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Nach einer längeren Krankheit lässt die junge Journalistin Lena Schnabl ihr altes Leben hinter sich und macht sich auf den Weg ins japanische Hinterland, um dort einmal im Kreis zu laufen. Im Gepäck das Versprechen, die Leere und damit das höchste Glück zu finden. Auf Shikoku, dieser entrückten Insel abseits der Megastädte und Shinkansen-Trassen, verläuft der japanische Jakobsweg, der älteste Pilgerpfad der Welt: ein Auf und ab von 1.300 Kilometern und 88 Tempeln. Die Pilgerin wird über Berge klettern und an der Küste entlanglaufen, ihre Lehrmeister in Sachen Nirwana werden Mönche,…mehr

Produktbeschreibung
Nach einer längeren Krankheit lässt die junge Journalistin Lena Schnabl ihr altes Leben hinter sich und macht sich auf den Weg ins japanische Hinterland, um dort einmal im Kreis zu laufen. Im Gepäck das Versprechen, die Leere und damit das höchste Glück zu finden. Auf Shikoku, dieser entrückten Insel abseits der Megastädte und Shinkansen-Trassen, verläuft der japanische Jakobsweg, der älteste Pilgerpfad der Welt: ein Auf und ab von 1.300 Kilometern und 88 Tempeln. Die Pilgerin wird über Berge klettern und an der Küste entlanglaufen, ihre Lehrmeister in Sachen Nirwana werden Mönche, Einheimische und andere Pilger sein, denen sie auf ihrer Reise begegnet. Wird es Lena gelingen, das glücksbringende Nichts zu finden?
  • Produktdetails
  • Goldmann Taschenbücher .15980
  • Verlag: Goldmann
  • Seitenzahl: 416
  • Erscheinungstermin: 20. Mai 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 137mm x 32mm
  • Gewicht: 439g
  • ISBN-13: 9783442159802
  • ISBN-10: 3442159806
  • Artikelnr.: 54466842
Autorenporträt
Schnabl, Lena
Lena Schnabl ist freie Journalistin in Deutschland, Japan und der Welt. Sie fühlt sich in Megastädten wie Tokyo und São Paulo zu Hause, besitzt keinen Regenschirm und schreibt über Menschen, die durchfallen, durchkommen und durchknallen: Ein Mann, der 48 Jahre lang unschuldig im Todestrakt sitzt und dann frei kommt. Lastwagenfahrer, die im verstrahlten Fukushima gegen Atomkraft demonstrieren. Berliner Wrestler, die einander für Geld, Ruhm und das eigene Ego verdreschen. Sie studierte Japanologie, Sinologie und Politik in München und Sapporo und besuchte die Zeitenspiegel-Reportageschule. Ihre Reportagen erscheinen unter anderem bei Neon, Spiegel, Süddeutsche Zeitung, brand eins, das Magazin.
Rezensionen
"Seit mehr als tausend Jahren pilgern Menschen über die schöne, wilde Insel Shikoku. Die 1.300 Kilometer lange Tour ist der älteste Backpackerpfad der Welt." Spiegel Online

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 19.12.2019

Nicht hoffen auf die Wunderheilung

Nach längerer Krankheit begibt sich die studierte Japanologin und Journalistin Lena Schnabl auf eine zwölfhundert Kilometer lange Fußwanderung und Selbstfindungsreise entlang des "japanischen Jakobswegs": Der Shikoku-Pilgerweg, auf dem der Sektengründer Kukai verehrt wird, ist ein Rundweg entlang einer Perlenschnur von achtundachtzig Tempeln über Berge und durch ein Küstengebiet. In der Gemeinschaft der Gläubigen befindet sich die Autorin bald "mittendrin im Abziehbild japanischer Höflichkeit". Zwischen teilnehmender Beobachtung, Pilger-Burnout und Euphorie erörtert sie im Plauderton, aber fundiert recherchiert, Begegnungen mit dem kulturell und spirituell anderen. Da wäre das berauschende Beten der Herz-Sutra in einer Gruppe oder die Praxis des "Osettai". Dabei handelt es sich um Essensgaben oder Geschenke der Einheimischen an Pilger, die so indirekt mitpilgern und am Segen teilhaben. Zur Pilgerrealität gehören streckenweise aber auch sexuelle Belästigung, kommerzielle Interessen einiger Tempel sowie ein ausgeprägter Devotionalien-Kult. Während Schnabl oft allzu chronologisch erzählt, überzeugen Exkurse über japanische Paradoxien wie Schamkultur und Love Hotels, Kindchenschema und "ernste Gesellschaft", Gruppenzwang und Single-Dasein oder den Mythos des homogenen Mittelstands kontra Cyber-Obdachlose, die mangels eines eigenen Heims in Internetcafés übernachten. Psychogramme der Pilger wie Wochenend- und Buspilger, Gläubige, die Glücks- und Karmapunkte anhäufen, oder der fromme Sammlerstolz ausländischer Pilger, die schon Europas Jakobswege abliefen, werfen auch ein Licht auf Japans älter, profaner und globaler werdende Gesellschaft. Im Gegensatz zu Pilgerbestsellern wird die esoterische Sprache im Flow des Pilgerns immer wieder (selbst)ironisch durchbrochen. In der erleuchtungsfernen Postmoderne ist der Kult ums Loslassen "küchenpsychologisiert". So entpuppt sich die "Trail Magic", also der Zauber des Pfads, bei der Ankunft am achtundachtzigsten Tempel weniger als eine Wunderheilung denn eine Weiterentwicklung und die kreative Akzeptanz eigener Schwächen - das altruistische Band und Grundvertrauen der Pilgergemeinschaft gerät dabei zum biographischen Scheitelpunkt: "Ich bin dieselbe. Und eine andere. Ich bin am Ende am Anfang. Ich bin da."

sg

"Meine Suche nach dem Nichts. Wie ich tausend Kilometer auf dem japanischen Jakobsweg lief und was ich dabei fand" von Lena Schnabl. Goldmann Verlag, München 2019. 416 Seiten, farbiger Bildteil. Broschiert, 14 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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