Antigones Verlangen: Verwandtschaft zwischen Leben und Tod - Butler, Judith
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Antigone zwischen der Pflicht gegenüber dem unbestatteten Bruder und der Staatsräson: Das ist - nach Hegel und anderen - das zentrale Thema der Sophokles'schen Antigone. Dieser politischen Interpretation steht die psychoanalytische zur Seite: Für Freud oder Levi-Strauss steht die ödipus-Sage im Dienst der Verwurzelung verwandtschaftlicher Strukturen in Inzesttabu und Heterosexualität. Solchen staatstragenden Lektüren setzt Judith Butler, ausgehend von der Uneindeutigkeit der Verwandtschaftsbeziehungen, eine subversive Antigone entgegen. Zugleich Tochter und Schwester des ödipus, verhindert ihr…mehr

Produktbeschreibung
Antigone zwischen der Pflicht gegenüber dem unbestatteten Bruder und der Staatsräson: Das ist - nach Hegel und anderen - das zentrale Thema der Sophokles'schen Antigone. Dieser politischen Interpretation steht die psychoanalytische zur Seite: Für Freud oder Levi-Strauss steht die ödipus-Sage im Dienst der Verwurzelung verwandtschaftlicher Strukturen in Inzesttabu und Heterosexualität. Solchen staatstragenden Lektüren setzt Judith Butler, ausgehend von der Uneindeutigkeit der Verwandtschaftsbeziehungen, eine subversive Antigone entgegen. Zugleich Tochter und Schwester des ödipus, verhindert ihr Liebesdienst an dem toten Bruder die Vereinigung mit dem Geliebten. Ist Antigone ein Modell für neue Verwandtschaftsformen? Für Familien etwa mit nur einem Elternteil oder deren zwei, aber mit demselben biologischen Geschlecht?
  • Produktdetails
  • Edition Suhrkamp Nr.2187
  • Verlag: Suhrkamp
  • 5. Aufl.
  • Seitenzahl: 156
  • Erscheinungstermin: Oktober 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 108mm x 13mm
  • Gewicht: 98g
  • ISBN-13: 9783518121870
  • ISBN-10: 3518121871
  • Artikelnr.: 08942701
Autorenporträt
Butler, Judith
Judith Butler, geboren 1956, lehrt Rhetorik, Komparatistik und Gender Studies in Berkeley, Kalifornien.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Das Verhältnis von Staat und Geschlecht beschäftigt nicht nur Feministinnen, auch Hegel analysierte den Antigone-Stoff und leitete daraus sein Bild von Weiblichkeit ab, berichtet Susanne Lüdemann, die zwei jüngst erschienene Bücher zum Thema ausführlich bespricht.
1.) Judith Butler: "Antigones Verlangen: Verwandtschaft zwischen Leben und Tod"
Judith Butler hat sich vorgenommen, mit ihrem Buch die fraglos übernommenen Vorstellungen über den Staat als öffentlichen und männlich besetzten Raum und die Privatsphäre als weiblichen Raum gründlich zu erschüttern, erzählt die Rezensentin. Und das sei der bekannten Feministin auch gelungen, meint Lüdemann, denn sie verdeutliche in ihrer Antigone-Interpretation, dass sämtliche Auslegungen das inzestuöse Familiengefüge nicht berücksichtigt hätten, das nämlich eine strenge Trennung zwischen Kreon als Herrscher und Antigone als Familienmitglied gar nicht zulasse. Außerdem habe sich Antigone als Repräsentantin des Weiblichen als denkbar ungeeignet erwiesen, konnte sie doch weder einen Mann noch eine Mutterschaft vorweisen, stimmt Lüdemann der Argumentation von Butler zu. Die Autorin zeigt deutlich, erkennt die Rezensentin an, dass Antigone nicht Verwandtschaft in ihrer idealen, sondern vielmehr in ihrer deformierten Form repräsentiert.
2.) Birgit Sauer: "Die Asche des Souveräns. Staat und Demokratie in der Geschlechterdebatte"
Die Politikwissenschaftlerin Birgit Sauer hat sich auf die Suche nach einem "geschlechtssensiblen Staatskonzept" begeben und verdeutlicht, dass die Statuten der griechischen Polis nicht ohne weiteres auf den modernen Nationalstaat übertragen werden können, referiert Lüdemann. Staat und Frau seien nicht schlichte Gegensätze, denn im modernen Staat seien Emanzipationsbewegungen auch durchaus institutionalisiert. Das ist zwar im Allgemeinen nichts Neues, denkt die Rezensentin, aber doch wohl für die Politikwissenschaft, der Sauer das Konzept einer "geschlechtssensiblen Politikanalyse" nach Michel Foucault und Pierre Bourdieu nahe lege. Das hat der Rezensentin gefallen, doch die konkreten Vorschläge Sauers zur besseren Einbindung der Frauen in politische Entscheidungen findet sie eher banal. Dem theoretischen Aufwand, den die Autorin betrieben hat, werden die praktischen Forderungen nicht gerecht, findet Lüdemann.

© Perlentaucher Medien GmbH
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