Der Hofjude im Zeitalter des Absolutismus - Stern, Selma

69,00
versandkostenfrei*
Preis in Euro, inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

  • Buch mit Leinen-Einband

Jetzt bewerten

Auf sie stützte fast jeder europäische Fürst im 17. und 18. Jahrhundert seine Machte: jüdische Finanziers und Logistiker, politische Berater und Diplomaten, sogenannte "Hofjuden". Das jüdische Hoffaktorentum wurde zur Institution im Dreieck von Politik, Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Klangvolle Namen sind mit ihm verbunden. Joseph Süß Oppenheimer, genannt "Jud Süß", wurde zum Inbegriff des deutschen Hofjuden und beschäftigt Historiker, Theatermacher und Komponisten bis in die Gegenwart. Wie real aber ist das Bild, das die deutsche Gesellschaft von ihm und anderen Hoffaktoren entwickelte,…mehr

Produktbeschreibung
Auf sie stützte fast jeder europäische Fürst im 17. und 18. Jahrhundert seine Machte: jüdische Finanziers und Logistiker, politische Berater und Diplomaten, sogenannte "Hofjuden". Das jüdische Hoffaktorentum wurde zur Institution im Dreieck von Politik, Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Klangvolle Namen sind mit ihm verbunden. Joseph Süß Oppenheimer, genannt "Jud Süß", wurde zum Inbegriff des deutschen Hofjuden und beschäftigt Historiker, Theatermacher und Komponisten bis in die Gegenwart. Wie real aber ist das Bild, das die deutsche Gesellschaft von ihm und anderen Hoffaktoren entwickelte, nicht zuletzt unter dem Einfluß der antisemitischen Propaganda der Nationalsozialisten? Wie einflußreich waren die Hofjuden wirklich? Die deutsch-jüdische Historikerin Selma Stern (1890-1981) ging diesen Fragen nach, untersuchte Mythos und Wirklichkeit. Begonnen im Deutschland der zwanziger Jahre, erschien ihre Untersuchung erst 1950 im amerikanischen Exil unter dem Titel The Court Jew. Erstmals lag damit ein interdisziplinäres Standardwerk vor. Selma Stern beschreibt darin den Aufstieg und Niedergang von Hoffaktorendynastien wie Behrens, Ephraim, Gumperts, Itzig, Kann oder Westheimer. Sie arbeitet die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Herrschern und Hofjuden heraus und richtet zugleich den Blick auf wirtschaftliche, politiksche, soziale, kulturelle und historische Zusammenhänge und Entwicklungen im absolutistischen Europa. Mehr als 50 Jahre nach seinem Erscheinen liegt der Band nun als deutsche Erstveröffentlichung vor.
  • Produktdetails
  • Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts Nr.64
  • Verlag: Mohr Siebeck / Mohr Siebeck GmbH & Co. K
  • 1. Auflage
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: X, 284 Seiten
  • Deutsch
  • Abmessung: 239mm x 165mm x 25mm
  • Gewicht: 562g
  • ISBN-13: 9783161476624
  • ISBN-10: 316147662X
  • Artikelnr.: 27694917
Autorenporträt
Selma Stern (1890-1981): Historikerin; 1913 Promotion zum Dr. phil.; 1919-33 Wiss. Mitarbeiterin an der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, Berlin; 1933-41 Berufsverbot, zugleich: Forschungstätigkeit im Auftrag der Reichsvertretung der Juden in Deutschland; 1941 Emigration in die USA; 1947-55 Archivarin der American Jewish Archives, Hebrew University, Cincinnati/Ohio; 1956 Ehrendoktor der Hebrew University; 1960 Übersiedlung nach Basel/Schweiz. Marina Sassenberg: Geboren 1958; Dipl. Sozialwissenschaftlerin; 1989-96 Wiss. Mitarbeiterin des Salomon Ludwig Steinheim-Instituts in Duisburg; 1996-98 Wiss. Mitarbeiterin der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt; 1998-99 Konzeption und Durchführung der Wanderausstellung 'Zeitenbruch. Jüdische Existenz in Rheinland-Westfalen 1933-1945'; derzeit Dissertationsprojekt über Selma Stern an der Universität zu Halle-Wittenberg.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Die Historikerin Selma Stern, die dieses Buch 1950 im amerikanischen Exil in Philadelphia geschrieben hat, hat eine, wie der Rezensent Friedrich Niewöhner findet: "faszinierende" These zur Rolle des Hofjuden im Absolutismus. Ausgerechnet die "ungebildeten Geldbeschaffer" seien es gewesen, die den "Wiedereintritt der Juden in die profane Geschichte" vorbereitet, die Tore der Ghettos durch ihre geschäftlichen Beziehungen geöffnet hätten. Die intellektuelle Revolution der jüdischen Aufklärung, so die These weiter, profitierte von diesem gar nicht intendierten Effekt. Stern schildert in ihrem Buch einerseits die "volkswirtschaftlichen Prozesse", andererseits die Auswirkungen des Geschäftserfolgs der Hofjuden für das Judentum - und sie tut dies, wie Niewöhner meint, "spannend". Die Übersetzung wie die Bibliografie und Kommentierung durch Marina Sassenberg findet er hilfreich, das Buch ausgesprochen "wichtig".

© Perlentaucher Medien GmbH