Nero (eBook, PDF) - Shotter, David
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  • Format: PDF


The reign of Nero is often judged to be the embodiment of the extravagance and the corruption that have, for many, come to symbolise ancient Rome. David Shotter provides a reassessment of this view in this accessible introduction to Nero, emperor of Rome from 54 to 68 AD. All the major issues are discussed including: Nero's early life and accession to power Nero's perception of himself Nero's domestic and international policies the reasons for Nero's fall from power and its aftermath.This new edition has been revised throughout to take account of recent research in the field.…mehr

Produktbeschreibung
The reign of Nero is often judged to be the embodiment of the extravagance and the corruption that have, for many, come to symbolise ancient Rome. David Shotter provides a reassessment of this view in this accessible introduction to Nero, emperor of Rome from 54 to 68 AD. All the major issues are discussed including: Nero's early life and accession to power Nero's perception of himself Nero's domestic and international policies the reasons for Nero's fall from power and its aftermath.This new edition has been revised throughout to take account of recent research in the field.
  • Produktdetails
  • Verlag: Taylor and Francis
  • Seitenzahl: 118
  • Erscheinungstermin: 02.10.2012
  • Englisch
  • ISBN-13: 9781134364329
  • Artikelnr.: 38458475
Autorenporträt
Professor Emeritus, University of Lancaster, UK
Rezensionen
Besprechung von 12.10.1996
Flügel aus Mausfell
Antonio Tabucchis Engel piksen / Von Ernst Osterkamp

Zunächst ist es nur ein Spiel. Ein Mann flaniert am Sonntag durch die Stadt und fängt aus den Gesprächen der Spaziergänger und Caféhausbesucher zufällig heranwehende Sätze auf, um am Ende des Tages aus ihnen mosaikartig eine Geschichte zusammenzufügen: etwas, "das es bisher nicht gegeben hat und das es jetzt gibt: deine Geschichte". So erwächst in einem Fiktionsspiel aus den Elementen der Realität das Neue und Unerhörte der Poesie.

Plötzlich aber schlägt das Spiel in bitteren Ernst um. Eine Stimme spricht den Satz: "Früher konnte ich es dir nicht sagen, aber jetzt mußt du es wissen." Diese Ankündigung bezieht der Flaneur auf sich selbst, weil ihn die Stimme an die eines Toten erinnert, der einst Verderben in das Leben einer gemeinsamen Freundin gebracht hat. Und so sprengt nun dieser Satz die Ordnung des poetischen Spiels. Denn dieses Unheil hätte der Erzähler damals vielleicht verhindern können, wenn er nicht, um eines schließlich gescheiterten Romans willen, seine Augen bewußt vor den Ereignissen verschlossen hätte. Die Geschichte, die erzählt werden muß, wird damit in einem ganz anderen Sinne als dem des Spiels "deine Geschichte". Denn es ist diejenige der eigenen Schuld. Die Stimme aber, die den Erzähler von jenseits des Grabes erreicht, ist die eines Versuchers. Sie führt ihn auf die Spitze eines Turms, die Wahrheit, die ihm dort mitgeteilt werden soll, wird er wohl erst dann erfahren, wenn er sich über die Brüstung fallen läßt. Aus dem harmlosen Fiktionsspiel ist ein Spiel um Leben und Tod geworden.

Antonio Tabucchi erzählt in sechs Geschichten, wie schwarze Engel in das Leben seiner Protagonisten treten. Sie besitzen keine eindeutige Gestalt, und vieldeutig ist auch das, was sie mitzuteilen haben. Der Titel des Buches bildet eine Hommage an Eugenio Montale, in dessen späterem Gedicht "L'angelo nero" (1968) der Dichter "das unverständliche Fabulieren" eines dunklen Engels - "weder himmlisch noch menschlich" - zu enträtseln versucht. Tabucchis schwarze Engel tragen "keine weichen Federn, sondern ein kurzgeschorenes Fell, das pikst". Ihr Lächeln ist trügerisch, traurig, brutal. Sie holen dasjenige, was Tabucchis Gestalten zu vergessen versuchten, unerbittlich in die Gegenwart zurück. Und besonders gern zerstören sie Illusionen.

Eine Nacht in Lissabon zur Zeit der Diktatur: Vier junge Leute verlassen einen alternden Dichter, nachdem sie noch einmal gemeinsam auf die Poesie angestoßen haben. Vor der Tür des Hauses aber erwartet sie die politische Gewalt in ihrer ganzen Obszönität, um ihnen auf entwürdigende Weise den Glauben an das Leben und die Dichtung zu rauben. Tabucchis Erzählung "Nacht, Meer oder Ferne" ist eine atmosphärisch dichte Parabel auf Macht und Ohnmacht der Poesie. In einer anderen Erzählung inszeniert Tabucchi die Pervertierung der sokratischen Mäeutik für die Zwecke der Geheimpolizei: eine virtuose Studie über den politischen Verrat.

Die Poesie als Lüge: Ein alter Dichter überreicht einer jungen Verehrerin ein Liebesgedicht, das er für sie geschrieben zu haben behauptet. Doch handelt es sich in Wahrheit um die Parodie eines Madrigals, das er Jahrzehnte zuvor einer Geliebten, als sie ihn verließ, aus Zorn und Enttäuschung nicht mehr überreicht hat. Das Leben als Farce: Eine Frau macht Karriere im Literaturbetrieb, nachdem sie das Buch eines Freundes über den Scherz in der Barockliteratur unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht hat. Seitdem ist für sie alles nur noch ein ästhetisches Spiel, bei dem sie, mit wechselnden Gesinnungen, Sieger zu bleiben versucht. Auf der Reise zu einem Vortrag vor jungen Rechten über Celine verbringt sie mit einem alten Mann eine Nacht; der Ernst, mit dem er ihr begegnet, läßt sie das eigene Leben als Komödie erkennen. Und so kann sie nach langen Jahren wieder ihren Schutzengel anrufen: Er erscheint ihr als das Kind, das sie einst war, aber mit dem Gesicht eines alten Mädchens und den Flügeln aus dem Fell einer Maus.

Auch der Junge, der in der letzten und schönsten Erzählung des Bandes einsam mit seiner Mutter und seinem Onkel in einem großen toskanischen Haus lebt, hat einen Schutzengel. Doch er versucht sich ihm, angezogen von den unverstandenen finsteren Mächten der Vergangenheit, mehr und mehr zu entziehen. Seinen Vater, einen faschistischen Offizier, hatten die Partisanen erschlagen und die Leiche in einen See geworfen. Seitdem sucht das Kind nach dem toten, von der Mutter zum Helden verklärten Vater, und zum Führer wird ihm dabei Jules Vernes Kapitän Nemo. Und an einem Silvestertag dann gerät das Kind ganz in den Bann des Bösen.

Natürlich kann man für die schwarzen Engel, die Tabucchis Erzählungen locker miteinander verknüpfen, viele Begriffe finden: schlechtes Gewissen, Wiederkehr des Verdrängten, Selbstbetrug und Lebenslüge, das Böse und der Verrat. Doch sind die Engel dieses kleinen, schönen Buchs keine Allegorien. Sie behalten ihr Geheimnis, Gutes und Böses fließt in ihnen zusammen, sie sind so vieldeutig wie das Leben selbst.

Antonio Tabucchi: "Der schwarze Engel". Erzählungen. Aus dem Italienischen übersetzt von Karin Fleischanderl. Carl Hanser Verlag, München 1996. 181 S., geb., 29,80DM.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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