Die wahre Geschichte der Geisha - Iwasaki, Mineko
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Mineko Iwasaki war mehr als ein Jahrzehnt Japans berühmteste Geisha. In ihrer Autobiographie enthüllt sie nun als erste Geisha diewahren Geheimnisse ihres Standes. Der ergreifende Bericht einer Frau, die nie eine Kindheit hatte.

Produktbeschreibung
Mineko Iwasaki war mehr als ein Jahrzehnt Japans berühmteste Geisha. In ihrer Autobiographie enthüllt sie nun als erste Geisha diewahren Geheimnisse ihres Standes. Der ergreifende Bericht einer Frau, die nie eine Kindheit hatte.
  • Produktdetails
  • Ullstein Taschenbuch Nr.26186
  • Verlag: Ullstein Tb
  • Originaltitel: Geisha of Gion
  • Neuausg.
  • Seitenzahl: 347
  • Erscheinungstermin: November 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 181mm x 116mm x 24mm
  • Gewicht: 318g
  • ISBN-13: 9783548261867
  • ISBN-10: 3548261868
  • Artikelnr.: 11997576
Autorenporträt
Iwasaki, Mineko
"Mineko Iwasaki wurde 1949 in Kyoto als elftes Kind einer Künstlerfamilie geboren. Nach einer fast fünfzehnjährigen Ausbildung wird Mineko Iwasaki mit zwanzig Jahren Leiterin und oberste Geisha des 'Kobu Gion' in Kyoto. In Japan war sie ein Jahrzehnt lang ein Star, zu ihren Kunden gehörten die mächtigsten Wirtschaftsbosse, Politiker, Kaiser und Könige der Welt. Heute lebt Mineko Iwasaki sehr zurückgezogen mit ihrem Mann und ihrer Tochter in den Bergen von Kyoto."
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 24.10.2002

Ganz Form
Wie Mineko Iwasaki, die wahre
Geisha, für ihr Buch tanzt
Die wahre Geisha ist nämlich gar keine, sondern eine Geiko, und auch das ist lange her, Jahre, Jahrzehnte. Da war Mineko Iwasaki die bekannteste Geiko Japans, bewundert vom ganzen Land, und mit den vielen bunten Grußbotschaften von allen Inseln Japans schmückte sie ihre Wände. Sie diente hohen Herren, servierte ihnen Tee und tanzte für sie nach alter Weise. Irgendwann hat sie sich unglücklich verliebt, später dann doch geheiratet und Kinder bekommen.
Die wahre Geisha hat ihren Mann dabei, einen älteren Herrn, aufrecht und so streng, dass er in jedem Yakuza-Film mitspielen könnte. In Japan ist er ein berühmter Maler und gewohnt, dass er von seiner lieben Geisha bedient wird. Diesmal schätze er es, erklärt er gern, zur Abwechslung einmal ihr zu Geschäftsterminen zu folgen, ihr die Koffer zu tragen, ihr (und er verbeugt sich leicht) zu dienen, denn seine Frau, die Geisha, hat ein Buch geschrieben (Mineko Iwasaki: Die wahre Geschichte der Geisha. Aus dem Amerikanischen von Elke vom Scheidt. Verlag Marion von Schröder, München 2002. 352 Seiten, 22 Euro).
Geschrieben hat es eigentlich die amerikanische Japanologin Rande Brown, die ebenfalls mitgekommen ist aus Japan. Zur Feier des japanischen Abends trägt sie eine lange hölzerne Nadel hochaufgereckt im Dutt. Geschrieben hat es aber auch Arthur Golden, ein Amerikaner, der Frau Iwasaki einst ausführlich interviewte, woraus dann der Roman „Die Geisha” entstand. Dieser ersten wahren Geschichte ist jetzt die ganz und gar wahre Geschichte Mineko Iwasakis nachgefolgt, und sie wird beglaubigt durch die reale Gegenwart der Geisha.
Die Geisha tanzt. Obwohl sie sich längst im Ruhestand befindet und das Glück in ihrer Familie gefunden hat, tanzt sie noch einmal wie früher. Die Gäste sitzen in einem japanischen Restaurant in zwei Hufeisen mit dem Rücken zueinander und betrachten Mineko Iwasaki, die zu den Klängen einer Art Kitara eine Figur tanzt, die sinngemäß „Herbst, in Erwartung des Geliebten” heißt. Die Geisha bewegt sich nicht viel, alles ist Ausdruck, alles Klage. Die Kitaraspielerin klagt mit dem Bogen und gibt die Klagelaute von sich, die sich die Tänzerin so anmutig versagt. O rätselhafter Orient!
In seiner Erzählung „Drei Millionen Yen” geißelt Yukio Mishima das moderne Japan, das sich für den Flitterkram der modernen Konsumwelt prostituiert und auf die traditionellen Werte Japans vergisst. Mineko Iwasaki verkauft allerbeste Traditionsware: dezenten Tanz, Konversation, Stil. Mineko Iwasakis Mann steht auf und fotografiert seine Frau, die ehemalige Geisha, durch den Mittelgang mit einer Wegwerf-Kamera. Klack macht der Verschluss der Kamera, die Geisha lächelt nicht, klack, und der Herbst, der Herbst bleibt stehn.
Die Verkaufsveranstaltung aber schreitet voran. Die Tänzerin kommt an den Tisch und zeigt ein Foto von sich in Maske, zugekleistert, ganz Form, ganz unecht. Der Koch brutzelt dazu ein Schnitzel auf der heißen Platte und legt den Gästen das zerstückelte Fleisch vor. Die Gäste freuen sich am japanischen Essen. Mineko Iwasaki zeigt ein Bild ihrer hübschen Tochter. Sie erläutert ihren Kimono, erklärt, wie herum der Obi geschlungen sein muss, und dass sie in ihrer besten Zeit Kleider im Wert von mehr als einer Million Euro besessen hat. Die anwesenden Damen staunen und fühlen den Stoff. Wie schön er ist, und wie sorgfältig gewebt, und wie so schön japanisch! Endlich lächelt der Herbst.
WILLI WINKLER
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 30.12.2002

Blumengeld
Not amused: Mineko Iwasakis wahre Geisha-Biographie

Mineko Iwasaki, die Top-Geisha und Gesellschafterin der Politiker und Philosophen, Industriebarone und Könige, deren Lebensgeschichte Arthur Golden zum Asien-Epos "Die Geisha" inspirierte, hat nun als vielleicht berufenere Berichterstatterin und in Abgrenzung zum Klischee der Prostituierten "Die wahre Geschichte der Geisha" geschrieben.

Die Tochter aus einer verarmten Samurai-Familie wurde 1954 im Alter von fünf Jahren von der Eigentümerin des renommierten Etablissements "Iwasaki" im Kiotoer Gion-Viertel als Nachfolgerin angeworben. Das Buch gibt Einblicke in die Beziehungen und Wahlverwandtschaften zwischen Auszubildenden und "älteren Schwestern", Schülerinnen und Lehrerinnen in der "rituellen Familie" und geschlossenen Welt des Geisha-Hauses jenseits des Kamo-Flusses. Es schildert die rigide Schule der Höflichkeit von der "Maiko" ("Frau des Tanzes"), der angehenden Geisha, die mit sechzehn Jahren ihre offizielle "Geschäftseröffnung" begeht, über Rituale des Erwachsenwerdens wie der "Kragenwechsel" bis hin zum "Mizuage", bei dem ein Haarknoten symbolisch aufgeschnitten wird, um den Übergang zur Geisha zu kennzeichnen, der "Frau der Kunst".

In historischen Exkursen beleuchtet Iwasaki die Rolle der Geisha von der Trägerin einer Gegenkultur und Avantgardistin bis hin zur Traditionsbewahrerin. Gegen Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, als das feudale System zusammenbrach, waren die Kiotoer Teehäuser, in denen die Geishas Tanz, Gesang und Shamisen praktizierten, Rückzugsorte der Revolutionäre. In Japans goldenen zwanziger Jahren bekamen die Geishas, die sich als Dansu Geishas sogar westlichen Gesellschaftstänzen öffneten, von den zeitgemäßeren Cafémädchen Konkurrenz, bevor der Nationalismus traditionalistische Werte wiederaufleben ließ. Erst 1943 gingen in Gion die Lichter aus, und die Geishas wurden zur Arbeit in einer Munitionsfabrik verpflichtet. Nach dem Krieg ordneten die amerikanischen Besatzer an, das Gion-Viertel wiederzueröffnen.

Iwasaki wirkte nun zu Zeiten der japanischen "Hochwachstumsphase" in den sechziger und siebziger Jahren. Die Elite-Geisha, die jährlich fünfhunderttausend Dollar an "Blumengeld", wie die Geisha-Gebühren heißen, verdiente, konnte es sich erlauben, pro Abend bis zu zehn Kurzauftritte in verschiedenen Teehäusern zu absolvieren. Iwasaki betont die komplementäre Rolle von Geisha und Ehefrau und sieht die geteilten Zuständigkeitsbereiche im häuslichen und geschäftlich-sozialen Bereich als Ausdruck einer gespaltenen Weiblichkeit.

In der Regel protegieren und frequentieren Firmen oder politische Parteien bestimmte Geisha-Viertel zu diskreter Unterhaltung und Verhandlung. In den Geisha-Memoiren erfahren wir ferner, daß Queen Elizabeth bei einem Dinner "not amused" war, als die Autorin sich gezielt mit dem Herzog von Edinburgh unterhielt, und über Prinz Charles, daß er ungefragt ihren Lieblingsfächer signierte und somit ruinierte, was sie ihn auch erkennen ließ.

Ob die Geisha-Etikette in Zeiten virtueller Popstars, mangelnder Muße und finanzieller Mittel bestehen kann, bleibt ungewiß. Iwasaki, die nach ihrem vielpublizierten Ausstieg mit neunundzwanzig Jahren kurzzeitig selbst einen Nachtclub unterhielt und Pläne für ein Schönheitsinstitut schmiedete, fordert strukturelle Reformen und finanzielle und künstlerische Unabhängigkeit der im Geisha-Gewerbe tätigen Frauen.

STEFFEN GNAM

Mineko Iwasaki mit Rande Brown: "Die wahre Geschichte der Geisha". Aus dem Amerikanischen von Elke von Scheidt. Marion von Schröder Verlag, München 2002. 325 S., 29 Farb- u. S/W-Abb. auf Tafeln, geb., 22,- [Euro].

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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Eigentlich sollten wir nach dem Bestseller von Arthur Golden bereits alles über Mineko Iwasaki, die angeblich berühmteste Geisha Japans wissen, nun erwartet den Leser Neues unter dem verheißungsvollen Titel ?Die wahre Geschichte der Geisha?. Willi Winklers kurzer Kommentar über diese Neuerscheinung lässt leise Zweifel aufkommen, ob der Titel hält, was er verspricht. Eigentlich skizziert Winkler in seiner Besprechung vor allem eine Verkaufsveranstaltung, an der Iwasaki und ihr Ehemann persönlich nebst der eigentlichen Verfasserin des Buches, der amerikanischen Japanologin Rande Brown, anwesend sind. An diesem Abend geht es sehr japanisch, umschreibt Winkler die Atmosphäre, und stößt damit aber auch zum Kern des Buches vor. Mineko Iwasaki verkaufe ?allerbeste Traditionsware: dezenten Tanz, Konversation, Stil?. Das, kann man Winklers Beschreibung entnehmen, scheint zumindest bei der Verkaufsveranstaltung gut anzukommen.

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