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Die Bilder gingen um die Welt: Verzweifelte afrikanische Flüchtlinge, die zu Tausenden mit Hilfe improvisierter Leitern versuchen, den sechs Meter hohen Drahtzaun zu überwinden, der Marokko von der spanischen Exklave Melilla trennt - vor sich die bewaffnete Guardia Civil, im Rücken das marokkanische Militär. Der aus Kamerun stammende Fabien Didier Yene ist einer von ihnen. Immer wieder rennt er gegen den Grenzzaun an oder versucht schwimmend europäischen Boden zu erreichen. Immer wieder wird er zurückgeworfen, aufgegriffen, an die Grenze abgeschoben, einmal mit ein paar anderen mitten in der…mehr

Produktbeschreibung
Die Bilder gingen um die Welt: Verzweifelte afrikanische Flüchtlinge, die zu Tausenden mit Hilfe improvisierter Leitern versuchen, den sechs Meter hohen Drahtzaun zu überwinden, der Marokko von der spanischen Exklave Melilla trennt - vor sich die bewaffnete Guardia Civil, im Rücken das marokkanische Militär. Der aus Kamerun stammende Fabien Didier Yene ist einer von ihnen. Immer wieder rennt er gegen den Grenzzaun an oder versucht schwimmend europäischen Boden zu erreichen. Immer wieder wird er zurückgeworfen, aufgegriffen, an die Grenze abgeschoben, einmal mit ein paar anderen mitten in der Wüste zurückgelassen.
In der dritten Person erzählt er von seiner Reise nach Europa, die mit dem Untergang des Dorfes beginnt, in der er geboren wurde, und in Marokko zu einem vorläufigen Stillstand kommt. Dazwischen liegen die Länder Tschad, Nigeria, Niger, Libyen, Algerien. Dazwischen liegen vor allem jene Erfahrungen, die man lesend mit dem Erzähler teilt: die Durchquerung der Wüste, die Erpressung durch Schlepper und windige Geschäftsleute, das Leben in illegalen Ghettos, Hunger und Entbehrungen, die unbeschreibliche Brutalität von Exekutivorganen und die Feindseligkeit der Einheimischen, die ständige Angst, entdeckt oder ausgeraubt zu werden, das sukzessive Abhandenkommen aller Illusionen. Aber auch das: Momente der Freundschaft, der Solidarität, des Atemholens.
Seine literarische Qualität zieht das Buch aus dem nüchternen, stellenweise lakonischen Ton, den Yene als Chronist in eigener Sache wählt - im Willen, stellvertretend für all die anderen Zeugnis abzulegen und schreibend ein Stück Handlungsmacht über die eigene Geschichte zurückzugewinnen.
  • Produktdetails
  • Edition Niemandsland
  • Verlag: Drava
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 222
  • Erscheinungstermin: Februar 2012
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 134mm x 18mm
  • Gewicht: 338g
  • ISBN-13: 9783854356684
  • ISBN-10: 3854356684
  • Artikelnr.: 34467930
Autorenporträt
Fabien Didier Yene, geboren in der Ortschaft Ekombitié, Kamerun. Schulabschluss mit Matura in der Hauptstadt Yaoundé. Nach seiner Auswanderung, die ihn durch zahlreiche afrikanische Länder geführt hat, lebt er heute in Marokko, wo er im März 2008 zum Obmann der Kameruner Emigranten-Gemeinschaft gewählt wurde und sich im Rahmen verschiedener Menschenrechts-Organisationen, darunter das Netzwerk Euro-afrikanisches Manifest, für die Rechte von MigrantInnen und das Recht auf Bewegungsfreiheit einsetzt. Bis an die Grenzen ist sein erstes Buch, es erschien 2010 in Frankreich unter dem Titel Migrant au pied du mur.
Rezensionen
Fabien Didier Yene beschreibt in seinem Buch »Bis an die Grenzen« die menschenunwürdigen Lebensumstände der afrikanischen Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa. (...) Die karge Direktheit der Worte macht dieses Buch nicht zu einem nach Mitgefühl haschenden Zeugnis einer tragischen Fluchtgeschichte, sondern zu einem dringlichen Appelll, das lange ausstehende Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit von MigrantInnen und ein Dasein ohne Diskriminierung durchzusetzen. Absolut empfehlenswert. (Jasmin Al-Kattib, derstandard.at, 21. Juli 2011) Fabien Didier Yene schildert in »Bis an die Grenzen ¿ Chronik einer Migration« seinen schrecklichen Exodus voller Elend und Leid durch halb Afrika. Ob skrupellose Schlepperbanden oder brutale Gewalt der korrupten Beamten in den durchquerten Ländern, der Autor weiß, worüber er schreibt. (...) Fabien Didier Yene hat es nicht geschafft, nach Europa zu flüchten, dennoch ist er zu einem wichtigen Sprachrohr der MigrantInnnen geworden und kämpft in und mit Menschenrechtsorganisationen für ihre Rechte. (Megaphon Nr. 188/15. Jg., Juli 2011) Yene erzählt nicht nur die eigene Geschichte, sondern unzählige weitere, jener Menschen, denen er unterwegs begegnet. Es ist ein Kaleidoskop von Biographien, Ausschnitten, Einblicken, die der Autor seinen LeserInnen eröffnet, das die einzelnen Persönlichkeiten aus der Anonymität von Zahlen und Presseberichten holt, aus Statistiken Menschen macht, und Klischees, Vorurteilen und Schubladisierungen wie sie Europa MigrantInnen, vor allem afrikanischen, entgegengebracht werden, durch seine Differenziertheit jeden Boden entzieht. Diese findet sich auch im Sprachrhythmus wieder, der Handlung, der Emotion, Faktenzitat, Kommentar und Reflexion miteinander verbindet, wie sie in jedem Menschen in jeder Situation gleichzeitig wirken. (Ausreißer ¿ Die Grazer Wandzeitung Ausgabe 41, 2011)…mehr