05:29
11Der Untertan00:05:39
12Der Untertan00:07:35
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 05.08.2014

DAS HÖRBUCH
Ernst, treu, wahr
Hans Korte liest Heinrich Manns
„Der Untertan“
Seit dem Januar 1914 brachte die illustrierte Wochenschrift Die Zeit im Bild den neuen Roman Heinrich Manns in Fortsetzungen. Wegen des Kriegsbeginns endete der Vorabdruck im August, die Buchausgabe konnte erst 1918 im Kurt Wolff Verlag erscheinen: „Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.“ Heinrich Mann legte Wert darauf, seinen Roman „Der Untertan“ bereits Anfang Juli abgeschlossen zu haben, also noch vor „Augusterlebnis“, Kriegsraserei und geistiger Mobilmachung. Kurt Tucholsky sah in Heßling jene porträtiert, die „stumpfsinnig und immer zufrieden das Unheil dieses Landes verschuldet haben“.
  Dieser satirische Roman blieb ein Zankapfel weit über die weltanschaulichen Grabenkämpfe der Weimarer Republik hinaus. Zeichnet „Der Untertan“ ein Zerrbild des wilhelminischen Kaiserreichs? Gewiss, das ist seine Absicht. Trifft er in der Figur des weichen Fabrikantensohns etwas, das auch nach hundert Jahren noch aktuell ist? Das kann man jetzt überprüfen. Der Hörverlag hat eine ungekürzte Lesung aus dem Jahr 1989 veröffentlicht. Hans Korte liest im Tonfall des geborenen Erzählers. So klingt der berühmte Eingangssatz, klingt vieles, als werde hier eine Geschichte aus guter alter Zeit zum Besten gegeben. Umso deutlicher wird der Charakter Heßlings, das Feige, Sentimentale, Verdruckste. Er ist einer ohne Halt, der gern von Haltung fabuliert, falsch, bösartig, interessant allein in seiner Widerwärtigkeit. Die große Komik des Romans, der nur ab und an allzu viel Didaktik im Wege steht, lässt sich hier neu entdecken. Die Spießer sind bekanntlich immer die anderen, Korte verlockt den Hörer, ihre Hölle als eine uns allen wohlvertraute zu besuchen.
  Stationen der Untertanen-Karriere sind aus Schule und Film bekannt: Heßling als Student, in der Kneipe, vor Gericht, kungelnd mit dem Sozialdemokraten Napoleon Fischer, auf Hochzeitsreise, Einweihung eines Kaiserdenkmals, Gewitter. Wer all das noch einmal durchhört, lernt einen Prototyp kennen, der sich gewandelt hat, aber nicht verschwunden ist. Buckeln nach oben, treten nach unten, Eigennutz mit idealistischen Phrasen verbrämen – das geht auch ohne Kaiserdenkmäler.
JENS BISKY
Heinrich Mann: Der Untertan. Gelesen von Hans Korte. Der Hörverlag, München 2014. 13 CD, 971 Minuten, 34,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Volker Ullrich hat Heinrich Manns "grandiosen Epochenroman" neu gelesen und bezeichnet ihn mit Kurt Tucholsky als "Herbarium des deutschen Mannes". Für Ullrich leistet der Roman Großes auf zwei Ebenen: Einerseits schildere Mann in Episoden die familiäre, schulische und militärische Härtedressur, die aus dem sensiblen Diederich Heßling den "Prototyp" eines Untertanen macht, der sich der Macht des Stärkeren "lustvoll" unterwerfe. Die Maxime "Nach oben buckeln, nach unten treten" sei dabei Heßlings Lebensprinzip, so Ullrich. Andererseits zeichne Mann gleichzeitig ein breites Panorama der wilhelminischen Gesellschaft, erzählt der Rezensent beeindruckt. "In satirischer Vergrößerung", entfalte Mann das "Operettenhafte und Martialische" des Wilhelminischen und seiner typischen Repräsentanten. Besonders gut gefallen hat dem Rezensenten Manns "Kunstgriff", in die Reden Heßlings Originalzitate Wilhelms II. zu montieren - "in raffinierter Weise" mache das die Phrasenhaftigkeit erst recht deutlich. Vor allem aber attestiert Ullrich dem Autor eine enormen Weitblick: "Aus Heinrich Manns Psychogramm des Wilhelminismus kann man mehr über die Vorgeschichte des Nationalsozialismus lernen als aus den meisten gelehrten Geschichtsbüchern". Dies belegt er mit einem Zitat des Autors von 1945: "Als ich die Gestalt des Untertan aufstellte, fehlte mir von dem ungeborenen Faschismus der Begriff, und nur die Anschauung nicht".

© Perlentaucher Medien GmbH
…mehr
"Sensationell gutes Hörtheater!" -- Hamburger Morgenpost

"Heinz Drache spricht den Heßling mit einer Mischung aus schneidiger Bösartigkeit und hündischer Feigheit, dass es eine wahrhaft schauerliche Freude ist, ihm zuzuhören." -- Brigitte