9,99 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Broschiertes Buch

3 Kundenbewertungen

Eine Liebeserklärung an den Iran und seine mutigen Frauen.
Saba ist elf, als die islamische Revolution ausbricht und ihre wohlhabende christliche Familie Teheran verlassen muss, um sich, fern von den prüfenden Blicken der Mullahs, auf ihre Ländereien in der Gilan-Provinz zurückzuziehen. Kurz darauf verschwinden Sabas Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Ihr Vater und die Nachbarn im Dorf behaupten, Mahtab sei bei einem Bad im Kaspischen Meer ertrunken und die Mutter sei bei dem Versuch, den Iran zu verlassen, festgenommen worden. Doch Saba glaubt ihnen nicht. Für sie ist klar,…mehr

Produktbeschreibung
Eine Liebeserklärung an den Iran und seine mutigen Frauen.

Saba ist elf, als die islamische Revolution ausbricht und ihre wohlhabende christliche Familie Teheran verlassen muss, um sich, fern von den prüfenden Blicken der Mullahs, auf ihre Ländereien in der Gilan-Provinz zurückzuziehen. Kurz darauf verschwinden Sabas Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Ihr Vater und die Nachbarn im Dorf behaupten, Mahtab sei bei einem Bad im Kaspischen Meer ertrunken und die Mutter sei bei dem Versuch, den Iran zu verlassen, festgenommen worden. Doch Saba glaubt ihnen nicht. Für sie ist klar, dass ihre geliebte Schwester jenseits des Ozeans ein neues Leben begonnen hat ...
  • Produktdetails
  • Goldmann Taschenbücher Bd.48122
  • Verlag: Goldmann
  • Originaltitel: A Teaspoon of Earth and Sea
  • Seitenzahl: 522
  • Erscheinungstermin: 16. Februar 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 118mm x 40mm
  • Gewicht: 430g
  • ISBN-13: 9783442481224
  • ISBN-10: 3442481228
  • Artikelnr.: 40794405
Autorenporträt
Nayeri, Dina
Dina Nayeri wurde während der Islamischen Revolution im Iran geboren und emigrierte als Zehnjährige nach Oklahoma. In Harvard absolvierte sie ihren MBA und Master of Education, in Princeton ihren BA. Ihr Debütroman 'Ein Teelöffel Land und Meer' wurde bereits in dreizehn Sprachen übersetzt und als "Barnes and Noble Discover Great New Writers book" ausgewählt. Inzwischen arbeitet sie an ihrem zweiten Roman, der sich ebenfalls um eine Familie im Iran dreht.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Seitdem Saba als kleines Mädchen ihre Zwillingsschwester Mathab verlor, lebt diese in ihrer Fantasie fort. Im Iran nach der Revolution wächst sie bei ihrem christlichen Vater auf, nachdem ihre Mutter und Schwester verschwunden sind. Sie ist sich sicher, dass die beiden vor den Mullahs nach Amerika in ein besseres Leben geflohen sind. So erzählt sie ihren besten Freunden immer neue Episoden aus dem filmreifen Leben ihrer Schwester. Saba liest verbotene englische Romane, hört mit ihrer heimlichen Liebe Reza Popmusik, fügt sich aber doch ins dörfliche Leben. Die Erzählung ihres Doppellebens wird von Einschüben aus der Perspektive der iranischen Frauen aus ihrem Leben ergänzt.

Ursula Berlinghofs samtige Stimme passt perfekt zu diesem persischen Mädchen-Märchen, das sich über ein Jahrzehnt erstreckt. Mit lebendiger Jungmädchenstimme erweckt sie Sabas orientalischen Alltag und ihre US-Traumwelt in vielstimmigen Dialogen zum Leben. Feinfühlig nimmt sie die Fäden dieser Geschichte auf, die von zwei Welten, zwei Leben erzählt, die in eines münden. Als Hörfassung ist der sprachgewaltige Debütroman noch näher an der persischen Erzähltradition, denn diese entfaltet ihre volle Wirkung erst im gesprochenen Wort.

© BÜCHERmagazin, Tina Schraml (ts)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Die jungen schreibenden Exil-Iranerinnen sind nicht alle Scheherazaden, muss Sabine Berking feststellen, die den Roman von Dina Nayeri, in dem das Thema einer in Kulturkämpfe verstrickten Generation anhand von Zwillingsschwestern verhandelt wird, nur bedingt märchenhaft findet. Wie gehabt, schreibt Berking etwas gelangweilt, geht es um Erinnerungsarbeit und Identitätssuche. Nayeris sehnsuchtsschwangerer Plot allerdings, der die Trennung der Schwestern und das amerikanische Exil einer von ihnen vorsieht, scheint Berking allzu konstruiert. Überzeugender als die Exilszenen findet sie die in der iranischen Provinz Gilan angesiedelten Teile, wenn die Autorin das traditionelle Leben dort beschreibt. Dann fühlt sich Berking in 1001 Nacht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 21.08.2013

Doppeltes Lottchen in Gilan

Vor diesen Erinnerungen muss man entweder davonlaufen oder sich ihnen , stellen: Dina Nayeri, die mit zehn Jahren Iran verließ, erfindet in ihrem Debüt "Ein Teelöffel Land und Meer" das Leben einer Zwillingsschwester, die geblieben ist.

Wir kennen sie alle, die Geschichte der Zwillinge Lotte und Luise, die sich durch einen Zufall in einem Ferienlager in Seebühl am Bühlsee begegnen, sich mächtig streiten und versöhnen, um dann mit List und Tücke ihre durch die Scheidung der Eltern zerrissene Familie wieder zu vereinen. Hinter der rührseligen Story steckt in diesem Zwillingsroman die Frage, was geworden wäre, wenn das Leben anders verlaufen wäre, mit anderen Eltern, reicheren oder ärmeren, unter ganz anderen Bedingungen eben. Wären wir dann immer noch dieselbe Person?

Dina Nayeri, in den stürmischen Tagen der iranischen Revolution geboren, treiben solche Gedanken aus guten Gründen um. Als Zehnjährige konnte sie Iran in Richtung der Vereinigten Staaten verlassen und schaffte es dort auf die Eliteuniversitäten Princeton und Harvard. Jetzt hat sie ihren ersten Roman veröffentlicht und gehört damit zu der in den vergangenen Jahren gewachsenen Zahl junger Exiliranerinnen, die sich schreibend das Land, das für sie noch immer Heimat ist, zurückerobern. Wie Marjane Satrapi mit ihrem Comic "Persepolis", Dalia Sofer mit "Die September von Shiraz" oder die 1978 geborene Porochista Khakpour, deren in den Vereinigten Staaten hochgelobter Roman "The Sons and Other Flammable Objects" noch nicht auf Deutsch vorliegt, hat Dina Nayeri Iran als Kind verlassen.

Es geht in diesen Büchern immer um Erinnerungsarbeit, vor der man davonläuft oder der man sich schmerzvoll stellen muss. Es geht um die komplizierte Identitätssuche von Exilanten, die aus einer Weltgegend stammen, die unter dem Generalverdacht des politisch-religiösen Terrorismus steht und mit allerlei düsteren Klischees belegt wurde. Zwischen fanatischen Mullahs einerseits und exotischer Scheherazade wird die Wirklichkeit oft genug verschluckt. Es sind die Bücher einer in Kulturkämpfen verstrickten Generation, die der westlichen Iran-Politik ebenso distanziert gegenübersteht wie der Macht in Iran selbst und die wie kaum eine andere nach dem "American Way of Life" und der amerikanischen Popkultur dürstete. Und gleichzeitig zeugen sie wie auch Dina Nayeris Romandebüt von der ungestillten Sehnsucht nach einer Heimat, die es so längst nicht mehr gibt, und dem nicht schwindenden Gefühl, in der neuen nie wirklich angekommen zu sein.

Um dies auszudrücken, erfindet die Autorin eine imaginäre Zwillingsschwester in Iran, die wiederum die Geschichte ihres Zwillings imaginiert, den sie in den Vereinigten Staaten vermutet. Saba, was so viel bedeutet wie sanfte Brise, wird im Alter von elf Jahren von ihrer Zwillingsschwester Mahtab und ihrer Mutter getrennt, die sie im Chaos des Teheraner Flughafens verliert. Ob das nur eine von Sabas vielen Phantasien ist, bleibt bis zum Ende des Buches offen. Die Eltern sind Christen, und vor allem die resolute Mutter will ihre Töchter nicht in einem von Mullahs regierten Staat aufwachsen sehen. Warum die Wahl auf Mahtab fällt, kann Saba nur ahnen. Sprach sie besser Englisch, war ihre Zukunft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten vielversprechender, weil sie schon immer nach Harvard wollte, das später tatsächlich zum "Väterchen Harvard" mutiert, einem Ersatzvater.

Der wahre Vater hatte sich mit der in Iran verbliebenen Saba in die Provinz Gilan am Kaspischen Meer zurückgezogen, wo die Familie Ländereien besitzt und von den lokalen, bestochenen Mullahs weitgehend in Ruhe gelassen wird, solange sie ihr Christentum nicht zur Schau stellt. Als Saba ins heiratsfähige Alter kommt, entschließt sich der Vater, sie mit einem alten reichen Witwer zu verkuppeln, um ihr zumindest für die Zukunft ein Auskommen zu sichern, denn er selbst fürchtet als Christ stets um seinen Besitz und seine Sicherheit. Der alte Witwer wird die Ehe mit Saba nie vollziehen, stellt aber auf brutale und perfide Weise sicher, dass sie keine Jungfrau bleibt. Sabas beste Freundin Ponneh, eine Schönheit, muss auf die Ehe mit Reza verzichten, in den beide Mädchen verknallt sind, bis Ponnehs älteste Schwester, die schwerkrank ist, unter die Haube kommt, was nie geschieht.

Sie weicht auf die Liebe zu Frauen aus und wird zusammen mit Saba und Reza Zeuge, wie ihre Geliebte von Revolutionsgarden gehängt wird. Ein Revolutionsgardist schlägt sie halb tot, weil rote Stöckelschuhe unter ihrem Tschador hervorlugen. Am Ende schließt sich Ponneh einer Gruppe von Frauen an, die Menschenrechtsverletzungen dokumentiert und das Material in den Westen schmuggelt, wo es ausgerechnet auf dem Tisch der jungen Journalistin Mahtab landet, die es an die Öffentlichkeit bringt und damit Karriere in New York macht.

Nach unglücklichen Affären, unter anderem mit einem homosexuellen Exiliraner, der zur Tarnung eine heterosexuelle Beziehung eingehen wollte, heiratet sie eher halbherzig einen Amerikaner. Saba hingegen besorgt sich in Iran illegal Videos mit amerikanischen Serien, westliche Zeitschriften und Popmusik und phantasiert sich das Leben ihrer verlorenen Zwillingsschwester zusammen. Nach dem Tod des greisen Ehemannes heiratet sie ihre Jugendliebe, den armen Bauernsohn Reza, bezahlt ihm ein Studium und macht sich ohne ihn auf, Mahtab zu suchen und ein neues Leben zu beginnen.

Der Plot der Geschichte, die Trennung der Zwillinge, das Verschwinden der Mutter, wirkt zuweilen etwas bemüht und holprig. Vielleicht hätte es dieser arg konstruierten Geschichte so gar nicht bedurft, um die Zerrissenheit der jungen Exiliraner zu versinnbildlichen, ihre elegische Sehnsucht nach Landschaften, Speisen, nach einer Gemeinschaft, die anders funktioniert als die westliche Hochleistungsgesellschaft. Wunderschön beschrieben ist dagegen das Leben in der nordöstlichen Provinz Gilan, dem Garten Eden Irans, mit ihren traditionellen und doch toleranten Bewohnern, allen voran die starken Frauen, die dem System mit List und Geduld trotzen. Der amerikanische Part drängt sich eher störend in diese Geschichte hinein.

Die Haut der Einwanderin und den Schmerz des Verlustes werden die beiden Doppelgängerinnen nie ganz abstreifen können. Gleichzeitig träumen sie den amerikanischsten aller Träume: "Nicht bloß ein Leben lang zu arbeiten, sondern bedeutende Arbeit zu leisten, eine Spur zu hinterlassen." Wäre der unter Todesangst erzählenden Scheherazade so ein Satz jemals über die Lippen gekommen?

SABINE BERKING

Dina Nayeri: "Ein Teelöffel Land und Meer". Roman.

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel, Klaus Timmermann. Mareverlag, Hamburg 2013. 528 S., geb., 22,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
"Faszinierend. Die Kraft dieser Erzählung ist überwältigend."
Newspages
Newspages

"Ein ambitioniertes und vielschichtiges Debüt."
Vogue
Vogue

"Eine Familiengeschichte zum Wohlfühlen."
Cosmopolitan
Cosmopolitan

"Lyrisch, menschlich und hoffnungsvoll."
Kirkus
Kirkus

"Großartig."
Vanity Fair
Vanity Fair